20 Jahre Medienfreiheit in Ostdeutschland

 

Thema 1b: Tätigkeit der Landesmedienanstalten

Den alten Ländern folgend haben die neuen Länder im Zuge der Etablierung des dualen Rundfunksystems die Zulassung privaten Rundfunks sowie dessen Aufsicht den Landesmedienanstalten übertragen, die sich Anfang der 1990er Jahre gründeten. Dabei ist das ostdeutsche Mediensystem nicht "gewachsen", sondern wurde quasi übergestülpt. Hoffnungen auf eine übersichtlichere Aufsichtsstruktur als in den alten Ländern bestätigten sich lediglich im Fall Berlins und Brandenburg, die eine gemeinsame Landesmedienanstalt installierten.

Neben der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) etablierten sich die Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA), die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und die Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-Vorpommern (LRZ). Durch die damalige Knappheit der Übertragungswege und deren Zuteilung hatten die Landesmedienanstalten trotzdem eine herausragende Stellung bei der Entwicklung der Medienlandschaft in Ostdeutschland.

Die wissenschaftliche Untersuchung verspricht eine Erfolgskontrolle der Medienpolitik hinsichtlich der vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Ziele. Forschungslücken sind evident: Vorliegende Rechtswissenschaftliche Studien sind kaum mehr aktuell, empirische Untersuchungen über die Aufsichts- und Zulassungspraxis einzelner Landesmedienanstalten liegen nicht vor, personelle Verflechtungen zwischen Landesmedienanstalten und Politik sind nicht systematisch untersucht. Dem begegnet die Untersuchung mit einer Aufarbeitung der Geschichte der Landesmedienanstalten, ihrer Entwicklung bis heute. Dazu dient die systematische Erfassung der Veröffentlichungen der Anstalten, die Auswertung vorliegender Forschungsliteratur, die Befragung von Direktoren und Gremiumsmitgliedern (sowohl historische als auch aktuelle Perspektive) aller ostdeutschen Landesmedienanstalten, medienpolitischer Akteure (ebenfalls historische und aktuelle Perspektive) sowie unabhängiger Experten.

Projektmitarbeiter: Bettina Friedrich und Frank Hommel


© 2013 Lehrstuhl für Journalistik   -  Impressum