Forschungsprojekte / Research Projects
Festkörperoptik
Solid State Optics
Fern-Infrarot-Spektral-Ellipsometrie
Infrared Spectroscopic Ellipsometry
Dr. Mathias Schubert ( mschub@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. J. A. Woollam (University of Nebraska, Lincoln, U.S.A.)
Mit einem neuartigen Prototyp-Ellipsometer werden Möglichkeiten
und Grenzen der Spektral-Ellipsometrie als empfindliche Technik zur
Untersuchung der infrarot-optischen Eigenschaften von Halbleiter-Dünnschicht-Heterostrukturen
im Wellenlängebereich von 15 - 100 µm (fernes Infrarot)
untersucht. Von speziellem Interesse sind Gitter-, Kompositions-,
Morphologie-, und Freie-Träger-Effekte der Gruppe III-V Verbindungshalbleiter.
Fernziel ist die Verwendbarkeit der Infrarot-Spektral-Ellipsometrie
zur Bestimmung Freier-Träger- und Phononen-Eigenschaften dünnster
Schichten in komplexen Heterostrukturen für optische und elektrische
Bauelementstrukturen auf der Basis von (Al,Ga,In)-Nitrid-Phosphid-Arsenid-Verbindungshalbleiter.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (National
Science Foundation)
Verallgemeinerte Infarot-Ellipsometrie von Kristallstruktur- und
Ladunsgträgereffekten in komplexen Heterostrukturen von Gruppe-III-Nitriden
Generalized Infrared Ellipsometry of free-carrier and crystal-structure
effects in complex group-III-nitride heterostructures
Dr. Mathias Schubert ( mschub@physik.uni-leipzig.de
), PD Dr. Bernd Rheinländer (rheinlae@physik.uni-leipzig.de)
Die Methode der Verallgemeinerten Spektral-Ellipsometrie zur Untersuchung
anisotroper Medien wird im mittleren Infrarotbereich (Wellenlänge:
2 - 33 µm) verwendet, um die infrarot-optischen Eigenschaften
komplexer Halbleiter-Dünnschicht-Heterostrukturen einschließlich
kurzperiodischer Übergitter zu bestimmen. Einzelne Komponenten
der aus Gruppe-III-Nitriden bestehenden Heterostrukturen werden hinsichtlich
ihrer Kristallstruktur und der in ihnen vorhandenen freien Ladungsträger
analysiert. Anhand der optisch-dielektrischen Eigenschaften werden
Aussagen zum Gitterschwingungsverhalten, zur Kristallqualität,
zur Verspannung und der Mischkristallzusammensetzung sowie im Falle
der Dotierung zur Konzentration und Beweglichkeit freier Ladungsträger
(elektrische Leitfähigkeit) von binären (AlN, GaN) und ternären
(AlGaN, InGaN, AlInN) Gruppe-III-Nitrid-Verbindungen getroffen. Die
an den untersuchten Einzelschichten und Übergitterstrukturen
gewonnenen Informationen werden gezielt zur Charakterisierung komplexer
Heterostrukturen für optoelektronische (Leuchtdioden, Laser und
Detektoren) und elektrische (Transistoren) Bauelemente eingesetzt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Schwerpunktprogramm Gruppe III-Nitride und ihre Heterostrukturen:
Wachstum, materialwissenschaftliche Grundlagen und ihre Anwendungen)
Untersuchung elektronischer und gitterdynamischer Eigenschaften
des Mischsystems Zn2(1-x)CuxInxSe2
(ZCIS)
Investigation of electronic and lattice dynamics properties of Zn2(1-x)CuxInxSe2
(ZCIS) mixed system
Dr. Volker Riede ( riede@physik.uni-leipzig.de
)
Für das Mischsystem Zn2(1-x)CuxInxS2
(ZCIS) wird der Einfluß der Mischzusammensetzung auf die optischen
Eigenschaften bestimmt. Die optisch-spektroskopischen Untersuchungen
sollen zur Klärung von zwei Schwerpunkten beitragen: Zum einen
sind mit Hilfe der UV-NIR-Transmissions- und Reflexionsmessungen die
elektronischen Übergänge im Bereich der verbotenen Zone
mischungsabhängig zu untersuchen. Es ist das Ziel, Aussagen über
die Defekte zu erhalten und zur Klärung der sogenannten Bandlückenanomalie
im Bereich der ZnS-nahen Mischzusammensetzung beizutragen. Von besonderem
Interesse ist der Einfluß des strukturellen Phasenübergangs
auf das optische Verhalten. Zum zweiten sollen erstmals die gitterdynamischen
Eigenschaften mit Hilfe der Fourier-Transform-Infrarot- und der Raman-Spektroskopie
untersucht werden, um auch hier den Einfluß des Phasenüberganges
zu bestimmen. Die Raster-Mikroraman-Spektroskopie soll Aussagen zur
Mikrostruktur liefern.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Fächerübergreifende Arbeitsgemeinschaft Halbleiterforschung)
Ballistische Ausbreitung von Elektronen
Ballistic transport of electrons
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Stefan Knauth
Die ballistische Ausbreitung von Elektronen wird an hochreinen Metallen
und Halbleitermaterialien mit hoher Beweglichkeit bei tiefen Temperaturen
untersucht. Bei dieser Form der Ausbreitung ohne beeinträchtigende
Streuung verliert das Ohmsche Gesetz seine Gültigkeit. Die Ausbreitungseigenschaften
werden durch die Form der Fermifläche und damit durch die Anisotropie
des Materials bestimmt. Für die Untersuchungen wird erstmalig
ein Raster-Elektronenmikroskop als Quelle für die ballistischen
Elektronen genutzt. Untersucht wurde auch die Temperaturabhängigkeit
der freien Weglänge bei der Ausbreitung der Ladungsträger
im Experiment und mit Hilfe von Modellbeschreibungen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Innovationskolleg "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt B)
Ultraschallmikroskopie
Ultrasonic microscopy
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Martin Schubert, Dipl.-Phys. Oliver Lenkeit
Mit Hilfe der Ultraschallmikroskopie mit Phasenkontrast werden
die mechanischen Eigenschaften von Materialien, Werkstoffen, lebenden
Zellen und Kleinstlebewesen untersucht. Dazu werden neuartige Verfahren
entwickelt und eingesetzt. Mit Hilfe dreidimensionaler Rasterung sowie
über holographische und tomographische Verfahren werden die Objekte
im Volumen charakterisiert. Ergänzend entwickelt wurde die Ultraschall-Dopplermikroskopoie
und -Korrelationsmikroskopie
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG: Innovationskolleg "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt D)
Miniaturisierte Viskosimetrie und Rheologie
Miniaturized viscometry and rheology
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Zbigniew Kojro
Die viskoelastischen Eigenschaften von Fluiden, Flüssigkristallen,
Gelen und Elastomeren werden mit miniaturisierten Sensoren und über
die Ausbreitungseigenschaften von transversal polarisierten Schallwellen
untersucht. Dazu werden hochauflösende phasensensitive Verfahren
eingesetzt. Mit fluoreszierenden Molekülen und optischen Untersuchungsverfahren
werden auch Messungen im molekularen Bereich durchgeführt. Mit
diesen Untersuchungen soll das von den makroskopisch bekannten Phänomenen
abweichende mikroskopische Verhalten aufgeklärt werden. Zudem
werden über eine genauere Modellierung und messtechnische Entwicklungen
die öuflung und Dynamik von Viskosimetern erhöht.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG,
Innovationskolleg "Phänomene an den Miniturisierungsgrenzen",
Teilprojekt R)
Akustische Charakterisierung von Gradientenwerkstoffen
Acoustic characterization of graded materials
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Joseph Ndop
Unter Einsatz der eigenentwickelten hochauflösenden akustischen
Mikroskopie mit Phasenkontrast, der Ultraschallholographie und -tomographie,
verbunden mit Methoden der Ultraschallspektroskopie, werden die für
den Schalltransport spezifischen Eigenschaften von vorwiegend metallischen
und keramischen Gradientenmaterialien sowie Integralschaumstoffen
bestimmt. Die Arbeiten werden in Kooperation mit anderen Projekten
im längerfristig angelegten Schwerpunktprogramm durchgeführt.
