Studierende, die an einem Projekt interessiert sind, sollten sich mit den Projektleitern in Verbindung setzen, um nähere Informationen zu erhalten. Eventuell besteht die Möglichkeit, an einem Projekt mitzuarbeiten.
Seit Einrichtung der Integrationskurse mit Alphabetisierung besteht
ein dringender Weiterbildungsbedarf zur Alphabetisierung in der
Zweitsprache Deutsch und zum mündlichen Sprachunterricht mit wenig
literalisierten Lernenden. Im Auftrag des Goethe-Instituts erstellen wir
deshalb im Projekt FALDaZ für interessierte Kursleitende eine
Fernstudieneinheit, die als Teil des neuen Qualifizierungsprogramms des
Goethe-Instituts mit dem Titel „Deutsch lehren lernen: Fort- und
Weiterbildungsprogramm weltweit" (DLL) im Jahre 2012 erscheinen soll.
Das Konzept der Fernstudieneinheit basiert zum einen auf den
Weiterbildungserfahrungen im Leipziger Lehrgang für DaZ-Lehrkräfte in
der Alphabetisierung (
www.alpha-lehrgang-leipzig.de
)
und zum anderen auf der auslandsbezogenen Vorläufer-Publikation "Fokus
Alphabetisierung bei der Sprachförderung im Rahmen des
Ehegattennachzugs". In praxisnaher Weise werden auf der Grundlage
zahlreicher Video- und Materialbeispiele methodische Grundlagen zur Spracharbeit mit wenig literalisierten erwachsenen Migrant/inn/en vorgestellt, die im Selbststudium aufgabenbasiert vertieft werden können.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Karen Schramm |
| Projektmitarbeiter: | Diana Feick & Anja Pietzuch |
| Finanzierung: | Goethe-Institut (2011-2012) |
| Kontakt: | karen.schramm@uni-leipzig.de |
Internationales Forschungsprojekt, gefördert von der Volkswagen-Stiftung.
Das Projekt setzt sich zum Ziel, eine empirische Grundlage für eine vergleichende Untersuchung der gesprochenen Wissenschaftssprache des Deutschen, des Englischen und des Polnischen zu schaffen, sowie auf dieser Basis ausgewählte sprachliche Routinen im Zusammenhang mit zentralen sprachlichen Handlungen qualitativ und kontrastiv zu analysieren. Zu diesem Zweck sollen drei Parallelkorpora erstellt werden, welche zwei zentrale Genres der gesprochenen Wissenschaftssprache erfassen: Vortrag mit Diskussion sowie Prüfungsgespräch. Die Korpora bestehen aus Video- und Audioaufnahmen, die nach einem einheitlichen System transkribiert und später auf Web-Basis auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Im Rahmen des hier beantragten Projekts wird das Kernkorpus erhoben, welches dann im Rahmen von Anschlussprojekten zu einem großen Referenzkorpus erweitert werden soll. Ein derartiges frei zugängliches Korpus zur gesprochen deutschen Wissenschaftssprache ist an sich ein dringendes Desiderat. Eine besondere Innovation - auch auf internationaler Ebene - stellt aber gerade die Vergleichsdimension dar. Vergleiche werden auf verschiedene Weise ermöglicht: Zunächst zwischen den drei Wissenschaftssprachen Deutsch, Polnisch und Englisch, daneben aber auch zwischen dem Wissenschaftsdeutschen in Deutschland, Polen und Großbritannien sowie zwischen der Wissenschaftssprache von Lehrenden und Studierenden.
Auf der Grundlage dieser empirischen Daten sollen dann solche sprachlichen Routinen qualitativ-kontrastiv untersucht werden, mithilfe derer sich Sprecher zu vorhandener Forschung positionieren (etwa: sich distanzieren, sich auf vorgängige Forschung berufen, etwas einordnen), eigene Thesen und Erkenntnisse einführen und argumentativ absichern, ihren Vortrag / das Gespräch gliedern und steuern sowie auf Hörer Bezug nehmen. Dabei liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich in den verschiedenen Wissenschaftssprachen jedenfalls teilweise unterschiedliche Routinen und Versprachlichungsformen entwickelt haben, die auch interessante Aufschlüsse hinsichtlich der Konzeptualisierung von wissenschaftlichem Arbeiten und Wissenschaftlichem Diskurs an sich geben. Gerade die sprachlichen Routinen haben in den letzten Jahren verstärkte Aufmerksamkeit erfahren, sind allerdings für die gesprochene Wissenschaftssprache praktisch noch nicht untersucht worden.
