Postersektion
Leitung:
Bernt Ahrenholz, Jena (ahrenholz-sekretariat@uni-jena.de)
in Zusammenarbeit mit dem Team der Nachwuchstagung (DGFF_Nachwuchs_2009@uni-leipzig.de)
Zu den Postern 
Die Postersektion möchte zu einer fächer- und themenübergreifenden Diskussion während des Kongresses beitragen, indem sie jüngste Forschungsergebnisse, laufende Projekte oder Forschungsvorhaben in Form von Postern zur Diskussion stellt. Die Poster sind ab Mittwoch, den 30.09.2009 in den Foyers des Hörsaalgebäudes zu sehen.
Im Rahmen einer Plenarveranstaltung am Freitag, den 2.10.2009, werden von 15.15-16.00 Uhr sechs Arbeiten von den jeweiligen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kurz vorgestellt. Am Freitag und Samstag besteht außerdem die Gelegenheit innerhalb zweier Pausen (Freitag, 16:00-16:30 Uhr, Samstag, 11:00-11:30 Uhr) im Foyer mit allen Präsentierenden eingehend über ihre Poster und Projekte zu sprechen.
Einführung in die Posterpräsentationen
Freitag, den 02.10.2009, 15:15-16:00 Uhr
im Hörsaal 9
Poster sollten mit einem Programm, wie z.B. QuarkXPress, InDesign, LaTeX, CorelDraw oder auch PowerPoint im A0-Format erstellt werden. Das Forschungsdesign sollte nachvollziehbar und die Texte gut lesbar sein. Weitere Hinweise zur Gestaltung von Postern finden Sie hier:
Advice on designing scientific posters
Hinweise zur Gestaltung von Postern
Poster
1. Laura Armbrust (Freiburg)
Entwicklung und Evaluation eines Professionalisierungskonzepts für Englischlehrerinnen und -lehrer der Sekundarstufe I zur Lesekompetenzförderung
Das Forschungsprojekt möchte auf der Grundlage eines umfassenden Konzepts von Lesekompetenz Lehrkräfte der Sekundarstufe I dabei unterstützen, neue Strategien zur Vermittlung von Lesekompetenz im Fremdsprachenunterricht zu entwickeln und praktisch umzusetzen.
Nach einer Fragebogenerhebung bei Lehrkräften zur Vermittlung von Lesekompetenz, sollen Lernaufgaben zur Lesekompetenzförderung, basierend auf dem Ansatz des aufgabenorientierten Fremdsprachenlernens, in den Klassen 5 bzw. 6 entwickelt und in der schulischen Praxis erprobt werden.
Diese bilden die Grundlage für ein Fortbildungskonzept, welches auf aktuelle Erkenntnisse der Professionalisierungsforschung zurückgreift.
In enger Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Praxis soll ein Fortbildungskonzept entwickelt und über den Zeitraum eines Schuljahres erprobt und mit Hilfe von videogestützten Unterrichtsbeobachtungen sowie Lehrerinterviews evaluiert werden.
2. Katrin Biebighäuser (Gießen) *
Interkulturelle Landeskundevermittlung in multimedialen Lernumgebungen für Deutsch als Fremdsprache
Meine Dissertation leistet einen Beitrag zur Diskussion um die Herausbildung interkultureller Kompetenz im Fremdsprachenunterricht unter Berücksichtigung der Potentiale digitaler Medien.
Untersuchungsgegenstand ist die Kommunikation von Gießener DaF-Studenten mit ausländischen Germanistikstudenten innerhalb der virtuellen Welt Second Life . In Tandem-Paaren tauschen sie sich selbstreflexiv in landeskundlich relevanten Umgebungen über deutsche Kultur und Geschichte aus. Der Korpus der Studie wird aus Interviews sowie aufgezeichneten Gesprächen der Tandempaare bestehen, die qualitativ ausgewertet werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten der Kulturvermittlung durch virtuelle Welten aufzuzeigen und empirisch auszuwerten. Meine Ausgangsthese ist, dass die simulierte Umgebung eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit der deutschen Kultur befördert.
3. Nicola Brocca (Heidelberg)
Spracherwerb der italienischen Raumpräposition a.
Die Raumpräposition a stellt für deutschsprachige Lerner des Italienischen eine der häufigsten Fehlerquellen dar (Bagna 2005). Der Grund dafür ist nicht nur die hohe Polysemie dieser Präposition, sondern auch die Bedeutung von a : Diese Präposition drückt meistens eine topologisch neutrale Beziehung aus, die auf Deutsch durch keine Präposition lexikalisiert werden kann. Lernende transferieren alte Konzepte ( an dt.) in neue Formen ( a it.) (Weinreich 1953) und damit weichen von dem Norm ab. Mit einem kognitiven Ansatz und mithilfe einer Bilderbeschreibung werde ich der Frage nachgehen, wie und in welcher Reihenfolge die verschiedenen Bedeutungen von a erworben werden. Untersucht wird auch, ob der lexikalische Erwerb einer neuen Form auch die Kognition eines neuen Raumkonzepts impliziert.
