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UNIVERSITÄT LEIPZIG

 Forschungsbericht

 

Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie

 

Dekan Professor Dr. Martin Schlegel
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Talstraße 33, 04103 Leipzig

(03 41) 97 36 700
(03 41) 97 36 749
schlegel@rz.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/fak/biowiss.htm


Zur Forschungstätigkeit an der Fakultät


Forschungstätigkeit an der Fakultät

Habilitationen und Promotionen / Vorjahre

Berichte der Institute und Einrichtungen


Berichte der Institute und Einrichtungen


Institut für Biochemie

Institut für Botanik

Institut für Pharmazie

Institut für Zoologie

Bereich für Mikrobiologie und Genetik

Sächsisches Institut für Angewandte Biotechnologie e.V. an der Universität Leipzig

Institut für Allgemeine Psychologie

Institut für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik

Institut für Angewandte Psychologie


Forschungstätigkeit an der Fakultät

Institut für Biochemie


Institut für Biochemie

Im Arbeitskreis Hahn konnte die Röntgenstrukturanalyse einer RNase T1-Variante mit einem veränderten Guaninbindungssegment im Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von W. Saenger, Berlin, erfolgreich durchgeführt werden.
Außerdem wurde die Forschung auf dem Gebiet der Aptamere ausgebaut. Der Arbeitskreis ist sowohl am Innovationskolleg „Chemisches Signal und Biologische Antwort" als auch am Graduiertenkolleg „Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" beteiligt.

Im Mittelpunkt der Arbeiten des Arbeitskreises Hofmann standen Untersuchungen zur Sekundärstrukturbildung im Peptiden mit Hilfe quantenchemischer, molekülmechanischer und moleküldynamischer Methoden. Dabei interessierten sowohl generelle Strukturbildungsphänomene, wie z.B. das Zustandekommen verschiedener Helixtypen und die Wechselbeziehungen zwischen ihnen, als auch die Beeinflussung der Ausbildung der verschiedenen Sekundärstrukturtypen durch das Einführen nichtproteinogener Aminosäuren (D-Aminosäuren, Dehydroaminosäuren, ß-Aminosäuren, Azaaminosäuren) in die Sequenz. Im Rahmen des Innovationskollegs „Chemisches Signal und Biologische Antwort" war die Arbeitsgruppe Kooperationspartner bei zahlreichen Fragestellungen der Molekülmodellierung und theoretischen Strukturanalyse.
Gleichzeitig wurde das neuartige Konzept der Substratmimetika-vermittelten CN-Ligationskatalyse beträchtlich ausgebaut (F. Bordusa).

In der Arbeitsgruppe Kleber konnte u.a. gezeigt werden, daß die Crotonobetainreduktase aus Escherichia coli aus zwei Proteinen besteht. Der für die Umwandlung von Crotonobetain in -Butyrobetain aber auch für die L-Carnitindehydratase essentiell erforderliche, lange Zeit unbekannte Cofaktor konnte aus -Butyrobetainyl-CoA identifiziert werden. Zwei Publikationen entstammen der Zusammenarbeit mit der Universität Murcia/Spanien bzw. dem Biotechnology Research Institute, Montreal, Canada. Die Arbeitsgruppe ist am Graduiertenkolleg „Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" beteiligt.



Institut für Botanik

Institut für Botanik

Vom Arbeitskreis Reißer (Allgemeine und Angewandte Botanik) wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) ein Forschungsprojekt „Untersuchungen zur Schadstoffmobilisierung und Schadstofffestlegung in Tailingsmaterialien durch Algen, Moose und Makrophyten" begonnen und ein zweites Projekt in Kooperation mit dem UFZ „Aerophytische Algen als Bioindikatoren luftgetragener Schadstoffe" fortgesetzt. Neu begonnen wurde auch eine Zusammenarbeit mit den Tetra-Werken (Melle), bei der es u.a. um die Entwicklung von Methoden geht, übermäßiges Algenwachstum in Aquarien, Becken, etc. mit umweltverträglichen Methoden einzudämmen. Das vom SMWK geförderte Projekt zur Risikoforschung an transgenem Raps (Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schlegel, Institut für Zoologie) wurde fortgesetzt.

