Marcel Machill, Markus Beiler und Johannes R. Gerstner (Hrsg.) (2010): Medienfreiheit nach der Wende. Entwicklung von Medienlandschaft, Medienpolitik und Journalismus in Ostdeutschland

Die Massenmedien waren Teil und Wegbereiter der friedlichen Revolution im Herbst 1989 in Ostdeutschland. Exemplarisch zeigen dies die beeindruckenden Bilder von den Montagsdemonstrationen in Leipzig, aus der westdeutschen Botschaft in Prag und von der Öffnung der Berliner Mauer.

Neben dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch 1989/90 fand in Ostdeutschland auch eine fundamentale Neuordnung des Mediensystems statt: Zum ersten Mal seit sechs Jahrzehnten gab es wieder freie und unabhängige Medien. 2010 jährt sich nicht nur der Jahrestag der Wiedervereinigung zum 20. Mal –  es lohnt sich auch ein Blick auf zwei Jahrzehnte freie Medien in Ostdeutschland und auf die erforderlichen Weichenstellungen für die nächsten Jahre.

In dem Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig unter Leitung von Prof. Dr. Marcel Machill stehen die Dokumentation der zwanzigjährigen Entwicklung des freien Mediensystems in den neuen Ländern und der Ausblick auf die Zukunft im Mittelpunkt. Die Autoren befassen sich mit den Medien, den Medienmachern und mit den Medienaufsehern. Nach welchen Vorbildern sind beispielsweise die fünf neu gegründeten Medienaufsichtsbehörden entstanden und welche Aufgaben nehmen sie heute wahr? Welche radikalen Umbrüche im Printsektor haben nach der Wende zu Monopol-Strukturen geführt und welche Auswirkungen auf den Journalismus hat dies heute? Und: Wie ist die Situation der Journalistenausbildung lange nach Schließung des Leipziger Roten Klosters heute im Bologna-Zeitalter?

Dieser Band von Machill, Beiler und Gerstner – pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit im Buchhanel erhältlich – erlaubt ein „kritisches Feiern“ und richtet sich an Medienpolitiker, Journalisten, Historiker und an alle Bürger, die an der weiteren Entwicklung der Medienfreiheit nicht nur in Ostdeutschland interessiert sind.

Die Publikation wird gefördert von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

 

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