23. DGFF-Kongress in Leipzig • 30. September bis 3. Oktober 2009
 
     
 
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Logo Der 23. DGFF-Kongress wird durchgeführt mit Unterstützung des Cornelsen Verlags.

Sektion 9: „Grenzen überschreiten im Literaturunterricht“

im Hörsaal 11

Eva Burwitz-Melzer, Gießen (Eva.Burwitz-Melzer@anglistik.uni-giessen.de)

Lieselotte Steinbrügge, Bochum (Lieselotte.Steinbruegge@rub.de)

Zeitlicher Ablauf

Auch wenn literarische Texte mittlerweile in den Lehr- und Rahmenplänen sowie von vielen Lehrkräften als zentraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts angesehen werden, ist ihr Stellenwert im Klassenzimmer stark gesunken, da sie mit den Kompetenzbeschreibungen der Nationalen Bildungsstandards (KMK 2004, 2005) nur schwer in Einklang zu bringen sind. Darüber hinaus stehen Schul- und Hochschuldidaktik vor dem Problem, ein sehr unübersichtliches Angebot an klassischen und modernen, postkolonialen Texten und Spielfilmen sichten und für die entsprechenden Jahrgangsstufen in der Schule und in den Seminaren der Hochschulen sinnvolle Textvorschläge aussuchen zu müssen, die sich in den kommunikativen und interkulturellen Fremdsprachenunterricht integrieren lassen.

Die Sektion möchte in ihren Beiträgen und Diskussionen die traditionellen Grenzen des fremdsprachlichen Literaturunterrichts ausloten und auch erweitern. Dabei können folgende Fragen eine Anregung darstellen:

Sollte man zu einem schulischen Vorschlagskanon zurückkehren, der es Lehrkräften erleichtert, aus dem großen Angebot an modernen und klassischen fiktionalen Texten für den Unterricht sinnvolle Beispiele auszuwählen? Wie sollten die Grenzen des schulischen Kanons aussehen und wie kann die Hochschuldidaktik darauf reagieren?

  • Wie ist der Einfluss der visual culture im Literaturunterricht einzuschätzen? Welche neuen fachdidaktischen Möglichkeiten werden durch Publikationen, die der visual culture zugerechnet werden, erschlossen?

  • Welche Kompetenzen können in welchem Umfang in den verschiedenen Jahrgangsstufen im Literaturunterricht ausgebildet und gefördert werden? Greift der Kompetenzbegriff der Bildungsstandards auch für den Einsatz von Literatur?

Zeitlicher Ablauf

ein

Donnerstag, 1. Oktober 2009:

11:30 – 12:30 Lothar Bredella: Grenzen überschreiten mit Geschichten
14:00 – 15:00 Werner Delanoy: Transkulturalität und Literatur im Englischunterricht
15:00 – 16:00 Britta Freitag: British fictions of migration im inter- und transkulturellen Literaturunterricht: Theoretische Grundlagen, Aufgabentypologie und Unterrichtspraxis
   

Freitag, 2. Oktober 2009:

9:00 – 10:00 Emer O'Sullivan und Dietmar Rösler: Literarische Bildung und Kinder- und Jugendliteratur im Fremdsprachenunterricht
10:00 – 11:00 Daniela Caspari und Wiebke Otten: "Nie wieder ein deutsches Jugendbuch!" oder doch?
11:30 – 12:30 Andrea Rössler: "Es gibt Dinge, die gibt's gar nicht". Zur Förderung der Fiktionalitätskompetenz im Fremdsprachenunterricht
   

Samstag, 3. Oktober 2009:

09:00-10:00 Michael Dobstadt und Renate Riedner: Literarizität als Weg zur Vermittlung von sprachlicher und kultureller Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
10:00-11:00 Victoria del Valle: Grenzen überschreiten im Spanischunterricht: Von experimenteller Poesie zur kommunikativen Kompetenz
 

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Lothar Bredella (Gießen)

Grenzen überschreiten mit Geschichten

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 11:30 – 12:30 Uhr

Mit Geschichten überschreiten wir Grenzen in mehrfacher Hinsicht. Wir treten aus der Welt heraus, in der wir körperlich anwesend sind, und betreten, durch Worte und Bilder gelenkt, mit Hilfe unserer Imagination andere Welten. Für das interkulturelle Verstehen im Fremdsprachenunterricht ist besonders wichtig, dass wir durch Geschichten erfahren können, was Menschen in fremden Kulturen denken und fühlen und an welchen Werten sie ihr Handeln ausrichten.

