Fakultät für Physik und Geowissenschaften
Habilitationen und Promotionen: 1997
und Vorjahre [ =
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Institute / Einrichtungen
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| Institut für Theoretische Physik
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| Institut für Experimentelle Physik I
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| Institut für Experimentelle Physik II
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| Institut für Meteorologie
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| Institut für Geophysik und Geologie
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| Institut für Geographie
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| Bereich Didaktik der Physik
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| Forschungsförderungseinrichtungen | | |
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Innovationskolleg Phänomene an den
Grenzen
der Miniaturisierung
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Sonderforschungsbereich 294 Moleküle
in
Wechselwirkung mit Grenzflächen"
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Forschungstätigkeit an der Fakultät
Die Fakultät für Physik und Geowissenschaften kann auf ein sehr
erfolgreiches Forschungsjahr
1997 zurückblicken. Dabei ist der fakultätsübergreifende und stark
interdisziplinär orientierte
Charakter der Arbeiten besonders zu betonen, der in gleichem Maße die
komplexen
Forschungsschwerpunkte als auch zahlreiche Einzelprojekte und
Forschungsvereinbarungen
betrifft, die zum Teil auch eine enge Verbindung zur Region und zu
überregionalen
Schwerpunkten im Freistaat Sachsen besitzen.
Komplexe Forschungsschwerpunkte der Fakultät sind:
Sonderforschungsbereich SFB 294 „Moleküle in Wechselwirkung
mit Grenzflächen"
(Sprecher: Prof. Dr. G. Klose / Prof. Dr. D. Michel)
Dieses Forschungsprogramm ist in die Projektbereiche Struktur und Ordnung,
Reaktion,
Relaxation und Transport sowie Theorie und Simulation untergliedert. Beteiligt sind die
Institute für Experimentelle Physik I und II, das Institut für Theoretische
Physik, das Institut
für Technische Chemie (Fakultät für Chemie und Mineralogie), das
Institut für Medizinische
Physik und Biophysik (Medizinische Fakultät) sowie die Forschungsgruppe von
PD Dr.
Schwieger am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie der
Martin-Luther-Universität Halle.
Untersucht werden Moleküle und molekulare Systeme an
Grenzflächen und an dünnen und
ultradünnen Schichten molekularer Abmessungen. Das Ziel ist die
Aufklärung des Einflusses
von Grenzflächen auf wichtige strukturelle und dynamische Eigenschaften von
Molekülen
und molekularen Systemen und der dominierenden Wechselwirkungsmechanismen.
Hierzu
werden sowohl experimentelle Methoden als auch in enger Wechselbeziehung
theoretische
Verfahren eingesetzt.
Gegenstand der Arbeiten sind
- die Synthese von neuen und zukunftsträchtigen Materialien,
- die Untersuchung von monomolekularen Schichten an der
Wasser/Luft-Grenzfläche,
- die Vergrößerung des experimentellen Methodenspektrums,
insbesondere in Richtung auf
oberflächensensitive Verfahren und die Verbesserung der rechen-technischen
Basis durch
Anschaffung neuer Hard- und Software,
- die Verstärkung theoretischer Untersuchungen und ihrer
Verflechtung mit experimentellen
Arbeiten sowie
- die Vertiefung und Erweiterung von Kooperationsbeziehungen,
insbesondere mit SFB-externen wissenschaftlichen Einrichtungen in Leipzig.
Der Sonderforschungsbereich ist mit Wirkung vom 01.01.1997 auf Dauer
eingerichtet
worden. Die nächste Begutachtung wird im Jahre 1999 zum 01.01.2000
erfolgen.
Innovationskolleg INK 24/A1-1 „Phänomene an den
Miniaturisierungsgrenzen"
(Sprecher: Prof. Dr. W. Grill)
Das Innovationskolleg umfaßt Beiträge aus den Instituten für
Experimentelle Physik II und
I, der Fakultät für Chemie und Mineralogie (Institute für Physikalische
und Theoretische
Chemie und für Anorganische Chemie), der Medizinischen Fakultät
(Paul-Flechsig-Institut
für Hirnforschung) und dem Institut für Oberflächenmodifizierung e.V.
Leipzig.
