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Forschungsbericht 2000
 
Erziehungswissenschaftliche Fakultät

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Dekan Professor Dr. Dieter Schulz
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Karl-Heine-Straße 22b, 04229 Leipzig

(03 41) 97 31 400
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http://www.uni-leipzig.de/~erzwiss


 

Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät

 
Forschungstätigkeit an der Fakultät
Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

 

Berichte der Institute und Einrichtungen

 

Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie

Institut für Grundschulpädagogik
Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik
Institut für Förderpädagogik

 

Forschungstätigkeit an den Fakultäten

  Die Erhöhung der Zahl der Drittmittelprojekte auf 40 (Promotionsförderung dabei nicht mitgezählt) kann als deutlicher Indikator für die Verstärkung der Forschungsaktivität an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät gelten. Um diese Erhöhung richtig einzuschätzen, muß man in Rechnung stellen, daß die starke Ausrichtung der Erziehungswissenschaft auf den Bereich der Lehrerbildung die Erschließung von Drittmittelquellen im Vergleich zu den Möglichkeiten anderer Fakultäten stark erschwert. Die Steigerung war u.a. möglich geworden, da der 1999 neu besetzte Arbeitsbereich „Psychologie in Schule und Unterricht" insbesondere durch Kooperation mit einem großen Fachverlag Mittel für eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Forschungsprojekten einwerben konnte.

Von besonderer inhaltlicher Bedeutung ist die Einbindung von zwei Arbeitsbereichen der Fakultät in den SFB 417 der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In quantitativer Hinsicht ist bemerkenswert, daß ein großer Teil der Drittmittelforschung allerdings in eher praxiszugewandten Arbeitsbereichen stattfindet, nämlich im Bereich der Erwachsenenbildung und der Sozialpädagogik sowie den Förderpädagogiken. Diese haben ihren Wirkungskreis in einem erweiterten sozialen Umfeld, das deutlich über die Schule hinausgeht. Ein Teil der Klientel dieser Fächer sind zudem Erwachsene.

Parallel zu der Verstärkung der Forschungstätigkeit kann man eine erweiterte Internationalisierung der Forschung beobachten. Im Jahr 2000 bestanden Kooperationsbeziehungen zu insgesamt 12 Ländern sowohl in Westeuropa (England, Niederlande, Schweden, Portugal, Österreich), im östlichen Mitteleuropa (Polen und Ungarn), in Asien (Kasachstan. Japan, Südkorea) als auch in Afrika (Mozambique und Äthiopien). Dabei sind auch ausländische Doktoranden einbezogen, deren Arbeit angesichts einer globalisierten Wissenschaftslandschaft in nicht unbeträchtlichem Maße zur internationalen Öffnung der Fakultät beiträgt.

Bleibt die Publikationstätigkeit der Fakultätsmitglieder mit 11 Büchern bzw. herausgegebenen ganzen Zeitschriftenbänden und 64 Artikeln umfangmäßig unter dem Vorjahresergebnis, so zeigt sich doch ein Novum dahingehend, daß neun Artikel darunter außerhalb Deutschlands erschienen sind, was die erwähnte internationale Öffnung der Fakultät auch auf dieser Ebene bestätigt.


 

Institutes für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie

 

Im Bereich der pädagogischen Grundlagenwissenschaften des Institutes für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie wurden die bisherigen Forschungsschwerpunkte im wesentlichen weitergeführt. Das betrifft insbesondere die Arbeit innerhalb des Sonderforschungsbereichs zum Beitrag des Bildungswesens zu Prozessen regionaler Identifikation, aber auch die meisten anderen historischen, vergleichenden und schulpädagogischen Projekte. So bleiben die Themen Region / Nation / Europa sowie Auswirkungen der Transformationsprozesse auf das Bildungswesen bestimmend auch für neue Projekte im Bereich der Vergleichenden Bildungsforschung. Im Rahmen der historisch ausgerichteten Projekte ist eine neue Schwerpunktsetzung im Bereich der Rezeptionsforschung und der Untersuchung des Einflusses bestimmter Rezeptionen auf pädagogische Akteure (Lehrer/Bildungspolitiker) zu beobachten. Im schulpädagogischen Arbeitsfeld sind Lehrerforschung, Ethikunterricht, Didaktik und Theorie der Schule und Pädagogik in der DDR in retrospektiver Sicht Themen, die Forschungsaktivitäten bündeln. In diesen Zusammenhang gehört auch die Theodor-Litt-Forschungsstelle, die auch im 2000 wieder durch ein erstklassig besetztes und besuchtes Symposium auf sich aufmerksam machte. Der im Vorjahr begonnene fakultätsübergreifende Forschungsbereich Umweltbildung wurde im Berichtsjahr weitergeführt. Des weiteren wird das vom Arbeitsbereich Erwachsenenpädagogik angestoßene Thema Qualitätsmanagement sowohl dort als auch im Bereich allgemeine Pädagogik weiter verfolgt.

