Forschungstätigkeit am Zentrum
Ziel der Gründung des Umweltmedizinischen Zentrums im Jahre 1993 war die Intensivierung und Fokussierung umweltmedizinischer Aktivitäten. Das UMZ ist damit die Plattform zum Themenfeld Umwelt und Gesundheit. Hervorgegangen als Gemeinschaftseinrichtung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, des Universitätsklinikums Leipzig AöR und dem Helmholtzzentrum für Umweltforschung (speziell dem Department für Expositionsforschung / Epidemiologie) sowie dem 2004 erfolgten vertraglichen Beitritt des Klinikums „St. Georg“ ist es zu einer ständigen Einrichtung an der Universität Leipzig geworden. Neben den lokalen Partnern ist eine Vielzahl nationaler und internationaler Institutionen in die wissenschaftlichen Arbeiten des Zentrums integriert. Organisatorisch und technisch ist das UMZ an das Institut für Umweltmedizin und Umwelthygiene angebunden.
Hauptziele der gemeinsamen Forschungen unter Einbeziehung weiterer Fakultäten sind die Aufklärung von Ursachen und Mechanismen umweltbeeinflusster Erkrankungen sowie die Verbesserung der Differentialdiagnostik dieser Erkrankungen und die Entwicklung von Therapieoptionen. Dazu werden komplementär zu populationsbezogenen epidemiologischen Studien klinisch orientierte Fall-Kontroll-Studien umweltvermittelter Erkrankungen durchgeführt. Erreicht werden soll eine individual-basierte Diagnostik und Prävention umweltassoziierter Erkrankungen.
Gen-Umwelt-Interaktionen und besonders genetisch bedingte individuelle Suszeptibilitäten in der Auseinandersetzung des Organismus mit Umwelteinflüssen kommt eine Schlüsselrolle zu. Die genannten Untersuchungsthemen tragen dem Umstand Rechnung, dass die im weitesten Sinne möglichen Expositionen unterhalb der pharmakologisch wirksamen Schwelle angesiedelt sind und die zu erwartenden Effekte zunächst an jenen Zielstrukturen auftreten, die unmittelbar oder nach Verstoffwechslung erstes Ziel der Primär- und Sekundärexposition sind.
Hauptaufgaben liegen
- auf dem Gebiet der umweltmedizinischen und umweltepidemiologischen Forschung
Basis der Forschungen sind epidemiologische Längs- und Querschnittstudien und klinisch orientierte Interventionsstudien. Zielgruppen sind Kinder und durch spezifische Umweltbelastung (Exposition) besonders betroffene Patientengruppen.
- im Bereich Lehre und Weiterbildung
In Ergänzung zu den für Medizinstudenten obligatorischen Vorlesungen und Kursen in „klinischer Umweltmedizin“ organisiert das Zentrum Veranstaltungen zu umweltmedizinischen Themen, regelmäßig stattfindende „Umweltmedizinischen Symposia“ und auf Anforderung Weiterbildungskurse zu klinisch umweltmedizinischen Fragestellungen unter Berücksichtigung der Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer.
- auf dem Gebiet einer umweltmedizinischen Auskunft, Beratung und Betreuung
Auskunft für (exponierte) Personen über die gesundheitliche Wirkung spezifischer Expositionen wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gesundheitsämtern erteilt. Für diese und andere Ämter und Behörden fungiert das Zentrum als Beratungsstelle. Zusätzlich werden Ärzte bei der Diagnose umweltassoziierter Erkrankungen sowohl methodisch als auch fachlich beratend unterstützt (Konsiliartätigkeit). Darüber hinaus werden für Patienten mit umweltassoziierten Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen je eine umweltmedizinische Ambulanz für Kinder und mehre fachbezogene Ambulanzen für Erwachsene nach vorheriger Konsultation des Zentrum für Umweltmedizin vorgehalten.
Seit Gründung des Zentrums wurden Projekte im Umfang von ca. 5 Mio € über eingeworbene Drittmittel finanziert. Sowohl über die Drittmittelprojekte als auch über Haushalt finanzierte Forschungsvorhaben bestehen eine Reihe nationaler und internationaler Forschungskooperationen nach Nord (USA)-, Mittel- (Mexico) und Südamerika (Argentinien), nach Australien, Asien (China, Indien), Afrika (Ägypten) und selbstverständlich zahlreichen Institutionen in europäischen Staaten, insbesondere auch zur gemeinsamen Forschungsstelle der EU in Ispra (JRC)/Italien.
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