Forschungsgegenstand ist die fachübergreifende Aufklärung und Nutzung
von
Veränderungen wesentlicher Eigenschaften beim Übergang zu Strukturen
im Grenzbereich
der Miniaturisierung. Ausgehend von der Festkörperphysik mit wechselseitig
unterstützenden
Bezügen zu den Materialwissenschaften, der Chemie, Biologie und Medizin,
werden
miniaturisierungsbedingte Änderungen der Eigenschaften im Bereich der
Mechanik, der
Optik, des Ladungstransports sowie des ferroelektrischen und magnetischen
Verhaltens
untersucht. Die grundlagenorientierte Aufklärung von Effekten, die durch
Materialstrukturierungen bis hin zu atomaren Dimensionen hervorgerufen werden, wird
in
Verbindung mit der Verbesserung präparativer, analytischer und
meßtechnischer Methoden
im Grenzbereich der Miniaturisierung für anwendungsorientierte Entwicklungen
genutzt.
Dazu gehören optoelektronische Halbleiterstrukturen, mikromechanische
Stellelemente und
Sensoren, molekulare Filme und Dünnschichten für spezielle Funktionen
sowie
mikroskopische Verfahren im biologisch-medizinischen Bereich.
Graduiertenkolleg „Quantenfeldtheorie: Mathematische Struktur und
Anwendungen in der
Elementarteilchen- und Festkörperphysik"
(Sprecher: Prof. Dr. B. Geyer)
Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs ist in die Themenkomplexe
Mathematische
Struktur der Quantenfeldtheorie, Quantenfeldtheorie der Elementarteilchen und
Quantenfeldtheorie des Festkörpers untergliedert und umfaßt 9
Teilprojekte. An der Arbeit
beteiligt sich neben dem Institut für Theoretische Physik (federführend) die
Fakultät für
Mathematik und Informatik. Es besteht eine enge Kooperation mit dem
Max-Planck-Institut
für Mathematik in den Naturwissenschaften Leipzig. Diese Arbeiten sind in das
Naturwissenschaftlich-Theoretische Zentrum im Rahmen des Zentrums für
Höhere Studien der
Universität eingebunden, an dessen Arbeit das Institut für Theoretische
Physik sehr
maßgeblich beteiligt ist.
Graduiertenkolleg „Physikalische Chemie der Grenzflächen"
(Sprecher: Prof. Dr. K. Quitzsch, Fakultät für Chemie und
Mineralogie)
Die Institute für Experimentelle Physik I und II sind an den
Arbeiten dieses
Graduiertenkollegs beteiligt, das federführend an der Fakultät für
Chemie und Mineralogie
bearbeitet wird. Das Ziel des Kollegs besteht darin, ein interdisziplinär
angelegtes
Qualifizierungsvorhaben zu verwirklichen, das einer größeren Zahl von
Doktoranden auf der
Grundlage eines komplexen Forschungsprogrammes die Promotion ermöglicht.
Bearbeitungsschwerpunkte sind Grenzflächen poröser Festkörper,
Halbleitergrenzflächen und
Fluidgrenzflächen.
Zusammenarbeit
Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit des Instituts für
Experimentelle Physik I mit
dem Innovationskolleg „Chemisches Signal und biologische Antwort" (Sprecher:
Prof. Dr. P.
Welzel, Fakultät für Chemie und Mineralogie). Wissenschaftliches
Ziel des Innovationskollegs
ist, zum Verständnis von Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen (chemischen
Signalen) mit
ihren Zielstrukturen (Targets), denen in aller Regel hochselektive
Erkennungsmechanismen
zugrunde liegen, beizutragen.
Das Institut für Meteorologie engagiert sich in den
Forschungsschwerpunkten Klima der Städte,
Wasserhaushalt in Einzugsgebieten von regionaler Skala im großräumigen
Umfeld, Wolken-
und Niederschlagsmodelle in Regionalmodellen, natürliche Klimavariabilität
unter Einschluß
der Rolle des Ozeans und Anregung und Ausbreitung großskaliger
Strömungssysteme in Ozean
und Atmosphäre. Dabei kommen Fernerkundungsverfahren vom Boden und von
Satelliten aus,
in-situ-Experimente, konzeptionelle und Simulationsmodelle zum Einsatz. Eine enge
Zusammenarbeit erfolgt mit dem Institut für Informatik der Universität
Leipzig, dem Institut für
Troposphärenforschung Leipzig und dem Geoforschungszentrum Potsdam.
