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Pressemitteilung 003/1998 vom 07.05.1998

Bereich: Forschung, Hochschulpolitik
Sachgebiet: Geistes- und Sozialwissenschaften, Geschichte, Gesellschaft

Historiker erforschen Diktaturen in Sachsen 1933 bis 1961

 

Die Volkswagen-Stiftung finanziert mit einem Förderbetrag von 1.123.800 DM und einer Laufzeit von drei Jahren den Projektverbund "Sachsen unter totalitärer Herrschaft. Diktaturdurchsetzung, Diktaturformen, Diktaturerfahrung 1933 bis 1961", der von den Leipziger Historikern Günther Heydemann und Ulrich von Hehl sowie vom Direktor des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Klaus-Dietmar Henke, geleitet wird.


Am Beispiel Sachsens soll der Vergleich beider deutscher Diktaturen auf empirischer Quellengrundlage mit regionalhistorischer Ausrichtung vorgenommen, aber auch zeitgeschichtliches Neuland zur NS- und DDR-Geschichte in diesem Land erschlossen werden.

Insgesamt sieben Einzelprojekte sind in diesem Forschungsverbund integriert. Neben Studien mit regionalgeschichtlichem Schwerpunkt - etwa zur Diktaturdurchsetzung in Chemnitz und zu den Strukturen totalitärer Herrschaft im sächsischen Erzgebirgskreis Annaberg - stehen Arbeiten, die eine diktaturvergleichende Perspektive auf einzelne Gesellschaftsbereiche richten. Hier wird in zwei Projekten die Entwicklung der Bistums Meißen und der evangelisch-lutherischen Kirche in Leipzig unter zwei Diktaturen untersucht; weitere Projekte befassen sich mit den Folgen dirigistischer Wirtschaftspolitik am Beispiel eines Leipziger Maschinenbaubetriebes und mit dem Austausch akademischer Eliten in sächsischen Hochschulen während des Nationalsozialismus und in der SBZ/DDR. Schließlich werden in einem weiteren Projekt administrative Instanzen der Diktaturdurchsetzung in Sachsen erforscht.

Der nun anlaufende Projektverbund kann sich auf umfangreiche Vorarbeiten stützen, die bereits seit einiger Zeit an den Leipziger Lehrstühlen sowie am Dresdner Hannah-Arendt-Institut im Gange sind. Eine Zusammenarbeit mit ähnlich gelagerten Forschungen wird angestrebt und wurde inzwischen mit dem in Berlin angesiedelten Projekt zur Untersuchung der Parteiorganisationen von NSDAP und SED der Forschungsstelle Widerstandsgeschichte an der Freien Universität (Leitung: Prof. Dr. Peter Steinbach), mit der Kommission für Zeitgeschichte in Bonn und anderen Institutionen eingeleitet.

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Historiker erforschen Diktaturen in Sachsen 1933 bis 1961

last update: 17.12.2017 

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