Dabei werden technologisch relevante Proben dreidimensional ortsaufgelöst
akustisch charakterisiert und Konzepte für die Herstellung von
fokussierenden Ultraschallwandlern aus Gradientenwerkstoffen entwickelt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Schwerpunktprogramm "Gradientenwerkstoffe")
Entwicklung und Prüfung der Einsatzmöglichkeiten von Ultraschallverfahren
Development and verification of the applicability of ultrasonic
methods
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Michael Schmachtl
Basierend auf den von uns entwickelten und publizierten Ultraschallverfahren
werden für Schott ML Einsatzmöglickeiten geprüft sowie
Verfahren, Sensoren und Meßgeräte entwickelt. Die Arbeiten
werden gemeinsam mit Schott ML durchgeführt. Es wurden neuartige
Verfahren entwickelt und getestet.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Schott
ML)
Akustische Sensorik zur Beobachtung des Zeolithwachstums in mikrowellengeheizten
Reaktoren
Ultrasonic equipment for monitoring of the zeolite synthesis under
microwave heating
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Michael Schmachtl
In Kooperation mit der DASA (Astrium) wurden akustische Sensoren
zur Beobachtung und Kontrolle der Reaktionsabläufe bei der Zeolithsynthese
entwickelt und erfolgreich eingesetzt. Anhand der sich ändernden
akustischen Eigenschaften der Reaktionslösung während der
Synthese konnte der zeitliche Beginn der Zeolithkristallisation in
Echtzeit bestimmt werden. In Kooperation mit der Universität
Erlangen und der Universität Karlsruhe wurde die entwickelte
Sensorik bei der Zeolithsynthese in einem Mikrowellenofen eingesetzt.
Die Arbeiten dienen der Entwicklung von Syntheseverfahren mit Mikrowellenheizung
unter Schwerelosigkeit.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (ESA,
ESTEC über DASA, Astrium)
Entwicklung von Ultraschallverfahren, -sensoren und -meßgeräten
Development of ultrasonic methods, sensors and measurement equipment
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Jens Jahny
Ausgehend von den von uns bereits entwickelten und publizierten Verfahren
zur hochauflösenden Ultraschallspektroskopie und für Laufzeitmessungen
werden für den industriellen Einsatz bei der Firma "Heidelberg"
(Druckmaschinen) Ultraschallverfahren, -sensoren und -meßgeräte
entwickelt. Gestützt durch Untersuchungen der physikalischen
und meßtechnischen Grundlagen sowie durch Modellbildungen werden
Voraussetzungen zum Einsatz der Meßverfahren und -geräte
geschaffen. Die Arbeiten haben bereits zur Entwicklung neuartiger
Meßverfahren geführt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(Heidelberger Druckmaschinen)
Entwicklung von Sensoren zur Detektion von Abscheidungen in Kraftwerks-Braunkohleöfen
Development of ultrasonic sensors for the detection of depositions
of combustion products
Prof. Dr. Wolfgang Grill ( grill@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Oliver Lenkeit
Gemeinsam mit der Firma GTE Industrieelektronik mbH werden unter
Förderung durch das BMBF und die Firma RWE mechanische Sensoren
für die Bestimmung von Abscheidungen in Kraftwerks-Braunkohleöfen
entwickelt. Ziel des Vorhabens ist es, Sensoren zur Kontrolle des
Zuwachses oder Abbaus von Abscheidungen zu entwickeln, die zur Steuerung
der Verbrennungsvorgänge industriell eingesetzt werden können.
Dazu wurden bisher Verfahren zur Bestimmung des Massenzuwachses der
Ablagerungen und deren Konsistenz entwickelt und erprobt. Genutzt
werden Schwingungssensoren sowie Ultraschallverfahren, die bei Temperaturen
bis zu typisch 1500 C zum Teil kombiniert eingesetzt werden. Besondere
Anforderungen bezüglich der extremen Einsatzbedingungen sind
dabei zu berücksichtigen. Es werden deshalb Meßverfahren
entwickelt und erprobt, die eine hohe Störsignalunterdrückung
ermöglichen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (Firmen
GTE Industrieelektronik mbH und RWE sowie BMBF)
Halbleiterphysik
Semiconductor Physics
Untersuchung der Intersubniveau-Übergänge in selbstordnenden
Quantenpunkten, Entwicklung neuartiger Infrarot-Detektoren und -Laser
Investigation of intersub-level transistions in self-organized quantum
dots; development of novel infrared detectors and lasers
Prof. Dr. Marius Grundmann ( grundmann@physik.uni-leipzig.de
)
Die im mittleren bis ferneren Infrarot (2 bis >20µm) liegenden
optischen Intersubniveau-Übergänge in selbstordnenden Quantenpunkten
sollen studiert werden. Das Potential dieser Übergänge für
neuartige Bauelemente soll bewertet werden. Quantenpunkte (künstliche
Atome innerhalb des Festkörpers) versprechen gegenüber zweidimensionalen
Quantenfilmen durch die Modifizierung der Übergangs-Matrixelemente
die Realisation neuartiger Anwendungen in Detektoren und Emittern
für den infraroten Spektralbereich. Bei der Herstellung von Detektoren
und Detektorarrays würde die bei Quantenfilm-Strukturen bisher
notwendige Oberflächenkorrugation zur Erzeugung schrägen
Einfalls hinfällig werden. Auch eine Verbesserung des Rauschverhaltens
ist zu erwarten. Infrarot-Laseremission aus einem bipolaren Quantenpunkt-Laser
(pn-Doppelheterostruktur-Diode) ist theoretisch vorausgesagt. Die
Herstellung neuartiger unipolarer Infrarot-Laser nach dem quantum
cascade Prinzip erscheint mit Quantenpunkten einfacher und mit besseren
Eigenschaften als mit Quantenfilmen möglich. Als Untersuchungsmethoden
werden MIR- und FIR-Fourier-Spektroskopie in Verbindung mit Photolumineszenz,
Elektrolumineszenz, Elektrotransmission, Photoleitung und kalorimetrischer
Absorptions-Spektroskopie verwendet.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG)
III-V-Halbleiter-Mikroresonatoren mit ultradünnen isovalenten
Schichten
III-V-semiconductor microcavities with ultrathin isovalent layers
PD Dr. Bernd Rheinländer ( rheinlae@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Volker Gottschalch, Susanne Hardt, Dr. Jurana Kvietková,
Prof. Dr. Jaroslav Kovác (beide SUT Bratislava), Dipl.-Ing.
Ladislav Kuna (Lasr Center Bratislava)
Die Kopplung von Resonatormoden in planaren III-V-Mikroresonatoran
an Excitonenmoden, die an einzelne und als Multi-Quantengraben und
Supergitter mehrfach wiederholte isovalente Monolagen gebunden sind,
wurden mittels polarisierter Reflexion, Ellipsometrie, Photolumineszenz-
und Photostrom-Spektroskopie untersucht. Die Schichtstrukturen wurden
mittels MOVPE (metal organic vapor phase epitaxy) als InAs/GaAs-Überstrukturen,
eingebettet in 3,25-Mediumwellenlängen dicke Al0,3Ga0,7As-Mikroresonatoren,
hergestellt. Die asymmetrischen Resonatoren enthalten substratseitig
Al0,2Ga0,8As/AlAs-Bragg-Spiegel. Die InAs-Monolagen
sind durch GaAs-Spacerschichten unterschiedlicher Dicke voneinander
getrennt. Aufgrund der gefundenen schwachen Modenkopplung wurden Resonant-Cavity
LED und kantenemittierende Oxidstreifen-Laserdioden aus diesen Strukturen
präpariert. Die Laserdioden zeigen niedrigere Schwellströme,
eine schmalere Laserlinie und eine wesentlich geringere Temperaturabhängigkeit
der Emissionswellenlänge (0,07 nm/K) im Vergleich zu Laserstrukturen
ohne Bragg-Reflektor.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG: Innovationskolleg INK 24/B1-1 "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt L)
Halbleiterphysik
Semiconductor Physics
Verallgemeinerte Infrarot-Ellipsometrie von Kristallstruktur- und
Ladungsträger-Effekten in komplexen Heterostrukturen von Gruppe
III-Nitriden
Generalized Infrared Ellipsometry of crystalline structure and free-carrier
effects in complex heterostructures of groupIII-nitrides
PD Dr. Bernd Rheinländer ( rheinlae@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Mathias Schubert, Dipl.-Phys. Alexander Kasic (gemeinsam mit
Festkörperoptik)
In diesem Projekt wurde die Methode der Verallgemeinerten Spektral-Ellipsometrie
auf die Untersuchung anisotroper Medien im mittleren Infrarotbereich
(Wellenlänge 2 - 33 µm) erweitert, um die infrarot-optischen
Eigenschaften komplexer Halbleiter-Dünnschicht-Heterostrukturen
einschließlich kurzperiodischer Übergitter bestimmen zu
können. Einzelne Komponenten der aus Gruppe-III-Nitriden bestehenden
Heterostrukturen wurden dabei hinsichtlich ihrer Kristallstruktur
und der in ihnen vorhandenen freien Ladungsträger analysiert.
