Home  Forschungsbericht 2003

Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie

Forschungstätigkeit an der Fakultät

Habilitationen und Promotionen

Berichte der Institute und Einrichtungen

Fakultätsberichte der Vorjahre

Suche in den Forschungsberichten

Kontakt

Forschungstätigkeit an der Fakultät

Institut für Biochemie

Nach wie vor ist das Institut für Biochemie stark unterbesetzt (60%), was - nachdem dies nun bereits das 2. Jahr war - für alle Professuren zur extremen Belastung wurde. Dr. Michael Cross übernahm im April die Vertretung der Professur Molekularbiologie/ Biochemie. Das Nachfolgeverfahren wurde vorangetrieben und führte dazu, dass die Liste im Dezember im Senat Zustimmung fand. Desgleichen wurde das Verfahren zur Wiederbesetzung der C3-Professur Stoffwechselbiochemie/Enzymologie im Fakultätsrat genehmigt. Damit wird hoffentlich die Biochemie in absehbarer Zeit wieder vollbesetzt sein. Des weiteren war das Jahr für das Institut durch große Umzüge geprägt. Die Arbeitsgruppe Robitzki konnte im Juni in das neu eröffnete Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum umziehen, die Arbeitsgruppen Beck-Sickinger, Asperger, Schön und Greiner-Stöffele zogen im März in die neu re-konstruierte Brüderstraße 34, die Arbeitsgruppe Hofmann bezog im August ihr Über-gangsquartier in der Liebigstrasse 18 bis die Talstraße saniert ist.

Der Arbeitsgruppe Beck-Sickinger gelangen große Erfolge auf dem Gebiet der Ent-wicklung selektiver Liganden, sowohl für die NPY1- wie für die Orexin Rezeptoren. Die im letzten Jahr entwickelten Y5-selektiven Liganden setzten sich weltweit als Standard durch und führten zu einer Vielzahl internationaler Kooperationen. Große Beachtung fanden die Arbeiten der Arbeitsgruppe zur Homodimerisierung von G-Protein gekoppelten Rezeptoren. Erstmals konnte mit Hilfe des Fluoreszenzresonanzenergietransfers die Interaktion von NPY-Rezeptoren gezeigt werden. Im zweiten Schwerpunkt der Arbeitsgruppe, der selektiven Modifizierung von Proteinen konnte die Methode der enzymatischen exprimierten Ligation als VIP-Veröffentlichung in der hochrangigen Zeitschrift Angew. Chemie veröffentlich werden. Zudem gelang es selektiv markierte Prohormone und Interleukine herzustellen. Im Rahmen des EU-Projektes Carrier Peptide konnte erstmals gezeigt werden, dass Calcitonin basierte Transporter Chemotherapeutika in Zielzellen transportieren können. Damit ist ein weiterer Beweis für die Bedeutung dieser Peptide als Carrier gezeigt.

Die Arbeitsgruppe Robitzki hat ihre beiden Forschungs- und Entwicklungsschwer-punkte im Bereich des molekularen Tissue Engineering sowie der Wirkstofffindung durch Zell- und Gewebebasierte Multielektrodenarrays erfolgreich am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum etabliert. Ein Höhepunkt der Arbeiten lag in der erstmaligen Entdeckung und Charakterisierung des räumlichen und zeitlichen Genexpressions-musters des GDNF family receptor α4 in der embryonalen Retina. Durch diese Ergebnisse konnte ein neues Liganden-Rezeptor-Testsystem für die in der Arbeitsgruppe etablierten 3D in vitro Retinamodelle in Verbindung mit einem bio-elektronischen Auslesesystem aufgebaut werden. Ein weiteres zukunftsweisendes Diagnostikmodul für Präeklampsie und Transplantatabstoßung konnte durch einen neuen Kardiomyozyten-basierten Biosensor zum hoch sensitiven, ultraschnellen Nachweis von Angiotensinrezeptor 1 (AT1)-Autoimmunantikörper in Seren entwickelt werden.

In der Arbeitsgruppe Hofmann wurden die Untersuchungen zur Sekundärstrukturbil-dung in Foldameren nicht-proteinogener Aminosäuren fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand die Untersuchung der Helixbildung in γ-Peptiden. Außerdem wurde ein neuer Typ von Sekundärstrukturen in Peptiden beschrieben, sogenannte gemischte Helices, deren Bildung in allen homologen Peptiden möglich sein sollte. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Berger, Fakultät für Chemie und Mineralogie, wurden Moleküldynamik-Simulationen zur Hydratisierung von Biomolekülen durchgeführt. Dabei ergaben sich sinnvolle Korrelationen zwischen den theoretisch bestimmten Wasserdichten an den verschiedenen Atomen eines Moleküls und den Daten der NOE-Differenz-Spektroskopie.
Das therapeutisches Potential adulter Blutstammzellen ist wegen ineffiziente Ver-mehrung und Differenzierung in Kultur begrenzt. Das NMR "Metabolic Profiling" von Stammzellen aus verschiedener Kulturmedien, das die Gruppe Cross einsetzt, deutet auf einen außergewöhnlichen Metabolismus hin, der an nährstoffarme Wachstumsbedingungen angepasst ist. Dazu haben wir auch zeigen können, dass ein Stammzell-spezifisches Genprodukt, das durch Glukose induziert wird, sowohl die Proliferation als auch die Differenzierung hemmt.