Der Arbeitskreis Wilhelm (Pflanzenphysiologie) bearbeitet ein DFG-Vorhaben, in dem die molekulare Organisation der Photosynthesepigmente untersucht wird. Ziel der Untersuchung ist es, besser zu verstehen, wie Pigmente zwischen den beiden gegensätzlichen Funktionen Photosynthese und Lichtschutz hin- und herschalten können. In einem BMBF-geförderten Projekt werden neue sensitive und praxisnahe Methoden der Primärproduktionsbestimmung in Gewässern entwickelt. In einem zweiten anwendungsnahen Vorhaben geht es um die Entwicklung neuer Screeningmethoden, die Streßresistenz verschiedener Nutzpflanzenvarietäten zu testen. In Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig und dem Staatlichen Umweltfachamt werden neue Methoden der Phytoplanktonanalyse getestet, um in Zukunft die Möglichkeiten der Fernerkundung für die Wasserqualitätsüberwachung nutzbar zu machen. Mit ungarischen Partnern wird im Rahmen eines OMFB Vorhabens versucht, den physiologischen Zustand des Phytoplanktons in großen Seen (Balaton) zu charakterisieren, um auf der Grundlage dieser Information neue Wasserqualitätsprognoseinstrumente zu entwickeln.

Im Arbeitskreis Morawetz (Spezielle Botanik) wurden vor allem tropenökologische Projekte durchgeführt. Dabei steht der Beobachtungskran im Regenwald von Südvenezuela weiter im Mittelpunkt. Die bearbeitete Grundfrage lautet „Wie funktioniert der Regenwald?". Phänologische und reproduktionsökologische Untersuchungen bilden den Anfang der Arbeiten, dann sollen interdisziplinäre Tier-Pflanzen-Interaktionen und ökologische Populationsgenetik etabliert werden. Simulationsmodelle und phytogeographische Analysen begleiten das Feldforschungsprogramm als theoretischen Hintergrund. Im Bereich der Chromosomenanalyse wird nunmehr die in situ-Hybridisation routinemäßig durchgeführt und vergleichende DNA-Untersuchungen werden vorbereitet.

Im Arbeitskreis Gehlhaar (Biologiedidaktik) erfolgten Untersuchungen zur Entwicklung von Biologieinteressen bei Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5-10. Im Rahmen einer kombinierten Quer- und Längsschnittstudie erfolgte eine Befragung an Leipziger Gymnasien und Mittelschulen hinsichtlich spezifischer Biologieinteressen und deren Attributionen. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt (Biologie-Didaktik / Pädagogische Psychologie) wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Gießen (einheitliches Instrumentarium, vergleichbare Populationen, angezielter Ost-West-Vergleich) realisiert und soll letztendlich Konsequenzen für Lehrplanrevisionen und Unterrichtsarbeit im Fach Biologie ermöglichen. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle (N=1034) wurden ausgewertet. Die zweite Befragungswelle befindet sich noch in der Auswertung und eine dritte um eine Retrospektivbefragung erweiterte Befragungswelle wird in Kürze erfolgen.