Die Forschung am Institut für Geophysik und Geologie
konzentriert sich auf die drei
Themenkreise Physik der Erde, der sich mit globalen geophysikalischen Feldern und
dem
Aufbau des Erdkörpers befaßt und Beiträge zur Prognose von
Erdbeben und Vulkanausbrüchen
liefert, Ingenieur- und Umweltgeophysik, in dem Baugrund, Bergbaufolgen und
Altlasten
untersucht werden, sowie Geologie und Paläontologie des Quartärs und
Tertiärs, der sich den in
den jüngsten Erdzeitaltern manifestierten Strukturen und deren Auswirkung auf
die Jetztzeit
widmet. Eine enge Zusammenarbeit findet regional mit dem
Umweltforschungszentrum
Leipzig-Halle und überregional mit dem Geoforschungszentrum Potsdam, der
Bergakademie
Freiberg, dem Sächsischen Landesamt für Geologie und der
Universität Halle statt.
Gegenstand der Forschung des Instituts für Geographie sind
raumbezogene Strukturen und
Prozesse im Lebensmilieu des Menschen. Mit gesellschafts- und
naturwissenschaftlichen
Methoden werden unter integrativen Gesichtspunkten die durch natürliche
Prozesse und die
Tätigkeit des Menschen verursachten räumlichen Veränderungen
erforscht, bewertet und
prognostiziert. Die Arbeitsgebiete sind die Physische Geographie/Geoökologie,
die
Anthropogeographie, die Regionale Geographie und die Raumplanung sowie die
Geoinformatik
und Geofernerkundung. Von besonderer Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit dem
Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle und dem Institut für Länderkunde
Leipzig.
Zahlreiche Forschungsvorhaben der Fakultät werden im Rahmen
verschiedener
Förderprogramme unterstützt, wie Projekte der
Europäischen Union, Schwerpunktprogramme
der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Programme des Bundesministeriums
für Bildung und
Forschung und Programme des Freistaates Sachsen. Im einzelnen sind folgende
Aktivitäten zu
erwähnen:
- EU-Projekte (insgesamt 3): Microporous Ceramic Membranes for Gas
Separation Processes
(Prof. Dr. J. Kärger), Advanced Signal Processing for Medical Magnetic Imaging
Resonance (Prof. Dr. D. Michel), Aerosol Characterization Experiment Clearcolumn
(PD
Dr. W. v. Hoyningen-Huene);
- DFG-Schwerpunktprogramme (insgesamt 6): Strukturbildung in
dissipativen
kontinuierlichen Systemen (Prof. Dr. A. Kühnel, Prof. Dr. U. Behn),
Nanostrukturierte
Wirt/Gast-Systeme (Prof. Dr. Kremer), Dissipative Strukturen in räumlich
ausgedehnten
Systemen (PD Dr. R. Stannarius), Pseudosymmetrische Kristalle (Prof. Dr. R.-M.
Böttcher/Prof. Dr. D. Michel), Gradientenwerkstoffe (Prof. Dr. W. Grill),
Bioanorganische
Chemie: Übergangsmetalle in der Biologie und ihre Koordinationschemie (Prof.
Dr. T.
Butz);
- BMBF-Förderung (insgesamt 19): Institut für Theoretische
Physik: 1 Projekt, Institut für
Experimentelle Physik I: 2 Projekte, Institut für Experimentelle Physik II: 5
Projekte,
Institut für Meteorologie: 7 Projekte, Institut für Geophysik und Geologie: 4
Projekte;
- Sachsenförderung (insgesamt 12): Institut für Theoretische
Physik : 3 Projekte, Institut für
Experimentelle Physik II: 4 Projekte, Institut für Geophysik und Geologie: 3
Projekte,
Institut für Geographie: 2 Projekte.
Unter Einbeziehung von zahlreichen Projekten im Normalverfahren der DFG, die
hier nicht im
einzelnen ausgewiesen sind, wurden in der Fakultät im Jahre 1997 insgesamt
202
Forschungsprojekte bearbeitet. In dieser Zahl sind auch verschiedene Projekte
enthalten, die auf
Verträgen mit Städten und anderen kommunalen Verwaltungen im
Freistaat Sachsen und
darüber hinaus mit Industriebetrieben beruhen.