In der Pädagogischen Psychologie ist - z.T. in Weiterführung der kulturvergleichenden Untersuchungen aus dem Vorjahr - die moralische und religiöse Entwicklung im Kindes- und Jugendalter ein sich offensichtlich konsolidierender Themenkomplex. Neben dem genannten Sonderforschungsbereich und dem Bereich Umweltforschung, liegen hier weitere fakultätsübergreifende Forschungsansätze.

Neue Forschungsanstöße kommen aus dem Bereich Psychologie in Schule und Unterricht, der in Zusammenarbeit mit einem bedeutenden Fachbuchverlag eine Reihe kooperativer (auch universitätsübergreifender) Forschungsprojekte durchführte, die insbesondere der Entwicklung von Tests im Bereich des Lesen- und Schreibenlernens dienen sollen. Darunter ist auch eine medienwirksam gewordene Untersuchung zur Wirkung der neuen Rechtschreibung.


 

Institut für Grundschulpädagogik

 

Das Institut für Grundschulpädagogik hat naturgemäß die größten Probleme in der Einwerbung von Drittmitteln. Hier stehen praxisnahe Schul- und Studienbegleitforschung im Mittelpunkt. In diesem Punkt berühren sich die Aktivitäten des Instituts für Grundschulpädagogik im übrigen mit dem Forschungsinteresse des aus der Fakultät hervorgegangenen „Zentrums zur Erforschung und Entwicklung pädagogischer Berufspraxis", das durch regelmäßige „Regionale Bildungsforen" die lokale und regionale pädagogische und bildungspolitische Öffentlichkeit einbezieht.

Das bereits im Jahre 1999 konzeptualisierte gemeinsame Forschungsprojekt der am Institut für Grundschulpädagogik beteiligten Fächer über deren historischen und systematischen Grundlagen wurde im Jahr 2000 weitergeführt. Ziel des Projekts ist eine Weiterentwicklung des Anfangsunterrichts unter besonderer Berücksichtigung neuerer Ergebnisse der entwicklungsökologischen Forschung, der Intelligenzforschung und der anthropologischen Kindheitsforschung. Darüber hinaus werden sich die Fachdidaktiken des Instituts mit ihren jeweiligen Anteilen an einem Konzept grundlegender Bildung befassen.

Im einzelnen sind folgende Schwerpunkte gegeben:

  • Kindliche Lebenswelt und Anfangsunterricht
  • Arithmetisches und geometrisches Vorwissen und Anfangsunterricht
  • Kind und Motorik
  • Zur Pflege der musikalischen Intelligenz
  • Ästhetische Bildung im Anfangsunterricht
  • Spracherwerbsforschung
  • Selbstkonzeptforschung: Entwicklung und Förderung am Übergang von der Vorschule zur Grundschule

Die Nichtbesetzung wichtiger Stellen im Institut läßt allerdings auch forschungsthematisch empfindliche Lücken.


 

Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik

 

Im Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik bildet Evaluation von Praxis einen Schwerpunkt des Forschungsinteresses. Dabei liegt in quantitativer Hinsicht der Forschungsschwerpunkt im Bereich der Erwachsenenpädagogik, dessen Besonderheiten bereits erwähnt wurden. Die im Laufe des Jahres erfolgte Wiederbesetzung der Professur für Wirtschaftspädagogik läßt hoffen, daß dieser forschungsmäßig längere Zeit verwaiste Bereich bald neue Akzente in der Arbeit des Instituts setzen kann.


 

Institut für Förderpädagogik

 

Nicht nur zahlenmäßig bedeutend sind die Forschungsaktivitäten im Bereich des Instituts für Förderpädagogik. Auch hier steht in allen Arbeitsbereichen anwendungsorientierte Forschung im Mittelpunkt des Interesses. Thematische Schwerpunkte, die auch arbeitsbereichsübergreifend behandelt werden, sind die Integration Behinderter in Regelschulen, die Prävention von Verhaltensstörungen, die berufliche Eingliederung und die Freizeitgestaltung Behinderter, die Entwicklung und Evaluierung diagnostischer Verfahren sowie die Entwicklung therapeutischer Instrumente und Hilfsmittel. Dabei zeigen die Aktivitäten insbesondere des Bereichs Sprachbehindertenpädagogik, daß förderpädagogische Forschung durchaus auch Erwachsenen zu gute kommen kann.

zum Seitenanfang Homepage Suchen/Sitemap Sprachauswahl   Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 12.11.2001