Anhand der optisch-dielektrischen Eigenschaften konnten Aussagen zum
Gitterschwingungsverhalten, zur Kristallqualität, zur Verspannung
und der Mischkristallzusammensetzung sowie im Falle der Dotierung
zur Konzentration und Beweglichkeit freier Ladungsträger (elektrische
Leitfähigkeit) von binären (AlN, GaN) und ternären
(AlGaN, InGaN, AlInN) Gruppe-III-Nitrid-Verbindungen getroffen werden.
Die Fortsetzung des Projektes dient dem Ziel, die an den untersuchten
Einzelschichten und Übergitterstrukturen gewonnenen Informationen
gezielt zur Charakterisierung komplexer Heterostrukturen für
optoelektronische Bauelemente und Transistoren einzusetzen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Schwerpunktprogramm "Gruppe III-Nitride und ihre Heterostrukturen:
Wachstum, materialwissenschaftliche Grundlagen und Anwendungen")
Hochtemperatur-Supraleiter-Bandpassfilter für Mikrowellen
- Kommunikations- Systeme
High-Temperature Superconducting Bandpass Filters for Microwave
Communication Systems
Dr. Michael Lorenz ( mlorenz@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Vladimir M. Pan (Institut für Metallphysik der Akademie
der Wissenschaften der Ukraine)
Das Projekt dient der Unterstützung der international renomierten
Forschergruppe von Prof. Dr. V. M. Pan in Kiew, um dem weiteren Zerfall
der Forschungsstrukturen in der Ukraine entgegenzuwirken. Das wissenschaftliche
Ziel des Vorhabens sind Beiträge zum bisher weltweit noch nicht
umfassend verstandenen Zusammenhang zwischen Mikrostruktur und Mikrowelleneigenschaften
von dünnen Hochtemperatur-supraleitenden Filmen.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (BMBF: TRANSFORM-Beratungskonzept)
Supraleiter und neuartige Keramiken für die Kommunikationstechnik
der Zukunft - Herstellung und Optimierung von doppelseitigen PLD RE-123-Schichten
Superconductors and New Ceramics for the Communication Technique
of the Future - Deposition and Optimization of double-sided PLD RE-123
Thin Films
Dr. Michael Lorenz ( mlorenz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Ing. Holger Hochmuth, Dieter Natusch
In Weiterführung der Arbeiten in mehreren BMBF-Verbundprojekten
sollen in dem Unterauftrag folgende Ziele erreicht werden: Entwicklung
von großflächigen und beidseitigen HTSL-Dünnfilmen
nach Anwenderspezifikation, Bereitstellung eines raumfahrtspezifizierten
PLD-Verfahrens zur effektiven Serienbeschichtung von Saphirwafern
mit dem HTSL-Dünnschichtsystem, Sicherung der perspektivischen
Bereitsstellung von HTSL-Dünnfilmen für den Fall eines Marktdurchbruches
der HTSL-Technologie und ggf. Ausgründung eines KMUs.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (BMBF und Robert BOSCH GmbH, Leitprojekte
"Innovative Produkte auf der Grundlage neuer Technologien sowie
zugehöriger Produktionsverfahren")
Laser-Plasmaabscheidung auf 8-Zoll Substratdurchmesser für
die Kommunikationstechnik der Zukunft
Pulsed Laser Deposition at Substrate Diameter of 8-inch for the
Communication Technique of the Future
Dr. Michael Lorenz ( mlorenz@physik.uni-leipzig.de
), Dieter Natusch, Holger Hochmuth
Im Projekt soll das PLD-Abscheideverfahren bezüglich eines
nutzbaren Substratdurchmessers von 8 Zoll erweitert werden. Dies würde
die gleichzeitige Beschichtung von gleichzeitig drei 3-Zoll Wafern
erlauben, was einen Schritt hin zu einem effektiven PLD-Beschichtungsverfahren
für Kleinserien bedeuten würde. Derartige Substratheizer
für Temperaturen von 800 C in reiner Sauerstoffumgebung sind
kommerziell nicht verfügbar und müssen daher selbst entwickelt
und konstruiert werden.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (SMWK)
Elektronische Struktur und mechanische Eigenschaften von kovalenten
C3N4 -Schichten
Electronic Structure and Mechanical Properties of Covalent C3N4
- Thin Films
Dr. Michael Lorenz ( mlorenz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Thomas Thärigen
Im Teilprojekt wird die PLD-Darstellung von harten CN-, C-Si-N- und
C-B-N- Dünnfilmen untersucht. Beiden Materialsystemen werden
im Vergleich zu Diamant und anderen etablierten Hartstoffen neuartige
anwendungsrelevante Eigenschaften zugesprochen. Im Projekt werden
daher Nanohärte und weitere mechanische Eigenschaften der abgeschiedenen
amorphen Dünnfilme untersucht und mit ihrer Mikrostruktur (XPS,
AES, XANES, IR, Raman) korreliert. Zusätzlich wird die Elektronen-Feldemission
aus modifizierten Kohlenstoff-Filmen gemessen.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (DFG: Innovationskolleg 24 "Phänomene
an den Miniaturisierungsgrenzen", Teilprojekt C, und SMWK)
PLD von Znx(CuIn)1-xS2-Dünnfilmen
PLD of Znx(CuIn)1-xS2-thin films
Dr. Michael Lorenz ( mlorenz@physik.uni-leipzig.de
), Gabriele Ramm, Dieter Oppermann (Institut für Mineralogie)
Das Projekt dient der Darstellung von Znx(CuIn)1-xS2
(ZCIS)-Dünnfilmen mittels Laser-Plasmaabscheidung (Pulsed Laser
Deposition - PLD) sowie der physikalischen Tiefenprofilanalytik der
abgeschiedenen Dünnfilme mittels SNMS für weiterführende
kristallographische, chemische und physikalische Untersuchungen in
Partnerprojekten im wesentlichen unter der Federführung von Herrn
Prof. Dr. K. Bente, Universität Leipzig. Die PLD ist eine anerkannt
flexible Methode zur Abscheidung von hochwertigen Multielement-Dünnschichten
und hat sich in den Voruntersuchungen auch als sehr praktikabel zur
Abscheidung von ZCIS erwiesen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (DFG)
Dimensionsquantisierung in III-V-Heterostrukturen
Dimension quantization in III-V-heterostructures
Dr. Volker Gottschalch ( gottsch@sonne.tachemie.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Reinhard Schwabe, ( schwabe@physik.uni-leipzig.de
), PD Dr. Bernd Rheinländer, PD Dr. Rainer Pickenhain, Dr. Heidemarie
Schmidt, Dr. Gerald Wagner, Dr. Gerrit Kirpal, Dr. Mathias Schubert,
Gabriele Benndorf, Tino Hofmann, Fred Pietag, Alexander Kasic, Ph.D.