Die Forschungsergebnisse werden wichtige vergleichende Einblicke in die Leistungsfähigkeit und die Ressourcen moderner Wissenschaftssprachen geben und sind von höchster Relevanz für Forschungen zur interkulturellen Wissenschaftskommunikation, für die Angewandte Linguistik und auch für die Internationalisierung der Hochschullandschaft.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Christian Fandrych |
| Projektpartner: | Universität Wroclaw, Polen (Prof. Dr. Cirko), Aston University, Großbritannien (Prof. Dr. Reershemius) |
| Laufzeit: | 2009-2012 |
| Finanzierung: | Volkswagen-Stiftung (2009-2012) |
| Fördersumme: | 550.800 Euro über drei Jahre |
| Projekt-Homepage: |
https://gewiss.uni-leipzig.de/ |
Das Projekt verfolgt das Ziel, illiterate Migrant/inn/en bei der Bewältigung von Lernschwierigkeiten linguistisch fundiert zu beraten und auf diese Weise sowohl ihre Autonomiepotenziale als auch ihr sprachliches Lernen zu fördern und in Kooperation mit den Kursleitenden diagnosebasierte Förderkonzepte und -materialien für einen binnendifferenzierenden zweitsprachlichen Alphabetisierungsunterricht zu erstellen. Dafür wird zunächst ein Lernberatungskonzept entwickelt, welches im Anschluss im Raum Leipzig und Umgebung durch zwei Lernberater erprobt wird. Sowohl das Lernberatungskonzept als auch die Materialien zur Unterstützung von Kursleitenden in Integrationskursen mit Alphabetisierung sollen nach Projektabschluss bundesweit bereitgestellt werden. Bei den zu entwickelnden Diagnose- und Fördermaterialien sowie Beratungsinstrumenten für illiterate Sprachenlernende wird zum einen ein kontrastiver Ansatz berücksichtigt, der die Erstsprachen Arabisch, Kurdisch, Russisch, Türkisch einbezieht, und zum anderen verfolgt das Projekt einen sozio-kulturellen Ansatz, der den funktionalen, handlungsorientierten Schriftgebrauch in Familie und sozialem Umfeld als Ausgangspunkt der Lernberatung wählt.
Projektpartner:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Regionalstelle Chemnitz
Dudeninstitut für Lerntherapie
FAA Bildungsgesellschaft mbH Südost
Koordinierungsstelle Alphabetisierung im Freistaat Sachsen
Leipziger Gesellschaft für Bildung und Arbeit mbH
Netzwerk Integration - Migranten in Leipzig
Projektleitung:
Prof. Dr. Karen Schramm
Projektmitarbeiter:
Stefan Markov & Christiane Scheithauer
Finanzierung:
Europäischer Integrationsfond, Robert Bosch Stiftung (2012-2014)
Kontakt:
karen.schramm@uni-leipzig.de
Projekt-Homepage:
www.uni-leipzig.de/lelebe
Wie werden Kinder, die im Erzählkreis der Grundschule auf Deutsch als
Zweitsprache erzählen, von ihren MitschülerInnen und LehrerInnen bei
Erlebniserzählungen, Phantasieerzählungen, Bildergeschichten und
Nacherzählungen interaktiv unterstützt? Welche dieser
scaffolding-Verfahren sind als besonders förderlich für die sprachliche
und narrative Entwicklung des Kindes zu betrachten? Diesen Fragen gehen
wir in unserem Projekt unter besonderer Berücksichtigung der Variablen
Sprachprofil des Erzählkindes, Klassenstufe, Gruppengröße, Erzählart,
Erzählerfolg und Erzählkooperation nach. Grundlage unserer Untersuchung
ist ein Korpus von 700 videografierten mündlichen
Grundschulerzählungen, das aus dem Münsteraner Großkorpus des Projekts
Deutsch & PC (Grießhaber 2002-2006, siehe
http://spzwww.uni-muenster.de/~griesha/dpc/index.html
)
erstellt und nach dem Verfahren HIAT mit der Software EXMARaLDA
transkribiert wurde. Mithilfe eines diskursanalytischen
Analyseverfahrens und einer relationalen Datenbank erarbeiten wir
Empfehlungen für die Sprachförderung im Erzählkreis der Grundschule.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Karen Schramm |
| Projektteam: | Caterina Mempel (wissenschaftliche Mitarbeiterin) Ditte Buchwald, Sebastian Heindel, Kathrin Rüthling (studentische Hilfskräfte) |
| Laufzeit: | 2008-2012 |
| Kontakt: | karen.schramm@uni-leipzig.de |