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Zentrum für Höhere Studien (ZHS) |
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Teilzentren und Einrichtungen des ZHS |
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Forschungstätigkeit am Zentrum |
Das Zentrum für Höhere Studien wurde 1994 als zentrale Einrichtung der Universität Leipzig mit der Aufgabe geschaffen, interdisziplinär verfaßte Projekte zu entwickeln und zu koordinieren. Neben übergreifenden Initiativen vor allem zum Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern und zur Wissenschaftsgeschichte bzw. -philosophie vollzieht sich die wissenschaftliche Arbeit am Zentrum für Höhere Studien in den Teilzentren. Innerhalb dieser werden temporäre Projektgruppen gebildet, die der Realisierung konkretisierter Strategien dienen. Wichtigste Voraussetzung für die Bildung von Projektgruppen ist ihr disziplinübergreifender theoretischer Ansatz und ihre Zusammensetzung aus Vertretern verschiedener Fächer. Veranstaltungen und Publikationen verstärken die interdisziplinäre Kommunikation über den Kreis der Projektgruppen hinaus auf die beteiligten Institute und Fakultäten an der Universität und formieren zugleich eine interdisziplinäre Kooperationsstruktur über Leipzig hinaus. Daneben verfügt das Zentrum über die Möglichkeit zur Durchführung eines Gastwissenschaftlerprogramms. Wichtige Kriterien für die Auswahl unter den Bewerbern sind der innovative Impuls des Ansatzes und die Integration in die Vorhaben der Projektgruppen. Dabei spielt nicht nur die zu erwartende Fruchtbarkeit der Forschungsdiskussion, sondern auch der Ertrag für die Ausbildung der Graduierten eine wichtige Rolle. Das ZHS hat sich in den letzten Jahren zum Ort interdisziplinärer Graduiertenausbildung entwickelt, die in Kollegs organisiert ist. Gegenwärtig bestehen am Zentrum zwei von der DFG geförderte Graduiertenkollegs, ein von der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Leipzig finanziertes Promotionskolleg, sowie zwei weitere, aus Landes- und universitären Mitteln unterstützte Kollegs mit insgesamt über 70 Promovenden. Der weiteren Internationalisierung der Forschung dient auch die am ZHS bestehende Leibniz-Professur - eine semesterweise mit einer oder einem führenden Gelehrten neu zu besetzende Forschungsprofessur. |
Naturwissenschaftlich-Theoretisches Zentrum |
Naturwissenschaftlich-Theoretisches Zentrum (NTZ) Das NTZ unterstützt und fördert seit 1976 die Initiative zur interdisziplinären Arbeit auf dem Gebiet der naturwissenschaftlich-theoretischen Forschung. Dabei verfolgt es das Ziel, dem allgemeinen disziplinären Differenzierungsprozeß durch (zumeist methodisch begründete) Integrationsmechanismen entgegenzuwirken und die für komplexe Systeme sachlich bedingte Zunahme auch der mathematischen Komplexität für den Naturwissenschaftler beherrschbar zu machen. Es organisiert und koordiniert die inter- und transdisziplinäre theoretische Forschung der Disziplinen Mathematik, Physik, Chemie, Biologie sowie Informatik der Universität Leipzig untereinander und mit auswärtigen, in- und ausländischen Wissenschaftlern. Darüber hinaus ist das NTZ für die Zusammenarbeit mit anderen, an naturwissenschaftlich-theoretischen Problemen interessierten Disziplinen, insbesondere der Geistes- und Sozialwissenschaften, offen. Es dient zugleich der Weiterbildung und Graduierung von Studenten und Nachwuchswissenschaftlern der Leipziger Universität. Die Doktorandenausbildung findet im Rahmen des Graduiertenkollegs „Quantenfeldtheorie" und des interdisziplinären Graduiertenstudienganges Mathematische Physik statt. Die Ergebnisse der Forschungen in den Projektgruppen und im Graduiertenkolleg sind vor allem in der Preprintreihe des NTZ verfügbar. |
Frankreichzentrum |
