MeMo_SON10 - Medienkonvergenz Monitoring Soziale Online-Netzwerke-Report 2010

Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung des Medienkonvergenz Monitoring, die auf einer Onlinebefragung von mehr als 6000 NutzerInnen sozialer Netzwerkplattformen zwischen 12 und 19 Jahren und auf qualitativen Interviews mit 31 Jugendlichen desselben Alters basieren, zeigen: Soziale Netzwerke wie schülerVZ, Facebook & Co. sind in kürzester Zeit zu einem zentralen Bestandteil des Medienalltags Jugendlicher geworden. Soziale Online-Netzwerke bringen neue Handlungsräume hervor, die für jugendliche Nutzer von zentraler Bedeutung, für ihr soziales Leben unentbehrlich geworden sind.

Ein Großteil der Jugend bewegt sich selbstverständlich auf diesen Netzwerkplattformen. Dabei zeigt sich ein deutlicher Trend zum ‚Zweitnetzwerk‘: insgesamt 70% der online befragten Jugendlichen sind auf mindestens zwei Netzwerkplattformen aktiv. Ein Drittel der Befragten nutzt drei oder mehr Plattformen. Jugendliche wenden sich deshalb mehreren Online-Netzwerken zu, weil sie auf verschiedenen Plattformen mit unterschiedlichen Freundeskreisen vernetzt sind bzw. mit ‚Gleichgesinnten‘ Kontakt schließen können. Zum anderen bieten verschiedene Netzwerke unterschiedliche inhaltliche oder funktionale Ausrichtungen, denen sich die Jugendlichen bedienen können.
Netzwerkplattformen erfüllen für Jugendliche verschiedene Funktionen, angefangen von sozialer Beziehungsarbeit über Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Selbstauseinandersetzung bis hin zur Teilhabe an der (Medien-)Gesellschaft. Am wichtigsten ist dabei die Beziehungsarbeit: so nutzen Heranwachsende die Plattformen in erster Linie zur interpersonalen Kommunikation mit Freunden und Bekannten und damit zur Pflege von (realen) sozialen Beziehungen. SchülerVZ & Co. stellen damit als ‚Verlängerung von Schulhofgesprächen‘ einen Interaktionsraum dar, der die personale Kommunikation des realen Raums im digitalen fortsetzt.

Die jugendliche Nutzung von Sozialen Online-Netzwerken verweist dabei sowohl auf Chancen als auch auf beachtliche Risiken, insbesondere bezüglich des Umgangs mit den eigenen Daten. Fast alle befragten Heranwachsenden kennen die Privatsphäre-Einstellung und damit die Möglichkeit, den Zugriff Fremder auf das eigene Profil zu unterbinden. Weniger als die Hälfte der Befragten macht von dieser Funktion Gebrauch. Zentrale Gründe, den Zugang auf die eigenen Daten nicht zu beschränken, sind insbesondere der Aufbau neuer Beziehungen und der Wunsch nach umfassender Selbstpräsentation. Die Ambivalenz, die sich aus dem Wunsch nach Präsenz in den Netzwerken und den zugleich wahrgenommenen Gefahren bei der Preisgabe persönlicher Daten ergibt, führt zu Unsicherheiten im Handeln der Jugendlichen, die auf notwendige medienpädagogische Unterstützung verweisen.

 

Der gesamte Ergebnisreport steht unter dem Titel Medienkonvergenz Monitoring. Soziale Online-Netzwerke-Report 2010 zum Download bereit.