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Forschungsbericht 2000
 
 
Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig
Simon-Dubnow-Institute for Jewish History and Culture at the University of Leipzig

Kontakt

 

 
Leiter Professor Dr. Dan Diner
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Goldschmidtstraße 28, 04103 Leipzig

(03 41) 217 35 50
(03 41) 217 35 55
dubnow@rz.uni-leipzig.de
http://www.dubnow-institut.de


 

Überblick

 

 
Forschungsprojekte
Research Projects

Veröffentlichungen
Publications

Vorjahre
Previous Years
Mitgliedschaften in Gremien etc.
Membership of Committees

 

Nationale und internationale Forschungskooperation

Das DI ist von seiner thematischen Ausrichtung her international ausgerichtet. Es verknüpft allein von seinem Gegenstand her nicht nur den Kulturraum Ost-, Mittel- und Westeuropas, sondern auch Israel und die Vereinigten Staaten. Wissenschaftskooperation ist mit thematisch ähnlich gehaltenen Institutionen im weiteren Ausland angestrebt bzw. bereits eingeleitet. In Israel besteht die Absicht, mittelfristig eine Dependence des DI einzurichten, um dort die Wissenschaftskooperation mit dem Freistaat Sachsen zu intensivieren. Einladungen an Gastwissenschaftler sollen vorrangig an Kooperationspartner ergehen.

Nationale und internationale Kooperationspartner sind:

Frankreich

  • École Pratique des Hautes Études, Section des Sciences Religieuses, Paris

Israel

  • Hebrew University, Department of Jewish History
  • Hebrew University, Institute of Contemporary Jewry
  • The Franz Rosenzweig Research Center for German-Jewish Literature and Cultural History, Hebrew University of Jerusalem
  • University of Haifa
  • Ben-Gurion University of the Negev, Beer-Sheva
  • The Van Leer Jerusalem Institute

Polen

  • Anielewicz - Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Warschau / Historisches Institut
  • Zydowski Instytut Historyczny, Warszawa
  • Deutsches Historisches Institut, Warszawa

Schweiz

  • Historisches Seminar, Universität Basel

USA

  • University of Illinois /Urbana-Champaign
  • University of Chicago
  • University of Illinois / Chicago

Großbritannien

  • Oxford Center for Hebrew and Jewish Studies, University of Oxford
  • Parkes Center for Jewish / non-Jewish relations, University of Southampton

Deutschland

  • Gerhard-Mercator-Universität, Gesamthochschule Duisburg, Jüdische Studien
  • Ludwig-Maximilians-Universität, Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur
  • Technische Universität Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung
  • Universität Erfurt, Lehrstuhl für Judaistik
  • Universität Hamburg, Institut für die Geschichte der Deutschen Juden
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Seminar für Judaistik / Jüdische
    Studien
  • Hochschule für Jüdische Studien, Heidelberg
  • Geisteswissenschaftliches Zentrum Leipzig, Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V.
  • Herder Institut Marburg
  • Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden
  • Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. Dresden
  • Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte Frankfurt am Main
  • Einstein-Forum Potsdam
  • Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Österreich

  • Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften Wien

 

Forschungsprojekte / Research Projects

Geschichte der Juden im 19. und 20. Jahrhundert
History of the Jews in the 19th and 20th century

Prof. Dr. Dan Diner ( hammer@dubnow.de ), Markus Kirchoff M.A.

Das Forschungsprojekt sucht jüdische Geschichte neu zu interpretieren und sie in universalhistorischer Absicht als Historie von Juden dem Korpus allgemeiner Geschichte zu integrieren. Solche universelle Kontextuierung erlaubt die Erfahrungsgeschichte von Juden als Indikator und Seismograph der großen historischen Entwicklungen des 19. wie des 20. Jahrhunderts zu verstehen. Schließlich zeichnet sich am jüdischen Schicksal die Dialektik der Moderne von der Emanzipation bis zur Katastrophe der Vernichtung in besonders dramatischer Weise ab. Es gilt also, den jüdischen "Text" als spezifische und von Juden gemachte Erfahrung in den Kontext der universellen historischen Zeitbewegung hinein zu versetzen. Dies soll anhand der zentralen Achse der Migration erfolgen.