Geschichten beruhen aber auch auf Grenzüberschreitungen in einem ganz elementaren Sinne. Sie handeln von Störungen, Überraschungen und Konflikten zwischen unterschiedlichen Welten, Werten, Sichtweisen und Interessen. Dabei spielen Emotionen wie Liebe, Hass, Trauer, Scham und Stolz eine entscheidende Rolle. Wie wir diese Emotionen bewerten und was wir jeweils als gut und böse betrachten, erfahren wir in erster Linie durch Geschichten. Das beginnt bereits mit den einfachen Geschichten, die uns als Kinder vorgelesen werden, und setzt sich fort mit komplexen Geschichten, wie sie in Romanen, Dramen und Filmen erzählt werden. Geschichten spielen somit für unser Selbst- und Weltverständnis eine zentrale Rolle.

Geschichten erschließen uns aber nicht nur Welten, sondern halten uns in ihnen auch gefangen. Insofern brauchen wir neue Geschichten, um diese Grenzen überschreiten und die Welt anders sehen zu können. So werden gegenwärtig unter dem Einfluss des Feminismus Geschichten geschrieben, die ein verändertes Frauenbild und neue Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit entwickeln. In ähnlicher Weise werden unter dem Einfluss des Postkolonialismus die Bilder, die der Kolonialismus von fremden Kulturen entworfen hatte, umgeschrieben. Zur Rezeption von Geschichten gehört somit auch die Auseinandersetzung mit den in ihnen enthaltenen Werten, Sichtweisen und Weltbildern.

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Werner Delanoy (Klagenfurt)

Transkulturalität und Literatur im Englischunterricht

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 14:00 – 15:00 Uhr

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Konzept der Transkulturalität und dessen Auswirkungen auf den fremdsprachlichen Literaturunterricht im Fach Englisch. Im ersten Teil wird insbesondere Wolfgang Welschs Transkulturalitätsbegriff zur Diskussion gestellt. Für Welsch steht Transkulturalität für Formen kultureller Vermischung und Durchdringung in einer global vernetzten Welt, wobei er mit seiner Vorstellung ein Kulturdenken überwinden möchte, das Kulturen als intern einheitliche und nach außen klar abgegrenzte Größen denkt. Erscheint das Konzept dem Vortragenden auch in mehrerlei Hinsicht als zukunftsweisend für die Kultur- und Literaturdidaktik, so bedarf Welschs – zum Teil sehr einseitige – Position auch einer kritischen Revision. Welschs Konzept wird daher aus kulturwissenschaftlicher Per-spektive im Interesse eines differenzierten Verständnisses von Transkulturalität weiterentwickelt. Ferner wird seine pauschale Kritik am Paradigma der Interkulturalität aus dem Blickwinkel der interkulturellen Literaturwissenschaft und jenem der interkulturellen Fremdsprachendidaktik zurückgewiesen.

Im Folgenden gilt das Augenmerk des Referenten zunächst den Fragen, wie anglophone Literaturen sich mit Transkulturalität befasst haben, und welche Anforderungen sich daraus an den Literaturunterricht im Fach Englisch ergeben. Hierbei wird anhand mehrerer Beispiele zu zeigen sein, dass ein transkultureller Zugang dem fremdsprachigen Literaturunterricht Englisch eine Reihe neuer Gegenstandsbereiche eröffnet. Schließlich wird Transkulturalität mit einer bestimmten literaturdidaktischen Position verglichen. Dabei handelt es sich um einen rezeptionsästhetischen Ansatz, der das Lesen von Literatur als vom Text gelenktes Schaffen ästhetischer Bedeutungen denkt. Hier wird der Frage nachgegangen, wie sich dieser Ansatz in seinen Grundfesten zu Welschs Vorstellung von Transkulturalität verhält, wobei die beiden Positionen aus der Sicht des Vortragenden wichtige Grundüberzeugungen teilen.

