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UNIVERSITÄT LEIPZIG

 Forschungsbericht
 

Erziehungswissenschaftliche Fakultät

 

Dekan Professor Dr. Dieter Schulz
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Karl-Heine-Straße 22b, 04229 Leipzig

(03 41) 97 31 400
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http://www.uni-leipzig.de/~erzwiss/


Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät


Forschungstätigkeit an der Fakultät

Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

Berichte der Institute und Einrichtungen


Berichte der Institute


Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie

Institut für Grundschulpädagogik

Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik

Institut für Förderpädagogik
 

Aus der Fakultät hervorgegangen ist das Zentrum zur Erforschung und Entwicklung pädagogischer Berufspraxis (Centre of Research and Development of Professional Practise in Education), das seit Juli 1999 eine selbständige Arbeitseinheit unabhängig von der Fakultät ist.
 


Forschungstätigkeit an der Fakultät


Die Forschungstätigkeit der Fakultät ist im Jahr 1999 gekennzeichnet sowohl durch eine Verstärkung der Drittmittelprojekte auf insgesamt 32 als auch durch den weiteren Ausbau der internationalen Forschungskontakte. Der Ausbau der Drittmittelprojekte war u.a. möglich durch das Anlaufen des SFB 417 Regionenbezogene Identifikationsprozesse. Das Beispiel Sachsen, in den zwei Kollegen der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät mit Teilprojekten einbezogen sind. Zwei weitere Drittmittelprojekte werden mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Erziehungswissenschaft durch ihre starke Fokussierung auf den Bereich der Lehrerbildung generell größere Schwierigkeiten bei der Erschließung von Drittmittelquellen hat als andere Fachbereiche. So sind auch folgerichtig ein bedeutender Teil der Drittmittelprojekte in den Bereichen Erwachsenen- und Sozialpädagogik angesiedelt, die eine besondere Offenheit gegenüber ihrem sozialen Umfeld auszeichnet (Das Fehlen der Berufs- und Wirtschaftspädagogik in diesem Kontext ist auf die Vakanz dieser Professur zurückzuführen.). Auch die relativ zahlreichen Drittmittelprojekte im Bereich der Sprachbehinderten- wie auch der Verhaltensgestörtenpädagogik hängen mit der besonderen gesellschaftlichen Funktion dieser beiden Fächer zusammen, die ihren Wirkungskreis in einem größeren sozialen Umfeld haben, das über die Schule deutlich hinausgeht. Im Falle der Sprachbehindertenpädagogik kommt hinzu, daß ein Teil der Klientel Erwachsene sind, die einer sprachlichen Rehabilitation (z. B. nach einem Schlaganfall) bedürfen.

Die bestehenden internationalen Kontakte wurden weiter ausgebaut. So bestanden 1999 Forschungskontakte zu Österreich, Ungarn, Polen und Weißrußland, aber auch zu Korea und Japan. Im Rahmen des SFB 417 wurden außerdem Kontakte zu weiteren polnischen und tschechischen Kollegen aufgebaut und auf einem vom SFB mitveranstalteten deutsch-französischen Kolloquium an der Universität Rennes die Möglichkeit der Kooperation mit den dortigen Kollegen (zum Thema Prozesse regionaler Identifikation) mit positivem Ergebnis überprüft. Nicht zu vergessen sind auch mehrere ausländische Doktoranden (u.a. aus Korea und Mozambique), die zur internationalen Öffnung der Fakultät beitragen.

Einen besonderen Höhepunkt der internationalen Forschungskooperation bildete die Ausrichtung der 24. Jahreskonferenz der „Association for Teacher Education in Europe" (ATEE) durch die Erziehungswissenschaftliche Fakultät. Über 350 Teilnehmer aus 30 Ländern reflektierten mit international bekannten Hauptreferenten in Plenumsveranstaltungen und zahlreichen Arbeitsgruppen eine Woche lang das Rahmenthema „Berufswissen des Lehrers und Bezugswissenschaften der Lehrerbildung".

Auch die Publikationsleistung der Fakultätsmitglieder im Jahr 1999 ist beachtenswert: sie haben 1999 insgesamt nicht weniger als 21 Bücher, darunter ein Fachlexikon, und etwa 100 Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht.

