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Forschungstätigkeit an der Fakultät

Betriebswirtschaftslehre

Schwerpunkte der Forschungsaktivität in der Betriebswirtschaftslehre sind die Unternehmensrechnung und das Dienstleistungsmanagement.

Der Schwerpunkt Unternehmensrechnung wird wesentlich durch das Institut für Unternehmensrechnung und Steuerlehre, in dem die Arbeitsbereiche Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung, Controlling und Besteuerung gebündelt sind. Dem Institut sind außerdem zwei Honorarprofessoren für Internationales Management und Steuerrechtslehre zugeordnet. Ferner leistet auch die Professur für Finanzierung und Investitionen Beiträge zu diesem Forschungsschwerpunkt.

Im Controlling wird eine breite Themenpalette – von der Anreizregulierung über Aspekte des Behavioral Accounting sowie Erfolgsmessung bei unvollständiger Information bis zur semi-subjektiven Unternehmensbewertung – bearbeitet. In der Steuerlehre wurden betriebswirtschaftliche Analysen zu den Auswirkungen steuerlicher Regelungen fortgesetzt und teilweise veröffentlicht. Im Jahr 2007 wurde die Sächsische Steuertagung wieder vom Institut ausgerichtet; Schwerpunkt der Themen waren diesmal die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform und die bevorstehende Neuregelung der Erbschaftsteuer. Weitere Veröffentlichungen erfolgten für das Externe Rechnungswesen zur ökonomischen Analyse von IFRS und zur Regulierung der Rechnungslegung in der EU sowie zu neueren Ansätzen in der Wirtschaftsprüfung. Die weitere Publikation zur Regulierung der Rechnungslegung in der EU ist Teil eines größeren Forschungsprojektes, das in 2007 als EU-Antrag auf den Weg gebracht wurde. Im Bereich Wirtschaftsprüfung werden ferner weiterhin Forschungsfragen zum Compliance-Management, zur Corporate Governance und zum Minderheitenschutz im Konzern behandelt.

Der Forschungsschwerpunkt Dienstleistungsmanagement beschäftigt sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Dienstleistungsunternehmen, insbesondere mit den für die Führung solcher Unternehmen genutzten Managementinstrumenten. Einbezogen sind die institutionell orientierten Professuren und Dozenturen zum Bankwesen, zu Handel und Distribution, zur Versicherungsbetriebslehre und zur Wirtschaftsprüfung, aber auch z. B. die Professuren zum Controlling, zur externen Unternehmensrechnung zur Finanzierung, zum Immobilienmanagement, zum Marketing, zur Personalwirtschaftslehre und zur Steuerlehre, soweit sie sich mit innerbetrieblichen Dienstleistungen beschäftigen. Im Berichtsjahr konnte die für den Bereich zentrale Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Dienstleistungsmanagement, leider noch nicht wieder besetzt werden. Voraussichtlich im Sommersemester 2008 wird dies aber gelingen. Eine weitere Stärkung des Forschungsbereichs erfolgte durch die Besetzung der Stiftungsprofessur Verwaltungsmanagement/New Public Management, das Vorantreiben der Besetzung der Vattenfall Europe Stiftungsprofessur Energiemanagement und Nachhaltigkeit, sowie die neu gegründete Forschungsstelle Kommunale Energiewirtschaft, die aus Stiftungsmitteln der VNG-Verbundnetz Gas AG, Leipzig, und den Stadtwerken Leipzig finanziert wird.

Am 29. März 2007 führte das Institut für Versicherungswissenschaften bereits zum siebten Mal den „Versicherungstag an der Universität Leipzig“ durch. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um ein inzwischen branchenweit etabliertes Forum zum Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Theorie und Praxis, das einmal jährlich in den Räumen der Universität Leipzig stattfindet. Rund 250 Teilnehmer aus der deutschsprachigen Versicherungswirtschaft und versicherungsnahen Unternehmen aus dem Beratungs-, IT- und Wirtschaftsprüfungsbereich fanden auch im vergangenen Jahre den Weg nach Leipzig. Neben den Vorträgen von Branchenrepräsentanten und Forschern aus dem Institut zu aktuellen fachlichen Themen boten sich dabei erneut viele Möglichkeiten zum persönlichen Gespräch zwischen Wissenschaftlern, Doktoranden, Studenten und zahlreichen Gästen aus der Praxis