Institut für Pharmazie

Institut für Pharmazie

Die Pharmazeutische Chemie im Institut für Pharmazie beschäftigt sich mit Struktur-Wirkungsbezogenen Synthesen. An die Bearbeiter sind hohe Anforderungen gestellt, da einmal gezielt Derivate hergestellt und diese danach in ausreichender Menge für unterschiedliche Testsysteme zur Verfügung gestellt werden müssen (Arbeitskreis Eger, Eger mit Gütschow, Leistner, Briel). Der Arbeitskreis Eger ist mit zwei Projekten im Innovationskolleg „Chemisches Signal und biologische Antwort" vertreten, welches 1996 begonnen wurde. Es handelt sich um die Suche nach untoxischen und leicht zugänglichen Proteinphosphatasehemmstoffen und um Adenosinrezeptorantagonisten. Bei letzteren geht es vor allem darum, in vitro aktive Antagonisten in bioverfügbare umzuwandeln. Neben synthetischen Aspekten werden zunehmend die molekularen Wirkmechanismen untersucht (Heß). Ein weiteres Projekt wird im Graduiertenkolleg „Mechanistische und Anwendungsaspekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" bearbeitet, hier geht es um oxidative Metabolisierungsreaktionen, sowie um die Synthese schwer zugänglicher Pflanzeninhaltsstoffe über Oxidationsreaktionen (z.B. Hypericin. Fagopyrin) bzw. deren Isolierung und Sicherung der Struktur (Habermann). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Synthese von Arzneistoffmetaboliten, diese werden entweder als Referenzsubstanzen benötigt oder mit Spacern als Haptene eingesetzt. Im analytischen Bereich steht die Qualitätsprüfung von Arzneistoffen im Vordergrund. Durch die zunehmende Verlagerung der Arzneistoffproduktion in asiatische Länder bzw. Herstellung patentfreier Arzneistoffe in diesen Ländern kommen in zunehmendem Maße Rohstoffe auf den Markt, die nicht Arzneibuchqualität aufweisen und von den Behörden nicht akzeptiert werden, wenn nicht die Syntheseverunreinigungen bekannt sind. Verschiedene Arzneistoffe wurden untersucht, die Verunreinigungen abgetrennt und spektroskopisch untersucht. Im Zweifelsfall wurden Gegensynthesen durchgeführt und Verbesserungsvorschläge erarbeitet (Arbeitskreis Eger).

Neue Ringstransformations-Reaktionen zu potentiell bioaktiven Verbindungen wurden entwickelt [publiziert 1999 in J. Org. Chem. (Gütschow) und Synthesis (Gütschow, Hecker und Eger)]. Es wurden hochwirksame Inhibitoren für Serin-Proteasen (insbesondere Elastase) hergestellt [publiziert 1999 in J. Med. Chem. (Gütschow et al.)].

Neben der erwähnten Drittmittelförderung werden die Arbeiten auch von der pharmazeutischen Industrie sowie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unterstützt.

Die Mitarbeiter der Pharmakologie für Naturwissenschaftler (Arbeitskreis Nieber) beschäftigten sich mit elektrophysiologischen Untersuchungen zur Beeinflussung der hypoxischen Schäden an zentralen katecholaminergen Neuronen. Besonders interessierten die Wirkungen von Immunmodulatoren und Nukleosidanaloga auf die Hypoxie-induzierten elektrophysiologischen Veränderungen an der Zellmembran. Diese Arbeiten waren Bestandteil des Teilprojektes C4 (gemeinsam mit Professor Peter Illes, Institut für Pharmakologie und Toxikologie) im „Interdisziplinären Zentrum für klinische Forschung (IZKF)". Ein Förderantrag gemeinsam mit dem Institut für Anatomie für die 2. Förderphase des IZKF wurde bewilligt. Weiterhin ist es gelungen, ein Modellsystem zur Charakterisierung von Adenosin-Rezeptor-Liganden zu etablieren, das zur Charakterisierung neuartiger Verbindungen eingesetzt wird. Diese Arbeiten (in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Eger) sind Bestandteil einer Forschungsvereinbarung „Adenosin-A3-Rezeptorantagonisten zur Behandlung allergischer Erkrankungen wie Rhinoconjunctivitis und Asthma" mit dem Arzneimittelwerk Dresden (AWD). Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises Nieber waren Arbeiten im Verbundprojekt „Neuartige PDE4-Inhibitoren zur Behandlung allergischer Erkrankungen" gemeinsam mit dem AWD (Förderung durch die Sächsische Aufbaubank). Es ist gelungen einen Beitrag zur Regulation der Calciumhomöostase durch neuartige PDE4-Inhibitoren an humanen Monozyten zu erarbeiten.

Die Mitarbeiter der Pharmazeutischen Technologie (Arbeitskreis Süß) beschäftigen sich mit der Optimierung von peroralen Arzneiformen mit kontrollierter bzw. modifizierter Wirkstoffliberation sowie der materialwissenschaftlichen Untersuchung hierzu notwendiger Hilfsstoffe und Zwischenprodukte. Die Arbeiten zur Steuerung der Wirkstoffreisetzung von Arzneistoffen durch hydrophile Gelbildner konnten produktorientiert zum Abschluß gebracht werden, wobei der entwickelte Träger durch gezielte Veränderung der Hilfsstoffkombination für eine breite Palette von Arzneistoffen mit unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften anwendbar ist.

