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Medien und globaler Wandel seit dem 19. Jahrhundert PDF Drucken E-Mail

---------------------- Tagungsbericht von Paul Berten auf H-Soz-u-Kult online ----------------------

Tagung vom 4.-5. Juni 2010; Ort: Seminargebäude der Universität Leipzig, Universitätsstraße 5 – 7, Raum S 420

In der bisherigen historischen Erforschung der Globalisierung wurde die zentrale Bedeutung neuer Medien- und Kommunikationsformen regelmäßig betont. Denn offensichtlich korrelierte die Etablierung der Telegrafie, des (Rund-)Funks, der Satellitentechnik oder des Internets mit Globalisierungsschüben.

Diese Techniken und die mit ihnen einhergehenden Massenmedien (wie Tagespresse, Radio, Fernsehen oder Online-Medien) trugen nicht nur durch eine beschleunigte Kommunikation und wechselseitige Deutungen zur Verdichtung und Vernetzung der Welt bei, sondern produzierten auch ein Gefühl von Gleichzeitigkeit sowie ein „global consciousness“. Dennoch blieben historische Studien zur medialen Grundierung der Globalisierung bisher rar. Die Tagung geht deshalb der Frage nach, welche Rolle Medien bei globalhistorischen Entwicklungen und der Globalisierung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielten. Damit analysiert sie die globale Mediengeschichte nicht isoliert für sich, sondern fragt nach sozialen, politischen oder kulturellen Veränderungen, die mit der Medienentwicklung in Verbindung standen.

 

Organisation: Prof. Dr. Frank Bösch (Universität Gießen/DFG-Graduiertenkolleg Transnationale Medienereignisse von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart) und Prof. Dr. Matthias Middell (Universität Leipzig/Global and European Studies Institute).

 

Programm (Download):

 

4. Juni 2010

  • 9.00 Uhr Einführung
    Prof. Dr. Frank Bösch (Gießen), Medien und globale Transformationen seit dem 19. Jahrhundert
  • 9.45-11.15 Uhr Telegrafie und globale Neuordnungen
    Dr. Roland Wenzlhuemer (Heidelberg), Das globale Telegrafennetzwerk und die Entstehung neuer Kommunikationsräume
    Dr. Volker Barth (Köln, Weltnachrichtenordnungen. Nachrichtenagenturen und globale Kommunikation, 1859-1934
  • 11.45-13.15 Uhr: Telegrafie und transnationale Beziehungen im britischen Empire
    Prof. Dr. Michael Mann (HU Berlin), Kommunikation und Öffentlichkeit: Telegrafie in British-Indien, 1849-1947
    Jessica Karagöl (Heidelberg), Globale Informationsflüsse im 19. Jahrhundert: Der Einfluss des Telegrafen auf Tageszeitungen und Berichterstattung in Großbritannien
  • 13.15-14.30 Uhr Mittagspause
  • 14.30-16.00 Uhr Globalisierung der Bildwelten
    Prof. Dr. Gerhard Paul (Flensburg), Globale Bilderwelten: Fotografien als transnationale Deutungsangebote
    PD Dr. Jens Jäger (Köln), Visionen und Visualisierungen. Südamerika in Bildmedien des 19. und 20. Jahrhunderts
  • 16.30-18.00 Uhr Globale Kommunikation und Konflikte
    PD Dr. Thoralf Klein (Erfurt), Medialität und imperialistisches Narrativ: Der Boxerkrieg als transnationales Medienereignis, 1900-1901
    Prof. Dr. Reinhard Zöllner (Bonn)
    Film und Krieg im Kontext der japanischen Ostasienpolitik

 

5. Juni 2010

  • 9.00-10.30 Uhr Fernsehen und Globalisierung
    Prof. Dr. Andreas Fickers (Maastricht), Zwischen globalem Versprechen und nationaler Sozialisierungsinstanz. Zur Ambivalenz des Fernsehens als transnationales Medium.
    Dr. Thomas Beutelschmidt (Berlin), Grenzüberschreitungen. Internationaler Programmaustausch als interkulturelle Kommunikation zwischen West- und Osteuropa am Beispiel des DDR-Fernsehens
  • 11.00-12.30 Uhr Techniken der globalen Kommunikation
    Dr. Tobias Nanz (Gießen), Kalter Krieg. Medien der Deeskalation
    Dr. Christian Henrich-Franke (Siegen), Ost-West-Kooperationen als Antwort auf die Herausforderung der ‚New World Information Order’ in der globalen Funkzusammenarbeit der 1970 und 1980er Jahre
  • 12.30-13.30 Uhr Mittagspause
  • 13.30-15.30 Uhr Felder der globalen Transformation
    Eva Modrey (Gießen), Olympiaden als Motor der globalen Kommunikation
    Prof. Dr. Ramón Reichert (Wien), Mediale Transformation der Finanzmärkte vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
    René Schlott (Gießen), Der Tod des Papstes als globales Medienereignis
  • 15.30-16.00 Uhr: Prof. Dr. Matthias Middell: Fazit und Abschlussdiskussion