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Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie |
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Dekan |
Prof. Dr. Kurt Eger |
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Talstraße 33, 04103 Leipzig Telefon: (03 41) 97 36 700
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Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät |
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Berichte der Institute und Einrichtungen |
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Forschungstätigkeit an der FakultätInstitut für Biochemie |
Institut für Biochemie Im Arbeitskreis Hahn konnten durch Zufallsmutagenese von sechs Aminosäure-Codons innerhalb der Substraterkennungsschleife von RNase T1 zahlreiche neue, aktive Enzym-Varianten gewonnen werden, von denen eine in ihrer Spezifität, sowohl hinsichtlich RNA-Spaltung als auch Synthese, deutlich verändert war. In Zusammenarbeit mit R. Rigler gelangen in Stockholm mit Hilfe der Fluoreszenz-Korrelations-Spektroskopie (FCS) erste Aktivitätsmessungen an freier RNase T1 und an einem Enzym, welches von M13-Phagen präsentiert wird. Im Mittelpunkt der Arbeiten des Arbeitskreises Hofmann standen Untersuchungen zur Sekundärstrukturbildung in Peptiden mit Hilfe quantenchemischer, molekülmechanischer und moleküldynamischer Methoden. Dabei interessierten sowohl generelle Strukturbildungsphänomene, wie z. B. das Zustandekommen verschiedener Helixtypen und die Wechselbeziehungen zwischen ihnen, als auch die Beeinflussung der Ausbildung der verschiedenen Sekundärstrukturtypen durch das Einführen nichtproteinogener Aminosäuren (D-Aminosäuren, Dehydroaminosäuren, Azaaminosäuren) in die Sequenz. Im Rahmen des Innovationskollegs „Chemisches Signal und Biologische Antwort" war die Arbeitsgruppe Kooperationspartner bei zahlreichen Fragestellungen der Molekülmodellierung und theoretischen Strukturanalyse. Im Arbeitskreis Jakubke konnten die Arbeiten zu den Forschungskomplexen A1(Nichtkonventionelle Enzymkatalyse: Einfluß von Temperatur und Reaktionsmedium auf Enzym-Substrat-Interaktionen) und A2 (Nichtkonventionelle Katalyse mit Zymogenen: Entwicklung programmierter Biokatalysatoren für C-N-Knüpfungen mittels Protein-Design) des Innovationskollegs „Chemisches Signal und biologische Antwort" planmäßig weitergeführt werden. Besonders hervorzuheben sind die im erfolgreich abgeschlossenen Promotionsverfahren von Dr. Frank Bordusa vorgelegten neuen Erkenntnisse über die Cysteinprotease Clostripain sowie vom Doktoranden Torsten Kurth während seines einjährigen Forschungsaufenthaltes an der Brandeis University (Waltham, MA, USA) erarbeiteten Resultate über die strukturellen Determinanten der S'-Bindungsortspezifität in den Serinproteasen Trypsin und Chymotrypsin, die inzwischen als Beitrag in der international bedeutenden Zeitschrift „Biochemistry" publiziert wurden. Von der Habilitandin Dr. Marion Hänsler wurden weitere interessante Resultate auf dem Gebiet der Eisenzymologie erarbeitet und veröffentlicht. Mit dem publizierten innovativen Konzept der Substratmimetika-vermittelten C-N-Ligationskatalyse (F. Bordusa et al., Angew. Chem. 1997, 109, 2583) wurden die Grundlagen für ein erfolgversprechendes zweites Habilitationsprojekt in diesem Arbeitskreis geschaffen. Herausragendes Ergebnis des Arbeitskreises Kleber waren im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation mit 3 Forschungsgruppen in den USA (Department of Chemistry, Los Angeles; Chemistry Department, Brookhaven National Laboratory, New York; Albert Einstein College of Medicine, New York) durchgeführte Neutronendiffraktionsmessungen, die zur Ermittlung der sterischen Konfiguration des aus Crotonobetain mittels L-Carnitindehydratase aus E. coli gebildeten L-Carnitins führten (Bau et al., J. Am. Chem. Soc. 1997, 119, 12055-12060). Gemeinsam mit der Universität Murcia (Spanien) wurde ein Verfahrenspatent zur Herstellung von L-Carnitin aus Crotonobetain angemeldet. Die Arbeitsgruppe ist am Graduiertenkolleg „Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" beteiligt. |
Institut für Botanik |
