Forschungstätigkeit am Zentrum
Forschungsschwerpunkte
Die Forschungstätigkeit des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung wurde im Zeitraum 2007 in diversen Projekten und Anwendungsfeldern durchgeführt.
Die Aktivitäten konzentrierten sich vor allem auf:
- Erarbeitung und Erprobung von Gender Mainstreaming Maßnahmen
- Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur geschlechtergerechten Förderung der Berufseinstiegschancen von AbsolventInnen der Universität Leipzig
- Entwicklung und Durchführung von Tagungskonzepten zum Gedenken an das Verdienst von FrauenrechtlerInnen, FeministInnen und PionierInnen der Geschlechterforschung
- Erarbeitung struktureller Ideen zur Erweiterung der Frauen- und Geschlechterforschung um die Männerforschung
- Konzeption und Verstetigung kritischer Formen der Auseinandersetzung mit aktuellen Tendenzen der Geschlechterforschung
- Erweiterung des Lehrangebots im Rahmen des Schlüsselqualifikationsprogramms der Universität Leipzig
- Analyse der Bedingungen geschlechtergerechter Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Forschungsprojekte
Ausgewählte Forschungsschwerpunkte des FraGes im Jahre 2007:
- Gender-Kritik-Reihe (jährliche interdisziplinäre Vortragsreihe mit Podiumsdiskussionen im Sommersemester)
- Projekt: Genderorientierte Verbesserung der Praxisbefähigung von Studierenden und AbsolventInnen der Universität Leipzig (in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat, Universität Leipzig)
- GKS-Projekt: Verbesserung der Berufseinstiegschancen für Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen
- Tagung „Die Frauenpolitikerin Clara Zetkin – zum 150. Geburtstag“ am 26. und 27. Juni 2007
Veranstalter: Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Leipzig, Louise-Otto-Peters Gesellschaft e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.
- Tagung „Typisch männlich?!“ anlässlich des Welttages des Mannes im Rahmen der 1. Leipziger Männerkulturtage, 1.11.2007 – 4.11.2007
Veranstalter: Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung in Kooperation mit dem Männerverein LEmann e.V. Leipzig
Disziplin- und Fakultätsübergreifende Forschung
In fakultätsübergreifenden Projekten kooperiert FraGes mit der Sportwissenschaftlichen Fakultät, der Medizinischen Fakultät, der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, der Philologischen Fakultät, der Fakultät für Geschichte, Kunst und Orientwissenschaften sowie mit außeruniversitären Institutionen und WissenschaftlerInnen und Gender Studies Instituten anderer Universitäten, bspw. der Universität Basel, der Universität Hannover u.a. Im Rahmen des Schlüsselqualifikationsprogramms der Universität Leipzig bietet FraGes jeweils in Kooperation mit den o.g. Fakultäten der Universität Leipzig das SQ-Modul Gender-Kompetenz an.
Seit Sommersemester 07 organisiert FraGes die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Gender-Kritik, die nun jährlich statt finden und den Ausbau des Geschlechterforschungsnetzwerkes auch über die Bundesrepublik hinaus befördern soll.
Im WS 2007/2008 wurde den Studierenden das Schlüsselqualifikationsmodul Genderkompetenz im zweiten Durchlauf aufgrund der großen Nachfrage diesmal doppelsträngig angeboten. Auch in diesem Jahr haben die Studierenden mit einem dreigliedrigen Lehrangebot einen interdisziplinären Überblick über Gender Studies an der Universität Leipzig, aber auch im bundesdeutschen und internationalen Vergleich bekommen. So haben Dozenten und Dozentinnen der Universität Leipzig aus verschiedensten Disziplinen Einblick in ihre Forschungsaktivitäten gegeben und disziplinenspezifische Methoden der Geschlechterforschung vermittelt. In einem Kommunikationstraining aus Gender-Perspektive und mit dem originären Ziel der Gendersensibilierung konnten Studierende ihre Selbstpräsentation trainieren, aber auch geschlechtsspezifische Muster der Identitätsbildung kritisch hinterfragen. Im Seminar wurde Theorie und Geschichte der Geschlechterforschung anhand ausgewählter Grundlagentexte vermittelt und diskutiert. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Reflexion auf die Erfordernisse und der Einübung von interdisziplinären Diskussionsstandards.