4. Anna Fringes (Köln)
Erprobung eines multisensorischen Methodenansatzes beim frühen Englischerwerb für Kinder mit Lernbeeinträchtigungen
Es wird angenommen, dass primär psycholinguistische Faktoren für Fremdspracherwerbsschwierigkeiten verantwortlich sind. Schüler, die Schwierigkeiten beim Fremdsprachenlernen haben, verfügen über signifikant schwächere phonologische, orthographische und syntaktische Verarbeitungsfähigkeiten, die nicht selten bereits im Erstspracherwerb zu Störungen geführt haben.
Ein überwiegend mündlich-kommunikativ ablaufender Englischunterricht stellt Anforderungen an diese Kinder, die sie nicht im erforderlichen Maß erbringen können.
Es wird davon ausgegangen, dass für diese Kinder eine multisensorische, systematische Förderung notwendig ist, in der Lautgestalt, Artikulationsmuster, orthographisches Wortbild und Bedeutung eng verknüpft vermittelt werden, so dass die Abspeicherung der Wörter im Langzeitgedächtnis gelingt.
In den USA liegen bereits Methodenansätze vor (u.a. Orton-Gillingham-Ansatz), die sprachbasiert, multisensorisch, metakognitiv und systematisch strukturiert sind.
In einer experimentell aufgebauten Studie soll ein multisensorischer Methodenansatz entwickelt, erprobt und evaluiert werden.
5. Uta Großmann (Leipzig)
Nachweis von kongruentem/inkongruentem Fachtextverstehen ausländischer Studierender der Wirtschaftswissenschaften
Die zu präsentierende Arbeit will einen Beitrag leisten zur Erforschung der Rezeption schriftsprachlicher Texte unter besonderer Berücksichtigung der Betrachtung von Fachtextrezeptionsschwierigkeiten ausländischer Studierender der Wirtschaftswissenschaften. Dabei werden die Eckpfeiler der theoretischen Fundierung (Fachsprache, Textrezeptionsforschung, Leseverstehen und Lernaufgaben) als Grundlage der empirischen Studie benannt. Schwerpunkt der Präsentation ist die Vorstellung des empirischen Vorgehens, d.h. dem Vergleichbarmachen der Produktdaten mit Hilfe der Übertragung in framesemantische Netzwerke (Concept Maps), auf deren Basis die Interpretation der Daten bezüglich des Nachweises von kongruentem/inkongruentem Fachtextverstehen erfolgen soll.
6. Julia Hammer (Würzburg) *
Die multikulturelle und -linguale Gesellschaft in den Lehrwerken der achten bis zehnten Jahrgangsstufen. Die gesellschaftspolitisch notwendig gewordene Kompetenzerweiterung des modernen Englischunterrichts im Zeitalter der Globalisierung
Das Ziel meines Forschungsprojekts ist es aufzuzeigen,
(1) inwieweit die gegenwärtige unterrichtliche Praxis im Rahmen des Englischunterrichts den Herausforderungen einer globalisierten und multikulturellen Lebenswelt gerecht werden muss; und
(2) inwieweit die Erscheinungsformen anderer Kulturen in den Unterrichtsmaterialien den Schülern eine holistische Auseinandersetzung ermöglichen, die nicht nur zu mehr Toleranz auf dem Weg zu einer multikulturellen Gesellschaft führt, sondern auch zur Würdigung und Wertschätzung des Fremden und Andersartigen.
Eine analytische Untersuchung von gegenwärtigen Lehrwerken soll Aufschluss darüber geben, welche theoretischen Konzepte und methodischen Ansätze geeignet sind, um Lernende für die kulturelle Heterogenität und die Hybridität der multikulturellen Gesellschaft zu sensibilisieren.
Dabei sollen Vorschläge zur Reorganisation der Rahmenbedingungen, zu den Prämissen sowie den Zielsetzungen des modernen Englischunterrichts erarbeitet werden.
7. Anke Köhler (Potsdam)
Videoanalyse zur Professionalisierung von (jungen) Lehrkräften im Fremdsprachenunterricht
Wie kann strukturierte Videoanalyse helfen, die Professionalisierung von Lehrkräften in frontalen Phasen eines kommunikativen Fremdsprachenunterrichts zu steigern?
