Diplom Karls des Kahlen vom 29. Januar 864 für das Kloster Saint-Denis (DKarl II. 263, Or. Paris, archives nationales, K 13, n. 11 ). | Am Beginn der Urkunde befindet sich meist eine symbolische Invokation. Sie kann sehr verschieden gestaltet sein und ist vermutlich aus einer verbalen Anrufung Gottes entstanden: Während des kursiven Schreibens entstand eine Kürzung, die später zum oft individuell geprägten Symbol wurde. |
Diplom Lamberts vom 2. September 898 für das Bistum Arezzo (DLamb. 10, Or. Arezzo, Archivio Capitolare, perg. n. 28) | Das Monogramm gibt auf den ersten Blick die Buchstaben des Herrschernamens wieder ("LANTBERTUS"). Darüber hinaus können die Schäfte und Balken des Symbols aber auch als Wörter oder Sätze gelesen werden, die eine Herrschaftsdevise oder einen Sinnspruch darstellen. |
Urkunde Ottos III. vom 25. Mai 996 für das Kloster S. Fiora e Lucilla in Arezzo (DO. III. 200, Or. Arezzo, Archivio Capitolare, Carte di s. Fiora e Lucilla, n. 30) | Neben dem Monogramm ist auch das Siegel für die Rechtsgültigkeit einer Urkunde ausschlaggebend. Durch Größe, Farbe, Siegelbild und Siegelort wird das gesamte Layout der Urkunde beeinflusst. |
Urkunde Heinrichs III. vom 20. Oktober 1055 für die bischöfliche Kirche in Mantua (DH. III. 355, Or. Mantua, Archivio Storico Diocesano, Diploma di Enrico III, 1055 ott. 22) | Seit Heinrich III. findet man ein "Signum speciale" oder "Beizeichen" auf den Herrscherurkunden, dessen Bedeutung umstritten ist. Es befindet sich am Ende der Signumzeile und oft direkt über dem Siegel. Von der älteren Forschung wurde das Zeichen als eigenhändiges herrscherliches Monogramm gedeutet ("manu propria"). Neu ist die Interpretation als monogrammatisches Mariensymbol. |
Urkunde Berengars I. vom 1. August 905 für den Kleriker Johannes (DBer. I. 58, Or. Verona, Archivio di Stato, S. Maria in Organo, Diplomi n. 7.) | Auch die Rückseiten der Diplome können sehr aufschlussreich sein. Schriften und Zeichen aus verschiedenen Jahrhunderten informieren über die Überlieferung einer Urkunde, Archivgeschichte und Kanzleigewohnheiten. |




