| Forschungsbericht 1997 |
Die Forschungsprojekte an den Instituten der Theologischen Fakultät sind durch die Arbeitsschwerpunkte der Professoren und ihrer Mitarbeiter gekennzeichnet. Außerdem werden an mehreren Stellen Forschungen fortgeführt, die an der Theologischen Fakultät Leipzig in zum Teil langer Tradition stehen und die in Deutschland und weit darüber hinaus mit dem Namen der Leipziger Fakultät verbunden sind, so etwa die Untersuchungen zu Geschichte, Literatur und Glauben des Judentums in dem 1886 von Franz Delitzsch gegründeten Institut Judaicum, die heute von der Forschungsstelle Judentum fortgeführt werden, oder die reformationsgeschichtlichen Forschungen im Institut für Kirchengeschichte mit der Herausgabe des Lutherjahrbuches und der Lutherbibliographie. Seit Jahrzenten wird in demselben Institut von einer der Sächsischen Akademie unterstellten Bearbeitungsgruppe die politische Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz von Sachsen herausgebracht.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Wandel der hochschul- und bildungspolitischen Landschaft sowie durch die Zusammenführung der Theologischen Fakultät Leipzig mit der Kirchlichen Hochschule Leipzig 1992 sind manche neuen Forschungsschwerpunkte an der Fakultät entstanden. Hier müssen in erster Linie die Einrichtung des Instituts für Religionspädagogik und die Einrichtung der Abteilungen für Religions- und Kirchensoziologie (im Institut für Praktische Theologie) und für Fundamentaltheologie und Hermeneutik (im Institut für Systematische Theologie) mit ihren jeweiligen Forschungsvorhaben genannt werden. Weitere Forschungsschwerpunkte schlagen sich nieder in der Einrichtung der Abteilungen Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst sowie Territorialkirchengeschichte (beide im Institut für Kirchengeschichte). Eine Neuheit besonderer Art stellt die Gründung des Liturgiewissenschaftlichen Instituts bei der Universität Leipzig dar, insofern es sich hier juristisch um ein Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Deutschland (VELKD) handelt, an dessen Spitze aber ein Mitglied der Fakultät steht. Dieses Institut ist die einzige Forschungsstätte für liturgische Fragen an evangelisch-theologischen Fakultäten und Hochschulen im deutschen Raum.
Im folgenden soll das Forschungsprofil der einzelnen Institute anhand von Stichworten charakterisiert werden. Sie umreißen den Kontext, in dem die momentan laufenden Projekte stehen, welche dann in dem Forschungsbericht einzeln aufgezählt werden:
Institut für Alttestamentliche Wissenschaft
- Erzähltextanalyse und literaturwissenschaftliche BibellektüreInstitut für Neutestamentliche Wissenschaft
- Untersuchungen zum Forschungswerk Konstantin von TischendorfsInstitut für Kirchengeschichte
- Abteilung Spätmittelalter und Reformation
- Abteilung Territorialkirchengeschichte
- Abteilung Neuere und neueste Kirchengeschichte
- Abteilung Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst
In Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für sächsische Kirchengeschichte geben Mitarbeiter des Instituts das Jahrbuch für Territorialkirchengeschichte "Herbergen der Christenheit" heraus.
Institut für Systematische Theologie
in den Arbeitsgebieten Dogmatik, Ethik, Fundamentaltheologie und Hermeneutik
mit
den Forschungsschwerpunkten:
Die Herausgabe der "Theologischen Literaturzeitung" als des führenden deutschsprachigen Rezensionsorgans auf dem Gebiet der Theologie und Religionsphilosophie liegt maßgeblich in den Händen von Vertretern des Instituts für Systematische Theologie.
Institut für Praktische Theologie
Einen Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des Instituts bilden seit den dreißiger Jahren Fragen der Seelsorgelehre. Heute werden diese Untersuchungen unter pastoralpsychologischer Zielstellung und Integration humanwissenschaftlicher Methodik betrieben.
Ein Professor des Instituts für Praktische Theologie ist zugleich Direktor des Liturgiewissenschaftlichen Instituts mit eigenem Forschungsprogramm.
Institut für Religionspädagogik
Liturgiewissenschaftliches Institut bei der Theologischen Fakultät