Von den Einen als wirksames Kontrollorgan gewürdigt, von den Anderen belächelt oder gar ignoriert: Im vergangenen November feierte der Deutsche Presserat sein Jubiläum und blickt auf ein halbes Jahrhundert zurück, das für die Vertreter der journalistischen Berufsethik nicht ohne Komplikationen verlaufen ist.
Kurz vor vier Uhr morgens in einem Passauer Studentenwohnheim: Eine junge Studentin stürzt hastig aus dem Bett. Draußen ist es dunkel und bitterkalt. Von Leben auf den Straßen noch kaum eine Spur. Clara hat verschlafen. In einer dreiviertel Stunde muss sie bei ihrer Arbeit sein. Schnell in die Klamotten geschlüpft und zwei Brote geschmiert – Essen muss sie die auf dem Weg, denn schließlich darf sie den Bus nicht verpassen. Der geht um diese Zeit nur alle halbe Stunde.