| Homepage > Forschungsbericht > | ![]() |
|||||
|
Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie
und Psychologie
|
|||||
Kontakt
|
|
|||||
|
|
|
|||||
Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät |
|
|||||
|
|
|
|||||
Berichte der Institute und Einrichtungen |
||||||
|
|
|
|||||
Forschungstätigkeit an den Fakultäten |
Der größte Erfolg der Arbeitsgruppe Beck-Sickinger
2000 war die Entwicklung, Strukturbestimmung und erfolgreiche Testung
des ersten, selektiven Y5-Rezeptor Agonisten des Neuropeptides NPY. Damit
ist erstmals ein Werkzeug in der Hand, welches erlaubt, die Rolle dieses
Rezeptors eindeutig zu klären. Die Bedeutung des Y5-Rezeptors in
der Nahrungsaufnahme konnte so erstmals eindeutig bewiesen werden. Des
weiteren konnte das Schlüsselmotiv, sowie die strukturellen Voraussetzungen
für die Y5-Rezeptor-Selektivität identifiziert werden. Schließlich
gelang der erfolgreiche Start des interdisziplinären, interkontinentalen
HFSP-Forschungsnetzwerkes On the role of NPY in epilepsy" welches
neben der Gruppe Beck-Sickinger von fünf weiteren Gruppen aus USA,
Kanada, Österreich, Italien und Australien gebildet wird. Weitere Highlights der Forschung waren die Entwicklung eines neuen bioorganischen Syntheseverfahrens zur Darstellung organischer Carbonsäureamide, die Aufklärung des Katalysemechanismus Substratmimetika-vermittelter Proteasereaktionen, die Entwicklung der ersten Substratmimetika-spezifischen Peptidligasen" und deren Anwendung zur selektiven Modifizierung von Peptiden und Proteinen. In der Arbeitsgruppe Hahn gelang es, eine Reinigungs-Methode für RNase A und RNase T1 präsentierende Phagen zu etablieren die frei von kontaminierenden E. coli (Wirts-) RNasen sind. Weiterhin konnte mittels Fluoreszenz-Korrelations-Spektroskopie (FCS) die Aktivität von RNase T1 bei geringen Konzentrationen nachgewiesen werden. Auch gelang die Selektion von Moenomycin-bindenden Aptameren und die Bestimmung der Dissiziations-Konstante für den Moenomycin/Aptamer-Komplex mittels FCS. In der Arbeitsgruppe Kleber konnte u.a. gezeigt werden, daß für die Biotransformation von Crotonobetain zu L-Carnitin in Escherichia coli zwei Proteine CaiB und CaiD erforderlich sind. CaiB konnte als CoA-Transferase identifiziert werden. CaiD ist in der Lage Enoyl-CoA-Verbindungen (z.B. Crotonobetainyl-CoA) zu hydratisieren. |
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Botanik |
Ein Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten im Arbeitskreis
Reißer (Allgemeine und Angewandte Botanik) lag auf der Untersuchung
der Taxonomie und Ökophysiologie aeroterrestrischer Algen, wobei
neben Grundlagen- auch angewandte Aspekte - u. a. zum Einsatz aeroterrestrischer
Algen für Biomonitoring - bearbeitet wurden.
In Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) wurde das Forschungsprojekt Untersuchungen zur Schadstoffmobilisierung und Schadstoffestlegung in Tailingsmaterialien durch Algen, Moose und Makrophyten" fortgesetzt und ein zweites Projekt in Kooperation mit dem UFZ Aerophytische Algen als Bioindikatoren luftgetragener Schadstoffe" abgeschlossen. Das vom SMWK geförderte Projekt zur Risikoforschung an transgenem Raps (Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schlegel, Institut für Zoologie) wurde ebenfalls abgeschlossen. Fortgesetzt wurde die Zusammenarbeit mit den Tetra-Werken (Melle), bei der es u. a. um die Entwicklung von Methoden geht, übermäßiges Algenwachstum in Aquarien, Becken, etc. mit umweltverträglichen Methoden einzudämmen. Der Arbeitskreis Wilhelm (Pflanzenphysiologie) bearbeitet ein DFG-Vorhaben, in dem die molekulare Organisation der Photosynthesepigmente untersucht wird. Ziel der Untersuchung ist es, besser zu verstehen, wie Pigmente zwischen den beiden gegensätzlichen Funktionen Photosynthese und Lichtschutz hin- und herschalten können. In einem BMBF-geförderten Projekt geht es um die Entwicklung neuer Screeningmethoden, die Streßresistenz verschiedener Nutzpflanzenvarietäten zu testen. In Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle und dem Staatlichen Umweltfachamt werden neue Methoden der Phytoplanktonanalyse getestet, um in Zukunft die Möglichkeiten der Fernerkundung für die Wasserqualitätsüberwachung nutzbar zu machen. Mit ungarischen Partnern wird im Rahmen eines OMFB Vorhabens versucht, den physiologischen Zustand des Phytoplanktons in großen Seen (Balaton) zu charakterisieren, um auf der Grundlage dieser Information neue Wasserqualitätsprognoseinstrumente zu entwickeln. Ein Vorhaben, diese Instrumente für die ökologische Zustandsbewertung der Gewässer zu nutzen, die nach der neuen europäischen Wasserrahmenrichtlinie notwendig geworden sind, ist in Vorbereitung. Im Arbeitskreis Morawetz (Spezielle Botanik und Botanischer Garten) konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf Tropenökologie in Südamerika sowie auf systematische Studien über tropische Holzpflanzen und ursprüngliche Angiospermen (vor allem Gattung Guatteria, Annonaceae). Das Surumoni-Projekt" (Kronendachuntersuchung in einem Flachlandregenwald im südlichen Venezuela) wurde fortgesetzt. Das Datenmaterial befindet sich überwiegend noch in der Phase der Auswertung. Die Grundfrage, zu deren Beantwortung das Projekt beitragen soll, lautet: Wie funktioniert der Regenwald?". Die Studien umfassen u.a. Phänologie, Reproduktionsökologie und Tier-Pflanze-Interaktionen. Das Feldforschungsprogramm begleiten Simulationsmodelle und phytogeographische Analysen als theoretischer Hintergrund. Die regionale Forschung im nordwestlichen Sachsen konzentrierte sich auf pflanzensoziologische Studien, Biodiversität, Ökologie und Verbreitung von Samenpflanzen und Pilzen. Der mit dem Bereich Spezielle Botanik assoziierte Botanische Garten wurde unlängst umfassend rekonstruiert. Seine Pflanzenbestände werden planmäßig erweitert. Besonders bemerkenswert und für die Forschung bedeutsam sind die Sammlungen tropischer Holzpflanzen, der Ameisenpflanzen, Palmen (Arecaceae) und Berberitzengewächse (Berberidaceae). Im Arbeitskreis Gehlhaar (Didaktik der Biologie) wurde die differenzierte Auswertung der Ergebnisse einer dreijährigen Längsschnittstudie an über 1000 Probanden aus Leipziger Mittelschulen und Gymnasien unter anderem mit der Analyse einer Retrospektivbefragung fortgeführt. Dieses DFG-geförderte Projekt erbrachte eine Reihe generalisierbarer Befunde hinsichtlich inhalts-, alters- und geschlechtsspezifischer Tendenzen der Entwicklung der Biologieinteressen sowie deren Anreize und Anregungsfaktoren. Mit Hilfe teilstandardisierter Interviews wurden daraufhin weitere Ursachen für die unterschiedlichen Interessenverläufe aufgedeckt. Interviewt wurden Probanden, die an allen drei Befragungen der Längsschnittstudie teilgenommen hatten. |
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Pharmazie |
Die Pharmazeutische Chemie im Institut für
Pharmazie beschäftigt sich hauptsächlich mit strukturwirkungsbezogenen
Synthesen sowie in zunehmendem Maße mit Arzneistoffanalytik.
