Historische Alumni  

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Übersicht Kluge Köpfe der Vergangenheit


Kluge Köpfe der Vergangenheit

Dr. h. c. mult. Kurt-Hans-Dietrich Genscher

Dr. h. c. mult. Kurt-Hans-Dietrich Genscher (1927-2016) war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Er studierte 1948/49 an der Universität Leipzig Rechtswissenschaft. Im Jahr 2003 verlieh ihm die Leipziger Juristenfakultät die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste bei der Einigung Europas und Deutschlands. Als Mitglied im Jubiläumsbeirat der Universität Leipzig unterstützte er die Vorbereitungen zur 600-Jahr-Feier der Universität 2009.

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) gilt als einer der renommiertesten Literaten der deutschen Geschichte, insbesondere der Weimarer Klassik. Der nicht nur als Dichter sondern auch als Theaterleiter, Naturforscher, Kunsttheoretiker und Staatsmann fungierende gebürtige Frankfurter schrieb mir seinen Werken „Die Leiden des jungen Werther“ und „Faust“ ein Stück Weltliteratur.
Das Szenario für „Faust“ schuf Goethe mitten in Leipzig, wohl inspiriert durch seine Studienzeit von 1765 bis 1767, in der er an der Universität Leipzig einem Jurastudium nachging. Von ihm stammt das Zitat: „Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute!“. Nach zahlreichen Italienreisen und mit dem Nachlass eines großen schriftstellerischen Erbes stirbt Goethe im Jahr 1832 in Weimar.  

Erich Kästner

Der Schriftsteller und Kabarettist Erich Kästner (1899–1974) finanzierte sein Studium der Geschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft an der Alma mater Lipsiensis unter anderem als Theaterkritiker der „Neuen Leipziger Zeitung“. Dort nahm er 1925 seine erste Stelle an und machte sich mit scharfsinnigen Kinderbüchern und seinen humoristischen wie zeitkritischen Beiträgen und Gedichten schnell einen Namen. 1927 verließ Kästner Leipzig und zog nach Berlin, später lebte er in München.

Gottfried Wilhelm Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) wird als der universale Geist des 17. und 18. Jahrhunderts angesehen. Als Philosoph, Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomat, Physiker, Historiker, Politiker, Bibliothekar und Rechtsgelehrter profilierte er sich unter anderem als Vordenker der Aufklärung. Der am 1. Juli 1646 geborene Leipziger besuchte die hiesige Nicolaischule, bevor er 1661 bis 1663 an der Universität Leipzig ein Philosophiestudium absolvierte. Im Anschluss begann er ebenfalls an der Universität Leipzig ein Jurastudium, welches er 1667 in Altdorf mit Promotion abschloss. Im Laufe seines Lebens reiste Leibniz durch europäische Großstädte wie Rom, Paris, London und Wien, pflegte enge Kontakte zum Adel und erlangte so schon zu Lebzeiten große Berühmtheit. Als eines seiner wesentlichen Forschungsergebnisse gilt die Entdeckung der Theorie der Infinitesimalrechnung. Nach einer Laufbahn als Präsident der kurfürstlich-brandenburgischen Sozietät sowie Mitglied der Pariser Akademie erliegt Leibniz am 14. November 1716 in Hannover einem schon lange Kräfte zehrendem Steinleiden.

Wolfgang Natonek

Der gebürtige Leipziger Wolfgang Natonek (3. Oktober 1919 – 21. Januar 1994) war ein deutscher Studentenpolitiker, der sich besonders durch sein Engagement im Widerstand gegen das DDR-Regime profilierte. Nachdem er, Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD), zwei Jahre als Studentenratsvorsitzender der Universität Leipzig fungierte, wurde er aufgrund seiner Mobilisierungsversuche im Jahr 1948 vor dem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach seiner Entlassung lebte er als Deutsch- und Geschichtslehrer in Göttingen, wo er im Jahr 1994 im Alter von 74 Jahren starb.

Christian Führer

Christian Führer (1943–2014) war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Anfang 2008 Pfarrer an der Nikolaikirche in Leipzig. Er war der ständige Betreuer und Begleiter der Friedensgebete der Leipziger Nikolaikirche, aus denen die Montagsdemonstrationen erwuchsen, die entscheidend zur friedlichen Revolution und dem Ende der DDR beigetragen haben. Christian Führer hat von 1961 bis1965 Theologie an der Universität Leipzig studiert. 1995 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2014 wurde ihm zusammen mit Christoph Wonneberger und Uwe Schwabe, als Repräsentanten der Leipziger Montagsdemonstrationen zur Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR und den Fall der Mauer vor 25 Jahren der Deutsche Nationalpreis verliehen.

Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche (1844–1900) profilierte sich als einer der bedeutendsten Philosophen Deutschlands. Neben philosophischen schuf er auch eine Reihe philologischer, lyrischer sowie musikalischer Werke. Inhaltlich wurde in diesen vornehmlich Kritik an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und bestimmten Formen der Kunst geübt. Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Röcken, einem Dorf im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Im Wintersemester 1865/67 begann er ein Philologiestudium in Leipzig, welches er aufgrund einer Kriegsdienstverpflichtung im Rahmen der preußischen Artillerie in Naumburg unterbrechen musste. Kurz darauf nahm er im Alter von 24 Jahren seine erste Professorenstelle in Basel an. Schon früh musste Nietzsche mit körperlichen Einschränkungen kämpfen. Seit seinem 46. Lebensjahr litt er zudem an psychischen Krankheiten. Am 25. August 1900 erlag Nietzsche diesen Leiden.

Robert Schumann

Robert Schumann (1810–1856) war ein deutscher Komponist und Pianist der Romantik. Bereits mit sieben Jahren erhielt er Klavierunterricht. Er studierte in Leipzig und Heidelberg von 1828 bis 1830 Jura, widmete sich aber bereits fast vollständig der Musik und begann zu komponieren. 1840 heiratete Schumann die Pianistin Clara Wieck. Drei Jahre später kam er durch Felix Mendelssohn Bartholdy ans Leipziger Konservatorium, 1844 als Chorleiter nach Dresden. 1850 wurde er Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Nach seinem Selbstmordversuch 1854 wurde er in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn eingewiesen. Dort starb Schumann 1856.

Carl Friedrich von Weizsäcker

Carl Friedrich von Weizsäcker (1912–2007). Deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher. Er studierte Physik, Astronomie und Mathematik in Berlin, Göttingen und Leipzig. Nach seiner Habilitation 1936 arbeitete und lehrte er an der am damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin, an der Universität Straßburg und Göttingen. Ab 1957 lehrt er Philosophie an der Universität Hamburg. Im Jahr 1970 wurde für Weizsäcker das Starnberger Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt gegründet. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1980 leitete er das Institut zusammen mit dem Philosophen Jürgen Habermas. Von Weizsäcker erhielt für sein Wirken unter anderem die Max-Plank-Medaille, das große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland und zahlreiche Ehrendoktorwürden.

Johann Christoph Gottsched

Gottsched (1700–1766) wurde in Juditten/Ostpreußen geboren. Er studierte Theologie und später Philosophie in Königsberg und wurde zum Anhänger des Philosophen der deutschen Aufklärung Christian Wolff. Um einer Zwangsrekrutierung für die Leibgarde des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. zu entgehen, floh er 1724 nach Leipzig.

Hier trat er der "Deutschübenden Poetischen Gesellschaft" bei, deren Leitung er bald übernahm und die auf seine Veranlassung in "Deutsche Gesellschaft in Leipzig" umbenannt wurde. Er stellte die Gesellschaft in den Dienst seiner sprach- und literaturreformerischen Ziele. Er gab die ersten erfolgreichen moralischen Wochenschriften Deutschlands heraus, wurde 1730
außerordentlicher Professor für Poetik und 1734 ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik an der Universität Leipzig.

Ernst Bloch

Ernst Bloch (1885–1977) war ein deutscher Philosoph. Nach seinem Studium der Philosophie, Physik und Germanistik promovierte er 1908 an der Universität Würzburg mit einer Arbeit über das Problem der modernen Erkenntnistheorie. Aufgrund seiner jüdischen Wurzeln wurde er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ausgebürgert. Nach Exilaufenthalten in der Schweiz, der Tschechoslowakei und zuletzt den USA kehrte er nach Deutschland zurück als ihm 1948 der Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Leipzig angeboten wurde. Obwohl in der Folgezeit zu einer Art Staatsphilosophen avanciert, entwickelte er im Zuge der politischen Entwicklungen eine zunehmend kritische Haltung gegenüber dem SED-Regime. Nach seiner Emeritierung aus politischen Gründen 1957 kehrte er nach dem Mauerbau im Jahr 1961 von einer Reise in die BRD nicht wieder zurück.

