Forschungsbericht 1997

Medizinische Fakultät

  • Habilitationen und Promotionen: 1997 und Vorjahre
  • Institute, Kliniken und Einrichtungen der Fakultät

    Forschungstätigkeit an der Fakultät

    An der Medizinischen Fakultät konnte 1997 die Entwicklung einer modernen klinischen und Grundlagenforschung an den Kliniken und Instituten weiter fortgesetzt werden. Dazu hat wesentlich beigetragen, daß die C4- und C3-Neuberufungen weitestgehend abgeschlossen wurden und sich Schwerpunktprogramme der Forschung stabilisiert haben und Impulse setzen. Dazu gehören:

    Die insgesamt eingeworbenen Drittmittel der Medizinischen Fakultät für das Jahr 1997 betragen 17,3 Mio DM (10,6 Mio DM für Projekte mit externer Begutachtung und 6,7 Mio DM für klinische Studien und Zusammenarbeit mit der Industrie). Diese Angaben enthalten auch den Anteil an Drittmitteln, der in Projekten von Einrichtungen der Medizinischen Fakultät im Hochschulbereich oder in anderen Universitäten geführt wird.

    1996 wurde an der Medizinischen Fakultät Leipzig das Interdisziplinäre Zentrum für klinische Forschung (IZKF) gegründet. Es ist eines von acht derartigen Zentren an deutschen Universitätsklinika und das einzige in die neuen Länder vergebene. Die klinischen Forschungszentren sind im Rahmen des Regierungsprogramms „Gesundheitsforschung 2000" des BMBF entstanden. Die 1. Förderperiode von 1996 bis 1998 hat ein Finanzvolumen von 18 Mio. DM. Im Forschungszentrum sind derzeit mehr als 60 Mitarbeiter beschäftigt.

    Das Projekt mit einer Laufzeit von acht Jahren wird mit einem Gesamtvolumen von 54 Mio. DM gefördert. Das übergeordnete Thema des IZKF Leipzig lautet „Die Rolle von Zell-Zell- und Zell-Matrix-Interaktionen für diagnostische und therapeutische Strategien". Im Vordergrund stehen zellbiologische, biomedizinische und molekularbiologische Arbeiten auf den Gebieten Rheumatologie/Immunologie, Endokrinologie/vaskuläre Biologie und Neurowissenschaften. Neben 15 Forschungsprojekten und zwei Core Units (automatische DNA-Sequenzierung, Peptidbanken) wurde die Nachwuchsgruppe Molekulare Medizin eingerichtet. Eine neurowissenschaftliche Arbeitsgruppe wird 1998 hinzukommen. Darüber hinaus sind weitere Förderinstrumente geschaffen worden wie z. B. ein Sabbaticalprogramm für ausländische Gastwissenschaftler in Leipzig und ein Stipendienprogramm entsprechend den DFG-Forschungsstipendien, allerdings mit einer Rückkehrklausel. 1997 wurde die Zentrumsstruktur des IZKF Leipzig durch den Fachbeirat, den Projektträger und das BMBF evaluiert. Aufgrund des positiven Ergebnisses konnte 1998 die Vorbereitung der 2. Förderphase von 1999 bis 2003 eingeleitet werden. Das hohe Interesse und das gewachsene Forschungspotential in Leipzig wird durch den Umstand dokumentiert, daß für diese 2. Förderphase 65 Projektskizzen gegenüber 33 für die 1. Förderphase eingereicht wurden.

    Die Teilnahme am BioRegio-Wettbewerb im Rahmen des Programms „Biotechnologie 2000" des BMBF hat zu einer ganzen Reihe von Aktivitäten geführt, an denen sich die Medizinische Fakultät maßgeblich beteiligt hat. Dazu gehören der Aufbau der Biomanagement GmbH unter Beteiligung der Wirtschaftsministerien Sachsen-Anhalt und Sachsen, die nunmehr für die Region tätig ist. Die Planungen für das Internationale Biomedizin-Centrum Leipzig (IBCL) als gemeinschaftliches Vorhaben der Stadt Leipzig, des Landes und der Universität sind soweit gediehen, daß in Bälde mit der Einrichtung einer Trägergesellschaft und den konkreten Planungen begonnen werden soll. Gemeinsam mit der Handelshochschule und der Stadt Leipzig beteiligt sich die Universität an dem neuen Wettbewerb des BMBF „Existenzgründer aus Hochschulen". Dabei wird der Bereich Medizinische Biotechnologie durch ein Gemeinschaftsprojekt mit der Handelshochschule entwickelt werden.

