Geschichte  

Geschichte

1979 bis 1989

Gründung und Leitung durch Prof. Dr. Werner Ries

Ende der siebziger Jahre wurden in verschiedenen Ländern erstmals Bildungsstätten für ältere Menschen eingerichtet. So folgte Leipzig den Beispielen der „Universität des dritten Alters“ in Warschau, der Veteranen-Universität der Humboldt-Universität zu Berlin und der Veteranen-Akademie in der Kreisstadt Zerbst. Die Bemühungen des Rektors der Karl-Marx-Universität, Prof. Dr. h. c. Lothar Rathmann, fruchteten: In Leipzig konnte eine in dieser Form erste Bildungsstätte für ältere Menschen an der Universität angesiedelt werden. Am 5. April 1979 eröffnete der Rektor als Bildungsstätte für Veteranen der Arbeit das sogenannte Veteranen-Kolleg. Die Verantwortung und Organisation übernahm Prof. Dr. Werner Ries, Leiter der Gerontologischen Abteilung der Medizinischen Klinik.

Über Presse und Rundfunk wurden Interessenten angesprochen. Es gab keine Teilnahmevoraussetzungen, ältere Menschen aus allen Schichten sollten die Zielgruppe sein. Wer sich angemeldet hatte, war für zwei Semester Mitglied des Kollegs, bekam eine Eintrittskarte und hatte zu dieser Zeit das Recht, alle Einrichtungen der Universität zu besuchen. Ein Unkostenbeitrag wurde nicht erhoben. Schon für das erste Semester lagen etwa tausend Anmeldungen vor. Das Interesse war unerwartet groß und Hörsaal 13, der für die Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wurde, war mit 500 Menschen fast vollständig besetzt. Aufgrund der immensen Nachfrage mussten bereits von Beginn an in jedem Studienjahr zwei parallele Kurse immatrikuliert werden. Das Veteranen-Kolleg folgte in seinem Ablauf dem jeweiligen Studienjahr; die Vorlesungen fanden wöchentlich statt. Am Ende des Studienjahres erhielt jeder Teilnehmer des Veteranen-Kollegs eine Urkunde. Das große Interesse hielt an und die Teilnahmedauer musste ab 1981 auf zwei Jahre begrenzt werden. Aufgrund der guten Kontakte von Prof. Ries zu zahlreichen Kollegen an der Universität konnten namenhafte Dozenten und Persönlichkeiten der Stadt Leipzig, wie der Chef der Oper, der Chef des Rundfunkorchesters und der Gewandhausdirektor, gewonnen werden. Zu dieser Zeit war das Kolleg eine rein ehrenamtliche Einrichtung: Blumenstrauß und Beifall waren das einzige Honorar für die Dozenten. Nach zehn Jahren bat Prof. Dr. Ries um die Weiterführung des Kollegs durch eine andere Person.

1989 bis 1997

Die Jahre unter Prof. Dr. Wolfgang Rotzsch

So übernahm der befreundete Prof. Dr. Wolfgang Rotzsch, aus der Medizinischen Fakultät/Klinische Chemie und Pathobiochemie, im Jahre 1989 die Leitung des Veteranen-Kollegs. In Übereinstimmung mit Prof. Ries wurde das Veteranen-Kolleg durch Prof. Rotzsch in ,Seniorenkolleg´ umbenannt. Da es thematisch bereits einige Wiederholungen gab, wünschten sich die Teilnehmer neue Impulse.

Eine weitere Neuerung war neben der Umbenennung die Einrichtung eines Beirates. Gewählte Mitglieder des Seniorenkollegs beteiligen sich hier aktiv an der Gestaltung der Einrichtung: Sie sammeln Ideen für die Entwicklung der Programme, pflegen Kontakte zu adäquaten Einrichtungen im In- und Ausland. Sie sind das Sprachrohr der gesamten Hörerschaft und vertreten die Interessen, Wünsche und Kritiken der Teilnehmenden gegenüber der Leitung des Seniorenkollegs. Anfang der 1990er kam bei Prof. Rotzsch und dem französischen Germanisten Prof. Courtois der Gedanke auf, den Kontakt zwischen ältere Menschen aus Deutschland und Frankreich herzustellen. Im Jahre 1993 fand der erste Austausch mit der Université Tous Ages (UTA) der Université Lumière Lyon 2 statt. Erklärtes Ziel war es, mit Menschen der gleichen Altersstufe, die in einem anderen Land Teilnehmer eines vergleichbaren Bildungsangebotes sind, ins Gespräch zu kommen und so einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Abbau von Vorurteilen zu leisten. Es folgten gegenseitige Besuche, die ein vertrauensvolles Verhältnis entstehen ließen und eine Zusammenarbeit in der universitären Bildung von Senioren ermöglichten.

Sechzehn Jahre nach Gründung des Kollegs - im Jahre 1995 - wurde erstmals ein Teilnahmebeitrag erhoben. Bis dato hatte die Universitätsleitung alle Unkosten für das Kolleg übernommen, nun sollte das Kolleg sich selbstständig tragen können.