An die Bearbeiter in der Synthese sind hohe Anforderungen gestellt, da einmal gezielt Derivate hergestellt und diese in ausreichender Menge für unterschiedliche Testsysteme zur Verfügung gestellt werden müssen (Arbeitskreis Eger, Eger mit Gütschow, Leistner, Briel). Der Arbeitskreis Eger ist seit 1996 mit zwei Projekten im Innovationskolleg Chemisches Signal und biologische Antwort" vertreten. Es handelt sich um die Suche nach untoxischen und leicht zugänglichen Proteinphosphatasehemmstoffen und um Adenosinrezeptorantagonisten. Bei letzteren geht es vor allem darum, in vitro aktive Antagonisten in bioverfügbare umzuwandeln, neben A1-Antagonisten ist zwischenzeitlich auch die Synthese hochaffiner A3-Adenosinantagonisten gelungen. Neben synthetischen Aspekten werden hier zunehmend die molekularen Wirkmechanismen untersucht. Ein weiteres Projekt wird im Graduiertenkolleg Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" bearbeitet, hier geht es um oxidative Metabolisierungsreaktionen, sowie um die Synthese schwer zugänglicher Pflanzeninhaltsstoffe über Oxidationsreaktionen (z. B. Hypericin, Fagopyrin) bzw. deren Isolierung und Sicherung der Struktur (Habermann). Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Synthese von Arzneistoffmetaboliten. Diese werden entweder als Referenzsubstanzen für die analytischen Untersuchungen benötigt oder mit Spacern als Haptene eingesetzt. Die Arbeiten an Thalidomid werden fortgeführt. Schwerpunkt liegt hierbei in der Synthese von Derivaten, bei denen der Glutarimidring durch stabilere Heterocyclen ersetzt wurde (Eger, Hecker, Gütschow). Im analytischen Bereich steht die Qualitätsprüfung von Arzneistoffen im Vordergrund. Durch die zunehmende Verlagerung der Arzneistoffproduktion in asiatische Länder bzw. Herstellung patentfreier Arzneistoffe in diesen Ländern kommen in zunehmendem Maß Rohstoffe auf den Markt, die nicht Arzneibuchqualität aufweisen und von den Behörden nicht akzeptiert werden, wenn nicht die Syntheseverunreinigungen bekannt sind. Verschiedene Arzneistoffe wurden untersucht, deren Verunreinigungen abgetrennt und spektroskopisch charakterisiert. Im Zweifelsfall wurden Gegensynthesen der Verunreinigungen durchgeführt und Verbesserungsvorschläge für die Arzneistoffsynthesen erarbeitet (Eger, Dölker, Kertscher, Ortwein). Neben der erwähnten Drittmittelförderung werden die Arbeiten auch von der pharmazeutischen Industrie sowie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für die Erarbeitung von Monographien für das Europäische Arzneibuch unterstützt. Mehrere Kooperationen mit der Pharmazeutischen Industrie über Wirkstoffsynthesen und -untersuchungen zur Qualitätssicherung nach dem Stand der Technik werden durchgeführt. Die Pharmazeutische Technologie (Arbeitskreis Süß) beschäftigt sich mit der Optimierung von peroralen Arzneiformen mit kontrollierter bzw. modifizierter Wirkstoffliberation sowie der Entwicklung und materialwissenschaftlichen Untersuchung der notwendigen Hilfsstoffe und Zwischenprodukte, insbesondere auch unter Nutzung der Sol-Gel-Technik. Die Arbeiten zum Curing" von überzogenen Arzneiformen sowie die Entwicklung von multipartikulären Systemen für die perorale Anwendung wurden weitergeführt. Außerdem wird auf den Gebieten Stabilität, Inkompatibilitäten und Qualitätsmanagement von Arzneizubereitungen gearbeitet. Im Rahmen der Biopharmazie (Arbeitskreis Leopold) werden Arzneiformulierungen für das Dickdarm-Targeting entwickelt sowie physikalisch-chemische Interaktionen zwischen Überzugspolymeren und Kernbestandteilen und deren Nutzung für die modifizierte Wirkstofffreisetzung untersucht. Darüber hinaus beschäftigt sich dieser Arbeitskreis mit der Quantifizierung und Optimierung der Wirkstoffpenetration durch die Haut und der Entwicklung