Volkswirtschaftslehre

Die Forschungstätigkeit in der Volkswirtschaftslehre umfasst die Teilgebiete Mikro- und Makroökonomik, Wirtschaftstheorie und -politik sowie spezifische Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre wie Finanzwissenschaft, Geld und Währung, Außenwirtschaft und ökonomische Integration, Evolutorische Ökonomik sowie Empirische Wirtschaftsforschung und Statistik. Aus diesem Spektrum heraus werden zurzeit folgende Forschungsprojekte bearbeitet:

Das Forschungsprojekt Wirtschaftsintegration geht grundlegenden Fragen der ökonomischen Vernetzung der EU-15 bzw. der EU-27 sowie der EWU nach. U. a. werden Fragen der optimalen institutionellen Ausgestaltung des Zentralbankrats in einer Währungsunion untersucht sowie Fragen der Sequentialität der politischen und ökonomischen Integration der zehn Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa. Damit verbunden sind zwei weitere bedeutsame Forschungsstränge. Zum einen betrifft dies die Analyse der spezifischen Charakteristika und des Wettbewerbs von Wirtschaftsordnungen. Damit befassen sich vor allem die Institute für Wirtschaftspolitik und Theoretische Volkswirtschaftslehre; als Diskussionsforum dient, neben Ringvorlesungen externer und interner Wissenschaftler sowie politischer Akteure, insbesondere das „Zermatter Symposion“, das sich zu einem internationalen Forum der interdisziplinären Diskussion entwickelte. Die Erforschung der Rolle der Wirtschaftsordnungen und ihres Wandels profitiert von der langjährigen intensiven Auseinandersetzung der Institute mit der Theorie und Empirie der Transformationsprozesse in den mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften. Zum anderen richtet sich das Forschungsinteresse auf regionalökonomische und -politische Fragen, die im Zusammenhang mit der europäischen/deutschen Debatte über Konvergenz und gemeinsame Wirtschaftspolitik gestellt werden. Diese Untersuchungen führt die Professur Statistik am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung durch. Hauptsächlich werden komplexe Regressionsmodelle für Raum Zeit Daten entwickelt und etwa auf Fragestellungen in den Bereichen Entwicklungsökonomie, Arbeitsmarktforschung, Marketing angewendet.

Probleme der makroökonomischen Diagnose und Politik stehen im Mittelpunkt der makroökonometrischen Modellarbeiten des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung, das sich in der Fortführung eines DFG-Projektes mit den Fragen des konjunkturellen Wandels auseinandersetzt. Daneben wurden Arbeiten zur deutschen Einigung und zur Entwicklung des Freistaates Sachsen durchgeführt.

Mit Fragen der makroökonomischen Politikgestaltung beschäftigen sich auch das Institut für Wirtschaftspolitik, die Professur Geld und Währung am Institut für Theoretische Volkswirtschaftslehre und die Professur Finanzwissenschaft am Institut für Finanzen. Letztere befasst sich schwerpunktmäßig mit den Bereichen Föderalismus, Kommunalfinanzen sowie mit Fragen des öffentlichen Wirtschaftens. Regional- und umweltökonomische Forschungsfragen bilden den erweiterten Rahmen des Schwerpunktbereiches. Die Forschungen zur EU-Integration, Konvergenz und Regionalentwicklung der mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften werden in enger Kooperation mit dem Zentrum für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Universität (ZIW) und dem Fraunhofer Mittel- und Osteuropa-Zentrum Leipzig realisiert.

Die Forschungsaktivitäten des Lehrstuhls für Mikroökonomik sind sowohl theoretisch als auch anwendungsorientiert. In der Hauptsache richten sie sich auf die kooperative Spieltheorie, sowohl axiomatisch als auch in der Anwendung auf sozialwissenschaftlich interessante Phänomene. Als zweiter Schwerpunkt werden Konzepte der nicht-kooperativen Spieltheorie auf Forschungsfelder wie Industrieökonomik oder auch Verhaltensökonomik, dort insbesondere auf die Theorie sozialer Präferenzen, angewendet. Schließlich ist der Lehrstuhl auch auf dem Gebiet der experimentellen Ökonomik aktiv; in einer Reihe von DFG-geförderten Projekten werden Laborexperimente durchgeführt, z.B. zum Verhalten von Versuchspersonen bei der Bereitstellung von Clubgütern.