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Britta Freitag (Gießen)

British fictions of migration im inter- und transkulturellen Literaturunterricht: Theoretische Grundlagen, Aufgabentypologie und Unterrichtspraxis

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 15:00 – 16:00 Uhr

Der Vortrag erörtert die theoretischen Grundlagen, didaktischen Prinzipien und methodischen Gestaltungsmöglichkeiten einer inter- und transkulturellen Literaturdidaktik. Während sich interkulturelle Ansätze seit einiger Zeit im fachdidaktischen und bildungspolitischen Diskurs etabliert haben, steht die Entwicklung transkultureller Ansätze in der fremdsprachlichen Literaturdidaktik noch am Anfang. Dabei geht der Vortrag von der Annahme aus, dass die Öffnung der Fremdsprachendidaktik für neuere kulturwissenschaftliche Konzepte von Kultur und Identität – wie z.B. das Konzept der Transkulturalität – produktive Impulse für eine Weiterentwicklung bestehender Ansätze beinhaltet. Auf der Grundlage dieser Überlegungen wird ein literatur- und kulturdidaktisches Modell für den Einsatz britischer fictions of migration (Sommer 2001) im Englischunterricht vorgestellt. Anhand von Beispielen aus dem Literaturunterricht der Sekundarstufe II wird erörtert, auf welche Weise Lernende für kulturelle Stimmenvielfalt und Grenzüberschreitungen sowie für vielschichtige kulturelle Identitätsentwürfe sensibilisiert werden können und welche Aufgabentypen sich zur Initiierung (inter-)kultureller Aushandlungsprozesse eignen. Die theoretischen Ausführungen werden durch Erkenntnisse aus empirischen Fallstudien zur Umsetzung des Modells in der Unterrichtspraxis ergänzt.

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Emer O'Sullivan (Lüneburg) und Dietmar Rösler (Gießen)

Literarische Bildung und Kinder- und Jugendliteratur im Fremdsprachenunterricht

 Freitag, 2. Oktober 2009, 9:00 – 10:00 Uhr

Zum Einsatz von KJL im FU, besonders für Englisch und Französisch als Fremdsprache, gibt es inzwischen eine beeindruckende Zahl von originellen didaktischen Veröffentlichungen, die wir im Überblick in O'Sullivan/Rösler 2002 und in einer Einführung (O'Sullivan/Rösler demnächst) zusammengetragen haben: KJL im Projektunterricht, als erste Ganzschrift, in der Landeskunde, als Ausgangspunkt für Wortschatzarbeit, handlungs- und produktionsorientiertes Arbeiten mit KJL usw.

KJL wird als motivierender Gegenspieler zum Lehrwerk wahrgenommen, das sie früher ersetzen kann als ‚richtige' Literatur oder andere authentische Texte. Wenn die Verwendungsmöglichkeiten von KJL überwiegend funktional auf den Sprach- und Kulturerwerb bezogen werden, besteht die Gefahr, dass die ästhetische Dimension der KJL vernachlässigt wird. In diesem Beitrag soll deshalb anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, wie die Arbeit mit Texten der KJL zur literarischen Bildung beitragen kann.

Literatur:

O'Sullivan, E./Rösler, D. 2002: Fremdsprachenlernen und Kinder- und Jugendliteratur. Eine kritische Bestandsaufnahme. Zeitschrift für Fremdsprachenforschung , 13, 1, 63-111.

O'Sullivan, E./Rösler, D. demnächst: Kinder- und Jugendliteratur im Fremdsprachenunterricht. Paderborn: Schöningh.

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Daniela Caspari und Wiebke Otten (Berlin)

"Nie wieder ein deutsches Jugendbuch!" oder doch?

