23. DGFF-Kongress in Leipzig • 30. September bis 3. Oktober 2009
 
     
 
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Logo Der 23. DGFF-Kongress wird durchgeführt mit Unterstützung des Cornelsen Verlags.

Lehr- und Lernbewusstheit

Zeit: Mittwoch, 30. Septemer 2009, 16:30 bis 18:00 Uhr

Moderation: Steffi Morkötter, Gießen (steffi.Morkoetter@romanistik.uni-giessen.de)

Raum: Hörsaal 20

Zeitlicher Ablauf

Mittwoch, 30. September 2009:

16:30 – 17:00
Petra Knorr: Planungs- und Reflexionskompetenz angehender Englischlehrer/innen
17:00 – 17:30
Katharina Weis: Sprachlernbiographie und subjektive didaktische Theorien mehrsprachiger Englischlehrkräfte
17:30 – 18:00
Ulrich Wettemann: Spracherwerb durch formelhafte Sequenzen: Eine Longitudinalstudie zum gesteuerten L2-Erwerb beim erwachsenen Lerner
   

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Petra Knorr (Leipzig)

Planungs- und Reflexionskompetenz angehender Englischlehrer/innen

Mittwoch, 30. September 2009, 16:30 – 17:00 Uhr

Persönliche Überzeugungen, Vorannahmen und Erfahrungen in Bezug auf das Lehren und Lernen fremder Sprachen werden neueren Forschungen zufolge als relativ stabile subjektive Theorien (beliefs) betrachtet, die vor allem in Bezug auf die Planung und Durchführung von Unterricht handlungsleitend wirken können und damit von größerer Bedeutung sind, als bisher angenommen (Caspari 2003; Schocker-von Ditfurth 2001). Verfolgt die universitäre Lehrerbildung nun das Ziel, eine am Kenntnisstand heutiger Theorien orientierte berufsfeldspezifische Handlungskompetenz aufzubauen bzw. anzubahnen, so erscheinen jene Lehr- und Lernprozesse erfolgversprechend, die weniger instruktivistisch ausgerichtet sind und stärker an vorhandene beliefs anknüpfen, um sie wenn notwendig schrittweise zu verändern (Blömeke 2005).

Der Planungsprozess einer Unterrichtsstunde bietet die Möglichkeit, diese individuellen beliefs offen zu legen sowie gegebenenfalls in Aushandlungsprozessen mit Anderen zu modifizieren. Das Erkenntnisinteresse des Dissertationsprojekts besteht in der Untersuchung von Kognitionen angehender Englischlehrer/innen in Bezug auf unterrichtliche Planungsprozesse. Es soll untersucht werden, wie Studierende bei der Planung von Unterricht vorgehen, auf welches Wissen sie zurückgreifen, welche subjektiven Theorien dabei sichtbar werden und welches reflexive Potential von interaktiven Planungsprozessen ausgeht.

Planungsgespräche im Zweierteam, die durch teilnehmende Beobachtung dokumentiert werden, schriftliche Planungsskizzen, die Vorbesprechung der Stunde mit dem Mentor / der Mentorin sowie retrospektive Befragungen stellen das Datenmaterial dar, das angelehnt an das Forschungsparadigma der Grounded Theory analysiert werden soll. Der Vortrag wird das Forschungsdesign sowie geeignete Methoden der Datenerhebung zur Diskussion stellen.

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Katharina Weis (Frankfurt/Main)

Sprachlernbiographie und subjektive didaktische Theorien mehrsprachiger Englischlehrkräfte