Ziel des Schwerpunktes der Arbeitsgruppe Schön ist das Verständnis von Aufbau und Funktionsweise des komplexen RNA-Enzyms RNase Paus verschiedenen Organismen und damit der natürlichen Evolution katalytischer Prinzipien. Zur Funktionszuordung in den Protein- und RNA-Untereinheiten der RNase P werden die rekombinant hergestellten Einzelkomponenten durch Mutationsanalyse, Aktivitäts- und Interaktionsstudien untersucht. In cyanobakteriellen RNase P-RNAs konnte eine neue Klasse von Substratbindungstaschen identifiziert und strukturell charakterisiert werden; in der RNA-Komponente aus eukaryotischen Organellen wurde durch Permutationsanalyse erstmalig katalytische Aktivität nachgewiesen. Bioinformatische Ansätze führten zur Identifikation und Klonierung weiterer potentieller RNase P Proteine in A. thaliana, deren Funktion gegenwärtig durch direkte Interaktionsstudien überprüft wird.

Für das von der Gruppe Asperger untersuchte Protein P450non aus Acinetobacter sp. EB104 konnte durch den Einbau des Gens in alkan-negative Bakterienstämme seine Funktion als initiales Enzym der Alkan-Assimilation bewiesen werden (Zusammenar-beit mit dem Institut für Biotechnologie der ETH Zürich). Die durch Sequenzanalyse des Plasmids pAC450 aus A. species EB104 nachgewiesene Codierung des P450non-Systems in einem Transposon weist auf Erwerb durch horizontalen Gentransfer hin. Mit der Etablierung von Verfahren für die Bildung von P450non, einem Ferredoxin-P450-Fusionsprotein und deren His-Tag-Varianten bei heterologer Expression in E. coli wurde ein wichtiger Durchbruch für Untersuchungen von Struktur-Funktions-Beziehungen und zur zellfreien Etablierung von Alkanmonooxygenasen als Biokatalysatoren erzielt.

Auf dem Gebiet des Protein-Engineering konnte ein neues Verfahren der Nach-wuchsgruppe Greiner-Stöffele für die Durchmusterung großer Enzym-Varianten-Bibliotheken etabliert werden. Das Verfahren wurde national zum Patent angemeldet. Mittels dieser Methode gelang es, die Spezifität des RNA spaltenden Enzyms Ribo-nuclease T1 um den Faktor 106 zu verschieben.
Es wurden verschiedene Chimären aus Exonuclease III aus E. coli und homologen Proteinen aus A. fulgidus und M. thermautotrophicus zur Erhöhung der Thermostabilität von Exonuclease III erzeugt. Röntgenstrukturanalysen für diese Proteine wurden begonnen.

Institut für Botanik

Der Schwerpunkt der Forschung in der Arbeitsgruppe Reißer (Allgemeine und Angewandte Botanik) lag im Berichtszeitraum auf der Untersuchung der Taxonomie und der Ökophysiologie aeroterrestrischer Algen, wobei neben Grundlagen (Charakterisierung der Algenflora verschiedener Bodentypen und -tiefen, Untersuchung borkenbewohnender Algen) auch angewandte Fragestellungen - u. a. zum Einsatz aeroterrestrischer Algen für Biomonitoring - bearbeitet wurden.

Laufende Drittmittelprojekte wurden fortgesetzt:

  1. Ein Projekt, welches aeroterrestrische Algen auf die Exkretion von Substanzen mit antiviraler, antibakterieller und/oder antimycotischer Aktivität testet,
  2. ein Projekt im Rahmen des BIOLOG-Programmes BIOTA-Süd, das die Beteiligung aeroterrestrischer Algen am Aufbau von Krusten ("Biological Soil Crusts", BSC) in Trockengebieten des südlichen Afrika untersucht sowie
  3. ebenfalls im Rahmen des BIOLOG-Programmes (AlgaTerra) - ein Projekt, das sich mit den Daten aeroterrestrischer Grün- und Blaualgen am Aufbau einer Datenbank über nicht-aquatische Algen beteiligt.

Im Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) wurde ein Projekt, welches die Aufnahme, Metabolisierung und Abgabe von Arsen durch Pflanzen untersucht, fortgesetzt und mit Ablauf des Bewilligungszeitraumes beendet.

Die Arbeitsgruppe Wilhelm (Pflanzenphysiologie) bearbeitet ein DFG-Vorhaben über die Etablierung von Einzellmessverfahren in der Pflanzenphysiologie. Damit wird es möglich, den physiologischen Zustand von Einzelzellen in Suspensionen oder in Geweben zu erfassen. Die Arbeiten über die molekularen Änderungen der Pigmentorganisation unter Lichtstress und die Klonierung und Sequenzierung der daran beteiligten Enzyme wurde fortgesetzt.

