Konferenz und Workshop "Die Macht der Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen auf User, Medienpolitik und Medienbusiness" (26./27.6.2006, Berlin)

Podium der Konferenz
Das Panel "Medienpolitik und Gesetzgebung" mit (v.l.) Prof. Norbert Schneider, Volger Glaeser, Rachel Whetstone, Prof. Marcel Machill, Grietje Bettin (MdB) und Dietrich Boelter.
Podium2 der Konferenz
Nic Newman (BBC Interactive), Rainer Burchardt (FH Kiel) und Helmut Martin-Jung (Sueddeutsche.de) bei der Diskussion des Einflusses von Suchmaschinen auf die journalistische Arbeit. Fotos: Martin Zenker

Das Thema "Die wachsende Macht von Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen auf User, Medienpolitik und Medienbusiness" stand im Mittelpunkt einer Konferenz sowie eines wissenschaftlichen Workshops, der am 26. und 27. Juni 2006 in Berlin stattfand. Organisiert wurden beide Veranstaltungen von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Internationalen Journalismus der Universität Dortmund und dem Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig.

Zwei Tage lang wurde in den Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Stiftung das große Themenfeld Suchmaschinen aus vielen Blickwinkeln beleuchtet, wurden wissenschaftliche Erkenntnisse ausgetauscht und journalistische, politische und unternehmerische Standpunkte dargelegt. Die Wichtigkeit, die Suchmaschinen für das Funktionieren der Informationsgesellschaft besitzen, wurde in beiden Veranstaltungen deutlich. Aber auch die Abhängigkeiten, in denen sich die Anbieter von Suchmaschinen befinden, wurden aufgezeigt.

Die Konferenz hat mit Rachel Whetstone (Director Corporate Communication and Public Affairs, Google Europe, London) und Volker Gläser (Director Search Business Unit, Yahoo Deutschland) zwei hochkarätige Vertreter der beiden führenden Suchmaschinen vereint, die mit Vertretern aus der Medienpolitik über die Macht der Suchmaschinen diskutierten.

Interessante Einblicke in Arbeit der BBC

Im zweiten Teil der Konferenz konnten erstmalig führende europäische Journalisten zusammen gebracht werden, die den Einfluss von Suchmaschinen auf die Arbeit der Journalisten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchteten und so einen tieferen Einblick in dieses wichtige Themenfeld gaben. Nic Newmann, Leiter Produktentwicklung und Technologie der BBC, gab im Rahmen seines Vortrags interessante Einblicke in die Arbeit der BBC und dem Umgang mit Suchtechnologien in der journalistischen Recherche.

Am Vortag der Konferenz stellten 21 Wissenschaftler aus sieben Ländern aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Suchmaschinenforschung vor. So präsentierte u.a. Benjamin Edelmann von der Harvard University Ergebnisse einer Studie zur Sicherheit der Suchergebnisse. Sein Fazit: die bezahlten Suchergebnisse bergen ein deutlich höheres Risiko, auf betrügerische Seiten zu gelangen, als dies bei den organischen, also den "natürlichen", Suchtreffern der Fall ist.

Großes Medieninteresse an Workshop und Konferenz

Vinzenz Wyss und Guido Keel aus der Schweiz präsentierten Ergebnisse einer Befragung von Schweizer Journalisten über den Umgang mit Suchmaschinen im Redaktionsalltag und Boris Rotenberg vom Joint Research Centre der Europäischen Kommission in Sevilla thematisierte Fragen des Datenschutzes im Spannungsverhältnis zwischen US-Suchmaschinen und dem EU-Datenschutzrichtlinien.

Das große Medieninteresse an Workshop und Konferenz hat gezeigt, dass das Thema Internet-Suchmaschinen auch von einer breiten Öffentlichkeit mehr und mehr kritisch wahrgenommen wird.


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