Geplant ist eine zweibändige Veröffentlichung der Forschungsergebnisse.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel (Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)


Editionsprojekt: Simon Dubnow "Buch des Lebens. Erinnerungen und Gedanken. Materialien zur Geschichte meiner Zeit"
German edition of Simon DubnowÆs "The Book of my life. Materials for a history of my time." [in Russian]

Dr. Verena Dohrn ( hammer@dubnow.de )

Geplant ist eine dreibändige textkritische Edition der Erinnerungen Simon Dubnows (1860-1941) nach der russischen Ausgabe Viktor E. KelÆners (St. Petersburg 1999). Simon Dubnow ist nicht nur einer der ersten und bekanntesten Forscher auf dem Gebiet der russisch-jüdischen Geschichte und Verfasser einer zehnbändigen "Weltgeschichte des jüdischen Volkes", sondern zugleich auch Namensgeber des Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Mehr noch als seine Geschichtswerke geben Dubnows
Lebenserinnerungen den Blick auf die Brüche und Widersprüche in seinem politischen Denken und Handeln frei. Dubnow erscheint darin nicht nur als Historiker und geistiger Vorkämpfer eines nationalen jüdischen Selbstbewußtseins, sondern außerdem als aufmerksamer Zeitzeuge von Erstem Weltkrieg, Russischer Revolution, Stalinismus und aufkommendem Nationalsozialismus.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Mandat, Fürsprache, Vormundschaft. Repräsentanz sozialer Minderheiten am Beispiel europäischer Judenheiten vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis 1921
The dialectics of mandatation. Representing French, German and Polish Jewries from 18th to 20th century

Dr. François Guesnet ( guesnet@dubnow.de )

Das Habilitationsvorhaben verfolgt Erscheinungsformen jüdischer politischer Kultur in Europa von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis zu den Ergebnissen des Ersten Weltkriegs. Ausgangsthese ist die Annahme, dass die Spitzen der traditionalen jüdischen Hierarchie in Europa über ihre Formen der Kommunikation mit den nichtjüdischen Machteliten sowohl eine eigene politische Sphäre wie auch eine kollektive Auffassung von Judenheit schufen. Diese These wird anhand der großen Umwälzungen in der europäisch-jüdischen Geschichte überprüft. Beginnend mit der ersten internationalen Intervention zugunsten einer bedrohten Gemeinde (Prag 1744/45) über die Erschütterungen, die mit dem Ende des Ancien Régime verbunden waren, zur Damaskus-Affaire 1840 und dem Wendejahr 1881 werden jüdische Interventionen auf Mandatierung, Legitimation, Vertretungsanspruch und Kollektivgedanke, wie er im Handeln der Beteiligten zum Ausdruck kam, untersucht.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Die rumänischen Juden und die Interventionen der Großmächte zwischen 1830-1920
The Romanian Jews and the interventions of the great powers between 1830-1920

PD Dr. Mariana Hausleitner

Für dieses viermonatige Projekt wurde ein Zeitabschnitt gewählt, der für die spätere Position der Juden in der rumänischen Gesellschaft zwar prägend war, in der Forschung bisher aber nur sehr wenig Beachtung gefunden hat . Dabei wurde auf der Basis rumänischer Parlamentsdebatten des 19./20. Jahrhunderts, zeitgenössischer Darstellungen sowie wissenschaftlicher Fachliteratur eine Synthese über die rechtliche und soziale Stellung der Juden in Rumänien zwischen Aufhebung des osmanischen Handelsmonopols 1829 und der Pariser Friedenskonferenz bzw. den Minderheitenschutzverträgen des Jahres 1919 erarbeitet.

Weiterführung: nein

Finanzierung: Haushaltsmittel


Diskursgeschichte der Assimilation. Jüdisch-deutsche Angleichungsprozesse und das Wissen vom Lebendigen 1780 - 1848
The discursive history of assimilation. Jewish-German processes of assimilation and the knowledge of living 1780 - 1848

Dr. Susanne Omran ( omran@dubnow.de )

Das Projekt thematisiert eine seit 1800 bestehende Deutungstradition deutsch-jüdischer Geschichte, die sich auf das Konzept der "Assimilation" bezieht. Untersucht werden die vielfältigen, bisher vernachlässigten Diskurskontexte, die dem Assimilationsbegriff seine außerordentliche historische Wirksamkeit verliehen haben. "Assimilation" erweist sich dabei als eine Schlüsselkategorie von Interkulturalität, deren historisch-systematische Analyse einen entscheidenden Aspekt der Vorgeschichte gegenwärtiger kultureller Identitätsbildungen und einer damit verbundenen Inklusion und Exklusion von "Fremdem" zutage fördern kann.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Drittmittel (Volkswagenstiftung, Hannover)


BÆnai BÆrith in Mitteleuropa. Zur Geschichte der jüdischen Logenorganisation
BÆnai BÆrith in Central Europe. On the history of the Jewish lodge

Dr. Andreas Reinke ( reinke@dubnow.de )