Wilhelm Maximilian Wundt

Wilhelm Maximilian Wundt (1832–1920) war Physiologe, Psychologe und Philosoph. Wundt studierte zunächst Medizin an den Universitäten Heidelberg und Tübingen, 1855 schloss er dieses Studium in Karlsruhe ab. 1856 wurde er promoviert, daraufhin folgten Stationen in Heidelberg und Berlin. 1857 wurde er habilitiert, woraufhin er zunächst eine Privatdozentur antrat. Bis 1863 arbeitete Wundt als Assistent für Hermann von Helmholtz, 1864 folgte er dann dem Ruf auf die außerordentliche Professur für Anthropologie und Medizinische Psychologie der Universität Heidelberg. Nach verschiedenen Vertretungsstellen, einer Professur in Zürich und der Tätigkeit als Militärarzt wurde Wundt schließlich ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Leipzig. Hier gründete er 1879 das erste Institut für experimentelle Psychologie. Wundt gilt daher als Begründer der Psychologie als eigenständige Wissenschaft. Von 1889 bis 1890 war Wundt außerdem Rektor der Universität Leipzig.

Werner Heisenberg

Werner Heisenberg war 1927–1942 ordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Leipzig. Er formulierte 1927 die nach ihm benannte Heisenberg'sche Unschärferelation. Zu seinen diversen Forschungsergebnissen dieser Zeit zählen die Beiträge zur Kernphysik (Einführung des Isospins) sowie die Entwicklung einer Theorie des Ferromagnetismus (Heisenberg-Ferromagnet mit Austausch-Wechselwirkung, 1928). Des Weiteren leistete er mit Wolfgang Pauli Pionierarbeit in der Quantenfeldtheorie. In den 1940er Jahren beschäftigte er sich neben Reaktorphysik auch mit der kosmischen Höhenstrahlung und den durch sie erzeugten Teilchenschauern. Im Jahre 1932 erhielt er den Physik-Nobelpreis. Heisenberg hat die Physik des 20. Jahrhunderts wesentlich mitbestimmt. Werner Heisenberg verstarb 1976 in München.

Christian Thomasius

Christian Thomasius (1655–1728) wurde am 1. Januar 1655 in Leipzig als Sohn des berühmten Jakob Thomasius (lehrte Philosophie an der Leipziger Universität, war später Rektor der Thomas- und Nikolaischule, Lehrer von Leibniz) geboren. Von 1669 bis 1672 studierte Christian Thomasius Philosophie an der Leipziger Universität, wandte sich aber nach Erlangung des Magistergrades der Jurisprudenz zu und promovierte 1679 zum Dr. iuris. Er war Advokat in Leipzig und lehrte an der Universität. Thomasius gilt als Wegbereiter der Frühaufklärung in Deutschland. Er trug durch sein Eintreten für eine humane Strafordnung im Sinne der Aufklärung wesentlich zur Abschaffung der Hexenprozesse und der Folter bei.

Wilhelm Ostwald

Wilhelm Ostwald, ein deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph, war von 1887 bis 1906 Professor an der Universität Leipzig. Seine Vorlesungen beschäftigten sich mit den Themen Chemie und Philosophie. 1888 veröffentlichte er das Ostwald'sche Verdünnungsgesetz, 1897 die Ostwald-Reifung. Ebenso stellte er die Ostwald'sche Stufenregel zusammen mit der Ostwald-Volmer-Regel auf. In dieser Zeit legte er zusammen mit Svante Arrhenius, Jacobus Henricus van ’t Hoff und Walther Nernst den Grundstein der physikalischen Chemie. Ab 1894 prägte er den Begriff der Katalyse und von 1901 bis 1921 gab er die „Annalen der Naturphilosophie“ heraus. Ostwald gehörte zu den Mitbegründern der Deutschen Elektrochemischen Gesellschaft sowie der Internationalen Assoziation der Chemischen Gesellschaften. 1909 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie für seine Forschungen auf dem Gebiet der Katalyse, sowie für seine grundlegenden Untersuchungen über chemische Gleichgewichtsverhältnisse und Reaktionsgeschwindigkeiten verliehen. Durch seine Lehrbücher und die Herausgabe der ersten Zeitschrift für physikalische Chemie gilt er als Begründer und Organisator der physikalischen Chemie. Ostwald starb 1932 in einem Leipziger Krankenhaus und wurde in Großbothen beigesetzt.