Es wurde ein zweites DFG-Vorhaben bewilligt, das zum Ziel hat die Effizienz der aquatischen Primärproduktion unter naturnahen Licht- und Nährstoffbedingungen zu verstehen. Ein EU-Vorhaben im Rahmen des Marie Curie Host Stipendien Programms mit dem Thema In-situ Hybridisierung von Phytoplanktonzellen zur simultanen taxonomischen Erkennung und physiologischen Charakterisierung wurde fortgesetzt.
In einem BMBF-Verbundvorhaben, dessen Koordination in Leipziger Hand liegt, wird die Thermolumineszenz als eine neue Screeningmethode für die Pflanzenstressforschung entwickelt. Die Methode soll nun in Zusammenarbeit mit der Firma Fischer Analysen Instruments (Leipzig) kommerzialisiert werden. In das Vorhaben ist auch die Bundesanstalt für Züchtungsforschung eingebunden.

In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde wurde ein neuer Modellbaustein für die Wasserqualitätsbewertung in fließenden Gewässern erarbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Alfred Wegener Institut in Bremerhaven wird untersucht, ob die FT-IR Mikroskopie genutzt werden kann, in Kieselalgen das Verhältnis Kohlenstoff zu Silizium zu bestimmen. Dieses Verhältnis ist wichtig, um den Beitrag des Meeres zum Klimawandel besser zu verstehen. Gemeinsame Dissertationen mit dem UFZ wurden im Bereich Gewässerökologie und im Bereich chemische Ökotoxikologie wurden begonnen.

In der Arbeitsgruppe Morawetz (Spezielle Botanik und Botanischer Garten) konzentrierte sich die Forschung hauptsächlich auf Tropenökologie in Südamerika und Australien sowie auf systematische Studien über tropische Holzpflanzen und ursprüngliche Angiospermen (vor allem Gattung Guatteria, Annonaceae). Das "Surumoni-Projekt" (Kronendachuntersuchung in einem Flachlandregenwald im südlichen Venezuela) wurde fortgesetzt. Das Datenmaterial befindet sich überwiegend noch in der Phase der Auswertung. Die Grundfrage, zu deren Beantwortung das Projekt beitragen soll, lautet: "Wie funktioniert der Regenwald?". Die Studien umfassen u.a. Phänologie, Reproduktionsökologie und Tier-Pflanze-Interaktionen. Das Feldforschungsprogramm begleiten Simulationsmodelle und phytogeographische Analysen als theoretischer Hintergrund.

Die regionale Forschung im nordwestlichen Sachsen konzentrierte sich auf Biodiversität, Ökologie, pflanzensoziologische Studien sowie Verbreitung von Samenpflanzen und Pilzen. Besonders hervorzuheben sind die ökologischen Forschungen an Gehölzen und Pilzen im Kronenraum des Leipziger Auwaldes (Projekt "LAK - Leipziger Auwaldkran").

Der mit dem Bereich Spezielle Botanik assoziierte Botanische Garten wurde unlängst umfassend rekonstruiert. Seine Pflanzenbestände werden planmäßig erweitert. Besonders bemerkenswert und für die Forschung bedeutsam sind die Sammlungen tropischer Holzpflanzen, der Ameisenpflanzen, Palmen (Arecaceae) und Berberitzengewächse (Berberidaceae).

Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe Buscot (Terrestrische Ökologie) ist die Untersuchung von Mykorrhizapilzen und anderen Bodenpilzen mit molekularbiologischen und physiologischen Methoden. Dabei wurden sechs laufende Drittmittelprojekte fortgesetzt.

In zwei DFG-Projekten und einem BMBF-Projekt im Rahmen des BIOLOG Programms "Der Einfluss von Biodiversität auf Ökosystemprozesse in Grünlandbeständen (DIVA)" wurden Arbeiten zur Ermittlung der Zusammensetzung und Diversität von Mykorrhizagesellschaften mit molekularen Methoden fortgesetzt.

In einem DFG-Projekt zum Einfluss der Laccase Produktion durch Pilze und Mykorrhizen auf die Bildung und Stabilität organischer Substanzen in land- und forstwirtschaftlichen Böden wurde eine Methode zum Nachweis von Laccase mRNA direkt aus Böden optimiert.

In Kooperation mit der FSU Jena wurde ein DFG-Projekt zur Aufklärung molekularer Grundlagen der Interaktionen zwischen dem Ektomykorrhizapilz Piloderma croceum und Stieleichen weitergeführt.

In einer weiteren Kooperation mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Görlitz wurde ein DFG-Projekt zur Artendiversität der Pilzgattungen Hebeloma und Alnicola erfolgreich abgeschlossen.

In der Arbeitsgruppe Gehlhaar (Biologie-Didaktik) wurde basierend auf den Ergebnissen einer dreijährigen Längsschnittstudie der Universitäten Gießen und Leipzig zur Ontogenese der Biologieinteressen bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I (DFG-Projekt) ein spezifischer Fragebogen zum Erfassen der Ursachen für das Kurswahlverhalten und des Entwicklungsstandes der Biologieinteressen in Grund- und Leistungskursen Biologie in den Jahrgangsstufen 11 und 12 entwickelt. In einer ersten Untersuchung an sechs Gymnasien (N = 192) wurde das neue Erhebungsinstrument für die Sekundarstufe II auf Itemauswahl und Validität mit Hilfe verschiedener statistischer Verfahren geprüft und erste inhalts-, geschlechts- und altersspezifische Tendenzen ermittelt.

