23. DGFF-Kongress in Leipzig • 30. September bis 3. Oktober 2009
 
     
 
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Logo Der 23. DGFF-Kongress wird durchgeführt mit Unterstützung des Cornelsen Verlags.

AG 11 "Nachwuchs Fremdsprachenforschung"

im Hörsaal 8

Petra Knorr, Kristina Peuschel, Jan Paul Pietzuch, Agnieszka Zawadzka DGFF_Nachwuchs_2009@uni-leipzig.de

in Zusammenarbeit mit Lena Heine, Osnabrück (lena.heine@uni-osnabrueck.de) und

Maik Walter, Berlin (maik@zedat.fu-berlin.de)

Hier finden Sie die Abstracts und Folien zu den Vorträgen auf einer separaten Seite: http://userpage.fu-berlin.de/~maik/dgff09.html

Zeitlicher Ablauf

Im Sinne sprachlicher, fachlicher und kultureller Grenzüberschreitungen setzt die AG Nachwuchs Fremdsprachenforschung die Arbeit der Workshops und der forschungsthematisch strukturierten Veranstaltungen der Nachwuchstagung (30.09.) fort und bietet in zwei 90-minütigen Kolloquien Raum für die method(olog)isch akzentuierte Vorstellung und Diskussion von insgesamt sechs Forschungsprojekten junger Nachwuchswissenschaftler/innen (jeweils drei Beiträge à 20 min + 10 min Diskussion).

Die AG setzt sich zum Ziel, zur forschungsthemen- und forschungsfelderübergreifenden Diskussion methodologischer Fragestellungen beizutragen und diese zu intensivieren. Deshalb sollten im Fokus aller Präsentationen der AG die projektspezifischen Zusammenhänge zwischen Erkenntnisinteresse(n), theoretischen Bezügen, forschungsstrategischen Entscheidungen und dem Untersuchungsdesign bzw. konkreten empirischen Verfahrensweisen liegen.

Insbesondere sind Projekte eingeladen, die auf Grundlage bisher geleisteter Fremdsprachenforschung unkonventionelle Erkenntnisinteressen generieren, neue Praxiskontexte in den Blick nehmen und/oder bislang wenig genutzte Forschungsstrategien auf die Fremdsprachenforschung übertragen.

 

Zeitlicher Ablauf

Donnerstag, 1. Oktober 2009: MIXED METHODS RESEARCH

16:30 – 17:15 Christian Beermann: Emotionales Erleben im Französischunterricht - eine Längsschnittuntersuchung
17:15– 18:00 Heike Niesen: The impact of sociocultural learning tasks on students' language development in German post-PISA ESL classrooms and their compatiblity with National Educational Standards
   

Freitag, 2. Oktober 2009: KORPUSBASIERTE ANALYSEN

16:30 – 17:00 Inger Petersen: Analyse von Textkompetenz in der Zweitsprache Deutsch
17:00 – 17:30 Katrin Wisniewski: Testsprache im Fokus: Was messen die Skalen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen wirklich?
17:30 – 18:00 Aneta Nickel: Sprachanalysen bei Russlanddeutschen – Untersuchungsbeispiele aus dem Essener Projekt zum Spracherwerb von Aussiedlern (ESA)

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MIXED METHODS RESEARCH - Moderation: Lena Heine (Osnabrück)

Christian Beermann (Hamburg)

Emotionales Erleben im Französischunterricht - eine Längsschnittuntersuchung

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 16:30 – 17:15 Uhr

Ein Einfluss von Emotionen auf das Lernen und Leisten im schulischen Unterricht wurde bereits in unterschiedlichen Studien belegt. Besonders für den Fremdsprachenunterricht besteht noch großer Bedarf sowohl an explorativen als auch an hypothesenprüfenden Untersuchungen.

Mein Dissertationsvorhaben hat das Ziel, die Rolle des emotionalen Erlebens im Fach Französisch gegen Ende der Sekundarstufe I zu untersuchen. Dabei sollen vor allem Unterrichtsmerkmale als Bedingung für das emotionale Erleben betrachtet werden. Methodisch ist eine Verbindung von quantitativer und qualitativer Erhebung geplant. Zunächst soll eine längsschnittliche Fragebogenstudie erfolgen, an die sich qualitative Leitfadeninterviews, so genannte problemzentrierte Interviews, anschließen werden.