Drittmittel geförderte Forschung
Projekt: „Verbesserung der beruflichen Einstiegsmöglichkeiten für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler der Universität Leipzig“
Projektleitung: Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt
Laufzeit: 01. 02. 2007-31. 12. 2007
Auftraggeber/Finanzierung: Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaats Sachsen
Im Mittelpunkt des Projektes stehen Studierende/AbsolventInnen der Fachrichtungen, die unter Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften subsumiert werden können. Obwohl die sich entfaltende Wissensgesellschaft eigentlich „das Zeitalter“ der GKS-lerInnen sein müsste/sollte, findet das auf dem Arbeitsmarkt, den Arbeitslosenzahlen der GKS-AbsolventInnen und auch in der Qualität der durch die meisten GKS-Absolventinnen ausgeübten Tätigkeiten in der Praxis gegenwärtig (noch) keinen Niederschlag. Andererseits ist diese unbefriedigende Situation u. a. auch darauf zurückzuführen, dass nach wie vor seitens der Wirtschaft eine Voreingenommenheit gegenüber GKS Absolventinnen besteht, was u. a. auch damit zusammenhängt, dass ein Unternehmer und/oder Geschäftsführer zu wenig darüber weiß, was z. B. eine Soziologin, eine Germanistin, eine Anglistin im Unternehmen überhaupt realisieren kann. Das wiederum hängt damit zusammen, dass der GKS-Bereich viel zu wenig offensiv in der Öffentlichkeit auftritt, und dass ein GKS-Studium zu wenig Praxisbezüge herstellt. Hieraus ergibt sich das unbedingte Erfordernis, diesen Zustand schrittweise und konsequent zu verändern.
Unser Projektvorhaben ist v. a. darauf ausgerichtet, dass GKS-lerInnen der Praxis demonstrieren, was sie erbringen können und welche Bedeutung ihr Wirksamwerden für die Sicherung und Erhöhung der unternehmerischen Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit hat, verstärkter Praxiserfordernisse während ihres Studiums berücksichtigten, die Kommunikation mit Praxisvertretern und Unternehmen intensivieren und v. a. kontinuierlicher gestalten müssen.
Diese Interaktion wiederum bringt es mit sich, dass die angesprochene Voreingenommenheit, AbsolventInnen aus dem GKS-Bereich gegenüber, korrigiert wird, und dass die durch GKS-lerInnen realisierten Praxisaufträge der Öffentlichkeit/der Praxis demonstrieren, dass sie sehr wohl für die Sicherung und Erhöhung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sächsischer Unternehmen einen konkreten Beitrag erbringen können!
Projekt: „Genderorientierte Verbesserung der Praxisbefähigung für Studierende und AbsolventInnen“
Projektleitung: Dr. Monika Benedix
Projektzeitraum: 10/07 bis voraussichtlich 05/08
Auftraggeber/Finanzierung: Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaats Sachsen In Kooperation mit dem Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung FraGes startet das Gleichstellungsreferat der Uni Leipzig im Wintersemester 07/08 ein Projekt zur Verbesserung der Praxisbefähigung, das Leipziger Studierenden und AbsolventInnen Gender Mainstreaming Kurse, Gender-Theorie-Seminare sowie workshops anbietet. Geplant sind darüber hinaus vier Projekte, in welchen das Verhältnis von Gender und Berufsfeld, Sozialpolitik, Gesundheitswesen sowie Bildungswesen unter wissenschaftlicher Betreuung diskutiert und bearbeitet wird. In zwei workshops werden WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen ihre Forschungsprojekte zu den Themen „Gender Mainstreaming und Gender Diversity“ sowie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ vorstellen.