Institut für Botanik Vom Arbeitskreis Reißer (Allgemeine und Angewandte Botanik) wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) ein Forschungsprojekt „Untersuchungen zur Schadstoffmobilisierung und Schadstoffestlegung in Tailingsmaterialien durch Algen, Moose und Makrophyten" begonnen und ein zweites Projekt in Kooperation mit dem UFZ „Aerophytische Algen als Bioindikatoren luftgetragener Schadstoffe" fortgesetzt. Neu begonnen wurde auch eine Zusammenarbeit mit den Tetra-Werken (Melle), bei der es u.a. um die Entwicklung von Methoden geht, übermäßiges Algenwachstum in Aquarien, Becken, etc. mit umweltverträglichen Methoden einzudämmen. Das vom SMWK geförderte Projekt zur Risikoforschung an transgenem Raps (Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schlegel, Institut für Zoologie) wurde fortgesetzt. Der Arbeitskreis Wilhelm (Pflanzenphysiologie) hat ein DFG-Forschungsvorhaben begonnen, in dem die grundlegenden Mechanismen der biologischen Leistung der Photosynthesepigmente untersucht werden. Ein vom BMBF gefördertes Vorhaben („Entwicklung einer HPLC-gestützten Methode der Phytoplanktonanalyse zur Bestimmung der Wassergüte") wurde abgeschlossen und die Ergebnisse in die Broschüre „Spitzenforschung in Sachsen" aufgenommen. Ein neu entwickeltes In-situ-Verfahren zur Primärproduktion wurde unter Praxisbedingungen im Rahmen wissenschaftlicher Begleitforschung an der Bleilochtalsperre erfolgreich getestet. Mit einem neuartigen Instrumentarium zur Bestimmung der biologischen Aktivität neuer Substanzen konnte die Nachweisgrenze so optimiert werden, daß jetzt Mengen ausreichend sind, die keine chemische Strukturaufklärung mehr erlauben. Im Arbeitskreis Morawetz (Spezielle Botanik) wurden vor allem tropenökologische Projekte durchgeführt. Dabei steht der Beobachtungskran im Regenwald von Südvenezuela weiter im Mittelpunkt. Die bearbeitete Grundfrage lautet „Wie funktioniert der Regenwald?". Phänologische und reproduktionsökologische Untersuchungen bilden den Anfang der Arbeiten, dann sollen interdisziplinäre Tier-Pflanzen-Interaktionen und ökologische Populationsgenetik etabliert werden. Simulationsmodelle und phytogeographische Analysen begleiten das Feldforschungsprogramm als theoretischen Hintergrund. Im Bereich der Chromosomenanalyse wird nunmehr die in situ-Hybridisation routinemäßig durchgeführt und vergleichende DNA-Untersuchungen werden vorbereitet. Im Arbeitskreis Gehlhaar (Biologiedidaktik) erfolgten Untersuchungen zur Entwicklung von Biologieinteressen bei Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5-10. Im Rahmen einer kombinierten Quer- und Längsschnittstudie erfolgte eine Befragung an Leipziger Gymnasien und Mittelschulen hinsichtlich spezifischer Biologieinteressen und deren Attributionen. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt (Biologie-Didaktik/Pädagogische Psychologie) wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Gießen (einheitliches Instrumentarium, vergleichbare Populationen, angezielter Ost-West- Vergleich) realisiert und soll letztendlich Konsequenzen für Lehrplanrevisionen und Unterrichtsarbeit im Fach Biologie ermöglichen. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle (N=1034) wurden ausgewertet. Die zweite Befragungswelle befindet sich noch in der Auswertung und eine dritte um eine Retrospektivbefragung erweiterte Befragungswelle wird in Kürze erfolgen. |
Institut für Pharmazie |
Institut für Pharmazie Die Pharmazeutische Chemie im Institut für Pharmazie beschäftigt sich mit Struktur-Wirkungsbezogenen Synthesen. An die Bearbeiter sind hohe Anforderungen gestellt, da einmal gezielt Derivate hergestellt und diese danach in ausreichender Menge für unterschiedliche Testsysteme zur Verfügung gestellt werden müssen (Arbeitskreis Eger, Eger mit Gütschow, Leistner, Briel). Der Arbeitskreis Eger ist mit zwei Projekten im Innovationskolleg „Chemisches Signal und biologische Antwort" vertreten, welches 1996 gestartet ist. Es handelt sich um die Suche nach untoxischen und leicht zugänglichen Proteinphosphatasehemmstoffen und um Adenosin-rezeptorantagonisten. Bei letzteren geht es vor allem darum, in vitro aktive Antagonisten in bioverfügbare umzuwandeln. Neben synthetischen Aspekten werden zunehmend die molekularen Wirkmechanismen untersucht (Heß). Ein weiteres Projekt wird im Graduiertenkolleg „Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" bearbeitet, hier geht es um oxidative Metabolisierungsreaktionen, sowie um die Synthese schwer zugänglicher Pflanzeninhaltsstoffe über Oxidationsreaktionen (z.B. Hypericin. Fagopyrin) bzw. deren Isolierung und Sicherung der Struktur (Habermann). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Synthese von Arzneistoffmetaboliten, diese werden entweder als Referenzsubstanzen benötigt oder mit Spacern als Haptene eingesetzt. Es wurden hochwirksame Inhibitoren für die Serin-Protease Cathepsin G entwickelt (Gütschow). Im analytischen Bereich steht die Qualitätsprüfung von Arzneistoffen im Vordergrund. Durch die zunehmende Verlagerung der Arzneistoffproduktion in asiatische Länder bzw. Herstellung patentfreier Arzneistoffe in diesen Ländern kommen in zunehmendem Maße Rohstoffe auf den Markt, die nicht Arzneibuchqualität aufweisen und von den Behörden nicht akzeptiert werden, wenn nicht die Syntheseverunreinigungen bekannt sind. Verschiedene Arzneistoffe wurden untersucht, die Verunreinigungen abgetrennt und spektroskopisch untersucht. Im Zweifelsfall wurden Gegensynthesen durchgeführt und Verbesserungsvorschläge erarbeitet (Arbeitskreis Eger). Neben der erwähnten Drittmittelförderung werden die Arbeiten auch von der pharmazeutischen Industrie sowie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterstützt. Die Mitarbeiter der Pharmakologie für Naturwissenschaftler (Arbeitskreis Nieber) beschäftigten sich mit elektrophysiologischen Untersuchungen zur Beeinflussung der hypoxischen Schäden an zentralen katecholaminergen Neuronen. Besonders interessierten die Wirkungen von Immunmodulatoren und Nukleosidanaloge auf die Hypoxie-induzierten elektrophysiologischen Veränderungen an der Zellmembran. Diese Arbeiten waren Bestandteil des Teilprojektes C4 (gemeinsam mit Prof. Dr. P. Illes, Institut für Pharmakologie und Toxikologie) im „Interdisziplinären Zentrum für klinische Forschung (IZKF)". Ein Förderantrag gemeinsam mit dem Institut für Anatomie für die 2. Förderphase des IZKF wurde bewilligt. Weiterhin ist es gelungen, ein Modellsystem zur Charakterisierung von Adenosin-Rezeptor-Liganden zu etablieren, das zur Charakterisierung neuartiger Verbindungen eingesetzt wird. Diese Arbeiten (in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Eger) sind Bestandteil einer Forschungsvereinbarung „Adenosin-A3-Rezeptorantagonisten zur Behandlung allergischer Erkrankungen wie Rhinoconjunctivitis und Asthma" mit dem Arzneimittelwerk Dresden (AWD). Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises Nieber waren Arbeiten im Verbundprojekt „Neuartige PDE4-Inhibitoren zur Behandlung allergischer Erkrankungen" gemeinsam mit dem AWD (Förderung durch die Sächsische Aufbaubank). Es ist gelungen einen Beitrag zur Regulation der Calciumhomöostase durch neuartige PDE4-Inhibitoren an humanen Monozyten zu erarbeiten. Die Mitarbeiter der Pharmazeutischen Technologie (Arbeitskreis Süß) beschäftigen sich mit der Optimierung von peroralen Arzneiformen mit kontrollierter bzw. modifizierter Wirkstoffliberation sowie der materialwissenschaftlichen Untersuchung hierzu notwendiger Hilfsstoffe und Zwischenprodukte. Die Arbeiten zur Steuerung der Wirkstofffreisetzung von Arzneistoffen durch hydrophile Gelbildner konnten produktorientiert zum Abschluß gebracht werden, wobei der entwickelte Träger durch gezielte Veränderung der Hilfsstoffkombination für eine breite Palette von Arzneistoffen mit unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften anwendbar ist. Die Arbeiten zum „Curing" von Coatingprodukten sowie die Entwicklung von „multiparticulate systems" für die perorale Anwendung wurden weitergeführt. Außerdem wird auf den Gebieten Stabilität, Inkompatibilität und Qualitätsmanagement von Arzneizubereitungen gearbeitet. |
Institut für Zoologie |
Institut für Zoologie Das Institut für Zoologie hat ein außerordentlich breites Forschungsspektrum, das von der Zellbiologie über die systemische Biologie bis zur Systematik und Ökologie reicht. Hier seien drei Schwerpunkte genannt.