1997 bis 2008

Leitung des Seniorenkollegs durch Prof. Dr. Jörg Knoll

Mit der Emeritierung von Prof. Rotzsch im Jahre 1997 trat sodann der dritte Leiter des Kollegs sein Amt an. Prof. Dr. Jörg Knoll, Inhaber des Lehrstuhls Erwachsenenpädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, leitete das Seniorenkolleg für die nächsten elf Jahre. Als kennzeichnende Stichworte für das Programm der Bildungseinrichtung nennt Prof. Knoll „Bildung, Begegnung, Begleitung“: „Bildung, das heißt: sich mit anregenden und aktuellen Fragen zu beschäftigen, z. B. aus der Geschichte, aus dem kulturellen Leben, aus dem sozialen Bereich, aus einzelnen Wissenschaftsdisziplinen von der Medizin über die Pädagogik und Geographie bis zur Mathematik; Begegnung, das bedeutet: im Zusammenhang mit solchen Fragen ins Gespräch zu kommen, einander zu treffen und wiederzusehen, gemeinsam etwas zu erleben und zu erfahren, das über die einzelne Veranstaltung hinauswirkt; Begleitung, das meint: Anregung zu gewinnen für sich selber, für den privaten Alltag, für das persönliche Dasein in dieser Zeit mit all ihren Veränderungen, die jede Generation auf je eigene Weise treffen und herausfordern.“

In diesem Sinne führte Prof. Knoll gemeinsam mit Frau Dr. Marion Lehnert Bewährtes weiter, aber bot auch Neues an. So konnten sich die teilnehmenden Senioren über informative Exkursionen, Zusatzveranstaltungen mit jungen Studenten, ein Erzählcafé und die Schreibwerkstatt freuen.

Auch die internationalen Begegnungsveranstaltungen wurden fortgesetzt. Als neue Kooperationspartner konnten die Seniorenuniversität in Zürich sowie in Utrecht gewonnen werden und den folgenden Jahren fanden gegenseitige Austauschbegegnungen statt.

2008 bis heute

2008 wurde das Seniorenkolleg in das Sachgebiet Wissenschaftliche Weiterbildung/Fernstudium der Universität Leipzig unter der Leitung von Frau Yvonne Weigert integriert. Organisatorisch wird es von Caterina Hein geleitet. Seither konnten einige Veränderungen verzeichnet werden. Die Thematik der Kursreihen wurde immer umfangreicher: Von Medizin, Geschichte über Politik, Medien und Sprachwissenschaften bis hin zu Rechtswissenschaften und Psychologie war alles vertreten. Diese thematische Breite schlug sich auch in der Anzahl der Referenten nieder. Seit 1997 haben über 200 Dozenten, Professoren und Wissenschaftler Vorlesungen am Seniorenkolleg gehalten, viele von Ihnen nicht nur einmalig. Auch nach über dreißig Jahren engagieren sich die Referenten ehrenamtlich.

Zudem gab es inhaltlich einige Veränderungen. So wurde das Angebot an Zusatzveranstaltungen, Exkursionen und Arbeitsgruppen erhöht. Bis 2016 konnten die Senioren aus einer Vielzahl an informativen Führungen in Wissenschaftsbereiche der Universität Leipzig sowie in Einrichtungen der Stadt sowie Exkursionen zu Bildungs- und Kulturstätten in der näheren und weiteren Umgebung Leipzigs wählen. In Computer- und Internetkursen sowie in Kursen zum Thema „Ungarisch lernen leicht gemacht“, „Sicherheit im Alter“ und „Sesam öffne dich – ein Arabisch-Kurs für Neugierige“ konnten sie außerdem ihr Wissen und ihre Kenntnisse erweitern. Abgerundet wurde das Studienjahr von einer jährlich stattfindenden Eröffnungsveranstaltung im Gewandhaus, einem Weihnachtskonzert in der Thomaskirche und einer Abschlussveranstaltung.

Seit dem Wintersemester 2012/2013 finden die Veranstaltungen im neugebauten Audimax des Augusteums auf dem Campus Augustusplatz statt. Dieser Umzug vom Großen Hörsaal der Physik in der Linné-Straße ermöglichte es, der steigenden Anzahl an Interessenten einen Platz in den zwei Kursreihen anzubieten. In den darauffolgenden Studienjahren waren beide Kursreihen komplett ausgebucht; wer bei der Anmeldung nicht schnell genug war bekam nur noch einen Platz auf der Warteliste.

Weiterhin konnte der internationale Austausch gefördert werden. Im Jahr 2009 wurde der Kontakt zwischen der Universität des dritten Lebensalters der Masaryk-Universität in Brno, dem Seniorenstudium und dem Seniorenkolleg der Universität Leipzig auf den Weg gebracht. Seitdem finden regelmäßig im Sommer Austauschbegegnungen zwischen den Senioren und Seniorinnen in Brno und Umgebung statt.


letzte Änderung: 27.09.2017 

Kontakt

Wissenschaftliche Weiterbildung/Fernstudium
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Nikolaistraße 6-10
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-31472
Telefax: +49 341 97-30039
E-Mail

Carolin Seidel
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18:45 - 19:15 Uhr im Hörsaal

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Freitag
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