neuer ophthalmologischer Darreichungsformen für das innere Auge. Die Mitarbeiter des Fachbereiches Pharmakologie für Naturwissenschaftler (Arbeitskreis Nieber) beschäftigten sich mit elektrophysiologischen Untersuchungen (intrazelluläre Ableitungen, Patch-Clamp-Untersuchungen, Ca2+-Imaging) zur Beeinflussung hypoxischer Schäden an corticalen Neuronen und mikrovaskulären Endothelzellen der Retina und Chorioidea. Besonders interessierten die Wirkungen von Immunmodulatoren und Nukleosidanaloge auf die Hypoxie-induzierten Veränderungen an der Zellmembran. Die Arbeiten sind Bestandteil des Teilprojektes C12 im Interdisziplinären Zentrum für klinische Forschung (IZKF), gemeinsam mit dem Institut für Anatomie (Professorin K. Spanel-Borowski). In einem weiteren Projekt beschäftigen sich die Mitarbeiter mit neuroprotektiven Funktionen von Adenosinrezeptoren. Im Rahmen dieser Untersuchungen gelang es erstmals, den Adenosin A3 Rezeptor pharmakologisch an Pyramidenzellen des Cortex der Ratte nachzuweisen und ein Modellsystem zur Charakterisierung von Adenosin-Rezeptor-Liganden zu etablieren, das zur Charakterisierung von neuartigen Verbindungen eingesetzt wird. Diese Arbeiten sind Bestandteil der Forschungsvereinbarung Adenosin-A3-Rezeptorantagonisten zur Behandlung allergischer Erkrankungen wie Rhinoconjunctivitis und Asthma" mit dem Arzneimittelwerk Dresden (AWD). Ein weiterer Schwerpunkt des Fachbereiches sind Arbeiten im Verbundprojekt Neuartige PDE4-lnhibitoren zur Behandlung allergischer Erkrankungen" gemeinsam mit dem AWD. Es wurden neuartige Erkenntnisse zur Signalkette an humanen Monozyten und die Beeinflussung durch PDE4-lnhibitoren erarbeitet. Weiterhin besteht eine Kooperation mit dem Giftinformationszentrum Erfurt. Gemeinsam wurden toxikologische Fragen aus Apotheken analysiert und Hinweise für die Aus- und Weiterbildung erarbeitet. |
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Zoologie |
Das Institut für Zoologie hat ein außerordentlich
breites Forschungsspektrum, das von der Zellbiologie über die systemische
Biologie, Neurobiologie bis zur Systematik und Ökologie reicht. Nachfolgend
sind drei Schwerpunkte genannt.
In den Arbeitsgruppen Drößler (Tierphysiologie) und Hauschildt (Immunbiologie) werden monoklonale Antikörper gegen verschiedene Antigene (Virulenzfaktoren bei Fischen, Vitellin-Antikörper beim Hühnchen und Moenomycin bei Mäusen) hergestellt und getestet. Zudem werden funktionelle Analysen zu verschiedenen zellbiologischen Problemen durchgeführt (Mechanismen der Apoptose, Funktion von Neuropeptiden bei Myeloidzellen, Aktivierung humaner Makrophagen, Signaltransduktion bei humanen Monocyten). In der Arbeitsgruppe Schlegel (spezielle Zoologie) werden Verwandtschaftsbeziehungen verschiedener Tiergruppen mit modernen molekularbiologischen Methoden untersucht (z.B. bei Myxozoa, Hemichordata und Isopoda). Außerdem werden Genflußanalysen natürlicher Populationen z.B. von Mollusken und Coleoptera durchgeführt. Die Arbeitsgruppen Rübsamen (Neurobiologie) und Schildberger (Verhaltensbiologie) beschäftigen sich mit Mechanismen und Funktionen der Informationsverarbeitung im ZNS. Mit neurobiologischen Methoden und Verhaltensanalysen werden Probleme wie Zeitverarbeitung in der Hörbahn von Säugern und Insekten, Mechanismen der inneren Uhr bei Mollusken und neuronale Grundlagen aggressiver Verhaltensweisen bei Insekten untersucht. Die Arbeitsgruppe Naumann (Entwicklungsneurobiologie) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Funktion radialer Gliazellen im Nervensystem von Vertebraten und verschiedenen Invertebraten. Die Arbeitsgruppen des Instituts sind an vielfältigen regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen beteiligt. Kooperationen bestehen mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ), mit dem Sächsischen Institut für Angewandte Biotechnologie (SIAB), mit den DFG-Schwerpunkten Funktionelle und adaptive Mechanismen circadianer Systeme" und Zeitgebundene Informationsverarbeitung in zentralen auditorischen Systemen (ZIZAS)". |
