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23.06.2010 – 26.06.2010 Edificio/Gebäude: Rektoratsgebäude, Ritterstr. 26, Sala/Raum: Neuer Senatssaal (Segundo piso, 2. Etage)
Das Programm finden Sie hier.
Organisation: CENTRO DE INVESTIGACION IBEROAMERICANA DE LA UNIVERSIDAD DE LEIPZIG (CIIAL) Centro de estudios transdisciplinarios de España - Portugal – Latinoamérica en colaboración con Comité Organizador Argentina-Frankfurt 2010 (COFRA), Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio Internacional y Culto de la República de Argentina // IBERO-AMERIKANISCHES FORSCHUNGSSEMINAR DER UNIVERSITÄT LEIPZIG (IAFSL) Zentrum für tansdisziplinäre Studien Spaniens - Portugals - Lateinamerikas in Zusammenarbeit mit organisationskomitee Argentinien-Frankfurt 2010 (COFRA) Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, internationalen Handel und Kultur der Republik Argentinien
Kontakt: dtoiafsl[at]rz.uni-leipzig.de
Konzept: Jorge Luis Borges als Dichter / Borges poeta
Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes des IAFSL „Jorge Luis Borges“, der auf der Basis von Lehre, Forschung, einer regen Publikationstätigkeit und zahlreicher internationaler Kongresse inzwischen eine international anerkannte Größe geworden ist, und im Kontext der Präsenz Argentiniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2010 plant das IAFSL nun einen internationalen Kongress zu „Borges als Dichter“. Der Anlass der Tagung liegt primär in dem bekanntem Faktum, dass Borges’ Lyrik bislang nicht im Zentrum des Interesses stand, während seinen Erzählungen eine weltweite Aufmerksamkeit zuteil und dementsprechend eine Flut von Publikationen gewidmet wurde. Der bibliographische Ertrag zu Borges’ Lyrik fällt im Verhältnis zu dem auf seine Erzählungen bezogenen eher gering aus, eine Reihe der Publikationen ist zudem älteren Datums. Die Vernachlässigung seiner Lyrik ist u. a. der Berühmtheit geschuldet, die Bücher wie Fiktionen, Das Aleph oder Das Sandbuch erlangten. Dennoch ist die geringe Aufmerksamkeit nicht gerechtfertigt, da Borges die Lyrik über alles schätzte, vielleicht mehr als die Erzählform, und es sollte in Erinnerung gerufen werden, dass die Lyrik sowohl am Anfang als auch am Ende seiner literarischen Tätigkeit stand und dass die Lyrik weder quantitativ noch qualitativ hinter den Erzählungen zurückbleibt. Borges ist zweifelsohne ein großartiger Dichter, der auch auf diesem Feld neue Wege ging, die bisher unerkannt oder nahezu unerkannt geblieben sind. Das geplante internationale Kolloquium will einen ersten Schritt dazu leisten, diese Schieflage langfristig zu beheben, einen Überblick über Borges’ dichterisches Schaffens bieten und so eine zukunftsweisende Vorlage für künftige Untersuchungen bieten. Im Zentrum soll eine sowohl diachrone als auch synchrone Betrachtung der Lyrik Borges’ stehen, die es ermöglichen wird, seine Lyrik historisch einzuordnen, zu werten und die unterschiedlichen Traditionen, die er aufnimmt, und die Erneuerungen, die er einführt, zu erforschen, sowie die Merkmale seiner Dichtung systematisch darzulegen. Der Korpus wird seine Früh- und Spätlyrik umfassen, von Fervor de Buenos Aires (1923) bis hin zu Los conjurados (1985), und das Cuaderno de San Martín (1929), El otro el mismo (1964), Para las seis cuerdas (1965), El elogio a la sombra (1969), El oro de los tigres (1972) berücksichtigen. Borges’ Lyrik wird im Zusammenhang mit den großen Linien, Schulen und Dichtergruppen Lateinamerikas und Europas untersucht. Seine so verschmähten Anfänge mit dem ‚creacionismo’ (die auch von ihm selbst in späteren Jahren abfällig kommentiert wurden) werden einer Revision unterzogen und diese Ästhetik in ein anderes Licht gerückt. Aber auch die in seinen Gedichten enthaltenen gnostischen, mystischen und Kultur-Konzepte werden eine privilegierte Rolle genießen. Klangfarbe, Melodie, Rhythmus und Oralität, dies alles Elemente, die Borges als sinntragende Strukturen ganz besonders hoch schätze (siehe The Craft of Verse) werden Eingang in die Betrachtungen finden.
© Alfonso de Toro |