Ziel des Projektes ist es, die Tätigkeit und Aktivitäten der Logenorganisation BÆnai Brith in Deutschland sowie in den angrenzenden mitteleuropäischen Regionen und Ländern zu untersuchen. Die Organisation, 1843 in den USA begründet, faßte in Europa zuerst 1882 in Deutschland Fuß und etablierte sich von hier in der Folgezeit u.a. in der Habsburger Monarchie bzw. in den hieraus hervorgegangenen Nachfolgestaaten Österreich, der Tschechoslowakei und Polen. Was die verschiedenen nationalen Logenorganisationen zunächst miteinander verband, waren ihre karitativen, sozialen, erzieherischen und geselligen Zielsetzungen. Aufgrund einer relativ exklusiven Aufnahmepraxis hatten die Logen zwar - gemessen an der Zahl der jüdischen Gesamtbevölkerung in den einzelnen Ländern - nur eine geringe Mitgliederzahl. Dennoch übten sie einen erheblichen Einfluß aus und stellten einen wichtigen Faktor innerhalb des Aufbaus der modernen jüdischen Wohlfahrtspflege dar.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Juden , Reisen, Heimat. Von der Frühen Neuzeit bis zur Staatsgründung Israels 1948
Jews, travels, homeland. From the early modern period to the foundation of the state of Israel in 1948.

Dr. Desanka Schwara , in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Basel (Schweiz)

Gefühle der Zugehörigkeit stehen im Mittelpunkt des Habilitationsvorhabens über Reisen und das Heimatverständnis der jüdischen Bevölkerung in der osteuropäischen Diaspora. Die Juden galten meist als Inbegriff des "Fremden". Von behördlicher Seite wurden sie in der Regel nicht als Individuen, sondern kollektiv als (die fremde) Bevölkerungsgruppe erfaßt. Ihre soziale Position wurde ihnen pauschal als "Juden", nicht aber personal aus sachlichen Gründen zugewiesen. Dieses Projekt setzt sich deshalb mit der Frage auseinander, wie die jüdische Bevölkerung selbst ihre Stellung in den Gebieten empfand, in denen sie lebte. Es wird untersucht, ob auch diese "Fremden" enge gefühlsmäßige Bindungen, Heimatgefühle, zu ihren Wohngegenden entwickelten, und ob sich diese Empfindungen von denen der nichtjüdi-schen Bevölkerungsmehrheiten unterschieden. Außerdem werden Kontakte zwischen Juden und Reisenden, die innerhalb ihrer eigenen Gruppe ebenfalls isoliert und fremd waren, mit einbezogen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushalts- u. Drittmittel (Schweizerischer Nationalfond zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses)


Von den Rechtsnormen zur Rechtspraxis. Ein neuer Zugang zur Rechtsgeschichte der Juden im Heiligen Römischen Reich?
From legal norms to their application by the courts. A new approach to the legal history of the Jews in the Holy Roman Empire?

Das Projekt wird gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt/Main), dem Lehrstuhl für Judaistik der Universität Erfurt und dem Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig getragen. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Andreas Gotzmann, Dr. Stefan Ehrenpreis und Dr. Stephan Wendehorst, federführend (wendeho@rz.uni-leipzig.de ).

Primäres Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Juden betreffende Rechtsprechung durch nicht-jüdische sowie durch jüdische Gerichte zu untersuchen und dadurch einen neuen Zugang zur rechtlichen Lage der Juden in der frühen Neuzeit zu eröffnen. Die Juden betreffende Rechtspraxis wird anhand von Fallstudien, der Rechtsprechung ausgewählter christlicher und jüdischer Gerichte systematisch erschlossen und analysiert. An der Schnittstelle von deutscher, italienischer und jüdischer Geschichte sowie der Rechtsgeschichte der frühen Neuzeit gelegen, zielt das Vorhaben auch darauf ab, Diskussionen, die innerhalb dieser historischen Teildisziplinen oft in völliger Isolation voneinander geführt werden, miteinander zu verknüpfen.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Jüdische Historiker in Lemberg 1900-1939 (Promotionsvorhaben)
Jewish Historians in Lemberg 1900-1939

Maria Dold M.A. ( dold@dubnow.de )