Thomas Müntzer

Thomas Müntzer war ein Theologe, Reformator und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges. Er wurde 1489 in Stolberg (Harz) geboren und immatrikulierte im Jahre 1506 an der Universität Leipzig. Seine Theologie vereinigt auf mystischem Boden spiritualistische, täuferische, apokalyptische und sozialrevolutionäre Elemente zu einer Einheit. Seine liturgischen Veröffentlichungen stellten den Versuch dar, die in Allstedt eingeführten lateinischen Kirchengesänge (spätmittelalterliche Gregorianik) relativ direkt ins Deutsche zu übertragen. Damit war Müntzer einer der Vorreiter deutschsprachigen Gottesdienstes in Mitteldeutschland. Er eiferte nicht nur für die Gottesfurcht, sondern als Gottesfürchtiger für soziale Gerechtigkeit. Müntzer war als Priester zunächst ein engagierter Anhänger und Bewunderer Martin Luthers. Wegen seiner radikalen sozialrevolutionären Bestrebungen und seiner spiritualistischen Theologie, die sich in vielen kämpferischen Texten und Predigten niederschlugen, distanzierte sich Luther zu Beginn des Bauernkrieges von ihm. Am 27. Mai wurde er vor den Toren der Stadt Mühlhausen enthauptet.

Christa Wolf

Christa Wolf (1929–2011) war eine renommierte Schriftstellerin, welche in ihrem Werken hauptsächlich das Leben in der DDR thematisierte und dafür unter anderem den Heinrich-Mann-Preis sowie den Georg-Büchner-Preis erhielt. Nach einem Germanistikstudium von 1949 - 1953 in Leipzig und Jena fanden die Veröffentlichungen der der SED zugehörigen Autorin zunächst hauptsächlich in der DDR Beachtung. Mit ihrer Erzählung „Kassandra“ erlangte Wolf im Jahr 1983 in Gesamtdeutschland Anerkennung. Nach insgesamt über dreißig veröffentlichten Werken, Hörspielen und Filmbüchern verstarb Christa Wolf im Alter von 82 Jahren.

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht (1871–1919) profilierte sich als Vertreter einer marxistischen und antimilitaristischen Bewegung zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs und kann als einer der Wegbereiter der Weimarer Republik bezeichnet werden. Der gebürtige Leipziger studierte von 1890 bis 1893 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie an der Universität Leipzig.
Sein Bekanntheitsgrad ist vor allem auf den Aufbau der „Gruppe Internationale“/„Spartakusbund“ sowie die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zurückzuführen.
1919 wurde der Politiker neben seiner Mitstreiterin Rosa Luxemburg durch Mitglieder der ultrakonservativen paramilitärischen Gruppierung „Garde-Kavallerie-Schützen-Division“ in Berlin ermordet.

Gustav Ludwig Hertz

Gustav Ludwig Hertz (1887–1975), erhielt zusammen mit James Franck im Jahr 1925 den Physiknobelpreis, basierend auf den 1912/1913 vorgenommenen Elektronenstoßversuchen. Zwischen den Jahren 1920-25 übernahm er die Leitung des Physikalischen Labors der Philips Glühlampenfabriken Eindhoven. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde ihm 1935 die Prüfungsberechtigung entzogen. Worauf hin er Direktor des Siemens & Halske-Forschungslabors II in Berlin wurde und hierbei in der Atomforschung neu Erkenntnisse zutage förderte. In seinen späteren Jahren war er unter anderem Leiter des physikalischen Instituts (1954–1961) in Leipzig, sowie Herausgeber eines dreibändigen Standardwerkes zur Kernphysik.

Georgius Agricola

Georgius Agricola (1494–1555) wird als Vater der Mineralogie angesehen, die er mit mehreren Werken begründete. Er war ein Renaissance-Gelehrter und studierte von 1514 bis 1518 alte Sprachen an der Universität Leipzig. Dieser Zeit verdankt er auch seinen lateinischen Nachnamen – ein Leipziger Professor riet ihm, seinen Nachnamen Pawer (Bauer) zu latinisieren. Im Anschluss an sein Studium war er Konrektor und Rektor der Zwickauer Ratsschule. 1522 studierte er in Leipzig Medizin, woraufhin er sich bis 1526 in Italien aufhielt. 1531 wurde er Stadtarzt in Chemnitz, wo er auch diverse Male als Bürgermeister fungierte. Er war als sächsischer Hofhistograph beschäftigt und forschte unter anderem in den Bereichen Medizin, Pharmazie, Alchemie, Philologie und Politik.