Im Bereich der pädagogischen Grundlagenwissenschaften (Institut für Allgemeine und Vergleichende Pädagogik, Schulpädagogik und Pädagogische Psychologie) brachte die Einbindung in den SFB 417 eine Neuakzentuierung der Regionalforschung, die aufgrund der nach „Regionen" verfaßten föderalen Verwaltungsstruktur in Deutschland für den Bereich des Bildungswesens ohnehin sehr naheliegt. Die beiden erziehungswissenschaftlichen Teilprojekte des SFB knüpfen dabei an bereits vorhandene Forschungsschwerpunkte an: die (insbesondere regionale) Bildungsgeschichte (Arbeitsbereich Allgemeine Pädagogik) und die Systemanalyse postsozialistischer Transformationsstaaten in Verbindung mit der Analyse der Entwicklung der „europäischen Dimension" im Bildungswesen (Arbeitsbereich Vergleichende Pädagogik). Im letztgenannten Teilprojekt wird die Thematik des SFB mit den vorhandenen Forschungslinien in der Weise verknüpft, daß grenzüberschreitend nach den regionalen, nationalen und europäischen Identifikationsangeboten in der Euroregion Sachsen, Böhmen, Schlesien gefragt wird und die Besonderheit der Transformationsgesellschaften durch einen innerdeutschen Regionalvergleich mit einem Altbundesland überprüft werden soll. Im Umfeld der Thematik des SFB sind mehrere andere Projekte dieses Instituts angesiedelt, so daß man von einem neu zugeschnittenen Forschungsschwerpunkt sprechen kann.

Die bildungsgeschichtliche Dimension, insbesondere die jüngere deutsche Geschichte, bildet auch einen Schwerpunkt für mehrere Projekte aus dem Bereich Schulpädagogik. Hier ist auch die diesem Arbeitsbereich zugeordnete Theodor-Litt-Forschungsstelle von Bedeutung, die auch 1999 wieder durch ein hochkarätig besetztes „Theodor-Litt-Symposium" an die Öffentlichkeit getreten ist.

Ein neuentwickelter Forschungsschwerpunkt, der durch seine Anbindung an ein beantragtes Graduiertenkolleg („Institionelle Rahmenbedingungen der Umweltverantwortung in der industriellen und postindustriellen Gesellschaft") fakultätsübergreifende Wirkung haben soll, ist die Umweltbildung und Umwelterziehung.

Thematische und z.T. methodologische Überschneidungen finden sich in kulturvergleichenden Problemstellungen des Arbeitsbereiches Pädagogische Psychologie, der mit den projektierten kontrastiven Kulturvergleichen mit seinem ihm eigenen methodischen Instrumentarium an die eher systemisch vorgehende Komparatistik des Arbeitsbereiches Vergleichende Pädagogik anschließt. Hier ist für die Zukunft eine spannende Kooperation zu erwarten.

Fakultätsübergreifende Kooperationen bestehen neben dem Bereich des SFB und der Umweltforschung auch in einem Kooperationsprojekt des Arbeitsbereiches Pädagogische Psychologie mit der Theologischen Fakultät über die Entstehung religiöser Konzepte bei Schülern.

Ein wichtiges Forschungsthema, das vom Arbeitsbereich Erwachsenenpädagogik angestoßen wurde, ist das aktuelle Problem des Qualitätsmanagements im Bildungswesen, das vom genannten Arbeitsbereich in mehreren Projekten weitergeführt wird, aber auch im Bereich Allgemeine Pädagogik aufgegriffen wurde.

Im Institut für Grundschulpädagogik stehen praxisnahe Schul- und Studienbegleitforschung im Mittelpunkt. Dieser Themenkomplex bildet im übrigen auch den thematischen Kern des Forschungsinteresses, in dem aus der Fakultät hervorgegangenen Zentrums zur Erforschung und Entwicklung pädagogischer Berufspraxis, das durch regelmäßige „Regionale Bildungsforen" die lokale und regionale pädagogische und bildungspolitische Öffentlichkeit einbezieht. Im Bereich der Grundschulpädagogik kamen zu diesem praxisorientierten Forschungsinteresse noch EU-geförderte Untersuchungen zur Lehrerbildung in Deutschland dazu. Der Arbeitsbereich Grundschuldidaktik Mathematik setzt deutliche Schwerpunkte im Bereich der Disziplingeschichte und knüpft damit an die Interessenschwerpunkte der Allgemeinen Pädagogik und der Schulpädagogik an.

Evaluation von Praxis steht auch im Institut für Erwachsenen-, Sozial- und Wirtschaftspädagogik im Mittelpunkt. Dabei liegt in quantitativer Hinsicht der Forschungsschwerpunkt im Bereich der Erwachsenenpädagogik, dessen Besonderheiten bereits erwähnt wurden.

Bereits schon zahlenmäßig bedeutend sind die Forschungsaktivitäten im Bereich des Instituts für Förderpädagogik. Auch hier steht in allen Arbeitsbereichen anwendungsorientierte Forschung im Zentrum. Wichtige arbeitsbereichsübergreifende Themenbereiche sind die Integration Behinderter in „normale" Klassen, ihre berufliche Bildung bzw. ihre Eingliederung in die Arbeitswelt, die Entwicklung und Evaluierung diagnostischer Verfahren sowie die Entwicklung therapeutischer Instrumente und Hilfsmittel, vor allem im Bereich der Sprachbehindertenpädagogik. Dieser Arbeitsbereich ist zugleich ein Beispiel dafür, daß auch die pädagogischen Disziplinen über ihre kindliche bzw. jugendliche Klientel hinaus Forschungsergebnisse erzielen kann, die auch für Erwachsene und gerade auch für ältere Menschen von großem Nutzen sein können.



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