Das Forschungsseminar „Politik und Wirtschaft“ hat zwei zentrale Schwerpunkte. Der evolutionsökonomische Ansatz wird verfolgt, indem das Nelson-Winter-Modell auf Deutschland angewandt wird. Der zweite Schwerpunkt ist der Lehrforschung gewidmet. In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Erwägen Wissen Ethik“ erfolgt die Umsetzung des forschungsbetonten Ansatzes der Erwägung alternativer Problemlösungen in das schrittweise praktizierte Lehrkonzept „Leipziger Erwägungsseminare“.

Wirtschaftsinformatik

Die Wirtschaftsinformatik ist eine eigenständige, zwischen Betriebswirtschaftslehre und Informatik angesiedelte Disziplin, die sich an der Universität Leipzig mit Bereichen für die Ausbildung und Erforschung von Anwendungssystemen, dem Informationsmanagement und der Softwareentwicklung etabliert hat. Das Institut für Wirtschaftsinformatik bietet in der Lehre einen eigenständigen Bachelor- sowie Masterlehrgang an und ist in der Forschung auf Anwendungssysteme im Dienstleistungsbereich, insbesondere Produktlinien und serviceorientierte Architekturen in den Bereichen Logistik, Banken und Softwareentwicklung ausgerichtet. Es umfasst vier Bereiche:

Die Professur Wirtschaftsinformatik, insbes. Informationsmanagement, ist seit Anfang 2002 mit Professor Bogdan Franczyk besetzt. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Themengebiete service-orientierte Anwendungen (Grid-Services), Enterprise Application Integration und Content Management, Untersuchungen zu Semantic-Web-Technologien und XML-Datenbanken sowie Softwaresystemfamilien. Es werden zahlreiche Drittmittelprojekte bearbeitet (BMBF-Projekt ‚PESOA – Process Family Engineering in Service-Oriented Applications’, EU-Projekt ‚ASG – Adaptive Services Grid’, Landesprojekt – Teilautomatisierte Softwareimplementierung von ERP-Systemen bei KMU’, Gkit – individuelles Lesegerät Gesundheitskarte).

Der Inhaber der Professur Softwareentwicklung für Wirtschaft und Verwaltung ist Professor Ullrich Eisenecker, der auch amtierender Institutsdirektor ist. Seine Forschungsaktivitäten sind auf die weitgehende Automatisierung der Softwareentwicklung, insbesondere eine in hohem Maße kundenspezifische Konfiguration gerichtet. Damit direkt verbunden sind die Themen generative und modellbasierte Softwareentwicklung, Softwaresystemfamilien, domänenspezifische Sprachen, Generierung und Komponenten. Im Aufbau ist die Erforschung räumlich-zeitlicher und interaktiver Metaphern im Software-Engineering.

Die Professur Anwendungssysteme in Wirtschaft und Verwaltung von Professor Rainer Alt besitzt drei Forschungsschwerpunkte. Dies sind zunächst die technologischen Grundlagen von Anwendungssystemen, insbesondere Applikationsarchitekturen wie SOA und Open Source-Technologien. Der zweite Bereich betrifft Architekturen und Methoden zur überbetrieblichen Vernetzung, insbesondere die Bereiche Customer Relationship und Supply Chain Management. Einen dritten Schwerpunkt bilden auf Entscheidungsunterstützung ausgerichtete Business Intelligence-Systeme. Zu Drittmittelprojekten zählt u.a. das gemeinsam mit der Universität St.Gallen durchgeführte Kompetenzzentrum „Sourcing in der Finanzindustrie“.

Den vierten Pfeiler des Institutes bildet der Betrieb eines Rechenzentrums für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (FRZ) als hard- und softwaretechnische Forschungs- und Lehrinfrastruktur. Unter der Leitung von Dr. Wilfried Röder steht ein mit modernster Rechentechnik ausgestatteter IT-Dienstleistungsbereich für Professoren, Mitarbeiter, Studierende und zur Berufsausbildung von Fachinformatikern zur Verfügung.
Im Jahr 2007 war das Institut für Wirtschaftsinformatik der Ausrichter der ersten internationalen Konferenz „SABRE – Software, Agents, and Services for Business, Research, and E-Sciences“ einschließlich den Konferenzen zu „Innovativen Logistik-IT-Systemen und Technologien in Mitteldeutschland innoLOGIST“ sowie „Model-driven Development and Software Product Lines: Synergies and Experience“.

Bauingenieurwesen/Wirtschaftsingenieurwesen

Die Forschungstätigkeit im Bau- und Wirtschaftsingenieurwesen ist durch die Kombination wissenschaftlich theoretischer und bautechnischer bzw. bauwirtschaftlicher Aspekte geprägt.

