„Gastro-intestinal Peptides in Obesity (GIPIO)” ist ein auf vier Jahre angelegtes internationales Verbundforschungsprojekt, welches durch das Siebte Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union in Höhe von ca. 4 Millionen Euro gefördert wird. Das Projekt wird durch die Universität Leipzig koordiniert und untersucht gastrointestinale Peptide und deren Signalwege nach der Nahrungsaufnahme, um mit diesem Wissen zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Adipositas beizutragen.
Adipositas (Fettleibigkeit) ist eines der am schnellsten wachsenden Gesundheitsprobleme weltweit. In den Vereinigten Staaten, aber auch in Europa und einigen Entwicklungsländern, wird Adipositas als Ursache einer vermeidbaren Krankheit mit tödlichen Folgen (365.000 Todesfälle im Jahr 2000 in den USA) bald Rauchen (435.000 Todesfälle) überrunden und steht in der Statistik bereits weit vor Alkoholkonsum (85.000), Infektionskrankheiten (75.000) und Autounfällen (43.000) als Todesursache. Zudem ist Adipositas auch ein ernstzunehmendes Problem bei Kindern und Heranwachsenden und deshalb eines der schwerwiegendsten zukünftigen Gesundheitsprobleme.
Die Ausgangshypothese des Projektes ist, dass die Verringerung von Hormonen/Signalen, welche nach der Nahrungsaufnahme ausgeschüttet oder blockiert werden und zu Hunger- oder Sättigungsgefühlen führen, signifikant zur Rückkopplung im Gehirn beitragen und somit einen bedeutenden Einfluß auf die Entstehung von Adipositas haben.
Das GIPIO-Konsortium wird seine Tätigkeit auf die Erforschung dieser Hormone/Signale und den Beitrag von Peptiden im Magen-Darm-Trakt als Signalgeber bei der Entstehung von Adipositas fokussieren. Ziel ist es, die relevantesten Hormone und Hormonkombinationen zu identifizieren und aus diesen Erkenntnissen heraus Medikamente gegen Adipositas zu entwickeln, die auf endogenen Agonisten oder Antagonisten basieren.

GIPIO wird im Siebten Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union gefördert (Grant Agreement Nr. 223057) und wird von der Universität Leipzig koordiniert.
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