Forschung Forschungsbericht 2001  
   
 

 

Zepterpaar der Universität Leipzig

auf dem Umschlag des Forschungsberichts 2001

Als Ausdruck eigener Gerichtsbarkeit und Selbstverwaltung stellten vom Landesherrn verliehene Zepter wichtige Symbole universitärer Unabhängigkeit dar. Nachdem das ursprüngliche, von den thüringisch-sächsischen Herrschern Friedrich der Streitbare und Wilhelm II gestiftete Zepterpaar aus der Gründungszeit der Universität (1409) abhanden gekommen war, wurde es durch das vorliegende – kaum minder geschichtsträchtige – ersetzt: Dieses stammt Inschriften zufolge aus dem Jahre 1476 und war von den beiden gemeinsam regierenden Wettinern, Kurfürsten August und Herzog Albrecht dem Beherzten, verliehen worden.

Die – untereinander weitgehend identischen – Zepter treten als ca. 110 cm lange, achteckige Silberstäbe mit goldenen Appliken in Erscheinung, ihr Kern besteht aus Holz. Goldene Dodekaeder, die den – runden – Griff einfassen, zeigen gravierte, ehemals auch emaillierte Wappen: der untere jene von Altenburg, Thüringen, Polen und der Mark Landsberg, außerdem ein Familienwappen, der obere jene der vier "Nationen" Schlesien, Niedersachsen (Braunschweig), Meißen und Bayern, in die nach Prager Vorbild auch die Leipziger Universität gegliedert war. Die Bekrönung besteht aus je vier spätgotisch inspirierten, goldenen Blattrispen in zwei übereinander angeordneten Rängen. Darüber folgen vier Wappenschilde, u. a. mit Hinweisen auf Restaurierungen der Jahre 1773 und 1820, ein achteckiger Knauf sowie ein geschlossenes Blattkrönchen.

 
home Forschungskontaktstelle, fkst@uni-leipzig.de, 28.10.2002