Die wichtigsten Kooperationspartner im Bereich außeruniversitärer
Forschungseinrichtungen
sind (in Klammern: die kooperierenden Institute):
- Institut für Länderkunde (Institut für Geographie),
- Institut für Oberflächenmodifizierung Leipzig (Institute
für Experimentelle Physik I und II),
- Institut für Troposphärenforschung Leipzig (Institut für
Meteorologie),
- Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften
Leipzig (vorrangig Institut
für Theoretische Physik),
- Max-Planck-Institut für Neuropsychologische Forschung (Institute
für Experimentelle
Physik I und II) und
- Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (Institute für
Experimentelle Physik I und II, für
Geophysik und Geologie und für Geographie).
Der Fakultät ist es gelungen, durch erfolgreiche Anträge im Rahmen
des HBFG-Verfahrens die
experimentelle Grundausstattung sehr wesentlich zu verbessern. Die große
Unterstützung dabei
durch die Universität Leipzig (Dezernat 5) und bisher auch durch das
Sächsische
Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird mit großem Dank
hervorgehoben. Es
bleiben aber beträchtliche Defizite vor allem im Hinblick auf sehr aktuelle
Forschungsgeräte, in
denen z.T. die BR Deutschland eine führende Position innehat und wo die
sächsische und
allgemein die mitteldeutsche Region im Vergleich zu Hochtechnologie-Standorten (vor
allem
Süddeutschland, Raum Frankfurt (Main) / Mainz, Raum Berlin) deutlich
benachteiligt ist.
Behindernd wirkt für Lehre und Forschung die starke Verzögerung
beim Abschluß der
(langjährigen) baulichen Rekonstruktionsmaßnahmen des
Institutsgebäudes Linnéstraße 5
(Institute für Experimentelle Physik I und II), die anstehenden
Umzugsmaßnahmen im Bereich
der Physikalischen Praktika und Raumverteilungsprobleme im Hauptgebäude
(Institut für
Theoretische Physik). In den Bereichen Geographie und Geophysik/Geologie fehlen
klare
Aussagen zur weiteren Verbesserung der räumlichen Situation.
Mit 443 im Druck erschienenen Publikationen (darunter 298 Originalarbeiten in
Zeitschriften
mit Gutachter-System bzw. in international erfaßten Monographien) ist wiederum
eine
gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Zahl an Veröffentlichungen
zu verzeichnen, die als
Beleg für die Leistungsfähigkeit der Fakultät dienen kann.
Das umfangreiche Forschungsspektrum der Fakultät umfaßt die im
folgenden angegebenen
Gebiete, gegliedert nach Instituten und Abteilungen:
Institut für Theoretische Physik (Direktor: Prof. Dr. A.
Kühnel)
- Quantenfeldtheorie(Leiter: Prof. Dr. G. Rudolph)
Die Untersuchungen zur Relativistischen Quantenfeldtheorie
beschäftigen sich mit den
Wechselwirkungen von Teilchen im Rahmen allgemeiner Eichtheorien und unter
äußeren
Einflüssen, insbesondere mit harten hadronischen Prozessen und
Renormierungseffekten,
sowie den Grundzustandsenergien und dem Casimir-Effekt. Gegenstand der Arbeiten
der
Mathematischen Physik sind die mathematische Struktur und Dynamik von Modellen
der
Quantentheorie der Eichfelder und der Unifizierung der fundamentalen
Wechselwirkungen.
In der Nichtrelativistischen Quantenfeldtheorie des Festkörpers werden
Computersimulationen von Phasenumwandlungen und kritischen Phänomenen
vorgenommen und Systeme mit eingeschränkter Geometrie sowie der
Quanten-Halleffekt
erforscht.
- Theorie der kondensierten Materie (Leiter: Prof. Dr. A.
Kühnel)
Die Arbeiten auf dem Gebiet der Theorie der kondensierten Materie
erfolgen in zwei
Bereichen. Im Teilgebiet Strukturbildung werden Forschungen zu rauschinduzierten
Phänomenen, zur Strukturbildung in Flüssigkristallen, zur multifraktalen
Charakterisierung
ungeordneter Systeme, zur nichtlinearen Dynamik biologischer Systeme und zum
Immunsystem vorgenommen. Innerhalb des Teilgebietes Starke
Elektronenkorrelationen
werden die Hochtemperatur-Supraleitung, Spinkorrelationen, Ladungstransport,
Symmetrien der Supraleitung, Paarbildung und stark gekoppelte
Elektron-Phonon-Systeme
untersucht.
- Theorie der Elementarteilchen (Leiter: Prof. Dr. K.
