Der Sonderforschungsbereich 586: "Differenz und Integration"

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Raum und Mobilität in Mesopotamien zur Zeit des neuassyrischen und neubabylonischen Reiches

In der 3. Bewilligungsperiode des SFB 586, die am 1.7.2008 beginnt, ist das Altorientalische Institut Leipzig nur noch mit einem Teilprojekt (B4) an diesem Sonderforschungsbereich vertreten. Das von Prof. Dr. M. P. Streck geleitete und von Stefan Putzier, M. A., bearbeitete Projekt mit dem Titel "Raum und Mobilität in Mesopotamien zur Zeit des neuassyrischen und neubabylonischen Reiches" arbeitet jedoch eng mit dem Teilprojekt B7 "Raum und Mobilität in Syro-Palästina zur Zeit des neuassyrischen und neubabylonischen Reiches" unter der Leitung von Frau Prof. Dr. A. Berlejung zusammen, mit dem das Institut für Alttestamentliche Wissenschaft am SFB 586 beteiligt ist. Beide Teilprojekte verhalten sich komplementär zueinander und schließen die Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen Nomaden und Sesshaften im Alten Orient aus den beiden vorangegangenen Bewilligungsperioden des SFB chronologisch und sachlich ab.

Das Projekt B4 gliedert sich in zwei Teile:

  1. einen allgemeinen einleitenden Teil A: Raum und Mobilität im neuassyrischen und neubabylonischen Reich;
  2. einen Hauptteil B (Fallstudie): Nomaden und Stämme in Babylonien zur Zeit des neuassyrischen und neubabylonischen Reiches.

Im allgemeinen Teil A sollen die in der verstreuten Fachliteratur schon vielfach behandelten Fragen zu Raum und Mobilität in den beiden genannten Imperien zusammengefasst und für fachfremde Wissenschaftler aufbereitet werden. Zur Sprache kommen dabei Raumkonzepte, operative und symbolische Dimensionen des Raums sowie verschiedenste Formen von Mobilität. Dieser Teil ist als historischer Rahmen und Bezugspunkt für die anschließende Fallstudie zu verstehen und bewusst weit gesteckt, um auf diese Weise herausarbeiten zu können, inwieweit die Beziehungen zwischen Nomaden und Sesshaften in Babylonien innerhalb der beiden Imperien allgemeinen Mustern folgen oder eher einen Sonderfall darstellen.

Der Hauptteil B gliedert sich wiederum in zwei differenzierte Kapitel:

  1. Ein Lexikon aramäischer, kaldäischer und arabischer Stämme in Babylonien. Zu jedem einzelnen Stamm werden sämtliche Textbelege gesammelt und hinsichtlich Geschichte und historischer Topographie ausgewertet, so dass mosaikartig ein Gesamtbild entsteht, das Aussagen über die geographische Verteilung der Stämme, ihre Eingliederung in das assyrische und babylonische Provinzsystem sowie die Beziehungen der Stämme untereinander bzw. zu den übergeordneten Imperien zulässt.
  2. Eine statistische Analyse aramäischer Toponyme Babyloniens vom 9.-6. Jh. v. Chr. Anhand ausgewählter Regionen Babyloniens soll eine chronologisch differenzierte Übersicht über die Verbreitung aramäischer Toponyme erstellt werden, um auf diese Weise ein Bild über die Verteilung aramäischer Siedlungsräume und ihre Entwicklung zu gewinnen.

In einem gemeinsam mit dem komplementären Teilprojekt B7 ausgearbeiteten Schlussteil vergleichen die beiden Projekte ihre gewonnenen Erkenntnisse und setzen sie in kritische Beziehung zueinander.