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UNIVERSITÄT LEIPZIG

 Forschungsbericht
 

Erziehungswissenschaftliche Fakultät

 

Dekan

 

Prof. Dr. Roland Lauterbach

Sitz

Karl-Heine-Straße 22b, 04229 Leipzig

Telefon: (03 41) 97 31 400
Telefax: (03 41) 97 51 499
E-Mail: dekanat.fakerz@uni-leipzig.de
 


Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät


Forschungstätigkeit an der Fakultät

Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

Berichte der Institute und Einrichtungen


Berichte der Institute


Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie

Institut für Grundschulpädagogik

Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik

Institut für Förderpädagogik


Forschungstätigkeit an der Fakultät


Vergleicht man die Forschungsaktivitäten an der Erziehungswissenschaftlichen Aktivität im Jahre 1998 mit dem Vorjahr, so sind vier Veränderungen besonders augenfällig (s. auch die Einzeldarstellungen der Projekte auf der CD-ROM):

  • Die Drittmittelförderung hat in erheblichem Maße zugenommen;

  • internationale Fachkontakte sind erweitert und intensiviert worden, und zwar sowohl in Form von internationalen Konferenzen und Gastaufenthalten als auch durch kooperative Projekte mit Partnern aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland;

  • auch universitätsintern ist die Kooperation vertieft und ausgeweitet worden, beispielsweise durch die Teilnahme an interdisziplinären Forschungsinitiativen wie der Beantragung von Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs, aber auch durch die Zusammenarbeit in fakultätsübergreifenden Einzelprojekten;

  • das Forschungsprofil der Fakultät ist dadurch prägnanter geworden, daß nunmehr die vier Institute in ihrer Spezifik wesentlich deutlicher zu erkennen sind.

Diesen letzten Punkt aufgreifend, wird sich die weitere Darstellung der Forschungstätigkeiten der Fakultät erstmals an den Instituten der Fakultät als Gliederungsschema orientieren.



Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie

Mitglieder des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie waren sowohl an der Beantragung des SFB „Regionalbezogene Identifikationsprozesse. Das Beispiel Sachsen" als auch des Graduiertenkollegs „Umgestaltung der (Arbeits-)Gesellschaft: Psychosoziale Konsequenzen" beteiligt. Prägnanter Schwerpunkt des Instituts, der mit dem genannten SFB unmittelbar zusammenhängt, ist die Erforschung der Geschichte der Pädagogik. Er fand unter anderem seinen Ausdruck in den beiden Tagungen „Theodor Litt und der Nationalsozialismus" (2. Theodor-Litt-Symposium) und „Die Universität Leipzig im 19. Jh. - Zentrum der Herbartianer" sowie in dem weiteren Ausbau des Theodor-Litt-Archivs. Die historische Akzentsetzung kommt auch in folgenden, z. T. mit Drittmitteln geförderten Forschungsprojekten der Allgemeinen Pädagogik zum Ausdruck:

• Das jüdische Schulwerk in Leipzig 1912-1942
• Bildquelleninventar zur Industriegeschichte Sachsens
• Herbartianismus und der Leipziger Lehrerverein

Die Vergleichende Pädagogik hat sich auf die vergleichende Analyse von Bildungsprozessen im Rahmen von Systemtransformationen konzentriert. Im Rahmen des genannten SFB ist sie mit einem Teilprojekt „Bildung regionaler Identität" vertreten. Die Schulpädagogik hat neben der bereits erwähnten Schulgeschichte die Umweltbildung zu einem zweiten Schwerpunkt gemacht, unter anderem mit Projekten zur „europäischen Dimension der Umweltbildung" (Drittmittelprojekt des SMWK in Kooperation mit der Universität Graz) und zur „Evaluierung und Entwicklung des freiwilligen ökologischen Jahres im Freistaat Sachsen" (ebenfalls Drittmittelprojekt).