Jaroslav Kovac
Die umfangreichen Epitaxieaktivitäten im Projektzeitraum dienten
der Klärung des MOVPE Wachstumsmechanismus von GaAs-, InAs-,
AlAs-, InP- und GaP-Monolagenschichten und Übergittern in unterschiedlichem
Barrierenmaterial mit dem Ziel einer Nutzung als aktives Medium in
Emitterstrukturen. Die Lokalisierungsenergien für Monolagenschichten
in den verschiedenen Materialkombinationen wurden mittels Photolumineszenz,
Ellipsometrie, Kapazitätsspekroskopie und Photostrommessungen
ermittelt und durch eine theoretische Beschreibung der Energiebandstruktur
an ausgewählten Beispielen gestützt. An (InP)m(GaP)1-Übergittern
(m = 4...14) konnte gezeigt werden, daß die Pseudopotentialmethode
in Superzell-Näherung zur Berechnung der Energiebandstruktur
geeignet ist und Ergebnisse liefert die durch ellipsometrische Messungen
bestätigt werden. Isolierte InAs-Monolagen und kurzperiodische
InAs/(Al)GaAs-Übergitter des Typs ((InAs)1(GaAs)4)5..10
konnten erfolgreich als aktives Gebiet in Halbleiterlasern mit einer
Emissionswellenlänge von ca. 890 bis 940 nm eingesetzt werden.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Innovationskolleg "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt K)
Einsatz alternativer Quellen beim MOVPE-Wachstum von kubischen (GaIn)
(N,P,As) Heterostrukturen auf verschiedenen A(III)-B(V)-Halbleitersubstraten
MOVPE growth of cubic (GaIn)(N,P,As) heterostructures on different
A(III)-B(V)-substrates using alternativ sources
Dr. Volker Gottschalch ( gottsch@sonne.tachemie.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Reinhard Schwabe ( schwabe@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Gerrit Kirpal, Gunnar Leibiger
Die ternären und quarternären Mischkristalle GaNyAs1-y
bzw. InxGa1-xNyAs1-y und
GaNyP1-y sind wegen ihrer ungewöhnlichen
optischen und elektronischen Eigenschaften als aktives Material für
Laser- und Detektorstrukturen in der optischen Nachrichtenkommunikation
aktueller Gegenstand der Forschung. Gegenstand unserer Projektarbeiten
war das Studium der MOVPE-Wachstumsvorgänge von verspannten und
unverspannten Heteroübergängen im System (Ga,In)(N,P,As).
Neben diesem vor allem akademischen Interesse, das durch die drastische
Reduzierung der Bandlückenenergie mit steigendem Stickstoffgehalt
bzw. durch die starke Abhängigkeit des "Bowing"-Koeffizienten
von der Mischkristallzusammensetzung induziert wurde, galten die experimentellen
Arbeiten dem Verständnis der Zusammenhänge zwischen den
Züchtungsbedingungen und den optischen Eigenschaften des ternären
Materials als Voraussetzung für dessen technische Nutzung und
der epitaktischen Synthese von InxGa1-xNyAs1-y-Mischkristallen
definierter Eigenschaften.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (DFG)
Entwicklung von optoelektronischen Komponenten für ein
mobiles FTIR-Spektrometer zur Schadstoffanalyse
Development of optoelectronic devices for a mobile FTIR spectrometer
for analysis of harmful chemicals
Prof. Dr. Reinhard Schwabe ( schwabe@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Volker Gottschalch, Dr. Helmut Herrnberger, Martin Gerhardt,
Fred Pietag, Karsten Otte
Projektanliegen ist die Entwicklung und Fertigung optoelektronischer
Spezialbauelemente für ein mobiles FTIR-Spektrometer zur Schadstoffanalyse
mit Blick auf die Spektrometerminiaturisierung und Minimierung der
Leistungsaufnahme.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (SMWA)
Mikrooptiken und -strukturen in III-V-Halbleiterschichtanordnungen:
Grundlagen und Anwendungen
Microoptics and -structures in III-V semiconductor-layer arrangements:
fundamental and application
Prof. Dr. Reinhard Schwabe ( schwabe@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Volker Gottschalch ( gottsch@sonne.tachemie.uni-leipzig.de
), Gunnar Leibiger, Dr. Helmut Herrnberger, Fred Pietag
Ziel des Projektes ist die Kombination optoelektronischer und mikrooptischer
Komponenten in neuartigen Emitterbauelementen auf AIII-BV-Materialbasis.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen: die gasphasenepitaktische in situ-Darstellung
von hochreflektierenden (Al,Ga)As-Bragg-Spiegeln, plasmaunterstützte
Gasphasenabscheidung von dielektrischen Bragg-Spiegeln, Oberflächenvergütung
von Halbleitersubstraten mittels reaktiven Ionenstrahlätzens
sowie monolithische Integration von Präzisionsoptiken zur Strahlkollimation
von Oberflächenemittern und Kantenstrahlern.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (DFG: Forschergruppe "Teilchenstrahlenstimulierte
Ultrapräzisions-Oberflächenbearbeitung")
Physik Dielektrischer Festkörper
Physics of Dielectric Solids
Hochfeld-EPR an nanokristallinen Ferroelektrika
High-field EPR on nanocrystalline ferroelectrica
Prof. Dr. Rolf Böttcher ( boettch@physik.uni-leipzig.de
)
Die Eigenschaften von Nanomaterialien beruhen auf der Reduzierung
ihrer geometrischen Ausdehnung auf eine Längenskala, wobei die
physikalischen Eigenschaften der entsprechenden Werkstoffe mit makroskopischen
Abmessungen entscheidend geändert werden. Über die Zeeman-
und Feinstrukturwechselwirkung paramagnetischer 3d-Ionen werden Informationen
über den Einfluß der Kristallitgröße auf die
Struktur und Symmetrie der Gitterplätze in den unterschiedlichen
Strukturbereichen des Materials, auf die Größe des Volumenverhältnisses
des Bulkmaterials zur Randschicht, sowie auf die Veränderung
der ferroelektrischen Eigenschaften gewonnen. Durch Unterdrückung
der Effekte in zweiter Ordnung erlaubt erst die W-Band-Spektroskopie
die eindeutige Interpretation der Spektren der paramagnetischen Ionen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Schwerpunktprogramm "Hochfeld-EPR in Biologie, Chemie, Physik")
Strukturaufklärung der Tieftemperaturphasen des Dimethylammoniumgalliumsulfat
(DMAGaS) und Untersuchung des Ordnungs-Unordnungs-Verhalten der DMA-Gruppen
mit EPR-Spektroskopie
Elucidation of the structure of the low temperature phases of dimethylammonium
gallium sulfate (DMAGaS) and investigation of the order-disorder behavior
of the DMA-groups by EPR spectroscopy
Prof. Dr. Rolf Böttcher ( boettch@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Dieter Michel ( michel@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Georg Völkel
Dimethylammoniumgalliumsulfat (DMAGaS) besitzt zwei Phasenübergänge
bei TC1 = 136 K (paraelektrisch-ferroelektrisch)
und TC2 = 118 K (ferroelektrisch-nicht-polar).
Die Ergebnisse der bisher publizierten dielektrischen Messungen an
DMAGaS-Einkristallen zum Temperatur-Druck-Phasendiagramm wurden in
unserer Gruppe kritisch ausgewertet und mit einem überraschend
einfachen Landau-Ansatz erstmals theoretisch beschrieben. Aufgrund
dieser theoretischen Untersuchungen kann geschlußfolgert werden,
daß am Phasenübergang TC2 DMAGaS von der ferroelektrischen
in eine antiferroelektrische Phase übergeht. Ein experimenteller
Beweis für diese Aussage soll durch EPR-Untersuchungen an Cr-dotierten
DMAGaS-Kristallen im Rahmen dieses Projektes erbracht werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG)
Dynamik, Ordnungsverhalten und Reaktivität von Molekülen
in mikro- und mesoporösen Materialien
Dynamics, order behaviour and reactivity of molecules in microporous
and mesoporous materials
Prof. Dr. Dieter Michel ( michel@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Winfried Böhlmann, Dipl.-Phys. Jörg Roland
Unter Anwendung von Verfahren der ein- und mehrdimensionalen 1H-
und 13C-NMR-Spektroskopie können sowohl die Konformation
als auch die Dynamik von Molekülen in eingeschränkten Geometrien
untersucht werden. Dabei erhält man wichtige Informationen über
die Mobilität und die Wechselwirkungen mit den zeolithischen
Materialien der adsorbierten Spezies. Als Zeolithe kommen vor allem
die technisch relevanten Typen wie ZSM-5, NaX, NaY, u.a. zum Einsatz,
wobei diese porösen Materialien in eigener Synthese hergestellt
werden, um den Anforderungen an die NMR-Spektroskopie zu genügen.