Während der letzten Jahre haben sich einige Konversationsanalytiker (z.B. Markee, 2000; Seedhouse, 2000) des Kontexts des Fremdsprachenunterrichts angenommen. Jedoch wurden bislang aus diesen Studien kaum Rückschlüsse gezogen, weder auf die alltägliche Didaktik noch auf den Fremdsprachenerwerb der SchülerInnen (erste Studie dazu: Markee, 2008). Meine Untersuchungen greifen eben hier an. Meine Ausführungen beruhen auf drei aufeinander aufbauenden Projekten.
1. Erlangen von Videoaufnahmen von Unterrichtsversuchen von Studierenden
2. Analyse einiger Auszüge dieser Videos in einem Hauptseminar entsprechend der Konversationsanalyse und Diskussion möglicher Konsequenzen für eine steigende Professionalisierung von Lehrpersonen
3. strukturierte Videoanalyse im Schulpraktikum
In diesem Poster sollen vorläufige Ergebnisse und Schlüsse auf die Methodologie dieser Art der strukturierten Videoanalyse dargestellt werden.
8. Felicitas Kröger (Hildesheim)
Zur Relevanz von Multisensorik im modernen Fremdsprachenunterricht
Bestens bekannt ist Pestalozzi, der bereits im 18. Jahrhundert ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ als sinnvoll erachtete. 1973 empfahl Frederic Vester den Lernstoff über möglichst viele Eingangskanäle anzubieten und folgerte: „Je mehr Kanäle der Wahrnehmung benutzt werden [...], desto fester wird das Wissen gespeichert, desto vielfältiger wird es verankert und auch verstanden, desto mehr Schüler werden den Wissensstoff begreifen und ihn später auch wieder erinnern.“ (Vester 1997, 51) Ergebnisse neurowissenschaftlicher Studien bestätigen heute angeblich ebenfalls eine positive Wirkung des Lernens mit vielen Sinnen, des multisensorischen Lernens. Dennoch fehlen für diese Annahmen signifikante und eindeutige Belege, die auch auf alltägliche Unterrichtssituationen und insbesondere auf den Fremdsprachenunterricht und erwachsene Lerner übertragen werden können.
Meine Studie geht folglich dem ‚Mythos' des multisensorischen Lernens auf den Grund. Anhand unterschiedlicher Forschungsergebnisse aus den Gebieten der Fremdsprachendidaktik, der pädagogischen Psychologie und der Neurowissenschaft werden der tatsächliche Nutzen analysiert, sowie Vor- und Nachteile thematisiert. Darüber hinaus wird eine fachspezifische Konkretisierung von Multisensorik im modernen Fremdsprachenunterricht gegeben.
9. Eva Neustadt & Rebecca Zabel (Leipzig) *
Zur empirischen Erforschung kulturbezogenen Lernens
Ziel unserer Masterarbeit ist es, das Konzept des kulturbezogenen Lernens von Claus Altmayer anhand einer qualitativen Fallstudie empirisch zu basieren und datengestützt zu konkretisieren . Die mittels diskursiver Interviews zum Thema Neubau der Leipziger Universität elizitierten Daten ermöglichen es, Deutungsprozesse und Deutungsmuster von Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprachelernenden zu rekonstruieren. Sie stützen ein Verständnis kulturbezogenen Lernens als in der symbolischen Interaktion stattfindende Prozesse der Sinngebung, bei denen – u.a. durch Ausweitung des Anwendungs- und Geltungsbereichs von Deutungsmustern (Bewusstwerdung von eigenen Mustern, Verknüpfung mit anderen Deutungsmustern) – ‚neue Deutungen' konstruiert werden.
Das Poster soll beispielhaft den Forschungsprozess aufzeigen: ausgehend von der Theorie zum Design, der Datengewinnung und der Datenauswertung zurück zur Theorie.
10. Betina Sedlaczek (Leipzig)
Eine empirische Untersuchung zur Aussprache-Lernberatung
Da in der Fremdsprachendidaktik die Forderung nach autonomem Lernen zunimmt, gewinnt die individuelle Sprachlernberatung weiter an Bedeutung. Mit meinem Poster möchte ich mein Forschungsdesign zur empirischen Untersuchung des bislang wenig erforschten Gebietes der Sprachlernberatung am besonderen Beispiel der Aussprache-Lernberatung (ALB) im englischen Sprachraum vorstellen. Auf der Grundlage der Datenauswertung des bislang erhobenen Datenmaterials zur ALB sind weitere Untersuchungen von Nöten, um die Vermittlung praktischer Umsetzungsmöglichkeiten für den Berater zu verbessern und die Integration der ALB in den Fremdsprachenunterricht zu ermöglichen. Begleitend zum Ausspracheunterricht könnte ALB in Zukunft zu einem hilfreichen Werkzeug der Fremdsprachenvermittlung werden, weshalb die qualitative und quantitative Untesuchung dieser ein bedeutendes Desiderat darstellt.