Die Arbeitsgruppen des Instituts sind an vielfältigen regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen beteiligt. Genannt seien hier Kooperationen mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, mit dem sächsischen Institut für angewandte Biotechnologie, mit den DFG-Schwerpunkten „Funktionelle und adaptive Mechanismen circadianer Systeme" und „Zeitgebundene Informationsverarbeitung in zentralen auditorischen Systemen". |
Wissenschaftsbereich Mikrobiologie und Genetik |
Wissenschaftsbereich Mikrobiologie und Genetik Am Lehrstuhl für Genetik (Arbeitskreis Sass, Sass mit Eichler) wurden die in den vergangenen Jahren begonnenen Arbeiten über aktivierungsabhängig exprimierte Gene und Genprodukte in humanen Lymphozyten fortgesetzt. Mit Hilfe der Technik des differential display wurden mehrere Gene, die in stimulierten Lymphozyten exprimiert werden, kloniert und sequenziert. Dabei wurde an der Aufdeckung der vollständigen Sequenzen von bislang unbekannten Genprodukten gearbeitet. Eine weitere Arbeitsrichtung erstreckte sich auf die Identifizierung möglicher CD97-homologer Strukturen in Drosophila melanogaster. Im Rahmen der Umstrukturierung der Forschungsthematik am Lehrstuhl für Genetik und Fokussierung auf das Tiermodellsystem Drosophila wurde 1998 ein neues Projekt begonnen. Ziel der Arbeiten (Arbeitskreis Sass, Sass mit Klagges) ist die funktionelle Charakterisierung des Synapsins von Drosophila melanogaster. Synapsine sind Proteine der synaptischen Endigung, die in Vertebraten und Invertebraten beschrieben wurden, deren genaue funktionelle Bedeutung bei der Regulation der Transmitterfreisetzung aber noch unklar ist. Durch dieses Vorhaben soll mit Hilfe von Synapsin-Überexpressionsmutanten in D. melanogaster eine eingehende funktionelle Analyse dieser Proteine bzw. einzelner Proteindomänen erfolgen. Über die molekularbiologischen Analysen hinaus wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. E. Buchner (Biozentrum der Universität Würzburg) eine elektrophysiologische und verhaltensbiologische Analyse der transgenen Fliegen angestrebt. Neben der Schaffung der logistischen Voraussetzungen (Etablierung der Drosophila-Zucht, Sicherheitstechnische Genehmigung (S1-Labor) etc.) wurde begonnen, die notwendigen Vektoren für die Einschleusung von Synapsin-Transgenen in die Keimbahn von Drosophila-Embryonen zu erstellen. Dazu wurden verschiedene cDNAs der Drosophila-Synapsin-Isoformen in vorhandene Transformationsvektoren eingefügt. Dabei fanden sowohl Vektoren, die eine gewebespezifische Expression des Synapsins erlauben, Anwendung als auch Vektoren, die das Synapsin als Fusionsprotein mit dem Hitzeschockprotein HSP82 aus Drosophila virilis unter Kontrolle des hsp82-Promotors exprimieren. Diese Transformationssysteme sollen einen Vergleich der Folgen differentieller Synapsinexpression in transgenen Fliegen erlauben. Hiermit wurden die Grundlagen für ein Habilitationsprojekt in diesem Arbeitskreis geschaffen. Die Abteilung Mikrobiologie (Arbeitskreis Tauchert) bearbeitet insbesondere den Abbau von aliphatischen Kohlenwasserstoffen durch Pseudomonas putida. Die Enzyme des n-Alkan-Katabolismus bis zur Stufe der Fettsäuren sind bei diesem Bakterienstamm an die Cytoplasmamembran gebunden. Bisherige Ergebnisse weisen auf eine Wechselwirkung der dabei beteiligten, PQQ-abhängigen ADH mit einem speziellen Cytochrom hin. Es ist beabsichtigt, beide