Besonders wichtige Kriterien der Synthese sind dabei die Reinheit
(geringe paramagnetische Verunreinigungen) und ein hoher Grad an Kristallinität.
Der Schwerpunkt des Projektes besteht zum einen darin, eine Substanzbasis
für das vorliegende und andere Teilprojekte des SFB zu bieten.
Andererseits sollen Struktur und Dynamik von adsorbierten Molekülen
oder molekularen Systemen mit diesen modernen Verfahren untersucht
werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Sonderfoschungsbereich 294, Teilprojekt G8)
Untersuchung der Dynamik inkommensurabel modulierter Kristalle
mit Methoden der kernmagnetischen Resonanz
Study of the dynamic of incommensurately modulated crystals by means
of nuclear magnetic resonance spectroscopy
Prof. Dr. Dieter Michel ( michel@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Abdoulaye Taye, Prof. Dr. Jörn Petersson, Dr.
Frank Decker (beide Universität des Saarlandes)
Bei einer bestimmten Temperatur Ti gehen einige dielektrische
Kristalle von einer normalen (N) Hochtemperaturphase in eine strukturell
inkommensurabel (IC) modulierte Phase über. Wegen dieser Inkommensurabilität
treten in IC-Systemen kollektive Anregungen mit extrem niedrigen Frequenzen
(sog. "Phasonen") bzw. mit höheren Frequenzen (sog.
"Amplitudonen") auf. Mittels der quadrupolgestörten
NMR-Spektroskopie, aber auch der Kernquadrupolresonanz und -relaxation
werden die niederfrequenten elementaren Anregungen und die damit verbundenen
kritischen Phänomene in den Kristallen Rubidiumtetrachlorozinkat
[RZC], Rubidiumtetrabromozinkat [RZB], Dichlorobiphenylsulfon [BCPS]
und Bis-chlorophenylsulfon]) untersucht. Durch die Untersuchungen
sind die berührten grundsätzlichen festkörperphysikalischen
Fragestellungen näher analysiert worden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel ( DFG)
Signalbearbeitung für Medizinische Magnetresonanz-Tomographie
und -Spektroskopie
Advanced Signal Processing for Medical Magnetic Resonance Imaging
and Spectroscopy
Prof. Dr. Dieter Michel ( michel@physik.uni-leipzig.de
), Dr. André Pampel, Ing. Christophe Mangeat, Ing. Eric Jullo
(beide Universität Lyon 1, Frankreich)
Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) -Methode hat sich zu einem sehr
wichtigen Verfahren der Medizin entwickelt. Ihre Anwendung schließt
die Bildgebung (Magnetic Resonance Imaging, MRI) und spektroskopische
Untersuchungen ein (Hochauflösende Magnetresonanz-Spektroskopie
(NMR oder MRS) in Verbindung mit bildgebenden Verfahren ein. Im vorliegenden
Projekt werden Methoden zur Datenauswertung entwickelt, die sich sowohl
auf neue mathematische Verfahren (Datenanalyse im Zeitbereich, Maximum
Entropie-Methoden, Lineare Prädiktionsverfahren) zur Auswertung
von MRS-Spektren beziehen als auch neue Methoden zur Berechnung und
Auswertung von Spindichteverteilungen (MR-Tomogramme) betreffen. Vor
allem werden moderne Quantisierungsalgorithmen (z.B. für die
Quantisierung von Metabolithen) erarbeitet. In Leipzig wird in enger
Kooperation mit den Universitäten Claude Bernard (Lyon 1) und
der Katholischen Universität Leuven jetzt ein neue Version des
Programmsystems entwickelt, die nicht mehr den Einsatz des MathLab
erfordert: Magnetic Resonance User Interface (MRUI).
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (EU:
Training and Mobility and Researchers)
Hochfeld NMR Spektroskopie
High-field NMR spectroscopy
Prof. Dr. Dieter Michel ( michel@physik.uni-leipzig.de
)
NMR-spektroskopische Untersuchungen bei sehr hohen Magnetfeldern
zur Untersuchung der Struktur und Dynamik von Molekülen in Wechselwirkung
mit festen Grenzflächen und mit biologischen Membranen sind durch
die Einführung von Methoden der Festkörper-NMR-Spektroskopie
sehr wesentlich verbessert worden. Die Anwendungen wurden möglich,
nachdem ein 750 MHz-NMR-Spek-trometer (mit einem "narrow bore"-Magneten)
an der TU München (Gruppe von Prof. Dr Horst Kessler) installiert
und mit einem entsprechenden Festkörperzusatz (Bewilligung für
Leipzig) ausgestattet wurde. Im Rahmen dieses Projektes, das die Reisekosten
für Messungen sicher gestellt hat, sind folgende Themen untersucht
worden: Solid state high-resolution NMR spectroscopy on quadrupole
nuclei (in zeolites and mesoporous materials) by means of multiple
quantum NMR (D. Freude et al.), Investigation of the association of
polypeptides on biological membranes (A. Pampel, F. Volke, D. Michel)
und Two-dimensional NMR spectrocopy of adsorbed molecules (D. Michel,
J. Roland).
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG)
ESR-, ENDOR- und ESEEM-Spektroskopie zur Struktur und Dynamik
von Molekülen in Wechselwirkung mit aciden Zentren an Festkörperoberflächen
ESR, ENDOR, and ESEEM spectroscopy of the structure and dynamics
of mole-cules in interaction with acid centres on solid surfaces
Dr. Andreas Pöppl ( poeppl@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Thomas Rudolf, Dipl.-Phys. Marlen Gutjahr
In diesem Projekt sollen acide Zentren in mikroporösen Materialien
unter Zuhilfenahme von paramagnetischen Adsorptionskomplexen, gebildet
durch elektrophile Sondenmoleküle, charakterisiert werden. Die
besondere Art dieser Komplexe läßt sich mittels Elektronen-Spin-Resonanz
und abgeleiteter Verfahren untersuchen. Im Mittelpunkt dieses Forschungsvorhabens
stehen dabei Adsorptionskomplexe, welche an einwertigen Kationen (Na+,
Li+, Cs+) als auch an Aluminiumdefektzentren
in den Zeolithen Y, Mordenit und ZSM-5 gebildet werden. Ausgehend
von bisher durchgeführten Experimenten werden Stickstoffmonoxid
(NO) und Di-tert-butyl-nitroxid (DTBN, (C4H9)2NO)
als paramagnetische Adsorbatmoleküle Verwendung finden. Dabei
gestatten ESR-Untersuchungen an NO-Adsorptionskomplexen sowohl Aussagen
über die Struktur des gebildeten Komplexes, somit auch des Adsorptionsplatzes,
die Dynamik des Sondenmoleküls und die elektrische Feldstärke
am Adsorptionsplatz als auch eine quantitative Bestimmung der Adsorptionsenergie
des Sondenmoleküles. Bei Verwendung von DTBN als Adsorbatmolekül
kann direkt der Einfluß des Adsorptionsplatzes auf die Spindichteverteilung
im Adsorbat studiert werden. Die Spindichteverteilung im DTBN-Molekül
kann dann als Maß für die Elektronenaffinität der
Adsorptionszentren betrachtet werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und DFG (Sonderforschungsbereich
294, Teilprojekt F7)
Hochfeld-EPR-Spektroskopie an monomeren und dimeren Stickstoffmonoxid-Komplexen
in Zeolithen
High-field EPR spectroscopy of monomer and dimmer nitric oxide complexes
in zeolites
Dr. Andreas Pöppl ( poeppl@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Martin Hartmann (Universität Kaiserslautern)
In diesem Projekt wird die Bildung und Struktur von monomeren und
dimeren Stickstoffmonoxid-Adsorptionskomplexen an Metallionen auf
Kationenplätzen in Zeolithen mit Hilfe der W-Band-Elektronen-Spin-Resonanz