Sibold)
Arbeiten zur Theoretischen Elementarteilchenphysik werden vor allem
auf den Gebieten der
Quantenfeldtheorie der Elementarteilchen, der Renormierung des Standardmodells, zu
supersymmetrischen Theorien, zur Quantenchromodynamik und zur Gittereichtheorie
durchgeführt. Im Zusammenhang mit Experimenten an
Großbeschleunigeranlagen werden
theoretische Untersuchungen zu Strukturfunktionen von Hadronen durchgeführt
und
Programme zur Simulation hadronischer Streuprozesse entwickelt.
- Moleküldynamik/Computersimulation (Leiter: Prof. Dr. R.
Haberlandt)
Strukturelle Daten, thermodynamische Größen, das
Phasenverhalten und die
Transportkoeffizienten spezieller Vielteilchensysteme und ihre Abhängigkeit von
inter- und
intrakristalliner Wechselwirkung und der Struktur der Moleküle und
Grenzflächen werden
mittels molekularer Methoden der Statistischen Physik sowie der Perkolationstheorie
und
der Computersimulation erforscht. Die Theorie wird hinsichtlich der
Berücksichtigung von
nichtlinearen Effekten und des Nichtgleichgewichtsverhaltens weiterentwickelt.
Berücksichtigt wird die Kopplung verschiedener molekularer Vorgänge wie
Mischung,
Adsorption, Beweglichkeit, Benetzung, chemische Reaktion, Selbstdiffusion und
Transportdiffusion.
Institut für Experimentelle Physik I (Direktor: Prof. Dr.
Klose)
- Physik der Biomembranen (Leiter: Prof. Dr. Klose)
Gegenstand der Forschungsarbeiten ist die physikochemische
Charakterisierung von
biologischen Membranen. Sowohl Grundlagenaspekte der molekularen Biophysik als
auch
anwendungsbezogene Fragestellungen (einschließlich Probleme der
Biotechnologie)
werden bearbeitet. Die Physik der molekularen Selbstorganisationsprozesse wird an
Modellmembranen untersucht. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Wechselwirkung
zwischen
den Membranen, der Membranarchitektur und der molekularen Erkennungsprozesse,
die
Biofunktionalisierung von Festkörperoberflächen sowie die Struktur und
Dynamik quasi-zweidimensionaler Gele und Polymer-Multischichten. Der
Probencharakterisierung dienen
spektroskopische Verfahren, Streumethoden, mikroskopische Techniken und die
Kalorimetrie.
- Grenzflächenphysik (Leiter: Prof. Dr. J. Kärger)
Die Erforschung der Wechselwirkung von Molekülen mit
Festkörperoberflächen,
insbesondere mit der inneren Oberfläche mikro- und mesoporöser
Festkörper, steht im
Mittelpunkt der Arbeiten. Untersucht werden Anordnung, Struktur, Transportprozesse
und
Reaktivität von Molekülen in Abhängigkeit von dem sie umfassenden
Festkörper (vor allem
Zeolithe). Als experimentelle Methoden dienen die kernmagnetische Resonanz,
insbesondere die Pulsed-Field-Gradient-NMR und die hochauflösende
Festkörper-NMR,
die Infrarot-Spektroskopie und die Interferenzmikroskopie. Die Forschungsarbeiten
sind bei
einer Vielzahl technischer Prozesse wie energiesparende und
umweltverträgliche
Stofftrennung und -veredlung, der Entwicklung von Funktionsmaterialien und der
Lagerstättenerkundung von unmittelbarer praktischer Bedeutung.
- Physik anisotroper Fluide (Leiter: Prof. Dr. F. Kremer)
Ziel der Arbeiten ist die Erforschung der Struktur und Dynamik
supramolekularer
Anordnungen, wie sie von Flüssigkristallen, niedermolekularen und polymeren
Verbindungen gebildet werden. Diese Systeme besitzen einen hohen Grad an
Kooperativität, der sich in der Ausbildung von molekularen Überstrukturen
sowie in einer
kollektiven Relaxationsdynamik niederschlägt. Als Untersuchungsmethoden
werden die
dielektrische Spektroskopie (im Frequenzbereich von 0,001 Hz bis 10 GHz), die
magnetische Kernresonanzspektroskopie, die Kraftmikroskopie, die
Oberflächen-Kraftmessung und die Polarisationsmikroskopie eingesetzt. An
Flüssigkristallen werden
Relaxationsprozesse untersucht. Diese Arbeiten finden u.a. bei der Displayherstellung
technische Anwendung.