Freitag, 2. Oktober 2009, 10:00 – 11:00 Uhr

Der Stoßseufzer stammt von einem italienischen Jugendlichen, der mit seiner Klasse an dem Austauschprojekt „Gemellaggio letterario“ teilnahm, das 2008/09 vom Goethe-Institut in Rom, dem italienischen Erziehungsministerium und der deutschen Zentralstelle für das Auslandsschulwesen konzipiert wurde.Mehr als ein halbes Schuljahr lang arbeiteten sieben Italienischkurse in Deutschland und sieben Deutschkurse in Italien in Tandems zusammen: Sie lasen ein Jugendbuch in der Fremdsprache zum gleichen Themenkreis, erstellten dazu kreative Produkte und tauschten sich über einen Blog über die Bücher bzw. die darin behandelten Themen und ihre dazu erstellten Produkte aus.

In unserem Vortrag wollen wir die abschließenden Einschätzungen der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schülerinnen und Schüler zum „Ertrag“ eines solchen Projekts für den Fremdsprachenunterricht vorstellen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, ob, und wenn ja unter welchen Bedingungen, die Beteiligten die ausgewählten Jugendbücher als „ernsthafte“ literarische Texte betrachten und die kreativen Arbeitsformen als angemessene Art des Umgangs mit diesen Texten. Wir vermuten, dass die jeweiligen Lehrpläne, schulischen Traditionen, aber auch die Bücher selbst hier wichtige Beurteilungsaspekte darstellen. Und hoffen, in den Antworten auch eine Deutung für den im Titel genannten Stoßseufzer zu finden.

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Andrea Rössler (Berlin)

"Es gibt Dinge, die gibt's gar nicht". Zur Förderung der Fiktionalitätskompetenz im Fremdsprachenunterricht

Freitag, 2. Oktober 2009, 11:30 – 12:30 Uhr

In Modellen literarischer Kompetenz erfährt die Förderung der Fiktionalitätskompetenz derzeit wachsende Beachtung. Als Fiktionalitätskompetenz wird dabei sowohl die Kompetenz zur Unterscheidung von Fiktion und Lebenswirklichkeit verstanden als auch die Kompetenz, beide Bereiche zueinander in Beziehung zu setzen. Empirische Studien haben gezeigt, dass vor allem die Kompetenz, Fiktion und Lebenswelt aufeinander zu beziehen, bei Lernern am Ende der Sekundarstufe I noch nicht voll entwickelt ist. Die immer stärkere Präsenz von Hybridgenres wie Dokufiktionen in den Medien führt überdies nach Meinung mancher Autoren zu einer zu geringen Ausbildung der Fähigkeit „zur situationsadäquaten Trennung von realer und medialer Welt“ (Markus Appel).

Vor diesem Hintergrund wird der Vortrag Vorschläge unterbreiten, wie der Umgang mit Literatur im Fremdsprachenunterricht zur Ausbildung von Fiktionalitätskompetenz beitragen kann. Darüber hinaus geht er der Frage nach, welche literarischen Texte sich für die Förderung der Fiktionalitätskompetenz im Fremdsprachenunterricht in besonderer Weise eignen.

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Michael Dobstadt (Leipzig) und Renate Riedner (Leipzig)

Literarizität als Weg zur Vermittlung von sprachlicher und kultureller Kompetenz im Fremdsprachenunterricht

Samstag, 3. Oktober 2009, 09:00 – 10:00 Uhr

Im Unterschied zum schulischen Fremdsprachenunterricht mit seinem übergreifenden Bildungsauftrag ist im Fach Deutsch als Fremdsprache der Einsatz von Literatur den Zielen des Fremdsprachenerwerbs untergeordnet. Vor diesem Hintergrund ist es durchaus schlüssig, dass Literatur im kommunikativen Fremdsprachenunterricht vor allem als authentischer Sprech- und Schreibanlass fungiert, und ihre spezifische Literarizität – wenn überhaupt – nur als „Surplus“ betrachtet wird, da diese sich dem Lernziel der kommunikativen Kompetenz nicht unmittelbar funktional zuordnen lässt.

