Die Leipziger Journalistik

DER PLATZHALTER aus der Lehrredaktion Print (Magazin)

Die erste Ausgabe des PLATZHALTERs erschien im April 2005. Die Entstehung des Names wäre eine eigene Geschichte. Der Untertitel »Nachrichten aus der Leipziger Journalistik« meinte damals: Nachrichten – das sind Informationen zum Danach-Richten. Nachrichten als journalistische Darstellungsform kamen schon in der ersten Ausgabe so gut wie gar nicht vor, dafür Reportagen, Porträts, Interviews, Feuilletons, Berichte, Rezensionen. Und aus der Leipziger Journalistik grenzte das Themenfeld ein und bestimmte die Zielgruppe: Leute, die sich für das Geschehen rund um das Journalistik-Studium in Leipzig interessieren könnten. Das sind sowohl die Studenten am Institut und an den anderen journalistischen Ausbildungsstätten, das sind Lehrende und Forschende auf dem Gebiet der Journalistik, das sind Journalisten, die sich für den Nachwuchs interessieren und sich verantwortlich fühlen, das sind Absolventen des Instituts, das sind – nicht zu vergessen – Verantwortliche an den Hochschulen und in der Hochschulpolitik, das sind Interessenten für ein Journalistikstudium in Leipzig.

Keiner aus der »Zielgruppe« muss den PLATZHALTER lesen, um sich in der Welt zurechtzufinden – jeder, der den PLATZHALTER lesen sollte, muss dafür gewonnen werden. Und dies gelingt nur, wenn ihm das Lesen Vergügen bereitet. Das war und ist die journalistische Aufgabe für die Macher – sprich die Studenten in der Lehrredaktion Print – Magazin, die schon einige Semester lang mit einem Zeitschriftenprojekt experimentiert hatten.

Aus ökonomischen Gründen erscheint der PLATZHALTER im Gewand einer Wochenzeitung. Da heutige Wochenzeitungen in ihrer journalistischen Gestaltung in jeder Hinsicht häufig sehr »magazinig« sind, bedeutet dies keine Einschränkung für das Ausprobieren der Studenten im Magazinjournalismus. Und dies heißt: Geschichten finden, Geschichten erzählen, die Geschichten bildhaft präsentieren.

Natürlich bedeuten NACHRICHTEN AUS DER JOURNALISTIK, herausgegeben von einem Professor der Journalistik, auch eine Gratwanderung. Denn: diese Publikation ist natürlich PR. Aber diese PR soll betrieben werden mittels Journalismus – nicht duch Unterwanderung oder Instrumentalisierung der Journalisten, sondern indem gezeigt wird: So machen die Leipziger Studierenden Journalismus. Eine echte Einschränkung hinsichtlich des Journalismus gibt es dabei: Investigatives aus dem Institut gibt es nicht im Blatt – kann es nicht geben, weil da zwangsläufig der Eindruck entstehen könnte, dass hier Studierende für nichtjournalistische Ziele instrumentalisiert würden.

Das Problemfeld Journalismus – PR gehört zum Lehr- und Lernstoff der Lehrredaktion. Dies sogar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen: Die Lehrredaktion war von der Ausgabe 2 an auch für PR-Studenten offen, die hier Erfahrungen mit der journalistischen Arbeit sammeln konnten. Zum anderen: Ab der Ausgabe 2 erscheint der PLATZHALTER in attraktiverer Form, was seine Produktion deutlich verteuert hat. Deshalb gibt es jeweils eine Marketing-Gruppe, die unter anderem Anzeigen für die Finanzierung des Drucks akquirieren und dafür ein entsprechende Konzept entwickeln muss. Auch dies wird in der Lehrredaktion mit Lerneffekten für alle erörtert.

Mit der Ausgabe 3 hat sich der PLATZHALTER thematisch geöffnet: Das Gesamtinstitut steht im Blickpunkt. Dafür sind verschiedene Gründe anzuführen: Irgendwann erschöpfen sich die eng auf die Journalistik fokusierten Themen. Für einen großen Teil der Leser ist die Trennung Journalistik – sonstiges Insitut sowieso schwer nachvollziehbar bzw. unsinnig. Und durch guten Journalismus gemachte PR für das gesamte Institut muss ja auch kein Schade sein!

Die Kernforderung GUTER MAGAZINJOURNALISMUS bleibt der Inhalt der Lehrredaktion. Die Studierenden in dieser Lehrredaktion haben bisher vor allem Erfahrungen mit einzelnen Beiträgen und mit den Anforderungen des Tagesjournalismus gesammelt. Das Neue in der Lehrredaktion Print-Magazin: Die Blattmache als Ganzes, die Dominanz der narrativen Formen, der besondere Stellenwert der visuellen Aufbereitung der Beiträge. Kenntnisse und Fertigkeiten aus verschiedenen Seminaren des Grundstudiums fließen zusammen. Die Kooperation mit Studierenden aus anderen Ausbildungsabschnitten – vor allem aus der WERKSTATT FOTOJOURNALISMUS – führt zu neuen Erfahrungen.

Im Sommer 2008 – so der Plan – sollte die fünfte Ausgabe des PLATZHALTERs zu Ende produziert werden, erstmals auch von Studierenden des Master-Studiengangs. Vorerst ist das aus banalen ökonomischen Gründen (die viel beschworene Anzeigenkrise hat auch den PLATZHALTER erreicht) gescheitert …

Wie die Zukunft des PLATZHALTRERs weiter aussieht, ist im Moment noch unklar. Aber auch für die Masterstudenten wird es künftig eine Lehrredaktion mit Magazin-Inhalten geben (müssen).

J. Schlevoigt 2008-10

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Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2010