Aufgrund der Struktur der erhobenen Daten und den Besonderheiten von schulischen Stichproben bieten sich neben Mittelwert- und Korrelationsanalysen gerade auch Mehrebenenanalysen an. Die Mehrebenenanalyse ist vorteilhaft, da die vorliegende Stichprobe keine Zufallsstichprobe darstellt, sondern es sich um eine so genannte Klumpenstichprobe handelt. Mittels Mehrebenenanalysen (hier HLM) lassen sich gerade soziale Handlungen, wie auch längsschnittliche Daten abbilden. Die Interviews sollen mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden, weil dadurch ein angemessenes Abstraktionsniveau erreicht werden kann, ohne die Einzigartigkeit der bearbeiteten Fälle zu verlieren.

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Heike Niesen (Luxemburg/Trier)

The impact of sociocultural learning tasks on students' language development in German post-PISA ESL classrooms and their compatiblity with National Educational Standards

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 17:15 – 18:00 Uhr

The paper focuses on learning and testing tasks in German intermediate EFL classrooms. The investigation is broken down into three research questions:

1. How are the didactic and methodological gaps inherent in the National Educational Standards (2003) dealt with on various levels of their implementation, i.e. what is the nature of the relationship between top-down language policy and bottom-up classroom realities?

2. In what ways will a socio-culturally based teaching/learning paradigm impact on students' language development in the fields of language awareness and productive skills?

3. What is the nature of the relation between outcomes and skills as required by Educational Standards and language development of socio-culturally trained students?

Hypotheses :

  1. Students trained by a socio-culturally shaped TBLT/L syllabus will show higher quality in their language development than students who are instructed by a more traditional language teaching approach.
  2. There will be a significant relation between socio-cultural teaching and the transferability and durability of students' competence, which will be substantially higher than the restricted competences formulated by Educational Standards, thereby highlighting the need to enrich the latter.
The limitations of quantitative and qualitative paradigms are avoided by employing blended research. The project is longitudinal; data collection tools include interviews, observations, spoken and written interactions, case studies and quasi-experimental studies.

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KORPUSBASIERTE ANALYSEN - Moderation: Maik Walter (Berlin)

Inger Petersen (Oldenburg)

Analyse von Textkompetenz in der Zweitsprache Deutsch

 Freitag, 2. Oktober 2009, 16:30 – 17:00 Uhr

Die Fähigkeit, schriftliche Texte zu verfassen ist für die Aufnahme und den erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums von großer Bedeutung. Der Erwerb einer solchen Textkompetenz stellt für Schüler/innen und Studierende mit Deutsch als Zweitsprache eine besondere Herausforderung dar, bei der sie Unterstützung benötigen. Bislang liegen aber kaum Kenntnisse zur Entwicklung der Schreibfähigkeiten von älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Zweitsprache Deutsch vor.

Im Zentrum der Untersuchung eines selbst erstellten Korpus aus 300 Texten (Zusammenfassungen und Argumentationen) von Schüler/innen der gymnasialen Oberstufe und Studierenden (11. und 13. Jahrgang, 2. Studienjahr) mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache steht deshalb die Frage, ob die L2-Textproduktionen besondere Merkmale aufweisen und wie die Entwicklung von Schreibfähigkeiten in der gymnasialen Oberstufe und darüber hinaus verläuft. Das für die Auswertung der Texte entwickelte Analyseinstrument enthält textlinguistische Kriterien, die die Untersuchung der Qualität der Texte auf struktureller und funktionaler Ebene erlauben. Zusätzlich dazu werden Indikatoren für bestimmte Stadien der Schreibentwicklung berücksichtigt. Im Vortrag findet eine Problematisierung der ausgewählten Kriterien hinsichtlich der Frage statt, ob sie die zu untersuchende Textkompetenz in angemessener Weise abbilden. Dies führt letztlich zu der Überlegung, was bei der Beurteilung von Texten der o.g. Zielgruppe, z.B. für diagnostische Zwecke, besonders zu beachten ist.