Die Arbeiten zum „Curing" von Coatingprodukten sowie die Entwicklung von „multiparticulate systems" für die perorale Anwendung wurden weitergeführt. Außerdem wird auf den Gebieten Stabilität, Inkompatibilität und Qualitätsmanagement von Arzneizubereitungen gearbeitet.



Institut für Zoologie

Institut für Zoologie

Das Institut für Zoologie hat ein außerordentlich breites Forschungsspektrum, das von der Zellbiologie über die systemische Biologie, Neurobiologie bis zur Systematik und Ökologie reicht. Hier seien drei Schwerpunkte genannt.

In den Arbeitsgruppen Drößler (Tierphysiologie) und Hauschildt (Immunbiologie) werden monoklonale Antikörper gegen verschiedene Antigene (Virulenzfaktoren bei Fischen, Vitellin-Antikörper beim Hühnchen und Moenomycin bei Mäusen) hergestellt und getestet. Zum anderen werden funktionelle Analysen zu verschiedenen zellbiologischen Problemen durchgeführt (Mechanismen der Apoptose, Funktion von Neuropeptiden bei Myeloidzellen, Aktivierung humaner Makrophagen, Signaltransduktion bei humanen Monocyten).

In der Arbeitsgruppe Schlegel (Spezielle Zoologie) werden Verwandtschafts-beziehungen verschiedener Tiergruppen mit molekularbiologischen Methoden untersucht (z. B. bei Amöben, Mollusken, Arthropoden, Tentakulaten, Meerkatzen). Auf Populationsebene werden Untersuchungen zur genetischen Variabilität und zum Genfluß zwischen Subpopulationen in fragmentierten Lebensräumen durchgeführt.

Die Arbeitsgruppen Rübsamen (Neurobiologie) und Schildberger (Verhaltensbiologie) beschäftigen sich mit Mechanismen und Funktionen der Informationsverarbeitung im ZNS. Mit neurobiologischen Methoden und Verhaltensanalysen werden Probleme wie Zeitverarbeitung in der Hörbahn von Säugern und Insekten, Mechanismen der inneren Uhr bei Mollusken und neuronale Grundlagen aggressiver Verhaltensweisen bei Insekten untersucht.

Die Arbeitsgruppen des Instituts sind an vielfältigen regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen beteiligt. Genannt seien hier Kooperationen mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ), mit dem sächsischen Institut für angewandte Biotechnologie (SIAB), mit den DFG-Schwerpunkten „Funktionelle und adaptive Mechanismen circadianer Systeme" und „Zeitgebundene Informationsverarbeitung in zentralen auditorischen Systemen (ZIZAS)".



Wissenschaftsbereich Mikrobiologie und Genetik

Wissenschaftsbereich Mikrobiologie und Genetik

Am Lehrstuhl für Genetik (Arbeitskreis Sass) wurde die 1998 begonnene Umstrukturierung der Forschungsthematik erfolgreich abgeschlossen. Zwei verschiedene Schwerpunkte stehen im Vordergrund der molekulargenetischen Forschungsarbeit. Am Tiermodell Drosophila wurden untersucht

1. die funktionelle und strukturelle Konservierung von Chromatingenen in Insekten (Sass mit Krauß) und
2. die Funktion des Synapsins in Drosophila (Sass mit Klagges).

Eine Synapse dient der Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Synapsine sind mit der Synapse assoziierte Proteine, die sehr wahrscheinlich entscheidende Aufgaben bei der Synapsenbildung und Freisetzung von Botenstoffen (Neurotransmittern) haben. In Fortsetzung der 1998 begonnenen molekulargenetischen Grundlagenforschung (s. Forschungsbericht 1998) wurde (Sass mit Klagges) an der funktionellen Charakterisierung des Synapsins von Drosophila melanogaster gearbeitet. Um dies zu bewerkstelligen, wurden inzwischen mit Hilfe gentechnologischer Methoden verschiedene rekombinante Vektoren konstruiert. Diese Überträgermoleküle sollen zukünftig eingesetzt werden, um Linien transgener Drosophila für die Synapsin-Funktionsstudien zu etablieren.