    Das Zentrum für Umweltmedizin und Umweltepidemiologie an der Universität Leipzig ist eine Gemeinschaftseinrichtung von Universität und Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Es koordiniert Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der umweltmedizinischen/umweltepidemiologischen Forschung und ist im Rahmen der Lehre und Weiterbildung sowie eines medizinischen Auskunfts- und Beratungsdienstes einschließlich der medizinischen Betreuung tätig. Im Mittelpunkt der derzeitigen Forschungsarbeiten steht das Forschungsprojekt „Präpathologie umweltbeeinflußter Erkrankungen". Zur Zeit werden im Rahmen dieses Forschungsschwerpunktes 8 Projekte gefördert. Die Forschungsergebnisse finden unmittelbare Anwendung in der umweltmedizinischen Beratung und in der seit 1995 für Erwachsene und seit 1997 für Kinder etablierten umweltmedizinischen Ambulanz. Die Einrichtung und Akzeptanz dieser Ambulanz ist Ausdruck der gewachsenen Bedeutung des Zentrums. Schwerpunkte der Forschung sind die Selektion spezifischer Einflußfaktoren auf Atemwegserkrankungen, Allergien sowie Stoffwechselstörungen, vorzugsweise im Kindesalter, die Entwicklung nichtinvasiver Verfahren zur Objektivierung der medizinischen Diagnostik, einschließlich der Suche nach sensitiven Parametern und die Entwicklung von Testsystemen zum Nachweis der Wirkung äußerer Expositionen und zur Klärung ablaufender physiologischer/biochemischer Prozesse.

    Es besteht eine enge Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät und dem Max-Planck-Institut für neuropsychologische Forschung über die Tagesklinik für kognitive Neurologie. Ziel dieses Kooperationsvertrages ist ein intensiver wissenschaftlicher Austausch zwischen beiden Einrichtungen. Dabei fließen Ergebnisse der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften direkt in die klinische Arbeit ein, ermöglichen so ein besseres Verständnis kognitiver Störungen nach Hirnschädigungen und liefern Anregungen zur Weiterentwicklung von Therapieverfahren. Umgekehrt lassen sich aus der Klinik Anregungen für die Grundlagenforschung ableiten und die Untersuchungen von Patienten mit umschriebenen Läsionen kann zur Klärung von Fragen der Hirnorganisation kognitiver Funktionen beitragen. Aus der Klinik für Neurologie kommen Projekte, die sich mit den kognitiven Störungen bei Parkinson-Patienten und der Charakterisierung von nekrotischem und überlebendem Gewebe im akuten und chronischen Stadium der fokalen zerebralen Ischämie beschäftigen. Moderne Verfahren wie Magnetenzephalographie und funktionelle Magnetresonanztomographie werden für die Forschung eingesetzt.

    Die Beteiligung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig am Forschungsverbund Public Health hat im Berichtszeitraum eine erfreuliche Entwicklung genommen. War Leipzig anfänglich nur mit einem einzigen Projekt vertreten gewesen, so sind in der Zwischenzeit fünf weitere Projekte hinzugekommen, von denen vier an der Medizinischen Fakultät angesiedelt sind. An der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde wird eine bevölkerungsrepräsentative Studie über Risiko- und Schutzfaktoren kraniomandibulärer Dysfunktionen durchgeführt, an der Kinderklinik läuft eine Untersuchung an 850 Neugeborenen zur Entwicklung des Immunsystems im ersten Lebensjahr. Zwei Projekte an der Psychiatrischen Klinik beschäftigen sich mit subjektiven Bedürfnisstrukturen und der Lebensqualität chronisch schizophrener Kranker und ihrer Angehörigen sowie mit der Kosten-/Nutzenanalyse psychiatrischer Versorgungssysteme im europäischen Vergleich. Im Rahmen der sogenannten Konkurrenzrunde, an der alle Forschungsverbünde in Deutschland teilnahmen, wurde ein weiteres Projekt an der Psychiatrischen Klinik („Individuelle und institutionelle Determinanten des Psychopharmakagebrauchs in Alten- und Altenpflegeheimen") als förderungswürdig begutachtet.