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Katrin Wisniewski (Bozen/Dresden)

Testsprache im Fokus: Was messen die Skalen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen wirklich?

Freitag, 2. Oktober 2009, 17:00 – 17:30 Uhr

Die mangelnde empirische Validierung des Skalensystems im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GeR) steht im Widerspruch zur Verbreitung des Dokuments. Zwar verwenden es Beurteiler konsistent (vgl. Schneider/North 2000), doch ist bislang nicht überprüft worden, ob die Skalen die lernersprachliche Wirklichkeit angemessen widerspiegeln, ihr Anspruch auf Validität und Fairness also begründet ist. Zweifelhaft ist dies, da die Skalen weder aus einer Theorie kommunikativer Sprachkompetenz abgeleitet wurden noch ihnen die Analyse empirisch erhobener Lernersprache zugrunde liegt (vgl. Fulcher 2003).

In dieser korpusbasierten Fallstudie (18 LernerInnen) wird deshalb untersucht, inwiefern die operationalisierten Deskriptoren der GeR-Skalen dazu geeignet sind, die in einem mündlichen Südtiroler L2-Test elizitierte Lernersprache aufgabenunabhängig und sprachenübergreifend (Deutsch/ Italienisch) treffend und umfassend zu beschreiben.

Transkription, Kodierung und Analyse mündlicher Testsprache zur Validierung von Skalen erfolgen nur selten (McNamara 2002). Bislang gibt es zudem m.W. nur einen (unveröffentlichten) Versuch, GeR-Skalen durch die Analyse (schriftlicher) Testsprache zu validieren (Kim 2004).

Das an der Schnittstelle von Testwissenschaft und Fremdsprachenlehr-/-lernforschung (FLLF) angesiedelte Projekt kombiniert sprachenübergreifend mehrere empirische Erhebungsverfahren (Sprachtests/ Bewerterfragebögen) und verschiedene vorwiegend qualitative, aber auch quantitative Analysemethoden, die erstmals mit der o.g. Fragestellung auf das Skalensystem des GeR angewandt werden. Es beinhaltet außerdem die Erstellung eines vielseitig nutzbaren elektronischen, auch anhand aktueller Erkenntnisse der FLLF annotierten Lernerkorpus.

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Aneta Nickel (Essen)

Sprachanalysen bei Russlanddeutschen – Untersuchungsbeispiele aus dem Essener Projekt zum Spracherwerb von Aussiedlern (ESA)

Freitag, 2. Oktober 2009, 17:30 – 18:00 Uhr

Das Essener Korpus, bestehend aus Interviews mit Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion, wurde in den 90er Jahren zusammengestellt. An diesem Korpus wurden Analysen du rchgeführt, die sich mit sprachlichen Entwicklungen in den Bereichen Syntax, Morphologie, Lexik und Phonetik befassen. Für diese Sprachebenen wurden jeweils Untersuchungsmodelle konzipiert.

Die Studie des ESA-Projekts umfasst Gespräche mit Russlanddeutschen, die sich zum Zeitpunkt der ersten Interviews seit ungefähr einem Jahr in Deutschland aufgehalten haben. Um die sprachliche Entwicklung bei einzelnen Lernern dokumentieren zu können, wurde die Studie als Longitudinaluntersuchung über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr angelegt. Mit insgesamt 53 Personen wurden sprachliche Daten drei Mal im Abstand von jeweils sechs Monaten erhoben, also nach etwa einem Jahr, nach 18 Monaten und nach 24 Monaten Aufenthalt in Deutschland.

Im Rahmen des ESA-Projektes sollen u.a. folgende Fragestellungen untersucht werden:

•  In welchen Sequenzen verläuft der Spracherwerb bei einzelnen Aussiedlern?

•  Wie entwickeln sich herkunftssprachlich bedingte Fehler in den verschiedenen Stadien bei verschiedenen Probanden?

•  Wie entwickelt sich der Spracherwerb nach dem Sprachkurs?

•  Welche psychosozialen Faktoren beeinflussen den Spracherwerb?

Lassen sich in Abhängigkeit von psychosozialen Faktoren und vom Faktor Alter Unterschiede in den sprachlichen Entwicklungen auf den verschiedenen Sprachebenen feststellen?

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