Der als Chromatin bezeichnete Protein-DNA-RNA-Komplex ist eine entscheidende Ebene der Genregulation. Der Verpackungsgrad der DNA ist eng mit dem Funktions-/Aktivitätszustand des Chromatins korreliert. In dem 1999 begonnenen Forschungsprojekt wurde (Sass mit Krauß) das Phänomen der Positionseffekt-Variegation (PEV) bei Drosophila melanogaster genutzt, um neue Gene im Erbgut zu entdecken, die an der Chromatin-Regulation teilhaben. Modifikatormutationen für PEV ermöglichen die molekulare Analyse von Chromatingenen, die für die Bildung von euchromatischen und heterochromatischen Chromatindomänen notwendig sind. Die funktionelle Charakterisierung dieser Chromatinproteine wird später anhand transgener Drosophila-Linien erfolgen.

Die Abteilung Mikrobiologie (Arbeitskreis Tauchert und Andreas) bearbeitet den Abbau von aliphatischen Kohlenwasserstoffen durch Pseudomonas putida. Die Enzyme des n-Alkan-Katabolismus bis zur Stufe der Fettsäuren sind bei diesen Bakterien an die Cytoplasmamembran gebunden. Bisherige Ergebnisse weisen auf eine Wechselwirkung der dabei beteiligten PQQ-abhängigen ADH mit einem speziellen Cytochrom hin. Es ist beabsichtigt, beide Membrankomponenten zu isolieren und deren Wechselwirkung im Oxidationsprozeß zu analysieren. Ein weiteres Forschungsobjekt sind Cyanobakterien der Gattung Synechococcus, die eine Resistenz gegenüber Phagen entwickelt haben. Diese Resistenz äußert sich in strukturellen Differenzen in der Zellhülle. Mittels molekularbiologischer Analysen soll diesem Phänomen auf der Ebene der DANN nachgegangen werden. In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kleber (Institut für Biochemie) wurden Untersuchungen zum Abbau von D-Carnitin aus DL-Carnitin durch Wildstämme und Mutanten von Bodenbakterien (Agrobacterium spec.) durchgeführt. Es ist interessant, daß mit dem D-Carnitin-Abbau eine Bildung von PHB (Poly-ß-hydroxybuttersäure) gekoppelt ist. Beide Prozesse sind biotechnologisch relevant. Eine Patentanmeldung wurde hinterlegt. Die Weiterbearbeitung des Themas ist vorgesehen.



Institut für Allgemeine Psychologie

Institut für Allgemeine Psychologie

In der Allgemeinen Psychologie I (Prof. Dr. Hans-Georg Geißler) wurden im Bereich visueller Informationsverarbeitung vorwiegend Bewegungswahrnehmung und Gedächtnissuche beim Vergleich strukturierter Objekte untersucht; dabei wurde die besondere Rolle ultrafeiner Zeitstrukturen in der Bewegungswahrnehmung aufgewiesen. Zur akustischen Verarbeitung wurden Untersuchungen zur Entdeckung von Periodizitäten im Rauschen durchgeführt.

In der Allgemeinen Psychologie II (Prof. Dr. Hermann Müller) wurde u.a. zur attentionalen Modulation von Prozessen des visuellen Arbeitsgedächtnisses, zur Bedeutung von synchronen 40 Hz Oszillationen für Figur-Bindungsprozesse und zum Phänomen des "inhibition of return" geforscht.

In der Biologischen Psychologie (Prof. Dr. Erich Schröger) wurden Studien zur auditiven und audiovisuellen Informationsverarbeitung im Schnittfeld Wahrnehmung-Gedächtnis-Aufmerksamkeit durchgeführt.

Im Forschungsbereich Methoden der Psychologie (Doz. Dr. Erdmute Sommerfeld) wurde eine Methode zur Messung des kognitiven Aufwandes (Segmentierung) weiterentwickelt.

Im Forschungsbereich Geschichte der Psychologie (Dr. Anneros Meischner -Metge) erfolgte u.a. die Auswertung des Nachlasses von G. Th. Fechner.

In der Kognitiven Sozialpsychologie (Prof. Dr. Gernot von Collani) bestanden folgende Forschungsschwerpunkte: Überprüfung eines Wissensstrukturmodells zu Kausalerklärungen, Messung und Validierung sozialpsychologischer Persönlichkeitskonstrukte, Beeinflußbarkeit von Zeugenaussagen, motivationale Prozesse bei der Verarbeitung selbstkonzeptrelevanter Information, Intergruppenverhalten, Überprüfung von Modellen zum Zusammenhang von Einstellung und Verhalten, „evaluatives Priming".