Im Jahr 2005 erfolgte die Gründung des Instituts für Grundlagen des Bauens und Planungsmanagement unter der Leitung von Professor Burkhard Pahl. Es integriert in neuer Struktur die Forschungsschwerpunkte des ehemaligen Lehrgebietes Entwerfen und Konstruktives Gestalten mit einer Neuausrichtung zu bautypologischen Fragen, Fragen der nachhaltigen Bauwerkserneuerung, Strategien für brachliegende oder fallende Flächen und Gebäude, Management und Monitoringaufgaben. Daneben bildet die interdisziplinäre Erforschung und Darstellung struktureller, ökonomischer und baukultureller Aspekte des Bauens einen weiteren Schwerpunkt.

Das IIRM, Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement, besteht aus der Stiftungsprofessur für Umwelttechnik und Umweltmanagement (Prof. Dr.-Ing. Robert Holländer), der Professur für Verkehrsbau (Prof. Dr.-Ing.Wolfgang Kühn), der Honorarprofessur für integriertes Flächenrecycling (Prof. Dr.-Ing. Jens-Uwe Fischer) und der Honorarprofessur für Siedlungswasserwirtschaft (Prof. Dr.-Ing. Olaf Selle). Ebenfalls Teil des IIRM ist die Forschungsstelle Kommunale Energiewirtschaft (Dr. André Bleicher). Die energiewirtschaftliche Kompetenz im IIRM wird im Jahr 2008 durch die Einrichtung des Vattenfall-Stiftungslehrstuhls für Energiemanagement und Nachhaltigkeit weiter verstärkt.

In Forschung und Lehre vertritt das IIRM einen integrierten Ansatz sowohl für die Bewirtschaftung von Ressourcen auf der Ebene der Region, der Kommune oder eines Betriebes als auch bei der nachhaltigen Planung und Bewirtschaftung von Infrastruktursystemen. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der interdisziplinären Verknüpfung von technischen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Bearbeitung von Aufgaben in der verkehrlichen, energiewirtschaftlichen und umwelttechnischen Infrastruktur. Auftraggeber sind Unternehmen der privaten und öffentlichen Wirtschaft, Landes- und Bundesbehörden sowie die EU.

Am Institut für Massivbau und Baustofftechnologie werden unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Nguyen Viet Tue verschiedene Forschungsvorhaben bearbeitet. Partner sind sowohl öffentliche Institutionen (DFG, AiF) als auch die Industrie. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Anwendung von hochfesten Werkstoffen auf Zementbasis, die Entwicklung neuartiger Hybridstrukturen, die die Nachhaltigkeit im Bauwesen verbessern und die Modellierung von Stahlbeton- und Spannbetonkonstruktionen.

Entwickelt aus den derzeitigen ökonomischen und soziodemografischen Entwicklungen, lassen sich die Forschungsaktivitäten des Instituts für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft durch die drei Schwerpunkte „Urban Management“, „Prozessmanagement und Virtuelle Planung“ sowie „Entwickeln und Bauen im Bestand“ charakterisieren. Diese drei Forschungspole ergeben unter der jeweiligen Leitung durch Professor Johannes Ringel, Prof. Dr.-techn. Karl-Heinz Bruhnke, Prof. Dr.-Ing. Thomas Bohn, Prof. Dr.-Ing. Willfred Vedder sowie Jun.- Prof. Dr. Silke Weidner eine interdisziplinäre Plattform, auf der wissenschaftliche Synergieeffekte generiert werden. Die bearbeiteten Forschungsprojekte zeichnet eine hohe Anwendungsbezogenheit aus, wobei eine Förderung durch die öffentliche Hand, wie bspw. im BMBF-Forschungsprogramm „Forschung für die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein nachhaltiges Flächenmanagement (REFINA)“ die Erarbeitung von „Zielen und übertragbaren Handlungsstrategien für ein kooperatives regionales Flächenmanagement unter Schrumpfungstendenzen in der Kernregion Mitteldeutschland (KoReMi)“ oder durch Drittmittel aus der Wirtschaft, wie bspw. bei der Optimierung von Planungsprozessen und Projektabläufen mit Hilfe digitaler Planungsmethoden bei Infrastrukturprojekten (MAX BÖGL) erfolgt.