Institut für Pharmazie

Die Pharmazeutische Chemie im Institut für Pharmazie beschäftigt sich hauptsächlich mit struktur-wirkungsbezogenen Synthesen sowie in zunehmendem Maße mit Arzneistoffanalytik, so etwa die Synthese basisch substitutierter Thiophen- und Thiazol-Derivate als potentielle Liganden an Glutamat-Rezeptoren. Die Synthesen werden wirkungsoptimiert, mit dem Ziel, neue Antianaphylaktika zu erhalten (Arbeitskreis Briel).

Der Arbeitskreis Eger war von 1996 bis 2000 mit zwei Projekten im Innovationskolleg "Chemisches Signal und biologische Antwort" vertreten. Es handelt sich um die Suche nach untoxischen und leicht zugänglichen Proteinphosphatasehemmstoffen und um Adenosinrezeptorantagonisten. Bei letzteren ging es vor allem darum, in vitro aktive Antagonisten in bioverfügbare umzuwandeln. Neben A1-Antagonisten ist zwischenzeitlich auch die Synthese hochaffiner A3-Adenosinantagonisten gelungen. Nach Auslaufen des Kollegs werden beide Arbeitsgebiete weitergeführt.

Ein weiteres Projekt wird im Graduiertenkolleg "Mechanistische und Anwendungsas-pekte nichtkonventioneller Oxidationsreaktionen" bearbeitet. Hier geht es um oxidative Metabolisierungsreaktionen, sowie um die Synthese schwer zugänglicher Pflanzeninhaltsstoffe über Oxidationsreaktionen (z. B. Hypericin, Fagopyrin, Emodin) bzw. deren Isolierung und Sicherung der Struktur.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Synthese von Arzneistoffmetaboliten. Diese werden entweder als Referenzsubstanzen für analytische Untersuchungen benötigt oder mit Spacern als Haptene eingesetzt.

Die Arbeiten zum Thalidomid werden fortgeführt. Der Schwerpunkt liegt hierbei in der Synthese von Derivaten, bei denen der Glutarimidring durch stabilere Heterocyclen ersetzt wurde.

Im analytischen Bereich steht die Qualitätsprüfung von Arzneistoffen im Vordergrund. Durch die zunehmende Verlagerung der Arzneistoffproduktion in asiatische Länder bzw. Herstellung patentfreier Arzneistoffe in diesen Ländern kommen in zunehmendem Maße Rohstoffe auf den Markt, die nicht Arzneibuchqualität aufweisen und von den Behörden nicht akzeptiert werden, wenn nicht die Syntheseverunreinigungen bekannt sind.
Verschiedene Arzneistoffe werden untersucht, deren Verunreinigungen abgetrennt und spektroskopisch charakterisiert. Im Zweifelsfall werden Gegensynthesen der Verunreinigungen durchgeführt und Verbesserungsvorschläge für die Arzneistoffsynthesen erarbeitet.

Neben der erwähnten Drittmittelförderung werden die Arbeiten auch von der pharma-zeutischen Industrie sowie dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Erarbeitung von Monographien für das Europäische Arzneibuch unterstützt. Mehrere Kooperationen mit der Pharmazeutischen Industrie über Wirkstoffsynthesen und -untersuchungen zur Qualitätssicherung nach dem Stand der Technik werden durch-geführt.

Seit 2001 werden im Rahmen der BioTech Sachsen-Förderung zwei weitere Pojekte bearbeitet.

Unter der Projektleitung von Professor Eger wird zusammen mit dem SIAB (Dr. Kerns) eine Untersuchung zum Thema "Gewinnung pharmazeutischer Wirkstoffe durch Pflanzenzellkultivierung" durchgeführt, um wichtige Pflanzeninhaltsstoffe in Pflanzenzellkulturen zu gewinnen.

Ein Teilpojekt mit der TU Dresden, Medizinische Klinik, PD Dr. Schleyer, zum Thema "Synthese, Screening und Wirkungsmechanismus potentiell anti-rekombiogener Substanzen" beinhaltet die Synthese und Struktur-Wirkungs-Beziehungen von Nuc-leosiden.

Die Pharmazeutische Technologie (Arbeitskreis Süß) beschäftigt sich mit der Op-timierung von peroralen Arzneiformen mit kontrollierter bzw. modifizierter Wirkstoffli-beration sowie der Entwicklung und materialwissenschaftlichen Untersuchung der notwendigen Hilfsstoffe und Zwischenprodukte, insbesondere auch unter Nutzung der Sol-Gel-Technik.