11. Meike Strohn (Bochum)
Binnendifferenzierung im Englischunterricht und die Bedeutung digitaler Medien
Das Forschungsziel im weitesten Sinne ist die Erforschung der Rolle, die digitale Medien im Hinblick auf Binnendifferenzierung im Englischunterricht an weiterführenden Schulen in NRW spielen können.
Trotz äußerer Differenzierung im deutschen Schulsystem sind Schulklassen durch Heterogenität in Bezug auf Vorwissen, Interessen und Lernstile geprägt. Diese vielschichtige Heterogenität im Englischunterricht einfach zu ignorieren, würde zwangsläufig eine Über- oder Unterforderung einzelner Schülerinnen und Schüler bedeuten.
Innerhalb dieses Forschungsprojektes werden daher solche Englischklassen empirisch erforscht, die digitale Medien wie beispielsweise digitale Online-Werkzeuge oder tutorielle Software für Diagnose- und Fördermaßnahmen einsetzen. Es ist dabei mein Ziel herauszufinden, welche dieser Maßnahmen erfolgreich auf die individuellen Erfordernisse der Schülerinnen und Schüler eingehen.
12. Theresa Summer (Würzburg) *
Are Drills Dead? – The Role of Grammar Exercises in EFL-Textbooks Today
Since the 1970s, we have been experiencing a shift away from audiolingual methods to communicative and task-based approaches. Textbooks today claim to take into account current research findings and stress that they are task-based in nature. Nonetheless, when examining the role of grammar practice, it becomes apparent that a focus on form is often dealt with differently to the claims made and some textbooks contain a range of decontextualised exercises.
As such, this poster will depict the role of grammar practice in current teaching materials by reflecting upon the discussion of this issue by applied linguists today. Whether drills are dead, dying or being reborn will thus be critically assessed.
- Forschungsthema: Grammatikunterricht, Unterrichtsmethoden, Lehrbuchanalyse
(This is part of a larger research project (Ph.D.) in which methodological options in textbooks are analysed.)
13. Anja Ucharim & Laura Hegedüs (Leipzig) *
Die Konzepte der Literarizität und der Kulturalität – Ideen zu ihrer Umsetzung im DaF-Unterricht
Literarische Texte werden im Landeskunde-Unterricht traditionell dazu eingesetzt, um den Lernenden eine spezifische Perspektive auf 'die Kultur' der deutschsprachigen Länder zu eröffnen, wobei von einer Reflexion 'der Wirklichkeit' durch Literatur ausgegangen wird. Mit Hilfe des Posters soll ein anderer Zugang demonstriert werden. Zum einen sollen die am Herder-Institut in Leipzig entwickelten Konzepte der Kulturalität (Altmayer) und Literarizität (Dobstadt & Riedner) einander gegenüber und Gemeinsamkeiten herausgestellt werden. Zum anderen soll versucht werden, diese Konzepte auf einen literarischen Text zu übertragen und daran zu demonstrieren, worin das spezifische Potential von literarischen Texten im DaF-Unterricht besteht.
14. Patrick Wagner (Leipzig) *
Die Anfänge des Englischunterrichts in der DDR – Das Lehrwerk Englisches Lehrbuch (1951-1954)
Zielstellung: Diese Präsentation ist Teil des Forschungsvorhabens „Englischunterricht in der DDR im Spiegel der Lehrwerke“. Sie versteht sich als Beitrag zur Geschichte des Englischunterrichts. Die Darstellung dieses Unterrichts orientiert sich allein an fremdsprachendidaktischen und -methodischen Kriterien.
Methodische Herangehensweise: Innerhalb des Forschungsvorhabens wird das erste in der DDR verwendete Lehrwerk für den Englischunterricht analysiert. Zur Verdeutlichung der Rahmenbedingungen werden Aussagen zum damaligen Schulsystem und zur Rolle des Englischunterrichts darin getroffen.
Das Lehrwerk wird nach einem Raster analysiert, das seine Inhalte und Sprachbestände und deren Vermittlung erfasst. Damit ist ein differenzierter Blick auf die Anfänge des Englischunterrichts in der DDR möglich, der die Arbeit am inhaltlichen und am sprachlichen Stoff einbezieht.
* Kurzpräsentation in der Plenarveranstaltung „Einführung in die Posterpräsentationen“
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