- Polymerphysik (Leiter: Prof. Dr. D. Geschke)
Polymere mit flüssigkristallinen Eigenschaften sowie
Block-Copolymere werden mit dem
Ziel der Applikation neuer Polymersysteme untersucht. Hierzu dienen NMR-Verfahren,
die
Lichtstreuung, Ellipsometrie, Röntgenstreuung, die
Laser-Intensitäts-Modulations-Methode
sowie die Methode der thermostimulierten Depolarisation. Besonderes Interesse gilt
den
Ordnungs- und Orientierungsphänomenen sowie den dynamischen Prozessen
in partiell
geordneten und fluiden Systemen, der gezielten Steuerung der Strukturbildung in
dünnen
Schichten aus Funktionspolymeren unter dem Einfluß äußerer
mechanischer, elektrischer
und magnetischer Felder, der Untersuchung der Polarisationsverteilung sowie der
Struktur
und Dynamik von Makromolekülen in Wechselwirkung mit
Grenzflächen.
Institut für Experimentelle Physik II (Direktor: Prof. Dr. W.
Grill)
- Physik dielektrischer Festkörper (Leiter: Prof. Dr. D.
Michel)
Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt bei der Erforschung der Struktur und
Dynamik von
Festkörpern, insbesondere von Eigenschaften dielektrischer Festkörper,
wie strukturelle
Phasenübergänge, glasartiges Verhalten, Phänomene an den
Miniaturisierungsgrenzen und
Grenzflächen. Hauptanliegen ist die Aufklärung der mikroskopischen Natur
von
Phasenübergängen in Festkörpern mit kommensurabel und
inkommensurabel modulierten
Strukturen und mit ferroelektrischen und -elastischen Phasen. Untersucht wird die
elektronische und räumliche Struktur, die Dynamik von Molekülen in
Wechselwirkung mit
Oberflächen poröser Festkörper (Zeolithe) sowie
Struktureigenschaften von Systemen mit
Nanometerdimensionen. Eingesetzt werden Verfahren der kernmagnetischen und
elektronenparamagnetischen Resonanz sowie dielektrische Methoden.
- Halbleiterphysik (Leiter: Prof. Dr. K. Kreher)
Die optischen Eigenschaften von III-V-Halbleitern (wie z.B. GaAs und
ihren
Mischkristallen), vor allem von mikro- und nanostrukturierten Systemen und atomaren
Einzelschichten, werden untersucht. Diese Strukturen weisen zum Teil wesentlich
neue,
quantenmechanisch bedingte Eigenschaften auf. Die Erforschung der
Wachstums-Struktur-Eigenschaften stellt ein grundlegendes Anliegen dar. Diese
Materialien besitzen in der
Optoelektronik, in der nichtlinearen und der integrierten Optik eine herausragende
Bedeutung. Als Untersuchungsverfahren werden vorwiegend spektroskopische
Methoden,
aber auch Röntgenbeugung, Raster- und Rastertunnelmikroskopie und
Neutralteilchen-Massenspektrometrie eingesetzt.
- Festkörperoptik (Leiter: Prof. Dr. W. Grill)
Grundlagenbezogene Untersuchungen werden zu
Energietransferprozessen in Festkörpern
durchgeführt, um ein besseres Verständnis der Wechselwirkung von Licht
mit Festkörpern
sowie der elementaren Prozesse beim Wärme- und Ladungstransport zu
gewinnen. Die
Untersuchung der Transportphänomene erfolgt in Einkristallen auch im
ballistischen
Bereich, in dem die Ausbreitung durch Anisotropie beeinflußt wird.
Anwendungsbezogene
Arbeiten erfolgen zur Entwicklung von Dünnschicht-Solarzellen und optisch
aktiven
Nanostrukturen. Zur Materialforschung und zur Charakterisierung von Werkstoffen,
Implantaten sowie biologisch-medizinischen Präparaten werden neuartige
rastermikroskopische Verfahren der Elektronenmikroskopie, der konfokalen
Laser-Raman-
und Lumineszenzmikroskopie sowie der Ultraschallmikroskopie mit Phasenkontrast
entwickelt und eingesetzt.
- Nukleare Festkörperphysik (Leiter: Prof. Dr. T.