Die Arbeiten zum "Curing" von überzogenen Arzneiformen sowie die Entwicklung von multipartikulären Systemen für die perorale Anwendung wurden weitergeführt. Außerdem wird auf dem Gebiet der Qualität von homöopathischen Formulierungen gearbeitet.
Die im Arbeitskreis Leopold bearbeiteten Forschungsprojekte konzentrieren sich auf pharmazeutisch-technologische wie biopharmazeutische Fragestellungen. Im Vor-dergrund stehen Untersuchungen zur Quantifizierung und Optimierung der Wirkstoff-penetration durch die Haut (Zusammenarbeit mit Prof. Howard Maibach, UCSF, San Francisco). Es werden die Einflüsse von Salbengrundlagen und Penetrationsbe-schleunigern auf die kutane Penetrationsgeschwindigkeit von Wirkstoffen näher un-tersucht. Die Messungen erfolgen nichtinvasiv durch Erfassung der pharmakodyna-mischen Wirkung von Modellwirkstoffen in vivo mittels geeigneter Wirkungsparameter (Finanzierung über DAAD). Zur Optimierung von transdermalen Pflastern werden neuartige Klebemassen auf Silikonbasis als Wirkstoffmatrix untersucht (Kooperation mit Jenapharm, Jena).

Des weiteren werden physikalisch-chemische Wechselwirkungen zwischen Überzugspolymeren und Kernbestandteilen und deren Nutzung für die modifizierte Wirkstofffreisetzung untersucht. Ziel ist es einerseits, die pulsatile Freisetzung, die z. B. für das Dickdarm-Targeting von Bedeutung ist, sowie andererseits die verlängerte Freisetzung zur Konzeption von UNO-Präparaten (Kooperation mit Apogepha, Dresden).
Im Rahmen des BMBF-Projektes IKON werden alternative Sterilisationsverfahren für Pharmaka auf der Basis der Druckwechseltechnologie untersucht.

Weitere Projekte beinhalten die Entwicklung von Darreichungsformen für Löss (Heil-erde), welches adsoptiv wirkt und innerlich wie äußerlich angewendet werden kann. Entwickelt werden Tablettenrezepturen sowie Feucht- und Trockenmasken für den Gesichtsbereich (Kooperation mit Heilerdegesellschaft Luvos Just, Friedrichtsdorf).

Die Pharmakologie für Naturwissenschaftler (Arbeitskreis Nieber) beschäftigt sich mit elektrophysiologischen Untersuchungen (intrazelluläre Ableitungen, Patch-Clamp-Untersuchungen, Ca2+-Imaging) an corticalen Neuronen. Es interessieren die Signalwege des Adenosin-A3-Rezeptors und die Wirkungsmechanismen der Ampakine. Außerdem wird die Rolle des A3-Rezeptors bei Hypoxie studiert. In diesen Studien werden neuartige Rezeptorliganden eingesetzt, die im Bereich Pharmazeutische Chemie (Prof. Kurt Eger) synthetisiert werden. Die Arbeiten sind Bestandteil des DFG-Einzelantrages "Präsynaptische Adenosin-A3-Rezeptoren an coticalen Neuronen: Neuropetektive Targets bei Hypoxie".

Ein weiterer Schwerpunkt des Bereiches sind Untersuchungen zur Wirkung von Ade-nosinrezeptorliganden auf Entzündungsreaktionen am isolierten Ileum der Ratte. Es ist gelungen, ein in vitro-Modell zu etablieren und Adenosin-A2A-vermittelte anti-inflammatorische Wirkungen nachzuweisen. Die Untersuchungen werden in Kooperation mit Professorin C. Müller (Universität Bonn) durchgeführt.

Ein dritter Schwerpunkt des Bereiches sind Untersuchungen zur Signaltransduktion an humanen Monozyten / Makrophagen. Diese Arbeiten werden in Kooperation mit der Abteilung Immunbiologie des Institutes für Zoologie (Prof. Dr. S. Hauschildt) durchgeführt. Im Rahmen dieses Schwerpunkts wird auch an der Entwicklung von Ersatzmodellen zur Vermeidung oder Einsparung von Tierversuchen bearbeitet.

In Kooperation mit der IZKF-Nachwuchsgruppe "Neuroimmunologische Zellbiologie" (PD Dr. G. Münch) werden Advanced glycation endproducts (AGE) - bindende Proteine und AGE-Rezeptoren sowie die Rolle von AGE´s im Hyperglykämiemodell untersucht. Es bestehen weiterhin zahlreiche Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen.

Institut für Zoologie

Das Institut für Zoologie hat ein außerordentlich breites Forschungsspektrum, das von der Zellbiologie über die systemische Biologie, Neurobiologie bis zur Systematik und Ökologie reicht. Nachfolgend sind drei Schwerpunkte genannt.

In der Arbeitsgruppe Schlegel (Molekulare Evolution und Systematik der Tiere) werden Verwandtschaftsbeziehungen verschiedener Tiergruppen mit modernen molekularbiologischen Methoden untersucht (z.B. bei Myxozoa, Hemichordata und Isopoda). Außerdem werden Genflußanalysen natürlicher Populationen z.B. von Mollusken und Coleoptera durchgeführt.