(ESR)-Spektroskopie untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei NO-Adsorptionskomplexe,
die an einwertigen Kupferionen in Zeolithen vom Typ Cu-ZSM-5 gebildet
werden. Obwohl solche Materialien für die Reinigung von Abgasen
aus Verbrennungsmotoren von technologischem Interesse sind, konnten
die Strukturen der am Cu+-Ion gebildeten NO-Adsorbatkomplexe
weitgehend noch nicht aufgeklärt werden. Auf der Basis des hohen
spektralen Auflösungsvermögen der ESR-Spektroskopie bei
W-Band-Frequenzen sollen aus den Pulverspektren des monomeren Cu+-NO-Komplexes
die Hauptachsenwerte des g-Tensors und der 14N-
und 63Cu-Hyperfeinstruktur-Wechselwirkungstensoren und
die Lage dieser Tensoren bezüglich des g-Tensorhauptachsensystems
ermittelt werden. Im Fall der dimeren Cu+-(NO)2-Komplexe
ist zusätzlich der Feinstrukturtensor dieser Triplettsysteme
zu bestimmen. Diese Daten erlauben dann eine detaillierte Strukturbestimmung
der gebildeten -Adsorptionskomplexe. Für die bisher nur wenig
untersuchten dimeren NO-Spezies sind zum Vergleich Messungen am NaA-Zeolithen
vorgesehen, in denen chemisch stabile dimere NO-Adsorptionskomplexe
erzeugt werden können.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Schwerpunktprogramm "Hochfeld-EPR in Biologie, Chemie, Physik")
Nukleare Festkörperphysik
Nuclear Solid State Physics
Die Leipziger Hochenergie-Nanoionensonde "LIPSION"
The Leipzig high energy ion nanoprobe "LIPSION"
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), PD Dr. Rolf-Horst Flagmeyerå, Dipl.-Phys. Johannes Heitmann,
Dr. Dietmar Lehmann, Dipl.-Phys. Tilo Reinert, Dipl.-Phys. Daniel
Spemann, Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Tröger, Dr. Jürgen Vogt
Die Hochenergie-Nanoionensonde, bestehend aus dem neu entwickelten
3MV-SINGLETRONTM-Beschleuniger (HVEE) und dem Ionenmikroskop
mit sepa-riertem, magnetischem Quadrupol-Quadruplet MPU-3 (MARC),
ist seit nunmehr zwei Jahren im Probebetrieb. Durch simultane Aufnahme
der protoneninduzierten Sekundärelektronen, der charakteristischen
Röntgenstrahlung sowie der gestreuten und transmittierten Ionen
wurden aussagekräftige, mikroskopische Bilder der Dichte- und
Elementverteilung in diversen Proben (Halbleiter-, Zahn-, Knorpel-,
Knochen- und Mineralproben) sowie von Oberflächenstrukturen (LSI-Schaltkreise,
Teststrukturen) gewonnen. Durch Optimierung der Systemein-stellungen
und Aufbau einer Abschirmung gegen magnetische Störfelder gelang
es, die laterale Auflösung deutlich zu verbessern: 40 nm (Weltrekord)
im Trans-missionsmode und 300 nm für den Röntgennachweis.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG,
HBFG-Verfahren)
Visualisierung des Kollagengerüsts im Gelenkknorpel
Visualisation of collagen fibres of joint cartilage
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Tilo Reinert, Dr. Jürgen Vogt
Im Gelenkknorpel liegt das kollagene Fasernetz in unterschiedlicher
Strukturie-rung und Dichte vor, die sich mittels Magnetresonanzmikroskopie
nachweisen lässt (Kooperation mit dem Institut für Medizinische
Physik und Biophysik). Die kollagenen Fasern und deren Ausrichtung
konnten durch höchstauflösende Messungen sichtbar gemacht
werden. Dabei ergab sich der Hinweis auf eine Anordnung der Kollagenfibrillen
zu tubulären Strukturen. Die tomographische Transmissionsionenmikroskopie
(STIM-Tomographie) wird zur Untersuchung der räumlichen Anordnung
der kollagenen Strukturen angewandt. Daraus werden Erkenntnisse über
die Funktion und Bedeutung der verschiedenen Kollagenstrukturen erwartet.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Innovationskolleg "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt M)
Einzelionenbeschuß lebender Zellen
Single ion bombardment of living cells
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Tilo Reinert, Dr. Judith Tanner (Klinik und Poliklinik
für Strahlentherapie, Universität Halle), Dr. Jürgen
Vogt
In der Therapie maligner Erkrankungen wird Bestrahlung eingesetzt,
um Tumoren zu verkleinern. Die Bestrahlung löst in Zielzellen
Reaktionen wie genomische Instabilität, Mikronuklei und Apoptose
aus. Neuere Erkenntnisse belegen, daß dieselben Reaktionen in
unbehandelten, nicht-bestrahlten Nachbarzellen (bystander cells) ausgelöst
werden durch den sogenannten Bystander-Effekt. Der genaue Mechanismus
dieses Effektes, seine Häufigkeit und Bedeutung ist bis heute
unklar. Zur Untersuchung des Bystander-Effekts eignet sich der Beschuß
lebender Zellen mit einzelnen Ionen an genau definierten Stellen (Zellwand,
-Kern, usw.) sehr gut. Dazu wurden an der Hochenergie-Ionensonde LIPSION
Vorversuche zur Positionierung des Ionenstrahls mit einer Genauigkeit
von besser als 100 nm durchgeführt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(EU: Marie Curie Host Fellowship)
Untersuchung historischer Knochen mittels Ionolumineszenz und mikroPIXE
Investigation of ancient human bone by means of ionoluminescence
and micro PIXE
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Daniel Spemann, Dipl.-Phys. Steffen Jankuhn, Dr. Jürgen
Vogt
Um Aussagen über lagerungsbedingte postmortale Veränderungen
des Elementgehalts historischer Knochen treffen zu können, wurden
Verteilungen ausgewählter Elemente und die Ionolumineszenz an Femur-Querschnitten
historischer Knochen untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß
es zu einem lagerungsbedingten Eintrag von Mn kommt, das teilweise über
den Ionenaustauschprozeß Ca2+ <--> Mn2+
in das Knochenmineral eingebaut wird. Der Eintrag von Mn erfolgt vorzugsweise
durch die das Knochengewebe durchziehenden Kanäle und ist damit
lateral stark inhomogen. Diese lagerungsbedingten postmortalen Veränderungen
sind auf eine Tiefe von 2 mm bzgl. der äußeren Knochenoberfläche
beschränkt.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG: Innovationskolleg
"Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen", Teilprojekt M)
Analyse der Haupt- und Spurenelementgehalte an historischen menschlichen
Knochen mit Ionenstrahltechniken
Main and trace element analysis of ancient human bone via ion beam
techniques
Dipl.-Phys. Steffen Jankuhn ( jankuhn@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz, Dr. Jürgen Vogt
Am Oberschenkelhals menschlicher Femora des 6.-8. Jh. n. Chr. werden
die Knochenmineraldichte (BMD) (Kooperation mit dem Institut für
Anthropologie und Humangenetik für Biologen, Universität
Frankfurt am Main) und die Haupt- und Spurenelementkonzentrationen
(Kooperation mit dem Institut für Kernphysik, Universität
Frankfurt am Main) bestimmt, um Rückschlüsse auf Lebensumstände
und Gesundheitsstatus Merowingischer Populationen zu gewinnen. Als
Analysemethoden kommen Ionenstrahlmethoden (PIXE, PIGE, BS) und Röntgenfluoreszenzanalyse
(XRF) zum Einsatz. Durch Vergleich der Elementgehalte von Knochenproben
vergleichbarer Populationen (Alterszusammensetzung, Liegezeit u. a.)