Membrankomponenten zu isolieren und deren Wechselwirkung im Oxidationsprozeß zu analysieren. In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kleber (Institut für Biochemie) wurden Untersuchungen zum Abbau von D-Carnitin aus DL-Carnitin durch Wildstämme und Mutanten von Bodenbakterien (Agrobakterium spec.) durchgeführt. Es ist interessant, daß mit dem D-Carnitin-Abbau eine Bildung von PHB (Poly-beta-hydroxy-Buttersäure) gekoppelt ist. Beide Prozesse sind biotechnologisch relevant. Ein Patent wurde dazu bereits entwickelt. Die Weiterbearbeitung des Themas ist vorgesehen. |
Institut für Allgemeine Psychologie |
Institut für Allgemeine Psychologie Im Institut für Allgemeine Psychologie hat die Besetzung der Professuren Allgemeine Psychologie II (Prof. Dr. H.J. Müller) und Biologische Psychologie (Prof. Dr. E. Schröger) zum WS 1997/98 das Forschungsspektrum wesentlich erweitert. Allgemeine Psychologie I (Arbeitskreis Geißler): Im Bereich visueller Informationsverarbeitung lag der Schwerpunkt bei Untersuchungen zur Bewegungswahrnehmung und zur Gedächtnissuche beim Vergleich strukturierter Objekte. Mit Hilfe eines neu entwickelten Paradigmas wurden Ergebnisse zum Nachweis ultrafeiner Zeitstrukturen in der Bewegungswahrnehmung erzielt und international publiziert. Zur akustischen Verarbeitung wurden in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schröger (Biologische Psychologie) und dem MPI für neuropsychologische Forschung erstmals elektrophysiologische Untersuchungen zur Entdeckung von Periodizitäten im Rauschen durchgeführt und gemeinsam publiziert. Ein Projektantrag von C. Kaernbach zur Tonhöhenwahrnehmung im Rahmen eines DFG-Schwerpunkts wurde dem Hauptausschuß der DFG zur Annahme empfohlen. In der Allgemeinen Psychologie II (Arbeitskreis H.J. Müller) wurde mit der Einrichtung des Labors der Arbeitsgruppe „Aufmerksamkeit und Kognitive Kontrolle" begonnen, und es wurden Vorarbeiten für mehrere Drittmittelprojektanträge durchgeführt. Zwei Forschungsprojekte wurden im Rahmen der DFG Forschergruppe „Arbeitsgedächtnis" (Zentrum für Kognitionswissenschaften) gewährt: „Attentionale Modulation von dimensionspezifischen Inputprozessen in das visuelle Arbeitsgedächtnis - eine kombinierte fMRI und Patientenstudie" (Müller, Pollmann* & von Cramon*) und „Priming von Figur-Bindungsprozessen durch synchrone 40 Hz Oszillationfiguraler Elemente" (Müller & Mecklinger* [*MPI für Neuropsychologische Forschung Leipzig]). Im Forschungsbereich Methoden der Psychologie wurde mit der Erprobung einer neuen Methode zur Messung des kognitiven Aufwandes (Segmentierung) begonnen (Sommerfeld). Im Rahmen eines DFG-Projektes zur Geschichte der Psychologie erfolgte die Auswertung des Nachlasses von G. Th. Fechner (Meischner-Metge). In der Kognitiven Sozialpsychologie (Arbeitskreis von Collani) wurden bestehende Forschungsschwerpunkte fortgeführt :
Neue Forschungsschwerpunkte sind
Im Institut für Allgemeine Psychologie hat in der Biologischen Psychologie (Arbeitskreis Schröger) der Aufbau eines EEG-Labors begonnen. Für 1998 sollen aus Berufungs- und Drittmitteln weitere apparative Voraussetzungen für Untersuchungen aus dem Bereich der kognitiven Psychophysiologie geschaffen werden. Im Rahmen einer DFG-Forschergruppe zum Thema „Arbeitsgedächtnis" und eines DFG-Schwerpunktprogramms zum Thema „Zeitgebundene Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System" (Initiator: Prof. Dr. R. Rübsamen) werden demnächst zwei Projekte zum sensorischen Gedächtnis und zur präattentiven auditiven Informationsverarbeitung beginnen. |
Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik |
Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik In der Differentiellen Psychologie und Psychodiagnostik des Instituts konzentrieren sich die Arbeiten auf Intelligenz- und Lernfähigkeitsdiagnostik. 1998 wurde eine umfassende Monografie zur Diagnostik schlußfolgernden Denkens fertiggestellt, die 1999 beim Hogrefe Verlag veröffentlicht wird. Neue Forschungsaufgaben im Bereich der beruflichen Rehabilitation wurden in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg übernommen. In der Entwicklungspsychologie gibt es eine zunehmende Forschungsaktivität sowohl im Kleinkindalter als auch im höheren Erwachsenenalter. Diese Untersuchungen sind als interdisziplinäre Forschungen in Kooperation mit Medizin und Sportwissenschaften angelegt und werden als Verbundforschung zwischen 5 Universitäten in Deutschland realisiert. Zur Intensivierung der Kleinkindforschung wurde eine spezielle Beratungsstelle für Eltern mit Kleinstkindern (0-3 Jahre) eingerichtet, die auf zunehmendes Interesse im Territorium stößt. Die Problematik der Prävention und Bekämpfung von Drogenerkrankungen bildet ein wesentliches Arbeitsgebiet der Persönlichkeitspsychologie und Psychologischen Intervention. Hier wurden sowohl epidemiologische, präventive als auch interventive Studien durchgeführt, die in das Programm der Public Health-Forschung eingehen. |
Institut für Angewandte Psychologie |
Institut für Angewandte Psychologie Im Rahmen von Forschungsarbeiten in der Arbeits- und Organisationspsychologie (Prof. Mohr) zur beruflichen Veränderungsbereitschaft von Niedrigqualifizierten wurde ein Instrument zur beruflichen Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt sowie eine englischsprachige Führungsskala für diesen Bereich übersetzt und geprüft. Des weiteren wurde eine Konzentration auf die Bereiche Führungsforschung und Delegation sowie Teilzeit im Managementbereich vorgenommen. In Kooperation mit anderen Universitäten wurde ein Curriculum für die Fort- und Weiterbildung von Diplompsychologen entworfen, die ein Zertifikat im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie erwerben wollen. Besonders erwähnenswerte Forschungsergebnisse der Pädagogischen Psychologie (Prof. Witruk) wurden im Rahmen der Forschungszusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Pädagogische Psychologie" der Chinese University Hong Kong (Prof. Ho) auf dem Gebiet der Legasthenieforschung erzielt, die auf einer internationalen Konferenz vorgestellt und zur Publikation vorbereitet wurden. Hervorzuheben ist ebenfalls der Bearbeitungsbeginn innerhalb des EU-Forschungsprojektes „IMAGINE - Integrated Multimedia Applications Generating Innovative Networks in European Digital Towns". In der Klinischen und Gesundheitspsychologie (Prof. Schröder) wurde die Praxisbewährung der Kursprogramme „Podiumsangst", „Umgang mit Tod und Sterben", „Regulierung negativer Gefühle", „Selbstprojektierende Reflexionsfähigkeit" und „Streßbewältigung" erhöht und Effekte evaluativ gesichert. Angelaufen sind Arbeiten zum Rehabilitationsbedarf von Kiefer-Gesichts-Versehrten sowie zur Analyse und Planung der Suchtprävention im Freistaat Sachsen. |
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Forschungsbericht 1998 | ||