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Vorwort

Vielfalt ist ein Markenzeichen der Universität Leipzig. Sie versteht sich als eine klassische Volluniversität mit einem breiten Spektrum von Fächern, die sich in übergreifender Zusammenarbeit gegenseitig anregen und befruchten. In diesem Forschungsbericht stellen über 200 Einrichtungen annähernd 3.100 Forschungsprojekte vor, von denen rund 1.850 durch Drittmittel gefördert werden. Die Projekte haben zunehmend grenzüberschreitenden Charakter, was auch in den interdisziplinären Zentren zum Ausdruck kommt, die Forschung fakultätsübergreifend vernetzen und bündeln.

Am 27. März 2003 wurde das Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa Leipzig e. V. gegründet. Sein Anliegen ist es, die nicht nur an der Universität Leipzig und in der Stadt Leipzig, sondern im gesamten Freistaat Sachsen vorhandene, herausragende Mittel- und Osteuropakompetenz in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zusammenzuführen. Das Zentrum will Hilfestellung bei der Einwerbung von forschungsbezogenen Drittmitteln geben, als Informationsdrehscheibe für Forschung und Öffentlichkeit dienen sowie als Schnittstelle der regionalen Forschungs-, Unternehmens- und Kulturlandschaft fungieren. Zu den unmittelbaren Akteuren gehören neben der Universität Leipzig und der Stadt Leipzig insbesondere das Institut für Länderkunde, das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas, das Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur, die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, das Umweltforschungszentrum Halle-Leipzig GmbH, aber auch die Stadtwerke Leipzig, die MaxicoM GmbH, die Leipziger Messe, das Polnische Institut und andere.

Mit dem Projektvorschlag "Lernende Region Leipzig - eine Region im Umbruch - für eine neue Lebensqualität in der Region" hatte ein Konsortium aus 90 Institutionen und Organisationen der Region unter Leitung der Universität Leipzig im Rahmen des BMBF-Programms "Lernende Regionen" Erfolg. In den nächsten vier Jahren werden die Beteiligten gemeinsam das Ziel verfolgen, die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihres Lebens durch Bildung und Lernen anzuregen, dafür Bildungs- und Tätigkeitsformen zu schaffen, in denen das Erfahrungswissen der Menschen Raum bekommt und sich bedarfsgerecht erweitern kann, um schließlich die Entwicklung individueller Kompetenzen zu fördern.

Mit der BIO CITY LEIPZIG, die im Mai 2003 feierlich eröffnet wurde, bieten sich neue Möglichkeiten für die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft unter einem Dach. Den wissenschaftlichen Teil bildet das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum (BBZ), eine zentrale Einrichtung der Universität Leipzig. Im BBZ bündeln sich die Kompetenzen der universitären Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten "Protein Engineering und Therapeutika", "Nanobiotechnologie" und "Biomedizinisches und Cell Engineering". Seit der Besetzung von fünf der sechs neuen Professuren und dem Wirken der sechs selbständigen wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen hat das BBZ seine Arbeit aufgenommen. Zeugnis des bereits erreichten Leistungsspektrums auf den Gebieten Biotechnologie und Biomedizin war der 2. Biotechnologie-Tag an der Universität Leipzig in der BIO CITY LEIPZIG.

Das 1. Leipziger Forum für Computer- und Robotergestützte Chirurgie am 17. Juli 2003 verfolgte eine Spur, die eine der revolutionären Entwicklungen in der Medizin umreißt: operative Eingriffe mit Unterstützung von Informations- und Kommunikations-Technologie, Mechatronik und Robotik. Als einer der führenden Standorte in Deutschland bekam Leipzig vom BMBF und dem Freistaat Sachsen den Auftrag, ein inzwischen erfolgreiches Konzept für den Aufbau eines Kompetenzzentrums Computer- und Robotergestützte Chirurgie zu erstellen.

Erfolgreich abgeschlossen wurden die Arbeiten zur Entwicklung von neuen flexiblen Dünnschicht-Solarzellen im Netzwerk INNOCIS. Mit sechs Teilprojekten war die Universität Leipzig maßgeblich an dem Projekt beteiligt, das vom BMBF im Rahmen des Programms "Innovative Regionale Wachstumskerne" gefördert wurde.

Hier sind nur einige Beispiele aufgezeigt, in denen die neue Qualität der Initiierung interdisziplinärer Netzwerke durch die Universität Leipzig und die Mitarbeit in diesen Netzwerken ihren Niederschlag finden, in denen sich Partner aus Forschung, Bildung und Wirtschaft zusammenfinden und gemeinsam Innovationsfelder fokussieren, Marktstrategien entwickeln und abgestimmte Projekte im gemeinsamen Interesse durchführen.

Attraktiver Partner zu sein, setzt fundierte, langjährig kontinuierliche und häufig zunächst nicht spektakuläre Forschungsarbeiten voraus. Die dafür erforderliche personelle und finanzielle Ausstattung wird durch die Einwerbung von Drittmitteln wesentlich unterstützt.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass die Drittmitteleinnahmen der Universität weiter wuchsen und mit 54,2 Mio. EUR den bisher höchsten Stand erreichten, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 10% bzw. um 24% gegenüber dem Haushaltjahr 2001 entspricht. Während im Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Einrichtungen das erreichte Niveau gehalten werden konnte, erhöhte sich das Drittmittelaufkommen in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten um 21% und in der Medizinischen Fakultät um 16% gegenüber dem Haushaltjahr 2001. Zur Höhe der Drittmittel tragen wesentlich die vom BMBF und der DFG geförderten Zentren, wie das Biotechnologisch-Biomedizinische Zentrum und das Interdisziplinäre Zentrum für Bioinformatik, bei.

Besonders zu erwähnen ist der hohe Anteil der öffentlichen Fördermittel. Die Einspielung von evaluierten Drittmitteln, also aus von der EU, dem Bund und der DFG begutachteten Projekten, ist mit einem Anteil von 57% bezogen auf das Gesamtaufkommen nach wie vor hoch. Dabei kommen 21 % der Fördermittel von der DFG, dem damit wichtigsten Drittmittelgeber der Universität.

Aus der Einwerbung von Drittmitteln ergibt sich für die Universität die Möglichkeit, für die Bearbeitung von Forschungsprojekten zusätzlich Personal - wenn auch befristet - einzustellen. Mit 996 Arbeitsverträgen wurde das bislang beste Ergebnis erzielt, was einem Zuwachs von weiteren 6% gegenüber dem Vorjahr bzw. von 25% gegenüber dem Haushaltjahr 2001 entspricht. Besonders erfolgreich war hier die Medizinische Fakultät, die einen Zuwachs von 9% gegenüber dem Vorjahr bzw. von 34% gegenüber dem Haushaltjahr 2001 erzielte.

Diesen Prozess, wissenschaftliche Potenziale mit ihren Kompetenzen zu bündeln und deren Exzellenz bewusst herauszustellen, dabei bisherige Gewohnheiten der Forschungsfinanzierung zu überdenken und durch vermehrte Einwerbung von Drittmitteln neue Möglichkeiten zu erschließen, wird eine wichtige Aufgabe auch der nächsten Jahre sein.


   

Professor Dr. Franz Häuser

Rektor

Professor Dr. Martin Schlegel

Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs

 

 

Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 11.08.2004