Forschungsprojekte / Research Projects
AG Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger
Entwicklung eines neuartigen zellulären Testsystems für
G-Protein gekoppelte Rezeptoren
Development of novel cellular assay systems for G-protein coupled
receptors
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Pharm. M. Dinger
G-Protein gekoppelte Rezeptoren sind die Zielmoleküle einer
Vielzahl von biologisch relevanter Substanzen, wie Neuropeptide und
Hormone. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung schneller Testsysteme
in ganzen Zellen zur Aktivitätsbestimmung Gi und Gs-gekoppelter
Rezeptoren. Solche Systeme ermöglichen die das rasche Untersuchen
von neuen Liganden, die Analyse von Ligandbibliotheken aber auch die
Identifizierung von für die Aktivierung wichtiger Rezeptorbereiche
durch kombinatorische Mutagenese.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Kommission
für Technik und Innovation, Bern; Industrie Ausland)
Carrier-Peptide, die auf Calcitonin-Segmenten basieren
Calcitonin based peptide carriers
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Pharm. U. Krauss
Die Aufnahme von Substanzen in Zellen mit Hilfe von Peptiden bietet
eine völlig neue Methode des sogenannten Drug-Delivery, der Wirkstoffaufnahme.
Calcitonin wird über die Nasenschleimhaut aufgenommen. Im Rahmen
dieses Projektes sollen die molekularen Ursachen dieser Aufnahme analysiert
werden. Mit Hilfe von Fragmenten wurde die relevante Sequenz identifiziert.
Die Möglichkeiten des Einsatzes solcher Fragmente für die
Aufnahme von Wirkstoffen, Proteinen und DNA in Zellen, sowie des transdermalen
Transportes soll untersucht werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (TH-Projekt
ETH Zürich, Kollaboration mit Prof. Merkle, ETH Zürich,
Industrie Inland)
Die Rolle von NPY in der Epilepsie
On the role of neuropeptide Y in epilepsy
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dr. D. Wissmann, Dipl. Pharm.
J. Bader
Neuropeptid Y ist das am häufigsten vorkommende Neuropeptid
im Gehirn. Insbesondere im Hippocampus kann es als endogener Schutzfaktor
gegen epileptische Anfälle gesehen werden, da über den Y2-Rezeptor
überschiessende Glutamatfreisetzung inhibiert wird. Im Rahmen
des internationalen, interdisziplinären HFSP-Projektes sollen
auf genetischer, neurophysiologischer, pharmakologischer und biochemischer
Ebene die molekularen Grundlagen und die Rolle von NPY und seinen
Rezeptoren in epileptischen Erkrankungen untersucht werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Human
Frontiers Science Project, Internationales Kooperationsprojekt mit
Gruppen in USA, Canada, Italien, Österreich, Australien)
Ligand-Rezeptor-Wechselwirkungen von Neuropeptiden
Ligand-receptor interaction of neuropeptides
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Pharm. R. Söll,
Dipl. Pharm. M. Höfliger, Dipl. Pharm. J. Bader
Die molekularen Wechselwirkungen der Neuropeptide CGRP (Calcitonin-gene-related-peptide),
Orexin und Neuropeptid Y an seine Rezeptoren sollen im Rahmen dieses
Projektes untersucht werden. Hierfür werden konformativ eingeschränkte
Analoga synthetisiert und diese auf ihre Aktivität an Neuroblastoma
Zellen, die Rezeptoren endogen exprimieren und an rekombinant exprimierte
Rezeptoren getestet. Ein Ziel ist die Entwicklung selektiver Liganden
zur Identifizierung der Rolle einzelner Rezeptoren, da viele Liganden
an mehrere Rezeptoren binden. Zudem sollen die Rezeptoren solubilisiert
und die Bindung direkt durch Photoaffinitätsmarkierung identifiziert
werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Nationalfond
Schweiz, DFG)
Dynamik G-Protein gekoppelter Rezeptoren: Interleukin- 8 und Neuropeptid
Y
Dynamics of G-protein coupled receptors: interleukin-8 and neuropeptide
Y
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Chem. A. Bettio, Dipl.
