Die Sammlung  

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Unser Sammlungsbestand

Kunstbesitz der Universität Leipzig

Die Kunstsammlung der Universität Leipzig umfasst heute ca. 10.000 Objekte vom 14. bis zum 21. Jahrhundert. Es handelt sich nicht nur um Gemälde, Plastik und Grafik, die in Ausstellungen gezeigt oder in kustodieeigenen Depots verwahrt wird. Alle beweglichen und unbeweglichen Kunstgüter in Verwaltungseinrichtungen, Fakultäten und Instituten der Universität werden ebenfalls von der Kustodie verwaltet, darunter auch baugebundene Kunstwerke und Denkmäler im öffentlichen Raum.

Ein bedeutender Sammlungsbereich umfasst Objekte der Universitätsgeschichte (Dokumente, Insignien, Studentica). Seit der Gründung der Universität im Jahr 1409 gehören wertvolle Insignien, wie die prunkvollen goldenen Zepter oder die kunstreich gestalteten Siegel zu ihrem kostbarsten Besitz. Eine sehr repräsentative Insignie, die allerdings erst im 19. Jahrhundert geschaffen wurde, ist die Rektorkette. Diese akademischen Gerätschaften bilden den Grundstock der Kunstsammlung, die im Laufe der Jahrhunderte immer mehr anwuchs, bis schließlich für deren Verwaltung in den 1970er Jahren die Kustodie gegründet wurde. Neben Auftragsarbeiten der Universität aus sechs Jahrhunderten, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Ausstattung von Gebäuden, sind große Teile den bis heute immer wieder getätigten Schenkungen, Vermächtnissen und Stiftungen zu verdanken. Somit ist die Sammlung weniger planvoll angelegt als vielmehr historisch gewachsen.

J. J. Löbelt, Engel vom Epitaph B. L. Schwendendörffer

Nach der Reformation wurde im Zuge der Schenkung des Paulinerklosters und der Kirche ein beachtlicher Bestand mittelalterlicher Gemälde und Plastiken der Universität erworben. Einen Kernbestand der Sammlung bilden ferner die Epitaphien aus der Universitätskirche St. Pauli, geschaffen zwischen 1550 und 1770. Lange ihrer Heimstatt beraubt, kehren die Gedächtnismale nun mit ihrer Aufstellung im Neuen Paulinum wieder an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zurück. Einige Kunstwerke konnten zwar laut Akten vollständig geborgen werden, weisen aber heute trotzdem fehlende Elemente auf. Die Hoffnung besteht, dass einzelne dekorative Teile noch aufgefunden und ergänzt werden können. Von anderen Epitaphien wiederum sind nur einzelne Skulpturen erhalten, wie der Engel von dem 1687 von Johann Jakob Löbelt geschaffenen Gedächtnismal für Bartholomäus Leonhard Schwendendörffer, der in der Kunstsammlung im Rektoratsgebäude verbleiben wird.

Der Kunstbesitz der Universität umfasst naturgemäß zahlreiche Bildnisse, darunter bedeutende Persönlichkeiten der Universitätselite, berühmte Wissenschaftler und Gelehrte. Nicht selten gehörten die Bildnisse auch formal vereinheitlichten Galeriezusammenhängen an. Besonders umfangreich war die Professorengalerie der Universitätsbibliothek, die wohl um 1600 begonnen, vom Universitätsbibliothekar Joachim Feller erweitert und bis ins 18. Jahrhundert fortgeführt wurde. Bedeutendes Beispiel einer Fakultätsgalerie ist die Ordinariengalerie der Juristenfakultät, die nahezu vollständig Bildnisse aller juristischen Ordinarien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert überliefert. Private Ursprünge hatte die Freundschaftsgalerie des Leipziger Verlegers Philip Erasmus Reich mit Portraits bedeutender Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Noch im 19. Jahrhundert wurden im Rahmen der Ausstattung des neuen Hauptgebäudes der Landesuniversität repräsentative Denkmale und Büsten in Auftrag gegeben - von Personen, die sich besondere Verdienste für die Universität erworben hatten.

Die reichen Grafikbestände umfassen u. a. den zeichnerischen Nachlass von W. G. Tilesius von Tillenau (großformatige Aquarelle einer Weltreise mit einer russischen Delegation 1803 - 1806), Handzeichnungen von B. und C. Genelli sowie eine umfangreiche Sammlung historischer Bilderbögen.

Heinz Zander, John Silvers Insel

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule schnell wiedereröffnet, in der Folge jedoch in eine sozialistische Lehranstalt umgebildet und 1953 in "Karl-Marx-Universität Leipzig" umbenannt. Entsprechend ist die Kunst des Sozialismus in der Sammlung zahlreich vertreten. Da zu Zeiten der DDR Ausstellungen zeitgenössischer Künstler von der Universität besonders gefördert wurden, verfügt die Sammlung heute außerdem über eine große Anzahl an Werken der Leipziger Schule. Mit der skandalösen Sprengung der Universitätskirche St. Pauli und des Augusteums 1968 trat die sozialistische "Neugestaltung" des Augustusplatzes in eine neue Phase. Auch die Kunstwerke standen unter ideologischen Vorzeichen, insbesondere das Fassaderelief Aufbruch sowie das Wandbild Arbeiterklasse und Intelligenz von Werner Tübke, beide Teil der Ausstattung des zwischen 1970 und 1978 errichteten Hauptgebäudes.

Ab den 1970er Jahren ließ die Universität einzelne Professoren portraitieren, wie zum Beispiel Altmagnifizenz Georg Mayer durch Heinz Wagner. Nach der Wende übernahm die Universität die Kunstsammlung der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK), darunter Kunstwerke wie der Weitspringer von Willi Sitte. Neben Künstlernachlässen, u. a. von H. E. Strüning und R. Oelzner, konnten Werke der Leipziger Schule - von Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Bernhard Heisig oder auch von Heinz Zander - erworben werden. Einen Sammlungsschwerpunkt bildet ferner Leipziger Druckgrafik.   

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letzte Änderung: 09.11.2016 

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