Im Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie sind im Berichtszeitraum etliche Forschungsprojekte zur Normen-, Werte- und Moralerziehung vertieft worden. Bereits vom Ansatz her interdisziplinär angelegt, gibt es inzwischen ein interfakultäres Projekt mit der Religionspädagogik („Religiöse Konzepte"), und das für das Graduiertenkolleg „Umgestaltung der (Arbeits-)Gesellschaft: Psychosoziale Konsequenzen" vorbereitete Vorhaben wird ebenfalls im interdisziplinären Kontext durchgeführt.

Bei zwei Arbeitsbereichen, der Allgemeinen Pädagogik und der Pädagogischen Psychologie, sind 1998 Fachkontakte zu Ostasien (Korea, Japan) entstanden bzw. intensiviert worden. Da der Arbeitsbereich Körperbehindertenpädagogik mit einer Partneruniversität in China kooperiert (siehe unten), entsteht hier möglicherweise ein fakultätsweiter Schwerpunkt der internationalen Zusammenarbeit.



Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik

Die auffälligste Akzentsetzung des Instituts für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik bestand abermals in der nachdrücklichen Praxisorientierung der Forschungsaktivitäten. Sie wird bereits deutlich, wenn man einen Blick auf die Vielzahl der in Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen durchgeführten Fachtagungen wirft. Als Beispiel seien hier die Workshops „Aktuelle Methodik und Didaktik in der Erwachsenenbildung" und „Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung im Freistaat Sachsen" genannt, denen jeweils profilbildende Forschungsprojekte in der Erwachsenenpädagogik und im Qualitätsmanagement entsprechen.

Das Institut führt die anwendungsorientierte Forschung auf der Grundlage der Kooperation mit nationalen und internationalen Institutionen der Erwachsenenbildung und mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) durch. In den durch Drittmittel geförderten Forschungsprojekten werden unter anderem die folgenden Themen bearbeitet:

  • Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9000 ff. an der Erwachsenenpädagogik

  • Tutorenmodelle als hochschuldidaktischer Ansatz zur Verbesserung der Lehre

  • Wege zum selbstorganisierten Lernen

  • Berufssituation und berufliches Selbstverständnis von Erzieher/-innen in stationären und ambulanten Jugendhilfeeinrichtungen

Im Arbeitsbereich Berufs- und Wirtschaftspädagogik wurde die Professur im Jahre 1998 nur vertreten, doch auch hier stand die Forschung eindeutig unter einer anwendungs- und praxisorientierten Zielsetzung. In dem zentralen Projekt wurden „Handreichungen für eine effektive Gestaltung der kaufmännischen Aus- und Weiterbildung im Bank- und Kreditwesen" erarbeitet.



Institut für Grundschulpädagogik

Da die Professur für Grundschulpädagogik erst im Laufe des Jahres 1998 besetzt worden ist, sind für die Profilbildung in der Forschung die Projekte der Fachdidaktiken maßgeblich gewesen. Pars pro toto seien die folgenden Projekttitel genannt, welche die Breite und Aktualität der Themenstellungen widerspiegeln:

  • Didaktik der kindlichen Lebenswelt, Schwerpunkt lebensweltliche Lautsphären

  • Kinder experimentieren: Untersuchungen zum Entdeckungszusammenhang

  • Computer in der Grundschule: Arbeitsmittel für Lehrer und Schüler

  • Bewegungs- und Spielwelt von Kindern im Wandel
  • Praktikabilität des sächsischen Lehrplanes Musik für die Grundschule

Das fakultätsweite Interesse an historisch-pädagogischen Fragestellungen ist am Institut für Grundschulpädagogik vor allem von der Grundschuldidaktik Mathematik gepflegt worden. Exemplarisch seien die Projekte zur „Geschichte des mathematischen Unterrichts und seiner reformpädagogischen Konzeptionen" und zur „Geschichte der Elementarmathematik" genannt. Die Grundschuldidaktik Mathematik war im Berichtszeitraum auch Ausrichter der 89. Hauptversammlung des „Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts".

Perspektivisch sieht das Institut einen übergreifenden Forschungsschwerpunkt in der Neukonzeptualisierung des Schulanfangsunterrichts. Hierbei werden die bestehenden Kooperationen mit dem Comenius-Institut (Leipzig) und dem Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) von Nutzen sein.



