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Campus-Projekt

Das Kunstkonzept für den Campus am Augustusplatz

Die architektonische Neugestaltung des Universitätscampus am Augustusplatz ab 2007 eröffnete der Universität die Möglichkeit, sich im Umgang mit ihrem historischen und künstlerischen Erbe neu zu positionieren. Die 600jährige traditionsreiche Geschichte der Universität sollte in der täglichen Erfahrung der Benutzer verankert werden.

An ihren Bauten lässt sich die Geschichte der Universität kaum mehr ablesen, denn die ältesten Universitätsgebäude datieren aus der Zeit um 1800. In sozialistischer Zeit wurden bewußte Anstrengungen unternommen, jegliche geschichtliche Assoziation nach Kräften auszulöschen. Die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli im Jahr 1968 bildete hier nur das spektakulärste Beispiel. Kaum minder schandbar war die Sprengung des gründerzeitlichen Hauptgebäudes Augusteum kurze Zeit danach. So wurde innerhalb weniger Wochen das historische geistig-geistliche Zentrum der Universität niedergelegt und durch programmatisch modernistische sozialistische Bauten ersetzt.

Umgekehrt verfügt die Universität Leipzig über eine großartige Kunstsammlung, mittels derer sich zahlreiche Epochen und Facetten ihrer Geschichte illustrieren lassen. Die Kunstwerke haben das Potential, diese Geschichte unmittelbar erlebbar zu machen. Da die Mehrzahl der vorhandenen Kunstwerke ihren ursprünglichen Zusammenhang verloren hatte, galt es, verlorene Kontexte neu zu stiften oder doch zumindest zu nachvollziehbar zu machen. Das Erinnerungskonzept wird von der Frage geleitet, wie Kunstwerke der Sammlung im Rahmen der Neugestaltung präsentiert und wie verlorene Kontexte neu gestiftet und anschaulich gemacht werden können.

Fünf Erinnerungskomplexe

Für die Präsentation der historischen Kunstwerke im Neubau wurden fünf Erinnerungskomplexe mit entsprechenden Raumzusammenhängen erarbeitet. Der chronologische Rahmen der Werke reicht vom Mittelalter bis in die Gegenwart:

1. Fragmente Dominikanerkloster St. Pauli

Von den spätmittelalterlichen Fresken (um 1500 entstanden) aus dem Klostergebäude, das später als Universitätsbibliothek genutzt wurde, sind zwölf Wandfelder erhalten geblieben. Die sechs am besten erhaltenen Mauerfragmente haben in einem Übergang zwischen Haupt- und Hörsaalgebäude Aufstellung gefunden.

2. Universitätskirche St. Pauli

Der Bereich umfasst die Grabplatten aus dem Außenbereich und den Innenraum mit den Epitaphien aus verschiedenen Materialien (Stein, Holz, Metall) sowie den Paulineraltar. Eine Aufstellung der Kanzel wird derzeit noch geprüft.

3. Professorengalerie der Universitätsbibliothek

Bildnisse bedeutender Professoren und Rektoren des 17. und 18. Jahrhunderts, bis 1896 im Bibliotheksgeäube auf dem Campus ausgestellt, werden auf der Galerie im Zwischengeschoß in Vitrinen präsentiert.

4. Kunst des 19. Jahrhunderts

Skulpturen und Baufragmente aus dem Augusteum I von Albert Geutebrück von 1830 und dem Augusteum II von Arved Rossbach von 1890 werden im Foyer und auf dem Leibniz-Forum gezeigt.

a) Bronzestatue des Gottffried Wilhelm Leibniz
b) Marmor- und Gipsbüsten des 19. Jahrhunderts
c) Schinkeltor
d) Regententugenden von Ernst Rietschel

5. Die Universität im Sozialismus 

Werner Tübkes monumentales Wandgemälde "Arbeiterklasse und Intelligenz" befindet sich im zweiten Stock des Hörsaalgebäudes und ist daher nicht auf dem Plan aufgeführt.

Ein sechster Komplex der zeitgenössischen Kunst soll die Jetztzeit verkörpern und den gegenwärtigen Studenten die Identifikation mit "ihrem Campus" erleichtern.


letzte Änderung: 02.08.2017 

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