Allerdings haben sich mittlerweile sowohl der kulturelle als auch der kulturtheoretische Rahmen, in die der Fremdsprachenunterricht eingebettet ist, gewandelt; Stichworte dafür sind u.a. ein nicht-essentialistischer Kulturbegriff sowie die kulturtheoretische Metapher der „Kultur als Text“. Diese Veränderungen auf der Ebene der Theorie, die wiederum Veränderungen der gesellschaftlichen Bedingungen reflektieren, haben zu einer grundlegenden Kritik eines Fremdsprachenunterrichts geführt, der allein den Aufbau einer kommunikativen Alltagskompetenz in den Mittelpunkt stellt. Entwickelt werden dagegen Konzepte, die neben dem Aufbau einer kommunikativen Kompetenz auf die Entwicklung von spezifisch „symbolischen Kompetenzen“ (Claire Kramsch) abzielen. Diese sollen den Lerner zu einem flexiblen Umgang mit der sprachlichen und kulturellen Komplexität und Vieldeutigkeit heutiger Realität befähigen, in der bisher fest anmutende Grenzziehungen unwiderruflich in Bewegung geraten sind.

In diesem Zusammenhang müssen auch die Rolle der Literatur im Fremdsprachenunterricht und die Konzepte für ihren Einsatz neu reflektiert werden. Denn in einem Unterricht, der zum Umgang mit Mehrdeutigkeiten befähigen will, kommt der literarischen Sprachverwendung, die von einer „suspended relation of meaning and reference“ (Derrida) gekennzeichnet ist, in der also das vermeintlich feste Verhältnis von sprachlichem Zeichen und Referenz gelockert ist, ein zentraler Stellenwert zu. In unserem Vortrag wollen wir unser Konzept für die Arbeit mit Literatur in Deutsch als Fremdsprache vorstellen, das in diesem Sinne die Literarizität der Texte in den Mittelpunkt stellt, und konkrete Vorschläge für dessen praktische Umsetzung machen.

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Victoria del Valle (Bochum)

Grenzen überschreiten im Spanischunterricht: Von experimenteller Poesie zur kommunikativen Kompetenz

Samstag, 3. Oktober 2009, 10:00 – 11:00 Uhr

In dem Beitrag soll das Dissertationsvorhaben ausgelegt werden: Poesía Experimental im Spanischunterricht – ein Beitrag zur fremdsprachlichen Literaturdidaktik. Gegenstand des Projektes ist, eine bestimmte Textgattung, die Poesía Experimental, für einen kompetenzorientierten Spanischunterricht zu erschließen. Für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF) gibt es ausdifferenzierte Unterrichtskonzepte für den Bereich der konkreten Poesie. In der spanischen Fremdsprachendidaktik gibt es bis heute keinen vergleichbaren Beitrag. Das Dissertationsprojekt möchte diese Lücke schließen.

Die Poesía Experimental ist eine zeitgenössische poetische Ausdrucksform, die in einer multimedial geprägten Gesellschaft verankert ist. Experimentelle Gedichte sind Hybride aus Text und anderen Komponenten, wie Graphik, Bild, Ton, usw. Das Gedicht versteht sich als Experiment. Ein wichtiger Faktor ist dabei das Spiel, das die einzelnen Elemente miteinander verbindet. Insgesamt laboriert der experimentelle Dichter mit wenig, jedoch sehr dichtem Sprachmaterial. Dabei liegt die Herausforderung darin, auf kleinstem Raum komplexe Bedeutungen künstlerisch-ästhetisch zu komprimieren. Aufgrund ihrer Strukturmerkmale eignen sich experimentelle Gedichte besonders für den Erwerb bestimmter sprachlicher Kompetenzen. Im Vortrag möchte ich dies am Beispiel der kommunikativen Kompetenz demonstrieren.

Literatur:

López Gradolí, Antonio (Hrsg.): Poesía Visual Española ( Antología incompleta ). Madrid: Calambur, 2007.

Morales Prado, Félix (Hrsg.): Poesía experimental española (1963-2004). Madrid: Mare Nostrum, 2004.

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