Butz)
Die Lösung aktueller Probleme auf speziellen Gebieten der
Materialwissenschaft und der
medizinisch-biologischen Forschung erfordert den Einsatz moderner nuklearer
Methoden
wie der hochauflösenden Ionenstrahlanalytik sowie nuklearer Sonden. Dieses
Anliegen
wird durch den Aufbau der Hochenergie-Ionen-Nanosonde mit für Deutschland
einmaligen
Spezifikationen und die Weiterentwicklung nuklearer Sondenverfahren verfolgt. Die
Zielsetzungen der Arbeiten liegen auf den Gebieten der Halbleiter, der Supraleiter, der
reaktionsdiffusions-gekoppelten Systeme, des Einzelionenbeschusses lebender Zellen
sowie
der Aufklärung der Struktur und Dynamik makromolekularer Systeme.
- Supraleitung und Magnetismus (Leiter: Prof. Dr. P.
Esquinazi)
Die Forschungen zu supraleitenden und magnetischen Materialien
werden insbesondere zu
Dünnschichtsystemen und dimensionsbegrenzten Einkristallen
durchgeführt. Gegenstand
der Untersuchungen sind Verlustmechanismen in dynamischen Prozessen, auch bei
den
technisch relevanten Flußschläuchen und magnetischen Domänen.
Die Klärung
grundlegender Fragestellungen, die den Einsatz extrem tiefer Temperaturen erfordert,
wird
durch begleitende technologische Entwicklungen wie durch die miniaturisierten
Schwingungssensorik unterstützt.
Institut für Meteorologie (Direktor: Prof. Dr. G. Tetzlaff)
Forschungsschwerpunkte sind im Bereich der
Mesoskalen-Meteorologie die Verdunstung und
Bodenfeuchte, die Wirkung von Inhomogenitäten der Oberfläche auf die
Strömung, urbane
Effekte, die Wolkenbildung in regionaler Skala und die gegenseitige Beeinflussung
unterschiedlicher Skalen. Hierzu werden Fernerkundungsverfahren vom Boden und
vom
Satelliten, in-situ-Experimente, numerische Modellierung und statistische Analysen
verwendet. Die Theoretische Meteorologie untersucht lineare und
nichtlineare dynamische
Mechanismen, Wechselwirkungen verschiedener Skalen und die Interaktion zwischen
Ozean
und Atmosphäre. Gegenstände der Forschung sind die natürliche
Klimavariabilität unter
Einschluß der Rolle des Ozeans, die Anregung großskaliger
Strömungssysteme und die
Rückkopplung synoptischer Störungen auf die planetaren Skalen, die
Ausbreitung von
Wellen in Ozean und Atmosphäre und die Regionalisierung von globalen
Klimavorhersagen.
Dabei kommen sowohl konzeptionelle als auch Simulationsmodelle und komplexe
statistische Verfahren zum Einsatz. Bei vielen Untersuchungen ist eine
Verknüpfung mit
hydrologischen Prozessen wichtig. In einem weiteren Schwerpunkt wird daher die
Fernerkundung der kondensierten Phase in der Atmosphäre und der
obersten Bodenschicht
entwickelt.
Institut für Geophysik und Geologie (Direktor: Prof. Dr. F.
Jacobs)
- Physik der festen Erde (Leiter: Prof. Dr. F. Jacobs)
Die Forschung setzt die Akzente auf die Gebiete globale
geophysikalische Felder, Aufbau
des Erdkörpers, Vulkanologie sowie Struktur und Prozesse der
Lithosphäre. Untersucht
werden Lockergesteine, Hohlräume und geologische Barrieren. Zum Einsatz
kommen
geoelektrische Tomographie, Hydrogeophysik, Isotopengeochemie, Georadiometrie,
numerische geophysikalische Modellierung und Geoinformatik.
- Ingenieur- und Umweltgeophysik (Leiter: Prof. Dr. H. G.
Meyer)
Gegenstand der Arbeiten ist die Erforschung der oberen Erdkruste
mittels der Verfahren
Seismik, Georadar, Geomagnetik, Gravimetrie, Geothermometrie und Georadiometrie.
Untersucht werden Altlasten, Deponien, Grundwasserströme, Bergbaurelikte,
Strahlungsbelastungen und Schadstoffverteilungen und deren Wirkung im urbanen
Umfeld.