Biochem. Z. Machova, Dipl. Pharm. M. Dinger
Die Liganden Interleukin-8 (IL-8) und Neuropeptid Y (NPY) und Rezeptoren
sollen mit biophysikalischen Sonden (Fluoreszenzlabel, Spinlabel,
NMR-Label) ausgestattet werden. Dies kann auf chemischem (NPY) oder
molekularbiologischem Wege (IL-8, Rezeptoren) durch Expression von
GFP-Rezeptor-Fusionsproteinen oder chemischer Ligation erfolgen. Mit
Hilfe von biophysikalischen Methoden sollen die Vorgänge: Annäherung
der Liganden an die Membran und Bindung an den Rezeptor untersucht
werden. Neben NMR, ESR-Methoden sollen Fluoreszenzmessungen und insbesondere
FRET-Techniken (Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer-Techniken) eingesetzt
werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung
Die Rolle von Prohormonconvertase 1/3 in der Biosynthese von NPY
On the role of prohormone convertases in the processing of pro-NPY
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Pharm. R.Pohl, Dipl.
Biochem. Z. Machova
Neuropeptide werden in einem mehrstufigen Prozess von Nervenzellen
gebildet. Häufig ist der erste Schritt die Spaltung eines Prohormons,
welches dann weiter bis zum aktiven Peptid prozessiert wird. Im Rahmen
des Projektes interessiert uns welche Rolle die Prohormaonconvertasen
PC1/3 und PC2 bei der Biosynthese von NPY spielt. Hierfür werden
markierte Analoga von pro-NPY dargestellt. Ziel ist die Entwicklung
von Inhibitoren von Enzymen der PC-Superfamilie zur Blockierung der
Freisetzung von NPY aus neuronalen Zellen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Schweizer
Nationalfond)
Präklinische und klinische Evaluierung von Neuropeptide in
der Tumortherapie
Preclinical and clinical evaluation of neuropeptides in tumor therapy
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Pharm. M. Langer
Nach Bindung an ihren Rezeptor können Peptidhormone und ihre
agonistisch wirksamen Analoga durch Rezeptorinternalisierung in die
Zelle gelangen. Diesen Weg möchten wir uns zu Nütze machen
um die Spezifität und Selektivität von Chemotherapeutika
und Radiotherapeutika signifikant zu steigern und den therapeutischen
Index zu verbessern. Hierfür werden Neuropeptide wie NPY und
Bombesin mit Chemotherapeutka wie Daunorubicin oder Radiotherapeutika
wie 99mTc konjugiert. An Tumorzelllinien kann Tumortoxizität
und Selektivität untersucht werden, in Tiermodellen der therapeutische
Index.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Krebsliga
Schweiz, Kooperation mit Prof. Schubiger, PSI Würenlingen, CH)
Strukturuntersuchungen von Loop-Bereichen G-Protein gekoppelter
Rezeptoren
Structure elucidation of the loops of G-protein coupled receptors
Prof. Dr. A. G. Beck-Sickinger, Dipl. Biol. Reto Bader
Mit Hilfe von NMR-Methoden soll die Struktur der extrazellulären
Loops G-Protein gekoppelter Rezeptoren untersucht werden. Hierfür
werden synthetische Loops dargestellt und diese durch helikale Membrananker
versehen um die Transmembransegmente zu imitieren. Mit Hilfe von NMR-Untersuchungen
soll sowohl die Struktur selbst, wie auch nach Ligandenzugabe untersucht
werden. Bindungsrelevante und nichtrelevante Loops sollen verglichen
werden und die Dynamik studiert werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (ETH
Zürich, Kooperation mit Dr. O.Zerbe, ETH Zürich)
Nichtkonventionelle CN-Ligationskatalyse: Programmierung der Enzymspezifität
durch Substratmimetika
Non-conventional CN-ligation catalysis: Programming of enzyme specificity
by substrate mimetics
Dr. Frank Bordusa, Dipl. Biochem. N. Wehofsky, Dipl. Biol.
