Forschungstätigkeit an der Fakultät
Die Forschungstätigkeit an der Sportwissenschaftlichen Fakultät wurde im Zeitraum 2007 durch vielfältige Zielaspekte von Bewegung, Spiel und Sport in unterschiedlichen Anwendungsfeldern charakterisiert.
Die Forschung konzentrierte sich besonders auf:
- die Analyse der Nutzung von Bewegungsmöglichkeiten durch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen
- die Erarbeitung und Erprobung von Konzepten zur Bewegungsanregung für nichtbehinderte und behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie die Evaluation ihrer Wirkungen auf physische, psychische und soziale Funktionen und Prozesse
- Untersuchungen zur Leistungsoptimierung, Trainingsgestaltung sowie zu physischen und psychischen Belastungen im Leistungssport, Nachwuchsleistungssport und im paralympischen Sport
- Kinder und Jugendliche im Leistungssport: pädagogische, psychologische, medizinische und trainingswissenschaftliche Aspekte
- die Untersuchung von Anpassungserscheinungen und der Wirksamkeit sporttherapeutischer und rehabilitationssportlicher Maßnahmen bei chronisch Kranken, Rehabilitanden sowie Menschen mit Behinderung
Forschungsschwerpunkte
Ausgewählte Forschungsschwerpunkte der Fakultät waren im Jahr 2007:
- Untersuchung von gesundheitlichen, psychologischen und trainingswissenschaftlichen Aspekten des Kinder- und Jugendsports
- Implementation eines pädagogischen Konzeptes zur bewegten Schule
- empirische Studien zur Wirkung von Sport und Bewegung in verschiedenen Altersbereichen und Bevölkerungsgruppen
- historische und systematische Klärung der Spezifik des modernen Sports
- Kognition und Motorik – frühkindliche Bewegungsförderung
- theoretische und empirische bewegungswissenschaftliche Untersuchungen zur Bewegungskoordination, zum Bewegungslernen und zur sportliche Techniken in verschiedenen Handlungsfeldern des Sports sowie in unterschiedlichen Sportarten
- Optimierung von motorischen Lernprozessen durch Feedback-Prozeduren mit Messplätzen im Techniktraining verschiedener Sportarten und durch Ausnutzung positiver Transfereffekte
- theoretische Begründungen und empirische Untersuchungen zum motorischen Lernen und Umlernen bei unterschiedlichen Anforderungsstrukturen
- Untersuchungen zur Leistungsoptimierung und Trainingsgestaltung in verschiedenen Sportarten (Biathlon, Nordische Kombination, Eisschnelllauf, Kunstspringen, Schwimmen, Wasserfahrsport, Leichtathletik)
- leistungsphysiologische und biochemische Funktionsdiagnostik und Therapie bei kardiovaskulären und orthopädisch-traumatologischen Erkrankungen
- sportartspezifischer Nährstoffbedarf und Einfluss von Nahrungssupplementen auf die sportliche Leistungsfähigkeit
- Bewegungsverhalten von chronisch Kranken, Rehabilitanden sowie Menschen mit Behinderung und Entwicklung von indikationsspezifischen Konzepten
- Wirksamkeit sporttherapeutischer Interventionen auf physiologische, motorische und psychosoziale Parameter und Optimierung indikationsspezifischer Evaluations- und Testverfahren
Drittmittelgeförderte Forschung
Die eingeworbenen Drittmittel für Forschungsprojekte stammen vorwiegend von öffentlichen Einrichtungen, insbesondere der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft, dem Europäischen Sozialfonds sowie von Sportverbänden, sächsischen Ministerien und Bundesministerien u. a. Daneben wurden auch Mittel von privaten Geldgebern eingeworben.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende Forschungsprojekte:
(Titel verkürzt und nur Projektleiter benannt)
- Prof. Dr. Dorothee Alfermann u. a. (Sportpsychologie): MenCo – Berufseinstiegsförderung für angehende Ärztinnen und Ärzte
- Prof. Dr. Christina Müller u. a. (Sportpädagogik/Bewegungspädagogik): Implementation eines pädagogischen Konzeptes „Bewegte Schule“
- Prof. Dr. Alfred Richartz u. a. (Sportpädagogik): Chronische Belastung und persönliche Ziele in Leistungssport- und Bildungskarriere
- Prof. Dr. Martin Busse (Sportmedizin): a) medizinische und sozialmedizinische Aspekte der Rehabilitation von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen; b) Evaluation medizinischer und sozialmedizinischer Effekte der Frührehabilitation orthopädisch-traumatologischer Erkrankungen; c) Effekte eines medizinischen Trainingsprogramms bei Patienten mit Diabetes mellitus