|||||
|
|
|
|||||
Bereich Mikrobiologie und Genetik |
Im Arbeitskreis Sass (Lehrstuhl für Genetik) stehen zwei verschiedene Schwerpunkte im Vordergrund der molekulargenetischen Grundlagenforschung, vorzugsweise am Modellobjekt Drosophila:
Der als Chromatin bezeichnete Protein-DNA-RNA-Komplex ist eine entscheidende Ebene der Genregulation. Der Verpackungsgrad der DNA ist eng mit dem Funktionszustand des Chromatins gekoppelt. Wir nutzen das Phänomen der Positionseffekt-Variegation (PEV) bei Drosophila, um neue Gene im Erbgut zu entdecken, die an der Chromatin-Regulation teilhaben. Modifikatormutationen für PEV ermöglichen die molekulare Analyse von Chromatingenen, die für die Bildung von euchromatischen und heterochromatischen Chromatindomänen notwendig sind. Ein Forschungsschwerpunkt ist das bisher nicht beschriebene, putativ RNA bindende Chromatinprotein KLETT des klett-Gens von Drosophila. Im Rahmen der neurogenetischen Forschung im Arbeitskreis Sass wurden die Arbeiten zur transgenen Expression des neurospezifischen und vesikelassoziierten SYNAPSINs von Drosophila mittels verschiedener Keimbahn-Transformationsvektoren fortgesetzt. Ein neues weiteres Arbeitsgebiet ist die Analyse der Expression von humanen Krankheitsgenen" in Drosophila. Konkret geht es um die in vivo-Analyse neurospezifischer Funktionen von Proteinen, die in die Pathologie neurodegenerativer Volkskrankheiten, wie Alzheimer, involviert sind. Zu diesem Zweck wurde eine Kooperation mit dem Alzheimer-Zentrum (Prof. Dr. T. Arendt) des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung vereinbart. Im Arbeitskreis Tauchert (Lehrstuhl für Mikrobiologie) wird der Abbau aliphatischer Kohlenwasserstoffe durch Pseudomonas putida untersucht. Gegenstand der Forschung ist die Charakterisierung einer membrangebundenen PQQ-abhängigen Alkoholdehydrogenase. Ein weiteres Forschungsobjekt sind Cyanobakterien der Gattung Synechococcus, die eine Resistenz gegenüber Phagen entwickelt haben. Im Vordergrund stehen Fragen zur Klärung der genetischen Basis dieses Phänomens (Tauchert und Andreas). |
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Allgemeine Psychologie |
In der Allgemeine Psychologie I (Prof. Dr. H.-G. Geißler) wurden im Bereich visueller Informationsverarbeitung vorwiegend Bewegungswahrnehmung und u. a. Gedächtnissuche beim Vergleich strukturierter Objekte untersucht; dabei wurde die besondere Rolle ultrafeiner Zeitstrukturen in der Bewegungswahrnehmung aufgewiesen. Zur akustischen Verarbeitung wurden u. a. Untersuchungen zur Entdeckung von Periodizitäten im Rauschen durchgeführt. Professor Geißler ging zum WS 2000 in Pension. In der Allgemeine Psychologie II (Prof. Dr. H. Müller) wurde u. a. zur attentionalen Modulation von Prozessen synchronen 40 Hz Oszillationen für Figur-Bindungsprozesse und zum Phänomen des inhibition of return" geforscht. Professor Müller hat zum WS 2000 eine Professur in München angenommen. In der Biologischen Psychologie (Prof. Dr. E. Schröger) wurden Studien zur auditiven und Audio-visuellen Informationsverarbeitung im Schnittfeld Wahrnehmung-Gedächtnis-Aufmerksamkeit durchgeführt. Im Forschungsbereich Methoden der Psychologie (Doz. Dr. E. Sommerfeld) wurde eine Methode zur Messung von Änderungen des kognitiven Aufwands in elementaren Denkprozessen weiterentwickelt, die auf der Änderung der synchronen Aktivität von Hirnregionen basiert. Im Forschungsbereich Geschichte der Psychologie (Dr. A. Meischner-Metge) erfolgte u. a. die Auswertung des Nachlasses von