K. Rall, Dipl. Med. Shaojun Xu
Im Focus des Projektes steht die Entwicklung neuer bioorganischer
Syntheseansätze zur selektiven Ligation von CN-Bindungen. Da
vorzugsweise Proteasen hierfür verwendet werden, diese aber in
vivo bekanntermaßen keine CN-Bindungen knüpfen, sondern
spalten, sind zur formalen Umkehrung ihrer Funktion Manipulationen
notwendig. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen dabei die von
uns neuentwickelten Substratmimetika in Kombination mit einem rationalen,
Computer-gestützen Protein-Engineering. Auf diese Weise wurden
bioorganische Strategien beispielsweise zur nativen Ligation von Peptiden,
für selektive Modifizierung von Biopolymeren oder auch für
die Darstellung organischer Carbonsäureamide entwickelt. Basierend
auf der Aufklärung des zugrundeliegenden Katalysemechanismus
konnten artifizielle Enzymvarianten mit deutlich besseren Syntheseeigenschaften
erhalten werden, die derzeit als künstliche, in der Natur unbekannte
"Peptidligasen" Ausgangspunkt für weitere Optimierungen
sind.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung Drittmittel (DFG Innovationskolleg)
AG Prof. Dr. U. Hahn
Cytochrom P450-abhängige Alkan-Monooxygenase aus Acinetobacter
calcoaceticus als Modellsystem zur Etablierung zellfreier Biotransformations-Systeme
für die Hydroxylierung nichtsubstituierter Kohlenwasserstoffe:
Dr. O. Asperger, N. Gupta (Doktorand)
Mit der in der Arbeitsgruppe isolierten Hexadecanhydroxylase aus
Acinetobacter calcoaceticus EB104, zusammengesetzt aus den löslichen
Proteinen Ferredoxin, Ferredoxinreduktase und Cytochrom P450 werden
Modelluntersuchungen zur Etablierung von Enzymreaktoren für die
Biooxygenierung organischer Verbindungen durchgeführt. Mit dem
Wildstamm wurden Kultivierungsverfahren im 10-Liter-Fermentor und
entsprechende Präparationsverfahren im großem Maßstab
entwickelt. Das Enzym oxidiert neben Alkanen auch Fettsäuren
in terminaler Position Genetische Untersuchungen ergaben, dass die
Gene der Systemproteine auf einem bislang unbekannten Plasmid lokalisiert
sind.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Graduiertenkolleg "Nichtkonventionelle Oxidationsreaktionen")
Proteindesign von Ribonuclease T1
Prof. Dr. U. Hahn, PD Dr. M. Grunow, Dr. H.-H. Förster,
Dr. D. Haferburg, G. Kuhnle
Gentechnisch erzeugte Ribonuclease T1 und Varianten, bei denen einzelne
oder mehrere Aminosäuren ausgetauscht sind, werden enzymkinetisch
auf ihre Stabilität und auf ihre Spaltungseigenschaften hin untersucht.
Vornehmlich interessieren dabei auch die Aufklärung des Katalysemechanismus
und die Hintergründe der hohen Substratspezifität.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Proteindesign, Fonds der Chemischen Industrie)
Veränderung der Spezifität von Ribonuclease T1 mittels
Zufallsmutagenese
Prof. Dr. U. Hahn, Dr. H.-H. Förster, Diplom-Biochemiker
R. Czaja
Ribonuclease T1 (RNase T1) spaltet einzelsträngige RNA hochspezifisch
nach Guanosin. Bemühungen, mit klassisch rationalem Ansatz die
Spezifität dieses Enzyms mittels Protein-Design gentechnisch
zu verändern, schlugen bisher fehl. Wir haben die Substraterkennungs-Region
von RNase T1 per Zufallsmutagenese randomisiert und mittels bei uns
entwickelter Indikatorplatten Varianten mit neuen Spezifitäten
isoliert. Einige dieser Varianten konnten bereits kristallisiert und
in Zusammenarbeit mit Prof. W. Saenger (FU Berlin) deren Röntgenstruktur
ermittelt werden. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit
Prof. Hofmann einige Varianten moleküldynamisch analysiert.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG,
Fonds der Chemischen Industrie)
Isolierung von Ribonuclease T1-Varianten mit veränderter Substratspezifität
per Phage-Display und Fluoreszenz-Correlations-Spektroskopie in Lösung
Prof. Dr. U. Hahn, Dr. H.-H. Förster, Diplom-Biochemikerin
K. Korn
Mit gentechnischen Methoden lassen sich Bakteriophagen herstellen,
die auf ihrer Oberfläche Fremdproteine präsentieren (Phage-Display).