    Im Sommer 1997 ist vom BMBF die Einrichtung von "Koordinierungszentren für klinische Studien" ausgeschrieben worden. Ziel dieser Förderung ist es, in ausgewählten Medizinischen Fakultäten modellhaft Strukturen zu etablieren, die die Qualität klinischer Studien und deren internationale Akzeptanz verbessern helfen. Aus der Sicht der Forschung ist wichtig, daß für die Durchführung der Studien die fächerübergreifende Kooperation und Kompetenz genutzt werden muß, so daß sie eine Brückenfunktion zwischen klinischen Fächern und methodischen Disziplinen haben werden. Die Fakultät hat einen entsprechenden Antrag auf Einrichtung eines Zentrums unter Federführung des Institutes für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie im Oktober 1997 eingereicht.

    An der Medizinischen Fakultät, insbesondere in deren vorklinischen und klinischen Instituten, gibt es ein beträchtliches naturwissenschaftliches personelles und methodisches Potential. Daraus hat sich schon immer eine Zusammenarbeit mit den naturwissenschaftlichen Fakultäten bei der gemeinsamen Nutzung von Geräten und Ausrüstungen ergeben.

    Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung gemeinsamer Projekte der Drittmittelforschung im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches und von zwei Innovationskollegs der Universität Leipzig. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten ergibt sich außerdem bei den Graduierungen, da innerhalb von Drittmittelprojekten der Medizinischen Fakultät auf 173 Drittmittelstellen und Stipendien im Jahr 1997 auch zahlreiche naturwissenschaftliche Doktoranden beschäftigt waren, die ihre Dissertationen in den entsprechenden naturwissenschaftlichen Fakultäten verteidigen. Damit wird ein hoher naturwissenschaftlicher Anspruch an die Promotionen gewahrt. Diese Promotionen werden in den Statistiken der naturwissenschaftlichen Fakultäten geführt.

    An dem seit 1992 bestehenden Graduiertenkolleg „Molekular- und Zellbiologie des Bindegewebes" arbeiteten 1997 neun von der DFG geförderte Kollegiaten und fünf assoziierte Mitglieder an ihren Dissertationsprojekten. Außerdem wird ein Postdoktorand des Graduiertenkollegs durch die DFG gefördert. Das Spektrum der Forschungsarbeiten des Graduiertenkollegs reicht von der Untersuchung pathogenetischer Aspekte und neuer Therapieansätze der Rheumatoiden Arthritis über die Regulation der Genexpression in Zellen des Bindegewebes und der Charakterisierung von Fibroblastensubpopulationen bis hin zur Regulation des Zellstoffwechsels. Die erfolgreiche Arbeit des Graduiertenkollegs spiegelt sich auch in der Tatsache wider, daß die besten Doktoranden der ersten Förderungsperiode an verschiedenen Einrichtungen der Medizinischen Fakultät tätig sind und inzwischen eigene Forschungsprojekte erarbeitet haben.

    Das Graduiertenkolleg Neurowissenschaften in Leipzig: „Interzelluläre Kommunikation im normalen und pathologisch veränderten Zentralnervensystem" („Intercell") wird getragen von insgesamt 15 Arbeitsgruppen aus dem Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, den Instituten für Biochemie, für Pharmakologie, für Pathologie (Abt. Neuropathologie) und für Virologie, der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, den Kliniken für Augenheilkunde und Neurochirurgie an der Medizinischen Fakultät und aus dem Institut für Zoologie in der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie. Wissenschaftliches Ziel ist es, zum Verständnis bestimmter Aspekte der interzellulären Kommunikation im Zentralnervensystem beizutragen; insbesondere werden folgende Schwerpunkte untersucht (1) Glia-Neuron-Interaktion, (2) Entwicklung und Funktion von neuronalen Signalverarbeitungssystemen, (3) interzelluläre Kommunikation in glialen und neuroendokrinen Organen und in glialen Tumoren sowie (4) virale Infektionen des Zentralnervensystems. Die Projekte werden von 11 Kollegiaten bearbeitet (1 promovierter Naturwissenschaftler, 6 naturwissenschaftliche Doktoranden, 4 Medizinstudenten mit einjähriger Studienunterbrechung). Das Kolleg bietet methodische Kurse, regelmäßige Literaturseminare, Vorträge von Gastwissenschaftlern und ein Vorlesungsprogramm zur neurowissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung der Kollegiaten an. Es wird mit dem neurowissenschaftlichen Schwerpunkt des IZKF Leipzig zusammengearbeitet.