Carl Philipp Emanuel Bach

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) gilt als einer der bedeutendsten Komponisten in der Zeit zwischen Barock und Wiener Klassik. Von 1731 bis 1734 studierte der Sohn Johann Sebastian Bachs Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Schon 1723 kam er in Begleitung seines Vaters, welcher als Thomaskantor fungierte, nach Leipzig und war selbst jahrelang Schüler der Thomasschule. Der Druck bzw. die Veröffentlichung einiger Werke in Leipzig sowie die erfolglose Bewerbung um das Amt des Thomaskantors zeugen von der Verbundenheit des berühmtesten Bachsohns zur Stadt Leipzig. Nachdem er durch zahlreiche Werke den europaweiten Ruf als angesehener „Claviertist“ erworben hatte, verstarb Carl Philipp Emanuel Bach 1788 in Hamburg.

Theodor Mommsen

Theodor Mommsen (1817–1903) zählt zu den anerkanntesten deutschen Historikern. Seinen Forschungsschwerpunkt legte er auf die Altertumswissenschaften, vor allem auf das Römische Reich. Als Auszeichnung für seinen Beitrag zur Forschung erhielt er im Jahr 1902 unter anderem den Nobelpreis für Literatur. An der Universität Leipzig begann Mommsen im Jahr 1848seine wissenschaftliche Laufbahn, indem er dort drei Jahre lang als Professor für Rechtswissenschaft lehrte. Aufgrund der Beteiligung am sächsischen Maiaufstand von 1849 wurde er im Jahr 1851 entlassen. Während der Arbeitszeit Mommsens am Leipziger Lehrstuhl war er Mitglied der dortigen Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Novalis

Novalis (1772–1801), eigentlich Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg. Deutscher Schriftsteller der Frühromantik, Philosoph, Jurist und Bergbauingenieur. Der junge Freiherr schreibt im Alter von sechs Jahren erste Gedichte und immatrikuliert sich 1790 an der Universität Jena. Dort lernt er Friedrich Schiller kennen. 1791 beginnt er in Leipzig das Studium der Mathematik, Jurisprudenz und Philosophie. 1797 studiert er an der Bergakademie in Freiberg Bergwerkskunde, Mathematik, Chemie u. a. m. sowie die praktische Tätigkeit in den Gruben. Seit 1798 erscheinen Veröffentlichungen unter dem Namen „Novalis“, 1800 entstehen die „Hymnen der Nacht“. Nur ein Jahr später stirbt Novalis an einem Lungenleiden.

Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann (1681–1767). Deutscher Komponist des Barock. Telemann erlernte die Musik weitgehend im Selbststudium. Erste größere Kompositionserfolge hatte er während seines Jurastudiums in Leipzig, wo er im Zuge dessen zum Musikdirektor der damaligen Universitätskirche aufstieg. Er wurde 1712 in Frankfurt am Main zum städtischen Musikdirektor und zum Kapellmeister zweier Kirchen ernannt, daneben begann er mit der Veröffentlichung von Werken im Selbstverlag. Ab 1721 arbeitete er als Cantor Johannei und Director Musices der Stadt Hamburg, wenig später übernahm er die Leitung der Oper. Mit seinem Aufenthalt in Paris 1737/38 erlangte Telemann endgültig internationalen Ruhm.

Wilhelm Richard Wagner

Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren. Ab 1831 studierte er an der Universität Leipzig Musik, nachdem er zuvor Schüler der Nikolaischule sowie der Thomasschule gewesen war. Richard Wagner war einer der wichtigsten Musiker des 19. Jahrhunderts. Er veränderte die Oper grundlegend, indem er sie als Gesamtkunstwerk begriff und gestaltete. Außerdem begründete er die Bayreuther Festspiele, welche jährlich vom 25. Juli bis 28. August in dem von Wagner geplanten Bayreuther Festspielhaus stattfinden. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören Der Ring der Nibelungen, Lohengrin und Parsifal. Richard Wagner starb am 13. Februar 1883 in Venedig.


letzte Änderung: 29.09.2017 

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