Es ist uns gelungen, aktive Ribonuclease T1-präsentierende M13-Phagen
zu konstruieren. Diese sollen innerhalb der sechs Aminosäuren
umfassenden Substraterkennungsregion einer Zufallsmutagenese unterzogen
werden. Mit Hilfe der Fluoreszenz-Correlations-Spektroskopie sollen
dann in Zusammenarbeit mit Prof. R. Rigler (Karolinska Institut, Stockholm)
in Lösung Varianten mit veränderter Spezifität detektiert
werden (Ribonuclease T1 spaltet einzelsträngige RNA hochspezifisch
nach Guanosin). Mit Hilfe geeigneter Expressionsvektoren kann das
neu gewonnene Protein in größeren Mengen zwecks biochemischer
Charakterisierung sowie Kristallisation produziert werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG
eingereicht, Fonds der Chemischen Industrie)
Klonierung und Strukturanalyse der Cytochrom P450-abhängigen
Alkan-Mono-oxygenase aus Acinetobacter calcoaceticus - Ein Modellsystem
für die enzymatische Hydroxylierung nichtsubstituierter Kohlenwasserstoffe
Prof. U. Hahn, PD Dr. O. Asperger, Dr. H.-H. Förster,
Diplom-Biochemiker T. Meyer
Der Mechanismus der regioselektiven Kohlenwasserstoffhydroxylierung
durch Alkan-Monooxygenasen ist für das theoretische Verständnis
als auch für die Anwendung zur biokatalytischen Stoffwandlung
von großem Interessen, aber durch Fehlen von Raumstrukturen
solcher Enzyme wenig aufgeklärt. Durch Klonierung des Cytochroms
P450 und der erforderlichen Systemkomponenten Ferredoxin und Ferredoxinreduktase
aus Acinetobacter calcoaceticus werden Voraussetzungen für Kristallisation
und Röntgenstrukturanalyse dieser Proteine geschaffen. Aus Sequenzanalysen
der Gene werden Struktur-Funktions-Beziehungen für Substrat-
und Regioselektivitäten als auch Aussagen zu Wechselwirkungen
zwischen den Proteinkomponenten abgeleitet
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Graduiertenkolleg "Nichtkonventionelle Oxidationsreaktionen"
)
Anreicherung von Aptameren per in vitro Selektion
Prof. Dr. U. Hahn, Dr. H.-H. Förster, Diplom-Biochemikerin H.
Schürer, Diplom-Biochemiker T. Greiner-Stöffele, Dipl.-Biochem.
M. Struhalla, Dipl.-Biochem. A. Hansen
Mittels der SELEX-Methode (Systematic Evolution of
Ligands by EXponential Enrichment) wurden Aptamere angereichert
werden, die spezifisch für das Antibiotikum Moenomycin sind.
Aptamere zeichnen sich durch hohe Spezifität und Affinität
gegenüber ihren Zielmolekülen aus, die Bindungskonstanten
sind mit denen monoklonaler Antikörper vergleichbar. Besonders
durch die geringen unspezifischen Wechselwirkungen mit verwandten
Zielmolekülen und die schnelle Verfügbarkeit einmal selektierter
Aptamere durch molekularbiologische Methoden könnten diese Oligonukleotide
eine gute Ergänzung zu Antikörpern sein. Die selektierten
Aptamere sollen dann detailliert charakterisiert und weiter optimiert
werden.
Weiterführung: Ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG
Innovationskolleg INK 23, Chemisches Signal und Biologische Antwort
, Fonds der Chemischen Industrie)
Arbeitsgruppe Biophysikalische Chemie
Sekundärstrukturbildung in Peptiden und ihre Beeinflussung
durch nicht-proteinogene Aminosäuren
Prof. Dr. Hans-Jörg Hofmann (hofmann@rz.uni-leipzig.de),
Dipl.-Biochem. Robert Günther
Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Peptidanaloga und Peptidmimetica
werden Untersuchungen zur Beeinflussung der Ausbildung von Sekundärstrukturen
(Helices, Faltblätter, Turns) durch den Einbau nicht-proteinogener
Aminosäuren mit Hilfe theoretischer Methoden (Quantenchemie,
Molekülmechanik, Moleküldynamik) durchgeführt. Dabei
stehen D-Aminosäuren, a,a-disubstituierte Aminosäuren, Dehydroaminosäuren,
Azaaminosäuren, b-Aminosäuren und Hydrazinoaminosäuren
im Vordergrund. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen sollen Regeln
für ein rationales Protein Design abgeleitet werden.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Innovationskolleg "Chemisches Signal und biologische Antwort")
AG Prof. Dr. H.-P. Kleber
Bakterieller Stoffwechsel quaternärer Ammoniumverbindungen
Bacterial metabolism of quaternary ammonium compounds
Prof. Dr. H.-P. Kleber, Dr. T. Elßner
Neueste Studien haben gezeigt, dass die Umwandlung von Crotonobetain
in L-Carnitin bei Escherichia coli auf CoA-Ebene abläuft und
an der Reaktion zwei Enzyme - CaiB und CaiD - beteiligt sind. Diese
Erkenntnis führte zur Aufstellung eines völlig neuen Mechanismus
der Hydratisierung von Crotonobetain zu L-Carnitin. Dabei verfügt
CaiB über eine CoA-Transferaseaktivität. CaiD ist in der
Lage, Enoyl-CoA Verbindungen - z.B. Crotonobetainyl-CoA - zu hydratisieren.