- Prof. Dr. Dietmar Luppa (Sportmedizin): Sportartspezifischer Nährstoffbedarf und Einfluss von Nahrungssupplementen auf die sportliche Leistung
- Dr. Anita Schulz (Sportmedizin): a) Gesichts-, Hals- und Zahnverletzungen im Sport; b) Beziehungen zwischen Parodontitis sowie Diabetes und Adipositas; c) Beziehungen zwischen Parodontitis und Koronaren Herzerkrankungen (KHK)
- Prof. Dr. Jürgen Innenmoser u. a. (Rehabilitationssport, Sporttherapie und Behindertensport): a) Bewegungsverhalten und -bedürfnisse von Behinderten; b) Optimierung von Evaluations- und Testverfahren zur Überwachung der Wirksamkeit sporttherapeutischer Maßnahmen; c) Bewegungsaktiven Rehabilitationsprogrammen bei Zielgruppen mit unterschiedlichen Behinderungen und Erkrankungen (u. a. Adipositas, Krebserkrankungen); d) Bewegungsverhalten Cerebralparetiker im Sprint (Zimmermann)
- Prof. Dr. Jürgen Krug u. a. (Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft): a) Wirksamkeit eines Messplatzes im Synchronspringen; b) Wasserspringen Messbrett; c) Reihenfolgeeffekte beim Fertigkeitslernen
- PD Dr. Stefan Panzer u. a. (Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft): a) Lernen, Transfer und Umlernen von Bewegungssequenzen; b) Feintuning des Klappschlittschuhs; c) Topographie von Kurvendurchläufen im Eisschnelllaufen bei Spitzen- und Nachwuchskaderathleten
- Dozent Dr. Hartmut Herrmann (Sportbiomechanik): a) biomechanisch orientierte trainingsbegleitende Untersuchungen im Biathlon; b) im Laufbereich der Nordischen Kombination; c) zur Optimierung der Skistockabdruckwirkungen beim Skaten
- Prof. Dr. Klaus Nitzsche u. a. (Wintersport): a) Effektivität des Aufbautrainings im Biathlon; b) Objektivierung der Biathlonschießleistung; c) Erweiterung eines telemetrischen Schießmessplatzes für die Sportart Biathlon
Stipendien:
- Karen Hoffmann, Dipl. Soz. (Sportpädagogik): Chronische Belastungen im Kindesalter
- Jeffrey Sallen, M.A. (Sportpädagogik): Leistungssport und Substanzkonsum im Jugendalter
Disziplin- und fakultätsübergreifende Schwerpunkte und Profile
In fakultätsübergreifenden Projekten kooperiert die Sportwissenschaftliche Fakultät mit der Medizinischen Fakultät und verschiedenen Kliniken des Universitätsklinikums, mit dem Zentrum für Prävention und Rehabilitation, mit der Fakultät für Mathematik und Informatik (Institut für Informatik) und mit der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie (Institute für Psychologie). Kooperationen zur Gender-Forschung erfolgen im Rahmen des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung. Darüber hinaus ist die Fakultät in das Internationale Promotionsprogramm „Von der Signalverarbeitung zum Verhalten“ eingebunden.
Mit einer Reihe außeruniversitärer Einrichtungen bestehen Forschungskooperationen, so in mehreren Projekten mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft e. V., mit dem Institut für Mechatronik Chemnitz, dem Landessportbund Sachsen e. V., einzelnen Sportverbänden Sachsens sowie mit der Unfallkasse Sachsen.
Internationale Forschungskooperationen
Auf internationaler Ebene wird zu nachfolgenden Themen mit folgenden Partnern kooperiert:
- Prof. Dr. Dorothee Alfermann (Universität Leipzig) mit Prof. Dr. Herb Marsh (Oxford University, UK); Dr. Lennart Raudsepp (Tartu Ülikooli, Estland); Hülya Asci (Baskent Universität Ankara, Türkei) zu:
Physisches Selbstkonzept im Jugendalter
- PD Dr. Stefan Panzer: Forschungskooperationen zu:
Prof. Dr. Shea (Texas A&M University) im Projekt “The learning, transfer, and relearning of movement sequences”
Prof. Dr. Blandin (Université de Poitiers, Frankreich) im Projekt “Sequence learning: Role of action observation and action”
- Dr. Christian Hartmann: Internationale Forschungskooperation mit den japanischen Gesellschaften „Koordination Leipziger Sportwissenschaft“ (KoLeSpo), Tokio und JAKOT zu dem Thema:
Die koordinativen Fähigkeiten: Ihre Trainingsmethodik und Diagnostik in diversen Sportarten und in verschiedenen Altersklassen im Schulsport.
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