- Theoretische Geophysik (Leiter: Prof. Dr. M. Korn)
Die seismische und elektromagnetische Wellenausbreitung wird erforscht
und die Struktur
von Erdkruste und Erdmantel sowie Erdbebenherde und seismisches Risiko
untersucht.
Dazu erfolgen methodische und anwendungsorientierte Arbeiten zur Potentialtheorie,
Tomographie und Inversion geophysikalischer Felder.
- Geologie (Leiter: Prof. Dr. Lothar Eißmann / Prof. Dr. J.
Piotrowski)
Im Mittelpunkt der Forschung steht die Geologie und Paläontologie
des Känozoikums.
Hierbei werden grundlegende Fragen der Geologie und Paläontogie des
Tertiärs und
Quartärs untersucht sowie anwendungsorientierte Forschungen zur Umwelt- und
Hydrogeologie (mit besonderem Bezug zur mitteldeutschen Region) betrieben. In der
paläontologischen Forschung wird vor allem die Entwicklung der Biota des
Känozoikums
mit der Interaktion von Biosphäre sowie Klimaentwicklung und
Paläobiogeographie von
Europa und dem nordatlantischen Raum untersucht. Die
Geologisch-Paläontologische
Sammlung stellt eine wichtige Grundlage für Lehre und Forschung sowie
für die
Öffentlichkeitsarbeit zur Popularisierung geowissenschaftlicher Forschung
dar.
Institut für Geographie (Direktorin: Prof. Dr. H.
Schmidt)
Die Anthropogeographie beschäftigt sich mit wirtschaftlichen
und sozialen
Transformationsprozessen in Ostdeutschland und Osteuropa (vor allem Ungarn) unter
besonderer Berücksichtigung von Zielen einer nachhaltigen Stadt- und
Regionalentwicklung.
Schwerpunkte bilden stadt-, sozial- und wirtschaftsgeographische Untersuchungen
über
Wohnungs-, Immobilien- und Arbeitsmärkte, spezielle Fragestellungen zur
Entwicklung des
Einzelhandels und Prozesse der mentalen Raumbildung sowie damit
zusammenhängende
Fragen der Stadt- und Regionalplanung. In Partnerschaft mit Kommunen, Wirtschaft
und
Freistaat Sachsen wird an der Konzeption und der Realisierung einer regionalen
Agenda für
eine nachhaltige Raum- und Siedlungsentwicklung für den Südraum
Leipzig gearbeitet. Die
Physische Geographie und Geoökologie untersucht das
Funktionieren geoökologischer
Prozesse in räumlich differenzierten Strukturen der Landschaft im
Zusammenhang mit
Lösung gesellschaftlicher Aufgaben einschließlich des Schutzes unserer
Lebensumwelt. Den
Schwerpunkt bildet dabei die Analyse und Bewertung von Ursachen, Wirkungen,
Verbreitungs- und Rückkopplungsmechanismen von verschiedenen Formen der
Bodendegratation mit den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen
Randbedingungen.
Hieraus werden Schlußfolgerungen zur nachhaltigen Entwicklung der
Landschaftsnutzung
und des Landschaftsschutzes abgeleitet. In der planungsbezogenen
Umweltgeographie wird
ein wichtiges Instrumentarium für die Analyse, Bewertung und das Management
urbaner
Landschaften entwickelt. Die Geoinformatik und Geofernerkundung
besitzt als speziellen
Schwerpunkt die Entwicklung und Anwendung innovativer Methoden der Geographie.
Hierbei werden Datenerfassung und -auswertung für die Untersuchung lokaler,
regionaler und
globaler geographischer Fragestellungen eingesetzt. Im Rahmen der „Geoinitiative
Leipzig"
werden regionale Problemstellungen für Leipzig und Sachsen bearbeitet. Mit
Hilfe
ausgewählter Methoden der Fernerkundung sind vergleichende Untersuchungen
zur
Bewertung des Flächenverbrauchs und zur nachhaltigen Entwicklung von
Großstadtregionen
eingeleitet worden.
Bereich Didaktik der Physik (Leiter: Prof. Dr. W. Oehme)
Das Forschungsprofil umfaßt schulbezogene Arbeiten zur Vermittlung
traditioneller und
moderner Inhalte der Physik einschließlich empirischer Erprobungen. Lernformen
im
Physikunterricht, offener und fachübergreifender Unterricht sowie die
Möglichkeiten des
Einsatzes moderner Medien werden verstärkt untersucht.
Forschungsbericht / Universität
Leipzig