Die gebildeten Reaktionsprodukte in den von CaiB und CaiD katalysierten
Reaktionen - insbesondere das L-Carnitinyl-CoA - konnten sowohl photometrisch
als auch mit Hilfe der Massenspektrometrie (MALDI-TOF) nachgewiesen
werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Anwendung molekularbiologischer Diagnostik zum Screening und Monitoring
von methanotrophen Bakterienstämmen für in situ Sanierungsverfahren
Application of molecular-biological diagnostics for screening and
monitoring of methanotrophic bacteria for in situ remediation processes
Prof. Dr. H.-P. Kleber, Dipl.-Biol. Gerlind Rogge
Methanotrophe Bakterien wurden in einem in situ-Sanierungsversuch
zur Biodegradation der im Grundwasser enthaltenen Schadstoffe (vorwiegend
chlorierte Aromaten) eingesetzt. Während einer Versuchsdauer
von 4 Monaten wurde mit mikrobiologischen und molekularbiologischen
Methoden der applizierte Stamm Methylocystis sp. GB14 und die Aktivität
seiner löslichen Methanmonooxygenase nachgewiesen. Zur Analyse
der Struktur der komplexen bakteriellen Gemeinschaft wurden aus den
Boden- und Wasserproben Bakterien isoliert, die in DGGE-Analysen mit
der komplexen Boden-DNA zur Identifizierung der erhaltenen Fingerprints
dienen sollen. Die Thematik wird unter dem Titel "Charakterisierung
der Diversität, Struktur und Stabilität methanverwertender
Mischkulturen mit molekularbiologischen Methoden an ausgewählten
Applikationsvorhaben" weitergeführt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle
GmbH)
C/N-Spaltung des Carnitins durch ein Enzym aus Acinetobacter calcoaceticus
Splitting of the C-N bond in carnitine by an enzyme from Acinetobacter
calcoaceticus
Prof. Dr. H.-P. Kleber, Dipl.-Lebensmittelchem. S. Strohschneider
Zur Ermittlung der Aktivität des Enzyms, welches die C/N-Bindung
des Carnitins spaltet, wurde eine gaschromatographische Methode entwickelt,
bei der die gebildete Menge des Produktes Trimethylamin (TMA) bestimmt
wird. Es konnte gezeigt werden, dass die TMA-Abspaltung sauerstoffunabhängig
ist und es sich bei dem Enzym um ein peripheres Membranprotein handelt,
das leicht abgelöst werden kann. Die bisherige Anreicherung des
Enzyms erfolgte - ausgehend von Membranfraktionen des Bakterienstammes
- durch Behandlung mit NaCl, Ammoniumsulfatfällung und Chromatographie
an Phenyl-Sepharose. Ziel der weiteren Untersuchungen ist es, das
elektrophoretisch einheitliche C/N-spaltende Enzym in den wichtigsten
molekularen und kinetischen Eigenschaften zu charakterisieren.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drttmittel (DFG;
Graduiertenkolleg "Nichtkonventionelle Oxidationsreaktionen")
Reinigung und Charakterisierung von Enzymen aus Proteus sp., die
die Transformation von Crotonobetain zu L-Carnitin katalysieren
Purification and characterization of enzymes from Proteus sp., that
catalyze the transformation of crotonobetaine into L-carnitine
Prof. Dr. H.-P. Kleber, Dipl.-Biochem. C. Engemann
Im Gegensatz zu E.. coli 044K74 ist Proteus sp. in der Lage, die
Transformation von Crotonobetain zu L-Carnitin auch unter aeroben
Bedingungen zu katalysieren. Für die Umwandlung von Crotonobetain
zu L-Carnitin in Proteus sp. sind zwei, durch Crotonobetain bzw. L-Carnitin
induzierbare Proteine, und g-Butyrobetainyl-CoA bzw. Crotonobetainyl-CoA
als Cosubstrat notwendig. Die Enzyme konnten als Betainyl-CoA-Transferase
und Enoyl-CoA-Hydratase charakterisiert und die Gene für beide
Proteine identifiziert werden. Nach Klonierung dieser Gene wurden
Überproduzenten für die beiden Proteine konstruiert. Darüber
hinaus wurden in der Umgebung der beiden Gene weitere offene Leserahmen
gefunden, die vermutlich ebenfalls Proteine codieren, die in den Carnitinmetabolismus
von Proteus sp. involviert sind.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (Industrie, Ausland)
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