G. Th. Fechner. In der Kognitiven Sozialpsychologie (Prof. Dr. G. von Collani) bestanden folgende Forschungsschwerpunkte: Messung und Validierung sozialpsychologischer Persönlichkeitskonstrukte, Beeinflußbarkeit von Zeugenaussagen, Rückschaufehler, Intergruppenverhalten, Überprüfung von Modellen zum Zusammenhang von Einstellung und Verhalten, Messung impliziter Einstellungen mit Reaktionszeitverfahren. Die Forschungen des Instituts wurden durch mehrere DFG-Sachbeihilfen unterstützt, einzelne Projekte waren in der DFG-Forschergruppe Arbeitsgedächtnis" und im DFG-Schwerpunktprogramm Zeitgebundene Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System" angesiedelt. Dem Institut stehen moderne Labore zur Verfügung, in denen u. a. die Registrierung von Augenbewegungen und des EEG möglich sind. Die einzelnen Arbeitsgruppen sind in ihren Forschungsaktivitäten stark vernetzt, außerdem bestehen zahlreiche Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, insbesondere mit dem MPI für neuropsychologische Forschung Leipzig. Institutsmitglieder waren an der Ausrichtung mehrerer nationaler und internationaler Tagungen beteiligt. |
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie
|
Am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. K.-U. Ettrich) wurden 2000 folgende Forschungsprojekte bearbeitet:
Am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und psychologische Intervention (Prof. Dr. H. Petermann) wurden 2000 folgende Forschungsprojekte bearbeitet:
Am Lehrstuhl für Differentielle Psychologie und Psychodiagnostik (Prof. Dr. J. Guthke) wurden 2000 folgende Forschungsprojekte bearbeitet:
|
|||||
|
|
|
|||||
Institut für Angewandte Psychologie |
Im Rahmen von Forschungsarbeiten in der Arbeits- und Organisationspsychologie (Prof. Dr. G. Mohr) zur beruflichen Veränderungsbereitschaft von Niedrigqualifizierten wurde ein Instrument zur beruflichen Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt sowie eine englischsprachige Führungsskala für diesen Bereich übersetzt und geprüft. Erhebungen in 13 Betrieben stellten die Grundlage dar für die Klärung der Determinanten beruflicher Veränderungsbereitschaft. Besonders erwähnenswerte Forschungsergebnisse der Pädagogischen Psychologie (Prof. Dr. E. Witruk) wurden im Rahmen der Forschungszusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pädagogische Psychologie" der Chinese University Hong Kong (Prof. Ho) auf dem Gebiet der Legasthenieforschung erzielt, die auf einer internationalen Konferenz vorgestellt und zur Publikation vorbereitet wurden. Hervorzuheben ist ebenfalls der Abschluß und die Publikationserarbeitung zum EU-Forschungsprojekt IMAGINE - Integrated Multimedia Applications Generating Innovative Networks in European Digital Towns", an welchem Forschungsteams aus Italien, Frankreich, Stuttgart und Leipzig beteiligt sind. Internationale Forschungskooperation konnte von Seiten der Pädagogischen Psychologie auch zum Forschungsteam von Professor Sautam von der Hong Kong University of Science and Technology zum Thema Ethnic relations in Hong Kong" sowie zur University of Tasmania (Prof. Slaghuis) zur kulturvergleichenden Analyse von visuellen Wahrnehmungsleistungen bei Legasthenikern aufgebaut werden. In der Klinischen und Gesundheitspsychologie (Prof. Dr. H. Schröder) wurden Arbeitsetappen von Projekten zur Suchtprävention, Streßbewältigung und medizinischer Rehabilitation mit Konferenzen und Publikationen abgeschlossen und nächste Bearbeitungsphasen vorbereitet. Psychosoziale Interventionsprogramme zur Podiumsangst, Streßregulation und zum Umgang mit Tod und Sterben konnten effektiviert und an neue Zielgruppen (Reha-Patienten, Krankenschwestern) angepaßt werden. |
|||||
| |
Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 12.11.2001 | |||||