    Im Jahr 1997 sind an der Medizinischen Fakultät 225 Promotionen von Medizinern und Zahnmedizinern verteidigt worden. Die Forschungsarbeiten für diese Promotionen werden in der Regel während des Studiums begonnen und erfordern eine intensive Mitarbeit in den Forschungsgruppen der Kliniken und Institute.

    Teilweise wird das Studium für die Durchführung der experimentellen Arbeiten für ein oder zwei Semester unterbrochen, weil die Anforderungen stark gestiegen sind. Damit ist eine frühe Einbindung von Medizinstudenten in die Forschung gegeben, und diese Studenten können später die erlangte wissenschaftliche Qualifikation in die Klinik einbringen. Zusammen mit den bestehenden zwei Graduiertenkollegs der Medizinischen Fakultät und der Förderung durch Stipendien des Graduiertenstudiums des Freistaates Sachsen haben sich damit wichtige Instrumente der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Forschung entwickelt. Für die besten Promotionen werden von der Medizinischen Fakultät jährlich drei Preise vergeben. Momentan werden in der Doktorandenliste der Medizinischen Fakultät über 1600 promotionswillige Doktoranden geführt.

    Eine starke methodische Erweiterung hat es auf dem Gebiet der Magnetischen Resonanz- Tomographie (MRT) gegeben. Am offenen Magnetresonanztomographen „Signa SP" der Fa. General Electric, der im August 1996 installiert wurde, ist 1997 der klinische Betrieb aufgenommen worden. Schwerpunkte der interdisziplinären klinisch angewandten Forschung im Rahmen eines internationalen Projektes, an dem weltweit zehn Universitäten beteiligt sind, sind MR-tomographisch kontrollierte neurochirurgische und traumatologische Operationen, MR-gestützte Biopsien von nur MR-tomographisch visualisierbaren Läsionen im Hirn, der Mamma, im Becken und im Knochen, interstitielle thermosensitive Ablationsverfahren (Hirn, Mamma), funktionelle Gelenkuntersuchungen, Inkontinenzuntersuchungen und die Diagnostik von Problempatienten (z. B. Klaustrophobikern). Leipzig ist dabei mit inzwischen über 500 Untersuchungen nach Boston (Erstinstallation eines „Signa SP" 1994 an der Harvard Medical School) weltweit mitführend bezüglich der Anzahl und des Spektrums der Eingriffe unter MR-Kontrolle. Dies betrifft auch die Entwicklung und Installation des entsprechenden MR-kompatiblen Equipments sowie endoluminaler Spulen. Im Vordergrund wird zukünftig die erweiterte Anwendung interstitieller Ablationsverfahren durch Laser, Hochfrequenzthermotherapie und Kryotherapie stehen. Weiterhin steht in dem Forschungslabor des Max-Planck-Institutes ein 3 Tesla MRT zur Verfügung. Damit sind wichtige Voraussetzungen für den Einsatz des funktionellen MR-Imaging (fMRI) bei zahlreichen kognitiven und klinischen Fragestellungen (Tagesklinik für kognitive Neurologie) und für die neuropsychologische Forschung im Bereich "Arbeitsgedächtnis" und "Sprache" geschaffen worden. Durch die Bildung einer Querschnittsgruppe für MR-Spektroskopie innerhalb des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung Leipzig (IZKF) haben sich auch die personellen Kapazitäten für den breiten Einsatz dieser Methode für Diagnostik und Forschung stark erhöht.