von vier Fundstätten in Rheinland-Pfalz mit anderen spezifischen
Merkmalen des menschlichen Skeletts (BMD, Alter, Geschlecht) wurden
signifikante Korrelationen gefunden, die eine genauere Charakterisierung
dieser Populationen ermöglichen.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung
Charakterisierung von Zn2-2xCuxInxS2
-Dünnschichten mittels RBS und PIXE
Characterization of Zn2-2xCuxInxS2
thin films by means of RBS and PIXE
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Daniel Spemann, Dr. Jürgen Vogt
Dünne Schichten aus Zn2-2xCuxInxS2-Mischkristallen
sind vielversprechende Materialien im Hinblick auf ihre Verwendung
als Absorberschichten in Dünnschichtsolarzellen. Zur Optimierung
ihrer elektronischen Eigenschaften und der Kristallqualität werden
sie mit unterschiedlichen Zusammensetzungen auf verschiedenen Substraten
mittels PLD abgeschieden. Die Bestimmung der Elementzusammensetzung
und lateralen Homogenität erfolgt ortsaufgelöst unter Nutzung
von 2 MeV He+- und H+-Ionenstrahlen mittels
Rutherford-Rückstreuung (RBS) und teilcheninduzierter Röntgenemission
(PIXE). Die Kristallperfektion wird mit RBS unter Nutzung des Gitterführungseffektes
untersucht.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Lumineszenz geordneter Si-Strukturen in SiO2
Luminescence of ordered Si-structures in SiO2
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Johannes Heitmann, Dr. J.C. McCallum (University of
Melbourne, Australien), Dr. Jan Meijer (Ruhr-Universität Bochum),
Dr. Andreas Stephan (Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Margit
Zacharias (MPI für Mikrostrukturphysik Halle)
Trotz umfangreicher Untersuchungen in den letzten Jahren ist der
Mechanismus der Lumineszenz von Si-Nanokristallen (nc-Si) in oxidischer
Matrix immer noch nicht vollständig verstanden. Wir haben gezeigt,
daß es möglich ist, durch Ionen-implantation von Si in
SiO2 mit dem Schwerionenprojektor der Ruhr-Universität-Bochum,
geordnete Si-Punktarrays mit µm und sub-µm großen
lateralen Ausdehnungen herzustellen. Sie zeigen nach einer Temperung
ein starkes Photolumineszenzsignal bei Raumtemperatur. Die deutliche
Rotverschiebung der Lumineszenz mit wachsender Implantationsdosis
entspräche der Erklärung der Lumineszenz durch das Quantum
Confinement Modell, allerdings konnten weder durch hochauflösende
Transmissionselektronenmikroskopie noch durch Röntgenbeugungsmessungen
Si-Nanokristalle nachgewiesen werden. Der Mechanismus, der die beobachtete
Lumineszenz erklärt, ist daher Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG:
Innovationskolleg "Phänomene an den Miniaturisierungsgrenzen",
Teilprojekt M)
Enzymatische Quecksilber-Detoxifikationsstudien mit 199mHg-TDPAC
Enzymatic mercury detoxification studies via 199mHg TDPAC
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz
Durch Vergleich der Kernquadrupolaufspaltung von 199mHg
in verschiedenen zweifach, dreifach und vierfach Schwefel-koordinierten
Modellverbindungen gelingt es, die Hg-Koordination in dem Regulatorprotein
MerR des enzymatischen Quecksilberdetoxifikationssystems eindeutig
als dreifach cysteinligandiert zu bestimmen. Außerdem wurden
umfangreiche Studien zur Quecksilber-Ionenreduk-tase MerA sowie zu
zahlreichen Mutanten davon durchgeführt.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Monomolekulare Adsorbatschichten von Makromolekülen auf atomar
glatten Festkörperoberflächen
Monomolecular adsorbates of macromolecules on atomically flat solid
surfaces
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz, Prof. Dr. Mathias Lösche
Mit Radioisotopen markierte Makromoleküle werden auf atomar
glatten Oberflächen adsorbiert. Durch die Messung der Kernquadrupolwechselwirkung
der Marker via gestörter gamma-gamma-Winkelkorrelation
wird der Orientierungsgrad der Adsorbatschicht bestimmt. Im Vordergrund
stehen dabei die globulären Elektrontransferproteine Azurin,
Stellacyanin und Plastocyanin. Diese Proteine werden entweder direkt
auf die Oberfläche physisorbiert oder durch - über ortsgerichtete
Mutagenese erzeugte - Ankermoleküle an der Proteinoberfläche
chemisorbiert. Mittlerweile gelang es, monomolekulare Adsorbatschichten
von Stellacyanin auf MoS2 mit lateralen Abmessungen im
Bereich von einigen Zehntel µm herzustellen. Es gibt deutliche
Hinweise auf eine 2D-Ordnung. Im weiteren Verlauf des Projekts sollen
mit den Adsorbatschichten Untersuchungen zum Elektrontransfer in diesen
Systemen vorgenommen werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (BMBF)
Untersuchungen zur molekularen Integrität von Radiopharmaka
unter Applikationsbedingungen mit TDPAC
Investigations of the molecular integrity of radiopharmaceuticals
under application conditions via TDPAC
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz, Dr. Roger Alberto (Universität Zürich),
Prof. Dr. Pius A. Schubiger, Dr. Daniela Angst (beide Paul-Scherrer-Institut,
Villigen/Schweiz)
Das Radionuklid 111Ag ist als fast reiner beta -Strahler
mit einer Halbwertszeit von 7,5 d ein idealer Kandidat für die
systemische Radioimmunotherapie. Dazu muss [111Ag]+
quantitativ unter Applikationsbedingungen (physiologisches Milieu,
picomol-Mengen) in-vivo-stabil durch geeignete Liganden komplexiert
und an ein tumorspezifisches Trägermolekül (tumour seeking
agent) gekoppelt werden. Konventionelle Methoden der Strukturaufklärung
sind in diesem Spurenkonzentrationsbereich nicht einsetzbar. 111Ag
wird als Sonde für die zeitdifferentielle gestörte gamma-gamma-Winkelkorrelation
(TDPAC) benutzt, um über die Kernquadrupolwechselwirkung den
Anteil der komplexierten Radionuklide und die Koordination des Ag-Komplexes
zu bestimmen. In die Untersuchungen wurden verschiedene Thiokronenether,
Kryptanden und Podanden einbezogen, die klare Aussagen über Koordinationsgeometrien
- auch in gefrorenen Lösungen - erlauben.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Koordinationsstudien von Schwermetallionen in Metallothioneinen
Coordination studies of heavy metal ions in metallothioneines
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz, Dr. Peter Faller (CEA, Saclay, Frankreich),
Prof. Dr. Milan VaÜák (Universität Zürich)
Metallothioneine sind eine Gruppe von hitzebeständigen, kleinen,
cysteinhaltigen Proteinen, die eine hohe Affinität zu d10-Metallionen
[z.B. Ag(I), Zn(II), Cd(II) Hg(II)] besitzen und eine wesentliche
Rolle bei der Schwermetalldetoxifikation sowohl bei Pflanzen als auch
bei Tieren spielen. Über die Kernquadrupolwechselwirkung (NQI)
der Sonden 111mCd und 199mHg, die mit der Methode
der zeitdifferentiellen gestörten gamma-gamma-Winkelkorrelation
(TDPAC) gemessen wird, werden die Bindungsplätze dieser Metallionen
in Metallothioneinen identifiziert (Koordina-tionszahl, -geometrie
und Art der Liganden). Abhängig vom Verhältnis Metall /
Metallothionein werden unterschiedliche Koordinationsgeometrien beobachtet:
bei Metallunterschuß überwiegt die zweifache Koordination.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung
Vielfarbiges Glas im spätkeltischen Europa (3.-1.Jh. v. Chr.),
Untersuchungen zur Herkunft und Herstellung
Multicoloured glass from the late celtic period in Europe (3rd ...
1st century BC), investigations of provenance and production
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Tilman Butz, Dr. Jürgen Vogt, Dr. Dietmar Lehmann,
Dr. Ursel Wagner, Prof. Dr. Friedrich E. Wagner (beide Technische
Universität München), PD Dr. Rupert Gebhart (Prähistorische
Staatssammlung München)
An der Leipziger Hochenergie-Ionen-Nanosonde LIPSION werden an keltischen
Glasproben mit einem Ionenstrahl völlig zerstörungsfrei
zweidimensionale, oberflächennahe Elementverteilungen mit PIX(G)E
(Particle Induced X-ray (Gamma) Emission) im ppm-Bereich bestimmt.