Das Institut für Statik und Dynamik der Tragstrukturen erforscht unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Michael Kaliske Bauteile und Tragwerke bei statischen und dynamischen Einwirkungen. Die realitätsnahe Charakterisierung von Phänomenen und die konstitutive Beschreibung der Werkstoffe auf verschiedenen Längenskalen sind ein wichtiges Forschungsgebiet für den Entwicklungsprozess von Produkten. Diese Beschreibungen sind eingebettet in Simulationsansätze einer virtuellen Darstellung, sodass sich die Weiterentwicklung der numerischen Methoden und hier insbesondere der Finite Elemente Technologie als weitere Arbeitsbereiche ergeben. Die Grundlagenforschung des Instituts wird überwiegend aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Industrieunternehmen wie z. B. Continental und DaimlerChrysler. Eine Vernetzung mit Forschungseinrichtungen im europäischen Ausland erfolgt durch Aktivitäten, die durch die Europäische Union gefördert werden. Des Weiteren wurden Drittmittelaufträge von Industriepartnern aus den USA und Indien eingeworben.

An der Professur Grundbau und Wasserbau ist trotz des personellen Wechsels zum 01.10.2005 im Jahre 2005 in verschiedenen Forschungsbereichen erfolgreich gearbeitet worden. So sind im Bereich Bodenmechanik die Verdichtungswirkungen verschiedener Walzen im Erdbau untersucht worden. In der Geotechnik ist der Einsatz selbstverdichtenden Betons weiterhin ein Forschungsschwerpunkt. In der Wasserwirtschaft stehen derzeit hydrologische Messnetze im Fokus.

Die Forschungsaktivitäten der Professur Stahlbau und Holzbau unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Thorsten Wanzek konzentrieren sich auf den erweiterten Bereich des Stahlbaus wie Betriebsfestigkeit, Stahlverbundbau und Glasbau. So sollen beispielsweise im Stahlverbundbau neue Kombinationen von Beton- und Stahlwerkstoffen wirtschaftlichere Anwendungen mit optimierten Geometrien liefern.

Berufs- und Wirtschaftspädagogik

Die Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik ist zum Sommersemester 2006 von der Erziehungswissenschaftlichen an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät übergegangen. Die Forschungstätigkeit der Professur umfasst unterschiedliche Schwerpunkte. Ein Schwerpunkt ist das Lernen und Lehren mit digitalen Medien. Dabei geht es einerseits um die Entwicklung komplexer multimedialer Lernumgebungen und die Qualifizierung von Teletutoren und andererseits um die Evaluation, Qualitätssicherung und Zertifizierung mediengestützter Lehr-Lern-Prozesse und Lernangebote. Die Forschungsarbeiten werden u. a. im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der RWE-Systems AG durchgeführt und durch die Bundeswehr und das Sächsische Staatsministerium für Kultus gefördert.

Ein weiter Forschungsschwerpunkt thematisiert Wissensmanagements in der Unternehmung. Es wird untersucht, wie Kommunikations-, Kooperations- und Lernprozesse in der Unternehmung auszugestalten sind, um einen effektiven Umgang mit Daten, Informationen und Wissen zu sichern. Im Berichtszeitraum ging es dabei vor allem Entscheidungsprozesse in Leitungsgremien und die Gestaltung der dafür notwendigen Dokumente (Management Summary, Protokolle). Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der BMW AG für das BMW-Werk Leipzig durchgeführt.

Ein dritter Forschungsschwerpunkt betrifft die Analyse von Qualifikations- und Bildungsanforderungen, die Curriculumentwicklung und die didaktisch-methodische Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildungsprozessen. Im Zentrum steht dabei die Energie- und Wasserbranche. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V. wurden die künftigen Qualifikationsanforderungen an Kaufleute in der Branche erhoben, es wurde ein Curriculum für eine Zusatzqualifikation „Kaufmann/Kauffrau in der Energie- und Wasserwirtschaft“ entwickelt und Lehrgänge durchgeführt.

In einem weiteren Forschungsfeld geht es um die Analyse der Kosten und des Nutzens von Bildungsmaßnahmen. Die Forschungsarbeiten bei der Bundeswehr zielen ab auf empirisch gesicherte Aussagen über die pädagogischen und ökonomischen Effekte der Fernausbildung im Vergleich mit der traditionellen Ausbildung sowie auf Handlungsempfehlungen für die weitere Ausgestaltung des Aus- und Weiterbildungskonzepts der Streitkräfte.


 
Home Zusammenstellung: Forschungskontaktstelle, 26.08.2008