Empirie, Reflexivität und radikale Skepsis: Forschungsmethodologie zwischen empirischer Wende und vergessenen Prämissen
Zeit: Mittwoch, 14:30 bis 16:00 Uhr
Andreas Bonnet, Frankfurt a.M. (a.bonnet@gmx.de)
Stephan Breidbach, Berlin (stephan.breidbach@staff.hu-berlin.de)
Raum: Hörsaal 20
Spätestens durch die großen Querschnittsuntersuchungen (TIMMS, PISA, DESI, etc.) besteht auch in der Fremdsprachenforschung ein starker Trend dazu, Qualifikationsarbeiten empirisch anzulegen. Dies führt nicht nur dazu, dass nicht-empirische Fragestellungen marginalisiert werden und geradezu in Rechtfertigungsnöte kommen. Dabei muss zunehmend stärker darauf aufmerksam gemacht werden, wie stark diese beiden Bereiche verwoben sind. Beispiele dafür sind:
Die Menschenbildabhängigkeit empirischer Ansätze.
Der geisteswissenschaftliche Gehalt interpretativ-rekonstruktiver Verfahren wie z.B. der objektiven Hermeneutik.
Die Allgegenwart begriffsanalytischen und ideengeschichtlichen Vorgehens in den Literaturberichten empirischer und nicht-empirischer Arbeiten.
Der Einfluss institutionstheoretischer Grundannahmen auf empirische aber auch hermeneutisch-normative Theoriearbeiten.
Ziel des Workshops ist es, anhand ausgewählter Beispiele – insbesondere aus dem Forschungsbereich Bilingualer Unterricht/CLIL – die Grenzen verschiedener Forschungsmethoden und -instrumente auszuloten und dabei den Gewinn durch methodische Reflexivität und radikale Skepsis zu verdeutlichen. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, ob reflexiv angelegte Forschungsprogramme wie methodischer Kulturalismus oder Bildungsgangforschung hier anderen Vorgehensweisen tatsächlich voraus sind. Die Referenten werden sich bemühen, didaktisch nicht zu weit hinter ihrem im Bereich der Forschungsmethodologie formulierten Anspruch zurück zu bleiben.
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