Zeitlicher Ablauf
Mittwoch, 30. September 2009: |
| 16:30 – 17:00 |
Sandra Ballweg: Portfolioarbeit im fremdsprachlichen Schreibunterricht |
| 17:00 – 17:30 |
Almut Schön: Fachkommunikation in der Medizin - gesprächs- und diskursanalytische Zugriffe |
| 17:30 – 18:00 |
Katarína Augustinová: Authentizität und Handlungsorientierung in neueren Lehrwerken für Slowakisch und Polnisch als Fremdsprache |
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Sandra Ballweg (Darmstadt)
Portfolioarbeit im fremdsprachlichen Schreibunterricht
Mittwoch, 30. September 2009, 16:30 – 17:00 Uhr
Portfolioarbeit nimmt eine immer größere Rolle in verschiedenen Lernkontexten ein, beispielsweise das Europäische Sprachenportfolio im Fremdsprachenunterricht, Ausbildungsportfolios in der Lehrerausbildung und Schreib-/Leseportfolios im muttersprachlichen Deutschunterricht. In meinem Beitrag möchte ich mein Dissertationsprojekt vorstellen, das sich mit Portfolioarbeit im fremdsprachlichen Schreibunterricht (DaF) beschäftigt. Ich möchte im Rahmen meiner Arbeit herausfinden, welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten durch die Arbeit mit einem Schreibportfolio im Fremdsprachenunterricht für Lehrende und Lernende entstehen. Dabei interessieren mich die Wahrnehmung von Lehrenden und Lernenden des Portfolios als Entwicklungs-, Dokumentations- und Reflexionsinstrument, interindividuelle Unterschiede zwischen den Lernenden bei der Arbeit mit dem Portfolio und der Nutzen für die Entwicklung der Schreibkompetenz. Zur Beantwortung dieser Fragen habe ich einen DaF-Kurs mit dem Schwerpunkt Schreiben ein Semester lang begleitet, den Unterricht beobachtet, mit der Lehrperson sowie den Lernenden eine Reihe von Interviews geführt und die Portfoliogespräche sowie die von den Lernenden erstellten Portfolios herangezogen. Mit der Grounded Theory-Methode sollen diese Daten nun im nächsten Schritt ausgewertet werden, was ich gerne im Rahmen des Beitrags präsentieren und diskutieren möchte.
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Almut Schön (Berlin)
Fachkommunikation in der Medizin - gesprächs- und diskursanalytische Zugriffe
Mittwoch, 30. September 2009, 17:00 – 17:30 Uhr
Die Fachsprache Medizin und die Fachkommunikation in der Medizin zählen seit geraumer Zeit zu den Forschungsschwerpunkten der Fachsprachenforschung. Insbesondere die Arzt-Patienten-Interaktion ist ein umfangreich erforschtes Thema, so zählte das Projekt API-on© unter der Leitung von Florian Menz 549 Studien bis Mitte 2007 (siehe Menz, Nowak, Rappl, Nezhiba 2008:129). Wenngleich mithin sehr viele verschiedene Gesprächstypen unter verschiedenen Aspekten und mit verschiedenen Instrumentarien untersucht worden sind, so gibt es bisher noch kaum Untersuchungen zu Gesprächen, die ausländische ÄrztInnen (in deutschen Krankenhäusern) führen. Das Vorhaben, das auf einer Kooperation mit der Abteilung Charité International Cooperation (CHIC) an der Charité Berlin und dem Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache an der TU Berlin beruht, widmet sich dieser, in Deutschland immer häufigeren Konstellation. Dabei soll die Gesprächssorte „Anamnese“ aus gesprächsanalytischer, sprechakttheoretischer und diskursanalytischer Sicht untersucht werden. Im Mittelpunkt steht die Lernersprache des ausländischen Mediziners/der ausländischen Medizinerin.
Forschungsfragen sind:
- Wie verändern sich diskursive Machtverhältnisse, wenn der Arzt/die Ärztin DaF-LernerIn ist?
- Inwiefern und durch welche pragmatischen, syntaktischen, grammatischen und phonologischen Barrieren verändern sich die Handlungsmöglichkeiten des Arztes/der Ärztin?
- Wie verändern sich ärztliche Gesprächsstrategien?
- Und verallgemeinernd: wie beeinflusst Lernersprache das sprachliche Handeln im beruflichen Kontext?
Auf der Tagung werden dazu erste Mitschnitte von Arzt-Patienten-Interaktionen, die aus den an der Charité durchgeführten Kommunikationstrainings für ausländische Medizinstudierende stammen, vorgestellt und ausgewertet.
Webseite zum Kooperationsprojekt:
http://www.daf.tu-berlin.de/menue/deutsch_als_fremdsprache/forschung/forschungsprojekte/fachsprache_medizin/
Literatur:
Menz, Florian; Nowak, Peter; Rappl, Anita; Nezhiba, Sabine (2008): Arzt-Patient-Interaktion im deutschsprachigen Raum: eine Online-Forschungsdatenbank (API-on) als Basis für Metaanalysen. In: Gesprächsforschung, Jg. 9, S. 129–163.
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Katarína Augustinová (Leipzig)
Authentizität und Handlungsorientierung in neueren Lehrwerken für Slowakisch und Polnisch als Fremdsprache
Mittwoch, 30. September 2009, 17:30 – 18:00 Uhr
In der Fremdsprachendidaktik hat sich in den letzten Jahren eine neue Sichtweise auf Authentizität im Unterricht durchgesetzt, derzufolge der alleinige Einsatz authentischer Texte nicht ausreichend ist. Entscheidend ist vielmehr ein Umgang mit Sprache, der dem in natürlichen Sprachgebrauchssituationen möglichst nahe kommt sowie ein Unterricht, der ein hohes Maß an authentischer Interaktion bietet. Neuere Lehrwerke zu Englisch und Deutsch als Fremdsprache folgen bereits relativ konsequent dem neueren Ansatz der Handlungs- bzw. Aufgabenorientierung. Die vorzustellende Studie interessiert sich dafür, wie diese Ansätze in den seltener gelernten slawischen Fremdsprachen Polnisch und Slowakisch umgesetzt werden. Dabei interessiert insbesondere, wie viel Authentizität und Handlungsorientierung Lehrwerke für den unmittelbaren Anfangsunterricht anbieten können. Daher stehen Lehrwerke für Polnisch und Slowakisch als Fremdsprache im Fokus der Arbeit, die zum Niveau A1-A2 des GeR führen. Untersucht wird, inwieweit diese Lehrwerke authentische Materialien, Texte und Übungen verwenden, die den Kriterien der Handlungsorientierung genügen. Im Vortrag werden Kriterien für die Beurteilung der Authentizität von Textsorten, Aufgaben und Sprechanlässen vorgestellt und exemplarisch aufgezeigt, wie diese in den genannten Lehrwerken umgesetzt werden. Ziel ist es, den Ist-Stand der Lehrwerkentwicklung in den genannten slawischen Sprachen zu skizzieren und Entwicklungspotenziale im Bereich der Authentizität und Handlungsorientierung aufzuzeigen.
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