In seiner Heimat können kritische Nachwuchsjournalisten wie Derrick mächtig Probleme bekommen – oder die Zukunft sein. Auf seiner Austauschreise in die EU will der Student aus Singapur erfahren, wie die Medien in Europa arbeiten. Und ob die Deutschen tatsächlich alle Angst vor dem Wirtschaftsriesen China haben.
Globalisierung – ein Wort und ein Phänomen, das nicht mehr wegzudenken ist aus unserer Welt, die scheinbar immer mehr zusammen-wächst. Im Rahmen des Seminars Asia-Europe Reporting besuchten elf singapurische Journalistik-Studenten der Nanyang Technological University Europa. Um das europäische Mediensystem und die Europa-Berichterstattung zu verstehen, reisten sie nach Berlin, Brüssel und Leipzig.
Sie sind genauso alt, genauso neugierig und genauso zielstrebig wie ihre deutschen Austauschpartner. Und doch prägen die zehn Singapurer Studenten, die Ende Mai drei Tage in Leipzig zu Gast waren, völlig andere Traditionen. In Deutschland wurden sie mit Sarkasmus, Demonstrationen und ihrem ersten Döner konfrontiert. Ein Bericht von Sarah Benecke und Lea Koch.
„Kann mir vielleicht jemand ein Diktiergerät leihen? Mit diesem Ding kann ich nicht zu meinem Interviewtermin auftauchen“, fragt eine der Exkursionsteilnehmerinnen in die morgendliche Runde Leipziger Journalistikstudenten, die sich gerade im ICE nach Berlin-Südkreuz - ihrer ersten Reiseetappe in die inoffizielle EU-Hauptstadt - befindet. Die Gesichter sind angespannt und zeugen von Ungewissheit. Was mag wohl auf sie zukommen?
Der frühere Kommissionspräsident Delors hat das Dilemma Europas süffisant formuliert: Niemand verliebt sich in einen Binnenmarkt. Nun ist die EU zwar weit mehr als ein Wirtschaftsraum. Aber die allgemeine Begeisterung für Mutter Europa hält sich bei ihren Kindern in Grenzen. Die Medienschaffenden sind mitschuldig, was Häufigkeit und Art ihrer Beiträge angeht. Sie selbst klagen über einen Berg von Problemen: Strukturen und Themen sind komplex, richtige Promis fehlen, Bilder von Tagungen sind keine Reißer. Unsexy, sagt man dazu in Redaktionen. Und verhüllt damit zugleich, dass viele Journalisten zu wenig Ahnung haben von EU-Politik.
In lockerer Atmosphäre und betont "nicht so trocken" begrüßte der Geschäftsführende Leiter der Abteilung Journalistik, Professor Dr. Marcel Machill, am Dienstag (16. Oktober) die neuen Studentinnen und Studenten des Master-Studienganges Journalistik.
Mit dem Vorschlag für ein europäisch-asiatisches Forschungsprojekt zum Thema „Suchmaschinen und digitale Gatekeeper“ hat der Leipziger Journalistik-Professor Dr. Marcel Machill eine mit 12.500 Euro dotierte Ausschreibung der Asia-Europe-Foundation gewonnen.
Im Wintersemester 2007/08 findet am Lehrstuhl für Journalistik II der Universität Leipzig erstmals ein Intensivseminar zur Europa-Berichterstattung inklusive Exkursion nach Brüssel statt.
Technik, Moral und Medienpolitik: Prof. Dr. Marcel Machill spricht auf dem acatech-Symposium zum Thema Suchmaschinen und trifft dabei auf Verständnis von ungewöhnlicher Seite. Der Google-Mann Dr. Thomas Hofmann signalisiert dem Google-Kritiker Interesse und Verständnis für seine Forderungen nach Reglementierungen im rechtsstaatlichen Rahmen.
Die Präsidentin der Universität Hamburg, Frau Professor Monika Auweter-Kurtz, hat bei Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern mit einem Rundschreiben für Aufsehen gesorgt. In dem Brief fordert sie die Angehörigen der Universität dazu auf, Anfragen von Journalisten nur noch in Abstimmung mit der Pressestelle zu beantworten. Dies sei im Interesse einer einheitlichen und professionellen Darstellung der Universität, die in der Zuständigkeit der Präsidentin liege.