Die Arbeitsgruppen Rübsamen (Allgemeine Zoologie und Neurobiologie) und Schildberger (Tierphysiologie) beschäftigen sich mit Mechanismen und Funktionen der Informationsverarbeitung im ZNS. Mit neurobiologischen Methoden und Verhaltensanalysen werden Probleme wie Zeitverarbeitung in der Hörbahn von Säugern und Insekten, Mechanismen der inneren Uhr bei Mollusken und neuronale Grundlagen aggressiver Verhaltensweisen bei Insekten untersucht.

Die Arbeitsgruppe Naumann (Entwicklungsneurobiologie) beschäftigt sich mit der Entwicklung und Funktion radialer Gliazellen im Nervensystem von Vertebraten und verschiedenen Invertebraten.

Die Arbeitsgruppen des Instituts sind an vielfältigen regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen beteiligt. Kooperationen bestehen mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ), mit dem Sächsischen Institut für angewandte Biotechnologie (SIAB), mit den DFG-Schwerpunkten "Funktionelle und adaptive Mechanismen circadianer Systeme" und "Zeitgebundene Informationsverarbeitung in zentralen auditorischen Systemen (ZIZAS)".

Bereich Mikrobiologie und Genetik

Die Forschungsaktivität im Bereich Mikrobiologie und Genetik ist höchst unterschiedlich. Der Lehrstuhl für Mikrobiologie ist 2003 noch immer forschungsschwach. Das Niveau in Forschung (und Lehre) bedarf dringend der Verbesserung, um Mindeststandards auch im Kernfach Mikrobiologie zu sichern. Diese Tatsache ist mit der brisanten Frage, warum die C4-Professur für Mikrobiologie auch seit 1996 nicht besetzt ist, ursächlich gekoppelt.

Die molekularbiologisch orientierte Genforschung am Lehrstuhl für Genetik (Prof. Dr. H. Sass) überspannt thematisch die Molekular- und Evolutionsbiologie sowie die Entwicklungs- und Neurobiologie. Schwerpunkte der Forschungsarbeit - vorzugsweise am Modellorganismus Drosophila - sind

  • die Organisationsstruktur von Chromatin und (polytänen) Chromosomen,
  • die Identifikation von neuen Genen (mit Genfallenvektor pHS155) und
  • Mechanismen, die die Genaktivität auf molekularem und zellulärem Niveau steuern.

Thematik DFG-finanzierter Forschung ist die molekulare Analyse von Chromatingenen, die die Zustandsform / Verpackung des Erbmoleküls DNA und Regulation der Genaktivität modulieren. Speziell werden Struktur und Expression des Chromatingens Su(var)3-9 in ausgewählten Arten (Arthropoden) charakterisiert und seine evolutionäre Konservierung systematisch untersucht. Das Genprodukt, SU(VAR)3-9, ist eine Histon H3-Methyltransferase, die beim Prozess der Geninaktivierung in Form des heterochromatischen (transkriptionalen) Gene-Silencing eine Schlüsselfunktion hat. Drosophila Su(var)3-9 ist mit dem Gen für die gamma-Untereinheit des eukaryotischen Translationsfaktors eIF-2γ zu einer dicistronischen Transkriptionseinheit verschmolzen (Krauß und Reuter, 2000; Genetics 156, 1157). Am Leipziger Lehrstuhl für Genetik wurde auch 2003 weiter daran gearbeitet herauszufinden, ob und inwieweit diese außergewöhnliche Fusion von zwei funktionell und strukturell ganz verschiedenen Genen als spezielles Genarrangement bei welchen Arten vorkommt und dazu dienen kann, stammbaumanalytisch Verwandtschaftsgruppen zu erkennen (Dr. V. Krauß und Prof. Dr. H. Sass).

Das Drosophila klett-Chromatingen kodiert das KLETT-Protein. Die RNA-abhängige Chromatinbindung von KLETT ist Gegenstand von potentiellen Studien mit KLETT-spezifischen Antikörpern. Daneben erfolgt eine P-Element-Revertantenanalyse in Drosophila melanogaster, um klett-Mutanten zu isolieren (Dr. V. Krauß und Prof. Dr. H. Sass).

Weitere Forschungsthemen sind die Klonierung und Charakterisierung neurospezifischer Gene und die funktionelle Analyse der Genprodukte. Damit wird zum einen die Funktionsweise einer Nervenzelle besser verständlich; zum anderen werden die Mechanismen aufgeklärt, die zu pathologischen Veränderungen des Nervensystems führen. Im Modellorganismus Drosophila melanogaster werden neurospezifische Gene analysiert. Von besonderem Interesse ist, ob das humane Proteinfaltungsenzym Prolyl-cis/trans-Isomerase Pin1 eine Rolle in der Pathologie der Alzheimerschen Erkrankung spielt (Dr. B. Klagges und Prof. Dr. H. Sass).