Drittmittelprojekte von FraGes-Mitgliedern
Projekt: „MenCo Sachsen – Ein Mentoring und Coaching Programm für Studierende der Medizin in Sachsen“
Prof. Dr. Dorothee Alfermann (alfermann@rz.uni-leipzig.de, Sportwissenschaftliche Fakultät, zusammen mit Prof. Dr. Elmar Brähler, Universitätsklinikum Leipzig, Selbständige Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie)
Laufzeit: 01.03.2007 – 31.12.2007
Förderung durch Europäischen Sozialfonds, ca. 60 T Euro
Projekt: „Karriereverläufe und Karrierebrüche bei Ärztinnen während der Facharztweiterbildung“ (Verbundprojekt zusammen mit Prof. Dr. Rik van den Bussche, Universität Hamburg und fünf weiteren deutschen Universitäten)
Laufzeit: 01.03.2008 – 29.02.2012
Förderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung
(Teilvorhaben Leipzig ca. 60 T Euro jährlich) Projekt: „EliMed – Mentoring-Projekt zur Förderung und Vernetzung weiblicher Eliten des Studienganges Medizin an der Universität Leipzig“
Beteiligte WissenschaftlerInnen: Prof. Dr. Elmar Brähler, Prof. Dr. Dorothee Alfermann, Dipl.-Psych. Cindy Busse
Gefördert von: Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, 2007-2008 Hintergrund:
Das Problem ist bekannt: Sie sind Klassenbeste, Spitzenstudentinnen und ausgezeichnete Absolventinnen – Frauen auf dem Weg in die Medizin. Und doch sind Frauen beim beruflichen Ein- und Aufstieg in der Medizin noch immer unterrepräsentiert und benachteiligt (weniger Verdienst, niedrigere Positionen, häufiger arbeitslos). Nach wie vor machen überwiegend die Männer das Rennen um Spitzenpositionen in Universitäten und Kliniken, während Frauen – sofern sie überhaupt ihren Beruf als Ärztin aufnehmen – eine akademische Karriere viel seltener ins Kalkül ziehen. In der Ausbildung fehlen den Medizinerinnen somit weibliche Vorbilder, an denen sie sich bei ihrer Karriereplanung orientieren können. Oft mangelt es den zukünftigen Ärztinnen zudem an Netzwerken, auf die sie zurückgreifen können, um sich Wissen über Strukturen, Prozesse und Spielregeln im medizinischen Wissenschaftssystem anzueignen. In Anlehnung an das Modellprojekt „ELISA – Elitenförderung Sachsen“ setzt das Projekt EliMed genau an der Stelle der Vorbilder (insbesondere weiblicher Vorbilder) sowie des Netzwerk-Aufbaus an.
Inhalt:
Durch Mentoring werden die teilnehmenden Medizinstudentinnen bei ihrer Karriereplanung und Klärung der eigenen beruflichen wie auch privaten Ziele unterstützt. Als Mentorinnen und Mentoren werden erfahrene Klinikärztinnen und -ärzte bzw. Hochschullehrende der Medizin rekrutiert. Die Studentinnen erhalten in den möglichst einmal monatlich stattfindenden Gesprächen Einblick in die formellen und informellen Strukturen des medizinischen Wissenschaftssystems und können in Beziehungsnetzwerke eintreten. Den Mentorinnen und Mentoren obliegt die Chance, frühzeitig hoch qualifizierten Nachwuchs an ihre Kliniken und Institute zu binden. Vierteljährlich angebotene informelle Netzwerktreffen unter den Teilnehmerinnen und der Projektkoordinatorin dienen dem Informations- und Erfahrungsaustausch sowie der Netzwerkbildung. In einer Abschlussveranstaltung werden schließlich Erfolge und aufgetretene Probleme analysiert.
Projekt: „Anna Amalia und Goethe“ (Konferenz und Publikation 01/08), 03.04.07
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt (nagelsch@uni-leipzig.de, Philologische Fakultät)
Projekt: „Geschlechterdifferenz im Rahmen der Lebendorganspende“
Prof. Dr. Elmar Brähler (elmar.braehler@medizin.uni-leipzig.de, Medizinische Fakultät)
Finanzierung: Astellas Pharmas
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