Universitätsstiftung Leipzig  

Universitätsstiftung
Leipzig

Geschichte der Universitätsstiftung

Die Universität Leipzig ist eine akademische Eigengründung – 1409 verließen mehrere hundert Magister und Scholaren die kaiserliche Reichshauptstadt, das Goldene Prag, um in Leipzig eine eigene Hochschule zu eröffnen.

Die Leipziger Ratsherren und die Wettiner stifteten Grundstücke und Kapital, um die Akademiker in Leipzig anzusiedeln und heimisch werden zu lassen. Den Kaufleuten im Rat war klar, dass mit der Wissenschaft und den jungen Leuten ein wirtschaftlicher Aufschwung für die Stadtgemeinde verbunden war.

Die Landesherren hofften auf zahlreiche Schriftgelehrte für den Landesausbau: auf Juristen, Mediziner, Theologen und natürlich auf die unentbehrlichen Magister der freien Künste.

Aus dem geringen Stiftungskapital im Jahre 1409 entwickelte sich eine fruchtbare und renommierte Hochschule, die immer wieder kluge, eigensinnige und selbstständige Persönlichkeiten anzog.

Die Geschichte der Universität ist gleichzeitig eine Geschichte der Stiftungen und des damit verbundenen Vertrauens in Nachhaltigkeit und gemeinen Nutzen dieser Bildungskorporation.

Schon 1422 entstand die erste große private Stiftung zugunsten der Universität: das collegium beatea mariae virginis oder auch kurz Frauenkolleg (nach der Heiligen Jungfrau Maria). Die Gelder dazu wurden vom ersten Rektor Johannes Otto von Münsterberg persönlich akquiriert.
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Im ersten Jahrhundert ihres Bestehens stand die Universität unter dem Schutz der Kirche und des Kaisers. Erst nach der Reformation trat der sächsische Landesherr als Schutzpatron in diese Funktion ein und erweiterte mit der nach ihm benannten Schenkung von 1543 das Stiftungsvermögen der Universität Leipzig erheblich.

In den folgenden Jahrhunderten wurde der Universität, den Nationen, Kollegien und einzelnen Fakultäten immer mehr Stiftungskapital zugewidmet. Die akademischen Vermögensverwalter legten die Gelder gut am Kapitalmarkt an und investierten zumeist in sichere Hypothekendarlehen. Schon im 18. Jahrhundert fungierten die verschiedenen Universitätsstiftungen als eine Art Entwicklungsbank: mit dem immensen Stiftungskapital wurde die strukturelle Entwicklung des ländlichen Raumes und der Stadt Leipzig erheblich gefördert und zugleich sichere Erträge erzielt.

Mit der Übernahme der finanziellen Gesamtverantwortung für die Universität durch das Königreich Sachsen im Jahr 1830 änderte sich aber diese Situation. Während „Alteigentum“ bei der Universität blieb, ließ sich der Staat bei Neubauten als Eigentümer in das Grundbuch eintragen. Das betraf vor allem die naturwissenschaftlichen Institute im Südosten und das Universitätsklinikum, das aus dem alten städtischen Krankenhaus St. Jakob hervorgegangen war.
Zum 500jährigen Universitätsjubiläum 1909 stand die Leipziger Hochschule auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau – von den internationalen Gratulanten wurde sie gar als „Weltuniversität“ gefeiert. Im Jubiläumsjahr konnten zahlreiche Spender und Stifter aktiviert werden – allein 1909 gab es einen Stiftungszuwachs von mehr als 800.000 Mark (was heute einem Vermögen von gut 8 Millionen Euro entspricht).

Das 20. Jahrhundert schmälerte mit seinen Weltkriegen und finanziellen Einschnitten diesen Stiftungsumfang erheblich. Nach der Inflation, mehrfachen Währungsumstellungen und der massiven Zerstörung von Immobilienbesitz durch den Bombenkrieg wurden die restlichen Vermögenswerte im Zuge des Aufbaus der DDR in Volkseigentum umgewandelt. Ausgenommen waren davon nur diejenigen Immobilien, die nicht unmittelbaren universitären Aufgaben gewidmet, sondern deren Mieterträge den Universitätshaushalt entlasten sollten. Diese Immobilien wurden wenige Tage vor Auflösung des Landes Sachsen im Jahr 1952 zusammen mit dem Stiftungseigentum anderer privatrechtlich organisierter Träger öffentlicher Aufgaben in eine neue „Sammelstiftung“ überführt. Nach der Wiedervereinigung, für die der Einigungsvertrag prinzipiell die Rückgabe von „volkseigenen“ Immobilien an die Alteigentümer vorsah, musste die Universität die Rückgabe ihres Stiftungseigentums durch einen schließlich beim Bundesverwaltungsgericht erfolgreichen Prozess erzwingen. Die betroffenen Immobilien wurden anschließend in die am 12. November 1999 errichtete neue Universitätsstiftung eingebracht.


letzte Änderung: 17.07.2014 

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