Geschichte der Universität Leipzig  

Geschichte der
Universität Leipzig

Kurzchronik der Universität 1409 - 2001

Fakten zur Geschichte

Die 600-jährige Geschichte der Universität wird hier anhand der wichtigsten Fakten aus sechs Jahrhunderten erzählt.

Wachsabdruck des Universitätssiegels von 1409

1409
Gründung der Universität Leipzig durch Prager Magister und Scholaren

1519
Leipziger Disputation auf der Pleißenburg: Das Streitgespräch zwischen dem altgläubigenTheologen Johannes Eck und den Reformatoren Luther, Karlstadt und Melanchthon markiert den beginnenden Bruch zwischen Rom und den Lutheranern

1539
Mit der Einführung der lutherischen Reformation im albertinischen Sachsen beginnt besonders seit 1543 auch ein neuer Abschnitt in der Universitätsgeschichte. Das Wirken des Rektors Caspar Borner und des angesehenen Humanisten Joachim Camerarius kommt in der folgenden Zeit einer Neugründung der Universität gleich.

1543
Begründung einer Universitätsbibliothek, vor allem aus klösterlichen Buchbeständen

Bestätigungsbulle des Papstes Alexander V., ausgestellt am 19. Dezember 1409 in Pistoja.

1544
Die Übergabe des ehemaligen Dominikanerklosters als „Collegium Paulinum“ durch Herzog Moritz von Sachsen und andere zusätzliche materielle Förderungen machen Leipzig zu einer der reichsten Universitäten im Alten Reich.

1682
Die erste wissenschaftliche Zeitschrift Deutschlands, die „Acta Eruditorum“ erscheint in der Messestadt, zahlreiche folgende Zeitschriftenprojekte bekräftigen die herausragende Stellung Leipzigs als Zentrum des mitteleuropäischen Buchhandels.

1810
Als erster Ordinarius für Geburtshilfe übernimmt Johann Christoph Gottfried Jörg die Leitung einer Entbindungsschule („Triersches Institut“), aus der sich die Frauenklinik der Universität entwickelt

1879
Eröffnung des Instituts für experimentelle Psychologie – des ersten der Welt – durch Wilhelm Wundt

1897
Feierliche Einweihung des von Arwed Rossbach entworfenen neuen Augusteums am Augustusplatz

1906
Frauen werden erstmals und in Leipzig somit relativ spät zum Studium zugelassen, nachdem sich 1870 Frauen erstmals als Gasthörerinnen einschreiben konnten

1927
Erste Professur für Hirnforschung in Deutschland

1933
Am 10. Dezember bekommt Werner Heisenberg für das Jahr 1932 den Nobelpreis für Physik rückwirkend verliehen.

1933-1945
Der zerstörerische Umbau der Universitätskorporation zu einer Gefolgschaftsuniversität durch die nationalsozialistische Parteidiktatur lähmt das geistige Leben. Professoren, Studenten und Angestellte werden aus politischen und rassenideologischen Gründen entlassen, verfolgt, inhaftiert oder getötet. Der Zweite Weltkrieg bringt in seiner Folge auch massenhaften Tod und Zerstörungen nach Leipzig. Die Universität wird zu 60 Prozent zerstört, Professoren und Studenten sterben im Luftkrieg oder an den Fronten – Leipzig verliert dabei auch seine internationalen Verbindungen. Bei Kriegsende sind von 103 Gebäuden der Universität lediglich 16 unversehrt. 87 waren total zerstört oder nicht mehr nutzbar.

1946
Wiedereröffnung der Universität im ehemaligen Filmtheater Capitol

1953
Um ein Symbol für die neue ideologische Ausrichtung der Wissenschaften in der DDR zu setzen, beschließt die SED eine Umbenennung der Leipziger Universität in „Karl-Marx-Universität Leipzig“. Erstmals und entgegen ihrer Tradition erhält die Universität somit durch obrigkeitliche Oktroyierung einen Namen.

1968
Sprengung des teilzerstörten Augusteums und der im Bombenkrieg auf Leipzig unversehrt gebliebenen Universitätskirche St. Pauli, um Platz für einen Neubaukomplex in sozialistischem Baustil zu schaffen

1989
Die politischen Entwicklungen und Demonstrationen für Freiheit und Bürgerrechte ziehen auch viele Universitätsangehörige auf den Leipziger Straßen. Bald kommt es auch zu politischen Forderungen und heftigen Diskussionen innerhalb der Universität – Reformkonzile tagen und debattieren über die zukünftige Ausrichtung der Universität und die Studenten gründen einen demokratisch legitimierten Studentenrat.

1991
Nach der politischen Wende und der deutschen Einheit nimmt die Universität ihre traditionelle Bezeichnung „Universität Leipzig“ wieder an.

1993
Mit einer Feierstunde am 2. Dezember anlässlich der Neugründung von Instituten, die durch die 3. Hochschulreform 1968 beseitigt worden waren, kehrt  die Universität zur klassischen Struktur in Fakultäten und Instituten zurück. Bis 1994 entstehen insgesamt 14 Fakultäten, unter ihnen auch solche, die es in der Geschichte der Universität bisher nicht gegeben hat. Die traditionsreiche Landwirtschaftliche Fakultät wird hingegen geschlossen.

2001
Ausschreibung eines Architektur-Wettbewerbs für einen Universitätsneubau am Augustusplatz. Die anhaltend regen Debatten um Form und Funktion des zentralen Universitätsgebäudes zeigen die Identifikation der Leipziger mit „ihrer“ Universität. Durch den international renommierten Architekten Erick van Eggeraat wird schließlich eine Symbiose aus Neubau und historischer Erinnerung für die Gestaltung der Universitätsgebäude am Augustusplatz gefunden


letzte Änderung: 13.02.2017 

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