Zu den Forschungstätigkeiten gehört ein Projekt der "postgenomischen" Ära. Die Sequenzierung des Genoms von Drosophila melanogaster hat zu einer eindrucksvollen Erweiterung der Daten über seine Zusammensetzung geführt. So wird die Zahl der vorhandenen Gene auf ca. 13.600 geschätzt. Für die meisten dieser annotierten Gene (85%-95%) ist jedoch keine Funktion bekannt (Adams et al. 2000; Science 287, 2185). Mit Hilfe der etablierten Gene-trap-Strategie und des von uns konstruierten Genfallenvektors pHS155 (zu Einzelheiten s. Forschungsbericht 2002) wurden 2003 und werden weiterhin am Lehrstuhl für Genetik im Rahmen einer funktionellen Genomanalyse transgene Drosophila-Linien erzeugt. Diese nutzen wir als effektives Ausgangsmaterial für die Identifizierung und Analyse neuer Gene und ihrer Funktion im Organismus (Dipl.-Biol. B. Dröse, Dr. B. Klagges und Prof. Dr. H. Sass).

Die Nutzung genetischer und biomedizinischer Informationssysteme ist ein selbstverständliches sowie unverzichtbares Instrument der Forschungsarbeit am Lehrstuhl und war Ausgangspunkt der Kooperation zwischen dem Institut für formale Ontologie und medizinische Informationswissenschaft (IFOMIS)* der Universität Leipzig und dem Lehrstuhl für Genetik.

Wissenschaftliche Ergebnisse bedürfen immer wieder der philosophischen Reflexion vor dem Hintergrund der Grundkategorien der verschiedenen Wissenschaften. Insbesondere die Anwendung neuer informationstechnischer Mittel in der biomedizinischen Forschung und die damit verbundene, kontinuierlich zunehmende Datenflut sowie die Notwendigkeit, ihrer Herr zu werden, zwingen zu einem konsequenten Nachdenken darüber, wie biologische Daten klassifiziert und integriert werden können.

Dieses interdisziplinäre Projekt von Biologen, Philosophen sowie Bio- und Medizininformatikern erarbeitet eine Theorie der wichtigsten biologischen und medizinischen Grundbegriffe wie Art, Spezies, Funktion, Prozess, Sequenz, System etc., um eine umfassende, philosophisch begründete Theorie dieser Begriffe zu liefern. Es werden explizit formulierte Definitionen und Theorien erstellt, die zur integrativen Datenverarbeitung notwendig sind (Dr. B. Klagges, Dipl.-Biol. B. Dröse, Dr. K. Munn*, Prof. Dr. H. Sass und Prof. Dr. Barry Smith*).

Gegenstand der Forschung am Lehrstuhl für Mikrobiologie (Dr. E.-M. Andreas) sind Cyanobakterien und deren Phagen. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf die Analyse von Membranstruktur und Genom von Cyanobakterien.

Institut für Allgemeine Psychologie

Am Institut wurden im Jahr 2003 zwei Professuren besetzt: die C4-Professur Allgemeine Psychologie und Methodenlehre (Prof. Dr. M. M. Müller) und die C3-Professur Kognitionspsychologie mit Schwerpunkt höhere geistige Prozesse (Prof. Dr. J. D. Jescheniak).

Die Gruppe um Professor Müller forscht unter anderem zu Aufmerksamkeitsprozessen und zur Rolle der Gammaband-Aktivität des EEG. Professor Jescheniaks Gruppe arbeitet vor allem im Bereich der Sprachproduktion. In der Gruppe der Professur für Kognitive einschließlich Biologische Psychologie (Prof. Dr. E. Schröger) wurden die Studien zur auditiven, visuellen und intermodalen Informationsverarbeitung im Schnittfeld Wahrnehmung-Gedächtnis-Aufmerksamkeit fortgeführt.

Zum Bereich Geschichte der Psychologie (Dr. A. Meischner-Metge) erfolgte u.a. die weitere Auswertung des Nachlasses von G. Th. Fechner sowie die Vorbereitung einer elektronischen Dokumentation der 125jährigen Geschichte des Leipziger Instituts für Experimentelle Psychologie, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Wundts.

In der Kognitiven Sozialpsychologie (Prof. Dr. G. von Collani) bestanden folgende Forschungsschwerpunkte:

  • Messung und Validierung sozialpsychologischer Persönlichkeitskonstrukte,
  • Beeinflußbarkeit von Zeugenaussagen, Überprüfung von Modellen zum Zusammenhang von Einstellung und Verhalten,
  • automatische Aktivierung von Einstellungen,
  • Messung von Vorurteilsneigung (soziale Dominanzorientierung, ambivalenter Sexismus).

Die Forschungen des Instituts wurden durch mehrere DFG-Sachbeihilfen unterstützt, einzelne Projekte waren in der DFG-Forschergruppe "Arbeitsgedächtnis" und im DFG-Schwerpunktprogramm "Zeitgebundene Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System" angesiedelt. Dem Institut stehen moderne Labore zur Verfügung, in denen u.a. die Registrierung des EEG möglich ist. Die einzelnen Arbeitsgruppen sind in ihren Forschungsaktivitäten stark vernetzt, außerdem bestehen zahlreiche Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, insbesondere mit dem MPI für neuropsychologische Forschung in Leipzig.