Institut für Förderpädagogik

Drei Merkmale charakterisieren die Forschungsaktivitäten des Instituts für Förderpädagogik in besonderer Weise:

  • die ausdrückliche Praxisorientierung vieler Projekte, wobei „Praxis" hier für die anwendungsorientierte Bearbeitung inner- und außerschulischer Probleme (bis hin zur Entwicklung von sog. Praxishilfen) steht;

  • die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von Schul- und Bildungsmaßnahmen und

  • die Pflege intensiver Forschungskontakte mit in- und ausländischen Institutionen.

Projekte zur Bearbeitung und Lösung praktischer Probleme: Aktueller Schwerpunkt der Körperbehindertenpädagogik ist die Förderdiagnostik bei Körperbehinderung. Die hierzu durchgeführten Arbeiten können als ein Beitrag zur Eingliederung körperbehinderter Jugendlicher in die Gesellschaft verstanden werden. In ähnlicher Weise lassen sich die Projekte des Bereichs Lernbehindertenpädagogik unter das Generalthema „Integration" fassen. Dabei geht es sowohl um die Integration in Kindergarteneinrichtungen und im Sekundarbereich I als auch um die Unterstützung und Vernetzung von Initiativen zur gemeinsamen Erziehung von Behinderten und Nichtbehinderten in der Regelschule. In die Rubrik der Entwicklung von Praxishilfen im engeren Sinne fällt etwa die Entwicklung förderdiagnostischer Verfahren, wie des Leipziger Verhaltensscreening (LVS), eines interaktiven, multimedialen Sprachtherapieprogramms und von Methoden der „gestützten Kommunikation bei Personen mit schweren Kommunikations- und Entwicklungsstörungen". Zu praxisorientierten Forschungsaktivitäten im weiteren Sinne sind auch Maßnahmen zur Proliferation der neu entwickelten Verfahren und Methoden zu rechnen. Exemplarisch sei hier das vom Bereich Geistigbehindertenpädagogik durchgeführte Regionaltreffen der International Society for Augmentative and Alternative Communication (ISAAC) genannt.

Begleit- und Evaluationsforschung: Schulische Begleitforschung des Bereichs Verhaltensgestörtenpädagogik hat unter anderem die Entwicklung und Evaluation eines Netzwerkes aus schulischen, sozialen und Freizeiteinrichtungen zum Thema. Ein anderes Projekt befaßt sich mit der „Evaluation und Weiterentwicklung der berufsbegleitenden Weiterbildung für Lehrkräfte an Förderschulen", ein drittes mit der Begleitung und Beratung des Modellprojektes „Präventive und integrative stadtteilorientierte Erziehungshilfe". Der Bereich Lernbehindertenpädagogik begleitet wissenschaftlich das Modellprojekt „Integration behinderter Kinder in Kindestageseinrichtungen" und das Vorhaben „Integrative Förderung bei Lernschwierigkeiten im Sekundarbereich I". Insgesamt sind am Institut für Förderpädagogik 9 Projekte zur Begleit- und Evaluationsforschung angesiedelt, die mit Drittmitteln gefördert werden.

Nationale und internationale Forschungskontakte: Der Bereich Sprachbehindertenpädagogik nimmt am europäischen Forschungs-Kooperationsprojekt E.S.C.A.P.E. (European Standardized Computerized Assessment Procedure for the Evaluation and Rehabilitation of Brain Damaged Patients) teil und kooperiert im DAAD-Projekt „Computerunterstützte Sprachtherapie" mit der Escola de Patologia des Llenguatge (Barcelona). In einem im TIDE-Programm der europäischen Union eingeordneten Projekt wird eine Kommunikationshilfe für Sprachbehinderte entwickelt. Der Bereich Körperbehindertenpädagogik hat bestehende Kontakt zur Volksrepublik China, insbesondere zur Liaocheng Teachers University, intensiviert und bereitet kooperative Forschungsprojekte vor. Auf nationaler Ebene arbeiten Mitglieder des Instituts unter anderem mit den Firmen IBM und Siemens, mit dem Kuratorium ZNS (Bonn), mit dem Institut für Soziale Innovation (Dortmund) und mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (Frankfurt) zusammen.



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