Frankreichzentrum (FrZ) Das Frankreich-Zentrum wurde Anfang 1994 gegründet. Es ist sein Anliegen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Frankreich und dem frankophonen Raum auf dem Gebiet der Forschung und der akademischen Lehre sowie der Aus- und Weiterbildung zu befördern. In vielfältigen Aktivitäten soll ein Beitrag zur interkulturellen Bereicherung des universitären Alltags geleistet werden, wobei die Vermittlung von Kenntnissen über Frankreich und den frankophonen Raum einen wesentlichen Platz einnimmt. Die Schwerpunkte der gegenwärtig drei Projektgruppen sind die Erforschung des deutsch-französischen Kulturtransfers, die Untersuchung der Reaktionen in der weltweiten Frankophonie auf die aktuellen Globalisierungsvorgänge (zu denen eine gemeinsame Graduiertenausbildung mit den Universitäten Aix-en-Provence und Frankfurt am Main vereinbart wurde) und die Analyse von Öffentlichkeits- und Diskursstrukturen in den Debatten des Aufklärungszeitalters. Neben den Veröffentlichungen in der Buchreihe des FrZ und der „Deutsch-Französischen Kulturbibliothek" wird an diesem Teilzentrum auch die Zeitschrift „Grenzgänge. Beiträge zu einer modernen Romanistik" herausgegeben. Wichtiges Arbeitsfeld ist die Betreuung des interdisziplinären Magister-Nebenfach-Studienganges „Frankreich-Studien" sowie die Ausrichtung der alljährlich gemeinsam mit dem Institut français de Leipzig veranstalteten „Französischen Sommeruniversität". |
Geistes- und Sozialwissenschaftliches Zentrum |
Geistes- und Sozialwissenschaftliches Zentrum (GSZ) Das 1994 gegründete Geistes- und Sozialwissenschaftliche Zentrum widmet sich der inter- und transdisziplinären Forschung und Lehre im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Förderung der Zusammenarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Zwei Arbeitsformen stehen im Mittelpunkt:
Am GSZ werden die beiden Zeitschriften „Comparativ. Leipziger Beiträge zur Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftsforschung" und „Dialektik. Enzyklopädische Zeitschrift für Philosophie und Wissenschaften" herausgegeben und redaktionell betreut. |
Zentrum für Kognitionswissenschaften |
Zentrum für Kognitionswissenschaften (ZFK) Das Zentrum für Kognitionswissenschaften wurde am 9. Juli 1997 als eine wissenschaftliche Einrichtung des Zentrums für Höhere Studien der Universität Leipzig eröffnet. Mit der Etablierung dieses Zentrums soll eine Lücke in der deutschen Wissenslandschaft geschlossen werden: Forschern aus den verschiedensten Fachrichtungen bietet sich hier die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit, des Wissensaustausches über die Grenzen der eigenen Fachgebiete hinweg. Ziel der Kognitionswissenschaften ist es, zu beschreiben, wie Gehirnfunktionen
und Verhalten korrelieren. Die Kognitionswissenschaften beschäftigen sich in
erster Linie mit Erkennens-, Behaltens- und Sprachleistungen, dem Erwerb und
Gebrauch von Wissen sowie mit der Struktur von Gedächtnis- und
Wissensrepräsentation. Der Schwerpunkt Neurokognition beschreibt den
Zusammenhang von Geist/Seele und Gehirn, er ist ein international stark
expandierendes
Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen kognitiver Psychologie und
Neurowissenschaften. Ziel der Neurokognition ist es einerseits, jene Hirnprozesse
genauer zu verstehen, welche kognitive Leistungen wie Wahrnehmung, Denken und
Sprache determinieren, sowie andererseits die neuronale Bedingtheit dieser
Leistungen zu verstehen. Um die diesen Leistungen zugrundeliegenden Prozesse zu
analysieren, werden Modelle entworfen, durch welche kognitive Leistungen
zu neuronalen Mechanismen im Gehirn oder zu künstlichen Systemen in
Beziehung gesetzt werden können. |
Leibniz-Professur |
Leibnizprofessur Mit der Einrichtung der Leibniz-Professur am ZHS verfolgt die Universität das Anliegen, interdisziplinäre Forschung und Graduiertenausbildung zu befördern und gleichzeitig internationale Kontakte zu vertiefen. Hierbei handelt es sich um eine semesterweise neu zu besetzende Forschungsprofessur, die zugleich mit der Verpflichtung verbunden ist, eine Lehrveranstaltung aus dem engeren Forschungsvorhaben des Inhabers oder der Inhaberin für Studierende ihres Fachgebietes und ein auf interdisziplinäre Kommunikation gerichtetes Kolloquium mit Kollegen und Graduierten durchzuführen. Leibnizprofessor im Sommersemester 1999 war Barbara Partee (Amhurst/ Kognitionswissenschaftler), ihr folgt im Wintersemester 1999/2000 der Ethnologe Tullio Maranhao (University of Saint Thomas/ USA) und im Sommersemester 2000 der Philosoph Wlodek Rabinowicz (Lund/Schweden). |
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Forschungsbericht 1999 | |||||