Die Forschungen des Instituts wurden durch mehrere DFG-Sachbeihilfen unterstützt, einzelne Projekte waren in der DFG-Forschergruppe „Arbeitsgedächtnis" und im DFG-Schwerpunktprogramm „Zeitgebundene Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System" angesiedelt. Dem Institut stehen moderne Labore zur Verfügung, in denen u.a. die Registrierung von Augenbewegungen und des EEG möglich sind. Die einzelnen Arbeitsgruppen sind in ihren Forschungsaktivitäten stark vernetzt, außerdem bestehen zahlreiche Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, insbesondere mit dem MPI für neuropsychologische Forschung in Leipzig. Institutsmitglieder waren an der Ausrichtung mehrerer nationaler und internationaler Tagungen beteiligt.



Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik

Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik

Neue Forschungsaufgaben im Bereich der beruflichen Rehabilitation wurden in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg übernommen.

In der Entwicklungspsychologie gibt es eine intensive Forschungsaktivität sowohl im Kleinkindalter als auch im höheren Erwachsenenalter. Diese Untersuchungen sind als interdisziplinäre Forschungen in Kooperation mit Medizin und Sportwissenschaften angelegt und werden als Verbundforschung zwischen 5 Universitäten in Deutschland realisiert. Zur Intensivierung der Kleinkindforschung erweiterte die spezielle Beratungsstelle für Eltern mit Kleinstkindern (0-3 Jahre) ihre Kooperationsbeziehungen mit der Universitätsklinik für Kinder und Jugendliche und dem Jugendamt, die auf zunehmendes Interesse im Territorium stößt.

Die Problematik der Prävention und Bekämpfung von Drogenerkrankungen bildet ein wesentliches Arbeitsgebiet der Persönlichkeitspsychologie und Psychologischen Intervention.

Hier wurden sowohl epidemiologische, präventive als auch interventive Studien durchgeführt, die in das Programm der Public Health-Forschung eingehen.



Institut für Angewandte Psychologie

Institut für Angewandte Psychologie

Im Rahmen von Forschungsarbeiten in der Arbeits- und Organisationspsychologie (Prof. Dr. Gisela Mohr) zur beruflichen Veränderungsbereitschaft von Niedrigqualifizierten wurde ein Instrument zur beruflichen Selbstwirksamkeitserwartung entwickelt sowie eine englischsprachige Führungsskala für diesen Bereich übersetzt und geprüft.

Des weiteren wurde eine Konzentration auf die Bereiche Führungsforschung und Delegation sowie Teilzeit im Managementbereich vorgenommen.

In Kooperation mit anderen Universitäten wurde ein Curriculum für die Fort- und Weiterbildung von Diplompsychologen entworfen, die ein Zertifikat im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie erwerben wollen.

Besonders erwähnenswerte Forschungsergebnisse der Pädagogischen Psychologie (Prof. Dr. Evelin Witruk) wurden im Rahmen der Forschungszusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Pädagogische Psychologie" der Chinese University Hong Kong (Professor Ho) auf dem Gebiet der Legasthenieforschung erzielt, die auf einer internationalen Konferenz vorgestellt und zur Publikation vorbereitet wurden. Hervorzuheben ist ebenfalls der Bearbeitungsbeginn innerhalb des EU-Forschungsprojektes „IMAGINE - Integrated Multimedia Applications Generating Innovative Networks in European Digital Towns".

In der Klinischen und Gesundheitspsychologie (Prof. Dr. Harry Schröder) wurde die Praxisbewährung der Kursprogramme „Podiumsangst", „Umgang mit Tod und Sterben", „Regulierung negativer Gefühle", „Selbstprojektierende Reflexionsfähigkeit" und „Streßbewältigung" erhöht und Effekte evaluativ gesichert. Angelaufen sind Arbeiten zum Rehabilitationsbedarf von Kiefer-Gesichts-Versehrten sowie zur Analyse und Planung der Suchtprävention im Freistaat Sachsen.


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