Mittwoch, 30. September 2009, 17:00 – 17:30 Uhr

Diese qualitative Studie geht von der These aus, dass mehrsprachige Englischlehrkräfte ihren Unterricht in besonderer Weise – beeinflusst von subjektiven Theorien – realisieren. Dieses Thema ist für die Fremdsprachendidaktik insofern besonders relevant, da davon auszugehen ist, dass bei solchen Lehrkräften Fertigkeiten und Kompetenzen in den Bereichen Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen aufgrund ihrer Sprachenbiographie und ihres Erfahrungswissens spezifisch ausgeprägt sind. Die Dissertation beschäftigt sich zentral mit der noch nicht erforschten Fragestellung, wie sich die Erfahrungen des eigenen Fremdsprachen- und interkulturellen Lernens von mehrsprachigen Lehrkräften auf den Englischunterricht auswirken und wie Englischlehrkräfte und ihre SchülerInnen dies begründen. Anhand einer primär deskriptiven und nicht (be)wertenden Herangehensweise, welche die Auseinandersetzungen mit Theorien und Praxen des Englischunterrichts der Sekundarstufe 1 seitens der Lehrkräfte, SchülerInnen und Forscherin aufgreift, gewinnt der Englischunterricht hinsichtlich seiner Inhalte, Ziele und Methoden durch Einbeziehung biographischer und mehrsprachigkeitsbedingter Faktoren an Plastizität. Dieser Beitrag stellt zur Diskussion, wie die oben genannte Mehrperspektivität aus Lehrkraft-, Schüler-, und Forschersicht bei der Datenauswertung in angemessener Weise kombiniert werden kann, um eine umfangreiche und schlüssige Zusammenschau der Ergebnisse zu erzielen, ohne den Fokus der subjektiven Theorien von Lehrkräften zu verlassen. Die Komplexität dieses Unterfangens besteht in der Heterogenität des erhobenen Datenmaterials (z. B. Memos, Gedächtnisprotokolle, quantitative und qualitative Schülerfragebögen, Interviewtranskripte). Zum Zeitpunkt des Vortrags werden die Test- und Datenerhebungsphasen abgeschlossen sein und erste inhaltliche Erkenntnisse vorliegen.

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Ulrich Wettemann (Kassel)

Spracherwerb durch formelhafte Sequenzen: Eine Longitudinalstudie zum gesteuerten L2-Erwerb beim erwachsenen Lerner

Mittwoch, 30. September 2009, 17:30 – 18:00 Uhr

„The attainment of fluent comprehension and production, in both native (L1) and second (L2) language, involves the acquisition of memorized sequences of language” (Ellis 1996). Grundlage flüssigen und angemessenen Sprechens bilden formelhafte Sequenzen (FS), die ganzheitlich aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden. Untersuchungsergebnisse aus dem L2-Erwerb zeigen jedoch, dass erwachsene L2-Lerner Fremdsprachen ausschließlich für kommunikative Zwecke verwenden und für den Lernprozess nicht weiter segmentieren. Im vorliegenden Forschungsprojekt wird untersucht, ob L2-Lerner durch einen gezielten Aufbau von Sprachlernbewusstheit dazu befähigt werden können, Fremdsprachen bewusst wahrzunehmen, sich anzueignen und für den weiteren Spracherwerbsprozess zu nutzen. Dafür wurde ein komplexes Unterrichtskonzept entwickelt, welches einerseits die Sprachlernbewusstheit fördert und andererseits die Schritte der Analyse, Integration und Automatisierung von Fremdsprachen umfasst. Um mögliche Verbesserungen beim DaF-Lerner nachweisen zu können, wurde an einem Sprachenzentrum in Mexiko im Rahmen des vorliegenden Forschungsprojektes eine fünfmonatige Longitudinalstudie durchgeführt. Mit acht sprachlich-homogenen Lernern (Spanisch), die sich im Übergang zur Niveaustufe B1 befanden, wurden wiederholt Interviews durchgeführt und lernersprachliche Daten erhoben. Nach Stand der Datenauswertung (15.2.09) gibt es Evidenz dafür, dass erwachsene Lerner dazu befähigt werden können, Fremdsprachen bewusst wahrzunehmen und für ihren Spracherwerbsprozess weiter zu nutzen. Auf Grund der Forschungsergebnisse sollen didaktische Vorschläge für einen neuen Zugang zum Spracherwerb ausgearbeitet werden.

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