Zusätzlich werden mit RBS (Rutherford Backscattering) Tiefen-Elementkonzentrationsgradienten
gemessen. Durch Vergleich unterschiedlicher Gläser verschiedener
Provenienz werden Informationen zur Herkunft und zum Herstellungsprozeß
erhalten.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung
Untersuchung der Korrosion von Ni-Elektroden mittels 111In(EC)111Cd-TDPAC
111In(EC)111Cd-TDPAC studies of the
corrosion of nickel electrodes
PD Dr. Wolfgang Tröger ( troeger@physik.uni-leipzig.de
), cand. phys. Frank Heinrich, Prof. Dr. Tilman Butz
Diese Untersuchungen befassen sich mit der Korrosion von Batterieelektroden
während der Lagerung. Die Elektroden bestehen dabei aus einem
mit Nickel veredelten Stahl der Firma Hille & Müller. Als
Methode wird die zeitdifferentielle gestörte Zn2-2xCuxInxS2
gamma-gamma-Winkelkorrelation (TDPAC) verwendet. Damit lassen
sich chemische Veränderungen der oberflächennahen Bereiche
der Elektroden anhand der Abnahme der Intensität des magnetischen
Signals von Nickelmetall und der Zunahme von Kernquadrupolsignalen
des chemisch veränderten Nickels beobachten. Mit diesen Untersuchungen
konnte die Dicke der korrodierten Schicht auf kleiner als 60 nm beginnend
von der Elektrodenoberfläche bestimmt werden.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (Firma Hille & Müller Düsseldorf)
TDPAC-Untersuchungen an Molybdän- / Wolfram-haltigen Komplexen
TDPAC investigations of Molybdenum / Tungsten containing complexes
Prof. Dr. Tilman Butz ( butz@physik.uni-leipzig.de
), Prof. Dr. Sun Guida, Prof. Dr. Liu Weiqiao, PD Dr. Wolfgang Tröger
Ziel dieser Untersuchungen ist die Aufklärung der Wertigkeit und
Metallkoordination in Wolfram- bzw. Molybdän-haltigen Komplexen.
Diese Studien dienen als Vorbereitung für spätere Experimente
an Wolfram- bzw. Molybdän-haltigen Proteinen methanogener Archaebakterien.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung
Supraleitung und Magnetismus
Superconductivity and Magnetism
Wärmeabgabe in Supraleitern, Gläsern und magnetischen
Materialien bei tiefen Temperaturen
Heat Release in Superconductors, Glasses and Magnetic Materials
at Low Temperatures
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Hans-Christoph Semmelhack
Untersucht wird die Wärme, die in verschiedenen Materialien
durch Relaxation von angeregten Niedrig-Energie-Zuständen bzw.
von ferro- bzw. antiferromagnetischer Domänen- oder durch Flussschlauchbewegung
abgegeben wird. Die Untersuchung der zeit- und temperaturabhängigen
Wärmeabgabe ermöglicht die Messung der Zustandsdichte sowie
der Energiegrenze von Systemen, die durch Quantum-Tunneling und/oder
thermisch aktivierte Prozesse relaxieren.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Wärmetransport in Supraleitern
Thermal Transport in Superconductors
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Roberto Ocaña
Die Magnetfeld- und Temperaturabhängigkeit des Wärmetransports
in schwach und stark anisotropen HTSL und in polykristallinen Supraleitern
(niedrige Tc) wird untersucht. Die Messungen sollen zur
Klärung der Wechselwirkung zwischen Phononen und dem Flussliniengitter,
des elektronischen Beitrages zur Wärmeleitfähigkeit und
des Einflusses der Polykristallinität dienen.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Lokale und nichtlokale Untersuchungen von Flusslinienbewegungen
in Supraleitern
Local and Non-Local Studies of Vortex Dynamics in Superconductors
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Falk Mrowka, Prof. Dr. Eli Zeldov (Weizmann Institut
Rehovot/Israel)
Vortex Dynamics in conventional and high-temperature superconductors
are investigated by novel experimental techniques. The main objectives
of the project are the study of (a) the local distribution of the
electrical transport current and magnetization, (b) the non-local
in-plane resistance, (c) the relationship between volume pinning force
and the elastic coupling of vortices.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (German-Israeli-Foundation)
Magnetische Eigenschaften von Schichtstrukturen aus Supraleitern
und magnetischen Oxiden
Magnetic Properties of Structured Layers of Superconductors and
Magnetic Oxides
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Roland Höhne, Dipl.-Phys. Alexey Pan, Dr. Michael Ziese
Das Projekt beinhaltet Untersuchungen der Temperatur-, Magnetfeld-
und Winkel-abhängigkeit der magnetischen Eigenschaften und der
Transporteigenschaften mikrostrukturierter Schichten aus herkömmlichen
bzw. Hochtemperatursupraleitern und dünnen magnetischen Schichten
sowie Supergittern aus nichtmetallischen Komponenten.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel (DFG)
Tiefsttemperaturanlage
Ultralow Temperature Facility
Dr. Reinhard König ( reinhard@btp9x5.phy.uni-bayreuth.de
)
Koordination des Programms zur Durchführung wissenschaftlicher
Arbeiten an den kryotechnischen Anlagen (Physikalisches Institut,
Universität Bayreuth); Assistenz im Projektmanagement (TMR Large
Scale Facility Project), Durchführung von Experimenten (Untersuchung
kondensierter Materie bei sehr tiefen Temperaturen); Betreuung und
Betrieb der kryotechnischen Anlagen; Betreuung der Gastwissenschaftler
bzw. deren experimenteller Arbeiten; Planung und Vorbereitung der
wissenschaftlichen Gastexperimente bzw. Fortführung der Experimente
nach Beendigung des Gastaufenthaltes.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (EU: TMR-Programm)
Projektbezogener Wissenschaftleraustausch mit Brasilien (Projetos
de Cooperação Universitária entre o Brasil e a
Alemanha)
Exchange of Scientists with Brasil
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Falk Mrowka, Prof. Dr. Sergio Moehlecke (University
of Campinas, Brasilien)
The aim of the cooperation is the study of superconducting properties
of high-temperature superconductors by different techniques used in
Leipzig and Campinas. Two main questions are addressed: (a) the shear
stiffness of the flux-line-lattice, and (b) the magnetic properties
of graphite.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Drittmittel (DAAD)
Projektbezogener Personenaustausch mit Spanien - Acciones Integradas
Hispano-Alemanas
Exchange of Scientists with Spain
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dipl.-Phys. Roberto Ocaña, Prof. Dr. Sebastian Vieira (Universidad
Autonoma de Madrid / Spanien)
The project is based on two different fields of condensed matter
physics at low temperatures. The first part of the project is the
study of the thermodynamic properties of different B2O3
glasses at temperatures T < 2 K. The objective of the second part
is the study of the influence of the magnetic field on the thermal
transport of high-temperature superconductors.
Weiterführung: nein
Finanzierung: Drittmittel (DAAD)
Wechselspiel zwischen Supraleitung und Magnetismus in Graphit
und in ungeordneten Metallen
Interplay between Superconductivity and Magnetism in Graphite and
Disordered Metals
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
), Dr. Kyoo-hyun Han, Dipl.-Phys. Heiko Kempa
Das Hauptanliegen des Projektes ist die Charakterisierung der magnetischen
und der Transporteigenschaften von massivem und pulverförmigem
Graphit und die Identifizierung von Bereichen in Graphit mit Eigenschaften,
die denen der supraleitenden und der ferromagnetischen ähnlich
sind. Des Weiteren soll wandernder Ferromagnetismus und seine Abhängigkeit
von der Unordnung in Metallen untersucht werden, im Besonderen an
NbxPt1-x .
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG)
Magnetotransport in Oxidschichtsystemen
Magnetotransport in Oxid Thin Film Systems
Prof. Dr. Pablo Esquinazi ( esquin@physik.uni-leipzig.de
)
Das geplante Arbeitsprogramm beinhaltet die Erforschung der Mechanismen
des spinpolarisierten elektrischen Transports durch Grenzschichten
innerhalb dünner Oxidschichtsysteme. Als ferromagnetische Komponenten
dieser Schichtsysteme werden wir folgende Substanzen verwenden: Fe3O4,
MxFe3-xO4 (M: Co, Ni, Mg, Ti) und
La0.7A0.3MnO3 (A: Ca, Sr, Ba, Pb).
Diese Materialien sollen sowohl als Quelle als auch als Filter von
hoch-spin-polarisierten Elektronen benutzt werden. Ziel ist es, die
Wechselwirkungsmechanismen an den Grenzflächen zwischen Schichten
unterschiedlicher elektrischer, magnetischer und struktureller Eigenschaften
aufzuklären.
Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltfinanzierte Forschung und Drittmittel
(DFG)
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