Institut für Entwicklungspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Psychodiagnostik

Am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. K. U. Ettrich) wurden 2003 folgende Forschungsprojekte bearbeitet:

  • Sachverständigengutachten-III zu ausgewählten Fragen der Alternsforschung auf der Grundlage der ILSE-Studie (Förderung: SMS - Sachsen)
  • Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters über die Bedingungen zufriedenen und gesunden Alterns - ILSE (Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg - kostenneutrale Phase)
  • Bindungsentwicklung im Jugendalter - BiJu (Förderung: Graduiertenstipendium vom Land Sachsen und Haushaltsmittel)
  • Individuation und sozialer Wandel (Förderung: DFG: "Kindheit und Jugend in Deutschland vor und nach der Vereinigung" - kostenneutrale Phase)

Am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und psychologische Intervention (Prof. Dr. H. Petermann) wurde 2003 folgendes Forschungsprojekt bearbeitet:

  • Evaluation des Jugendförderprogramms "Erwachsen werden" von Lions-Quest an Leipziger Schulen (Förderung: SMK - Sächsisches Staatsministerium für Kultus, SMS - Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Familie, Gesundheitsamt der Stadt Leipzig, Regionalschulamt Leipzig)

Am Lehrstuhl für Differentielle Psychologie und Psychodiagnostik (Prof. Dr. J. Guthke) wurden 2003 folgende Forschungsprojekte bearbeitet:

  • Arbeitsgedächtnis und Schlussfolgerndes Denken - ARGUS (Förderung: DFG)
  • Gültigkeitsprüfungen neuer diagnostischer Verfahren bei brasilianischen "slum"-Kindern (Förderung: DAAD)
  • Intelligenz, Lernfähigkeit und neuronale Effizienz (Förderung: FWF: Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung - Österreich)
  • Effekte von Feedback in Leistungstests - EFFET (Förderung: Studienstiftung des Deutschen Volkes, University of Sunderland, School of Education - Great Britain)

Institut für Angewandte Psychologie

Im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie (Prof. Dr. G. Mohr) sind für das Jahr 2003 im wesentlichen vier Forschungsschwerpunkte zu nennen: Zum Thema Führung werden Untersuchungen durchgeführt zur Klärung der Bedeutung des Geschlechterkontextes, Führung und Emotionen sowie der Wahrnehmung von Führung. Im Bereich der arbeitspsychologischen Stressforschung werden verschiedensprachige Instrumente zur Erfassung von "Irritation" entwickelt. Ein EU gefördertes Projekt befasst sich mit der Frage des Psychologischen Kontrakts am Arbeitsplatz - PSYCONES (Psychological Contracts across Employment Situations) in Kooperation mit Forschungsgruppen in Stockholm (Schweden), Gent (Belgien), Leuven (Belgien), London (England), Tel Aviv (Israel), Tilburg (Niederlande), Valencia (Spanien). Ferner wurde die Befragung des Vorjahres der Absolventen der Institute für Psychologie der Universität Leipzig weiter ausgewertet.

Der Bereich Pädagogische Psychologie (Prof. Dr. E. Witruk) hat seine Forschungsaktivitäten auch im Jahr 2003 vor allem auf Untersuchungen zur Leseautomatisierung und zu Ursachen von Leselernstörungen konzentriert. Finanziert durch zwei Drittmittelprojekte wurde eine in Zusammenarbeit mit der Universität Helsinki durchgeführte Studie zur Erforschung ätiologiescher Subgruppen bei Leselernstörungen erfolgreich abgeschlossen, sowie eine in Zusammenarbeit mit dem Brain Science Institute Tokio begonnene Untersuchungsreihe zu Verarbeitungsstrategien bei der Buchstabenwahrnehmung wesentlich vorangetrieben. Weiterhin wurden, teilweise finanziert durch diverse Drittmittelprojekte, kulturvergleichende Studien zur visuellen Wahrnehmung, zum Arbeitsgedächtnis und zu Ursachen von Gewalt in Schulen abgeschlossen oder fortgesetzt. Die Integration medienpsychologischer und interventionsbezogener Aspekte in die Forschung wurde weiter forciert. Eine Beratungs- und Forschungsstelle für Entwicklungsstörungen wurde etabliert und personell besetzt.

In der Klinischen und Gesundheitspsychologie (Prof. Dr. H. Schröder) wurden Projekte zur Suchtprävention, Stressbewältigung, betrieblichen Gesundheitsanalyse und -förderung sowie medizinischen Rehabilitation und von Anpassungsstörungen fortgeführt. Abgeschlossen wurden gesundheitspsychologische Untersuchungen mit Orchestermusikern, Personalen in Hospizen, palliativmedizinischen Einrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen. Psychosoziale Interventionsprogramme zur Podiumsangst, Stressregulation und psychologischen Traumatherapie konnten effektiviert und evaluiert werden. Neue Projekte beinhalten internationale Vergleichsuntersuchungen zu Belastungsbewältigung und Gesundheitsstatus im Kontext makrosozialer Transition (EU-Erweiterung).

 

 

Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 27.08.2004