Die Leipziger Journalistik  

Die Journalistik an der Universität Leipzig –
ihre Ziele, Zwecke, Aufgaben

Allgemeines über die Abteilung
Das Studium
Die Schwerpunkte Print und Rundfunk
Mittel und Möglichkeiten

1. Allgemeines über die Abteilung

Die Journalistik Leipzig ist eine eigenständige Abteilung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Die Einrichtung hieß nach ihrer Gründung im Jahre 1916 »Institut für Zeitungskunde« und ist damit das älteste journalismus- wie auch pressewissenschaftliche Institut an einer deutschen Universität. Sein Gründer und erster Leiter war der Ökonom Prof. Dr. Karl Bücher.

Derzeit umfasst die Abteilung Journalistik zwei Professuren, eine Dozentur, fünf reguläre wissenschaftliche sowie zwei nur für die Lehre reservierte Mitarbeiterstellen. Daneben sind pro Semester 10 bis 15 Lehrbeauftragte tätig.

Die Hochschullehrer, wissenschaftlichen Mitarbeiter und externen Lehrbeauftragten bestreiten durchschnittlich 70 verschiedene Lehrveranstaltungen pro Semester. Diese reichen von Einführungskursen (wie: Sprachformen, Recherchieren) über praktische Übungen im Sprechen, in den Darstellungsformen, in der Stilistik und im Zeitungslayout weiter über medienrechtliche sowie medienwissenschaftliche Kurse bis zu Projekt- und Forschungskolloquien über aktuelle Probleme des Journalismus. Etwa die Hälfte des gesamten Lehrangebots sind Praxisseminare.

Im Forschungsbericht der Universität Leipzig werden drei laufende Forschungsprojekte der Journalistik zu aktuellen Themen des Medienprozesses beschrieben (über Visualisierung von Information, Qualitätssicherung und Redaktionsmanagement, Trends in der Online-Nutzung), die über Drittmittel finanziert werden. Aus diesen Forschungsarbeiten sind mehrere wissenschaftliche Publikationen von erheblichem Praxiswert hervorgegangen. Daneben läuft ein Forschungsprogramm, mit dem der Rollenwandel der Journalisten in Ostdeutschland seit der Wendezeit rekonstruiert und analysiert wird. Seit Herbst 2000 werden die Ergebnisse in einer Buchreihe veröffentlicht.

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2. Das Studium

In Leipzig konnte man bisher Journalistik im Diplomstudiengang mit dem Ziel des »generalistischen Profis« für Print, Hörfunk und Fernsehen sowie im Magisterstudiengang (als 2. Hauptfach sowie als Nebenfach) mit den Schwerpunkten Fach- und Wissenschaftsjournalismus studieren. Für diese Studiengänge wurde letztmalig zum Wintersemester 2005 immatrikuliert.

Mit der Umstellung der Studiengänge an den deutschen Universitäten wurde auch der Diplomstudiengang Journalistik (ebenso der Magisterstudiengang) abgeschafft – und als Masterstudiengang neu eingerichtet.

Dies bedeutet: Statt des grundständigen Journalismus-Studiengangs gibt es einen aufbauenden Studiengang. Er verlangt den Abschluss eines grundständigen Studiums eines beliebigen Faches an einer Hochschule (in Zukunft meist ein Bachelor-Abschluss). Zum Wintersemester 2007/08 wurden die ersten 27 Masterstudenten immatrikuliert.

Die wichtigsten Merkmale des bisherigen Diplomstudiengangs bleiben erhalten:

1.) Die Eignungsprüfung: Zugelassen wird nur, wer für den Journalistenberuf hinreichend befähigt ist. Die Anmeldefrist für die Eignungsprüfung für den dritten Jahrgang des MA Journalistik endete am 31. Mai 2009, die Eignungsprüfungen fanden am 30. Juni und 1. Juli statt..

2.) Die volle Praxis-Integration: Ähnlich wie Medizin oder Jura, so ist auch der Journalismus eine nicht nur auf Wissenschaft, sondern auch auf praktisches Erfahrungswissen gegründete Profession. Journalistische Kompetenz erwirbt man also nicht nur durch das Studium der Medienwissenschaft, sondern auch durch praxisbezogenes Lernen und Reflexionsvermögen. Deshalb baut das Leipziger Journalistikstudium auf die Integration der Medienpraxis auf.

Das dritte bisherige Hauptmerkmal, das Studium eines zweiten Hauptfachs, entfällt – dieser Kompetenzerwerb soll durch das vorherige Bachelor-Studium gewährleistet werden. Geeignet erscheinen dazu BA-Studiengänge wie Politik- oder Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften wie auch (unter Arbeitsmarkt-Gesichtspunkten besonders zu empfehlen) natur- oder technikwissenschaftliche Richtungen.