    Weitere Fortschritte konnten bei der Bereitstellung neuer Laborflächen für die Forschung und Ausbildung erzielt werden. Der im November begonnene Bau des Max-Bürger-Forschungszentrums setzte - wenn auch mit zweijähriger Verspätung - ein optimistisches Signal für die künftige Forschungstätigkeit an der Medizinischen Fakultät. Die Voraussetzungen für den Baubeginn waren bereits einige Monate früher mit der zeitweiligen Verlagerung des Medizinisch-Experimentellen Zentrums, das sich im Baufeld befand, geschaffen worden. Wenn auch für die nächsten zwei Jahre dadurch die Forschungstätigkeit auf tierexperimentellem Gebiet eher erschwert wird, werden am Ende des 1. Bauabschnittes des Max-Bürger-Forschungszentrums für einige Disziplinen sowie für die zentrale Tierhaltung optimale Verhältnisse vorhanden sein.

    Unabhängig davon hat die Medizinische Fakultät unter Einsatz eigener Mittel den Ausbau moderner Forschungsflächen weiter vorantreiben können. Nach Einrichtung von S2-Laboratorien, Isotopenmeßplätzen und modernen Tierstallteilbereichen in den Instituten Biochemie, Physiologie, Mikrobiologie, Virologie, Pharmakologie/Toxikologie und Klinische Immunologie und eines S3-Labors im Institut für Virologie in den Jahren 1995 - 1996 wurden 1997 weitere Laborflächen in den Kliniken für Urologie und Hautkrankheiten saniert und modernisiert.

    Mit großem finanziellem Aufwand wurde in der Poliklinik für Prothetik und Werkstoffkunde ein Keramiklabor rekonstruiert, so daß die Fortführung der studentischen Ausbildung gesichert werden konnte. Größere Maßnahmen, die erst 1998 abgeschlossen werden, wurden in den Instituten Biochemie, Anatomie, Klinische Chemie sowie der Tagesklinik für kognitive Neurologie begonnen. Gleiches gilt auch für den Ausbau von Räumen für die neue Bibliothek der Medizinischen Fakultät. Dem IZKF wurde ein Verfügungsgebäude zur Nutzung übergeben, so daß nach Abschluß der noch notwendigen Umbaumaßnahmen ab Mitte 1998 die Tätigkeit der Nachwuchsgruppen Neurowissenschaften und Molekulare Medizin sowie der Cor-units DNA-Sequenzierung und Peptidbibliotheken abgesichert sind.

    Im Beschluß der Kultusministerkonferenz von 1995 zu den "Überlegungen über die Neugestaltung von Struktur und Finanzierung der Hochschulmedizin" wird im Hinblick auf die Zuteilung des Forschungsbudgets die Erarbeitung von Bemessungskriterien gefordert, um den Landeszuschuß für Forschung und Lehre an die einzelnen Kliniken und Institute der Medizinischen Fakultät gerecht zu verteilen. Seit 1996 werden an der Medizinischen Fakultät jährliche Leistungsbewertungen der Forschung und Lehre für die Kliniken und Institute vorgenommen. Als Kriterien kommen die Zahl und Qualität der Publikationen, eingeworbene Drittmittel, Dissertationen, Habilitationen und Patente zur Anwendung. In einem zweiten Verfahren wurden aus Haushaltsmitteln Einzel- und Gemeinschaftsprojekte gefördert, die für den weiteren Auf- und Ausbau einer leistungsfähigen Wissenschafts- und Forschungsstruktur der Fakultät eine große Bedeutung haben und nicht durch Drittmittel gefördert werden. Es wurden mehr als 100 Anträge auf Förderung gestellt. Ein besonderer Aspekt war die Unterstützung laufender Habilitationsarbeiten, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Fachgebieten der Fakultät und die Vorbereitung DFG-fähiger Anträge.

    Die Überlegungen zur Entwicklung der Forschung der Medizinischen Fakultät sind untrennbar mit den Diskussionen einer Rechtsformänderung des Universitätsklinikums verbunden. Krankenversorgung, Lehre und Forschung sind in der Medizinischen Fakultät eng verflochten. Der Fakultät obliegt die Aufgabe, Forschung und Lehre mit hoher Qualität im nationalen und internationalen Wettbewerb zu entwickeln. Entsprechende Positionen und Ziele müssen in den neuen Rechtsformen einen hohen Stellenwert haben.


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    Forschungskontaktstelle, Roland Krause - Oktober 1998