In dem Dissertationsprojekt wird dem Leben und Wirken jüdischer Historiker in Lemberg in der Zeit von 1900 bis 1939 nachgegangen. Dabei geht es zum einen um so bekannte Namen der jüdischen-polnischen Historiographie, wie Mojżesz Schorr oder Ignacy Schipper. Zum anderen wird aber auch das weitere Umfeld einer Beschäftigung mit jüdischer Geschichte, also der Bereich der historiographischen und kulturellen Aktivitäten von geschichtsinteressierten Laien in Lemberg, mit einbezogen. Aus einer derartigen mikrohistorischen Betrachtungsweise ergeben sich neuartige Zusammenhänge zwischen dem Gebrauch von Geschichte und der Ausbildung eines jüdischen Eigenbewußtseins in Ostmitteleuropa während der kulturellen Blütezeit der jüdischen Gemeinschaft in Lemberg.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Ursachen und Folgen der Kosakenaufstände von 1591 - 1648 für das ukrainische Judentum (Promotionsvorhaben)
Causes and consequences of the revolts of Cossacks between 1591 - 1648 for Ukrainian Jewry

Robert Friedl M.A. ( friedl@dubnow.de )

Ziel der Dissertation ist die Untersuchung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen in der ukrainischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die starke soziale Spannungen auslösten und 1648/49 schließlich zu den größten Judenmassakern seit den Pestpogromen des Spätmittelalters führten. Die Erforschung der Problematik der Kosakenaufstände beinhaltet eine vergleichende Analyse der ökonomischen und sozialen Fragen, die gleichzeitig in den beiden gesellschaftlichen Gruppen der Juden und der Kosaken vorkamen. Während die Juden immer mehr Privilegien oder rechtliche Vergünstigungen erhielten, beschnitten die polnischen Magnaten zunehmend die Rechte und traditionellen Freiheiten der Kosaken. Die Kosaken setzten dieser angespannten und für sie unerträglichen Situation mit dem größten und zugleich letzten Aufstand der Jahre 1648/49 ein gewaltsames Ende. In dessen Verlauf wurden etwa 30.000 Juden umgebracht. Das einstmals blühende und gut organisierte Judentum in der Ukraine hörte zu existieren auf.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Odessa 1871 - 1921. Ein Beitrag zur Erfindung jüdischer Nation auf rußländischem Boden (Promotionsvorhaben)
Odessa 1871 - 1921. The invention of Jewish nation in an imperial Russian city

Alexis Hofmeister M.A. ( hammer@dubnow.de )

Die Dissertation fragt nach der Stellung der jüdischen Intellektuellen Odessas zwischen dem Pogrom von 1871und dem Beginn der Sowjetherrschaft. Ihre Reaktionen auf interethnische Gewalt und Akkulturation, demographischen Wandel und sozialen Aufstieg werden dabei als exemplarisch für ihre Generation verstanden. Herkunft und Lebenswelt ihrer Ideengeber spielten eine Rolle bei der Entstehung der säkularen jüdischen Nationalbewegung. Der in Odessa vergleichsweise bedeutende Sektor jüdischer Selbstorganisation im ökonomischen und pädagogischen Bereich steht als Indikator eines säkularen Ethnizitätsverständnisses im Zentrum einer strukturellen Untersuchung, welche den chronologisch angelegten generationellen Teil abrundet. Die Verbindung von Ideen- und Kulturgeschichte unter Berücksichtigung der Veränderung der sozialen Strukturen, in denen sich Jüdinnen und Juden des Russischen Reiches bewegten, kann als Versuch einer Kollektivbiographie zweier Generationen jüdischer Odessiten gewertet werden.

Weiterführung. ja

Finanzierung: Haushaltsmittel


Immigration und Integration der "Litwaken" in Kongreßpolen 1861-1939 unter dem Gesichtspunkt von Sprache als Indikator für Integration (Promotionsvorhaben)
Immigration and integration of the "Litvaks" in Poland 1861 - 1939 from the vantage point of language as indicator of integration

Veronika Lindenthal M.A.

Im Mittelpunkt der Dissertation steht die Untersuchung des Integrationsprozesses der aus Rußland nach Kongreßpolen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in großer Zahl abwandernden bzw. abgeschobenen russischen Juden. Mit dem Beginn der hinsichtlich ihrer Dimension umstrittenen, aber in ihrem Einfluß, besonders auch auf das damalige Denken, nicht zu unterschätzenden Immigration der sogenannten "Litwaken" setzte in Kongreßpolen eine neue Phase in der Akkulturation der Juden ein. Die Einwanderungsbewegung der "Litwaken" wird aus einer gesamthistorischen Perspektive betrachtet. Es wird untersucht, welche schicht- und nationalitätsspezifischen Veränderungen sich hier im Zusammenhang mit der Reibungsfläche zwischen Kongreßpolen und dem Russischen Reich ergaben. Gefragt wird auch nach nach einer Intensivierung möglicher Russifizierungs- bzw. Polonisierungstendenzen infolge des gesellschaftlichen Integrationsprozesses.

Weiterführung: ja

Finanzierung: Haushaltsmittel

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