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3. Die Schwerpunkte Print und Rundfunk

Die Leipziger Journalistik legt in der Journalistenausbildung wie auch Journalismusforschung ein besonderes Schwergewicht auf Print- und Radiojournalismus – dies aus der Einsicht heraus, dass die Fernsehprogrammanbieter ihre eigenen Ressourcen unter kommerziellen Aspekten ausbauen und zudem eine für Fernsehausbildung notwendige professionelle Ausstattung für die Universität Leipzig derzeit nicht finanzierbar ist. Trotzdem gibt es eine kleine »Lehrredaktion Fernsehen«, die unter anderem das Hochschulmagazin »Akademisches Viertel« für Leipzig Fernsehen produziert. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Ausbildung zum Internetjournalismus werden; entsprechende Lehrangebote gibt es seit 1997.

Für die Radiojournalistenausbildung wurde das erwähnte Lokalradio »Radio Mephisto 97,6« mit einem volldigitalisierten Studio auf- und ausgebaut. Dort arbeiten die Studierenden unter der Leitung von zwei radioerfahrenen wissenschaftlichen Mitarbeitern in der Form einer Vollredaktion (mit professioneller Redaktionsstruktur) und produzieren täglich 4 Stunden Radioprogramm, von denen 3 Stunden live über den Sender gehen. Hier werden Formate entwickelt und erprobt sowie verschiedene Sende- und Präsentationsformen eingeübt und professionalisiert. Inzwischen wird »Radio Mephisto 97,6« auch von der Landesmedienanstalt Sachsens als Ausbildungsstätte voll anerkannt und gefördert.

Für die Printjournalistenausbildung wurde eine Lehrredaktion eingerichtet, die mit Mac- und Windows-Rechnern ausgestattet ist, über Layout- und Bildgestaltungssoftware sowie über die notwendige Peripherie verfügt. Hier trainieren die Studierenden redaktionelles Arbeiten und produzieren journalistische Produkte für Tageszeitungen und Zeitschriftenverlage. Außerdem werden hier Designs für die Erforschung des Zusammenhangs zwischen der Informationspräsentation und der Informationswahrnehmung durch Mediennutzer entwickelt und getestet.

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4. Mittel und Möglichkeiten

Bekanntlich sieht sich der Staat nicht mehr in der Lage, die Universitäten angemessen zu finanzieren. Im Freistaat Sachsen fehlen derzeit selbst die Mittel, um die Grundversorgung in der Lehre und die Infrastruktur in der Forschung zu sichern. Vor diesem Hintergrund hat sich die Leipziger Journalistik zur Selbsthilfe entschieden.

Um ihre gesteckten Ziele in Lehre und Forschung erreichen zu können, sucht sie die Kooperation mit öffentlich-rechtlichen Einrichtungen, mit Stiftungen sowie mit Medienunternehmen und hofft auf Support und Kooperation. Zum einen können die großen Medienunternehmen einen Beitrag zur qualifizierenden Journalistenausbildung durch aktive Unterstützung der Lehre leisten. Und zum andern kann die Leipziger Journalistik ihr wissenschaftliches wie fachliches Know-How den Nachfragenden als Dienstleistung bereitstellen – sei es in Form von Projekt- und Forschungsaufträgen, sei es in Form von Beratungen oder journalistischen Dienstleistungen wie zum Beispiel die komplette Herstellung von redaktionellen Teilen im Zeitschriftenbereich.

Prof. Dr. Michael Haller

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Ausbildungsprojekte der Leipziger Journalistik

Campus-Seite vom 22. Februar 2010

Die Campus-Seite der Leipziger Volkszeitung wird seit 1996 in der Lehrredaktion Print produziert. Am 22. Februar 2010 erschien die 205. Ausgabe.

Logo CAMPUIS ONLINE

Seit dem Sommersmester 2009 arbeitet die Lehrredaktion CAMPUS crossmedial: Neben der Printausgabe in der Leipziger Volkszeitung gibt es auch ein Online-Angebot.

Online-Magazin newwws

Das Online-Magazin newwws wurde zehn Jahre lang im Grundstudium produziert. Nach 65 Ausgaben wurde es 2007 eingestellt.

DER PLATZHALTER

DER PLATZHALTER aus der Lehrredaktion Print (Magazin). Bisher sind vier Ausgaben erschienen.

Logo mephisto 97.6

Das Ausbildungsradio mephisto 97.6 sendet seit dem 31. Mai 1995 montags bis freitags je vier Stunden intelligentes Radio für den Raum Leipzig.

Logo Akademisches Viertel

Das Akademische Viertel bei Leipzig Fernsehen aus der Lehrredaktion Fernsehen. Sendeauftakt war der 30. Januar 2003.

Logo Uncover

Das Online-Magazin UNCOVER, verantwortet von der Professur Journalistik 2.

Logo Weißabgleich

Videoplattform Weißabgleich für die Lehrredaktion Fernsehen, verantwortet von der Professur Journalistik 2.

Logo Web-TV 14-09

Der Nachfolger von Weißabgleich: vierzehn-nullneun.

Update: 22. Februar 2010