Geschichte
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Das Untersuchungsgebiet


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Waldgeschichte

folgende Texte von Herrn Andreas Sickert (Forstamtsleiter) finden sich auch auf der Hompage der Stadt Leipzig:

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Geschichtliche Daten des Leipziger Stadtwaldes

Die erste urkundlich erwähnte Walderwerbung der Stadt Leipzig fand im Jahre 1367 mit dem Kauf der "Burgaue" (Nördlicher Auwald) statt. Es folgten weitere Käufe, um den Waldbesitz zu vergrößern.

1463 wurde eine Oberförsterei zur Bewirtschaftung des Leipziger Stadtwaldes gegründet.

Im 16. Jahrhundert erhielt die Stadt Leipzig große Teile des Connewitzer Holzes (Südlicher Auwald) durch die Säkularisation des Thomas-Klosters.

1563 wurde in Leipzig die 1. Leipziger Waldordnung erlassen; damit verbunden war die Vermessung und Einteilung der Wälder in 20 Schläge.

Die Entwicklung des Stadtwaldes war eng mit dem Ausbau der gewerblichen Produktion verbunden, wie der Gerberei, der Wäscherei, Flößerei, der Nutzung der Wasserkraft (fünf größere Wassermühlen) und der Verarbeitung des Auenlehms.

Im 17. Jahrhundert wurden im Zusammenhang mit dem Ankauf von Rittergütern große Waldflächen in der "Partheaue" erworben.

1663 erfolgte der Ankauf des Rosentales (Nördlicher Auwald), eines Waldgebietes im Zentrum der Stadt. Dort befindet sich die einzige barocke Gartenanlage der Stadt Leipzig, die im Auftrag von August dem Starken gestaltet wurde.

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts trat die Entwicklung des Stadtwaldes in eine Phase, die geprägt war durch die Industrialisierung und die Erholungsnutzung. Es wurden Flußregulierungen durchgeführt; in stadtnahen Bereichen wurden Parks und Gärten angelegt.

Diese Arbeiten dauerten bis ins 19. Jahrhundert an. So wurde ein Teil des Rosentales (Große Wiese) zu einem Naturpark, die Parkanlagen des heutigen Clara-Zetkin-Parks und der Palmengarten wurden gestaltet.

Im Jahre 1936 erfolgte der letzte bedeutende Waldankauf mit dem Erwerb des Waldgebietes "Lauer", welches aber in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts größtenteils dem Braunkohletagebau Cospuden zum Opfer fiel.

Ebenfalls 1936 wurde ein eigenes Stadtforstamt etabliert.

Im Jahre 1951 erfolgte die Enteignung aller Kommunen. Der Stadtwald wurde Volkseigentum. Zur Bewirtschaftung der "volkseigenen Wälder" wurden 1952 "Staatliche Forstwirtschaftsbetriebe" gebildet, die sich in Oberförstereien und Reviere gliederten. Der größte Teil des Leipziger Stadtwaldes kam dadurch in die Verwaltung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Grimma, in die Oberförsterei Leipzig.

1959 wurde der Leipziger Auenwald unter Landschaftsschutz gestellt, gleichzeitig wurden die Bereiche "Burgaue Böhlitz- Ehrenberg", "Elster-Pleiße-Auwald" und "Dölitzer Holz" als Waldschutzgebiete einstweilig gesichert. 1961 folgte deren Ausweisung als Naturschutzgebiete. Das 1974 als Naturschutzgebiet ausgewiesene "Verschlossene Holz" wurde 1990 mit Ausweisung des NSG "Luppeaue" demselben angegliedert.

Nach der Auflösung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Grimma am 31.12.1990 übernahm am 01.03.1991 die Stadtforstverwaltung Leipzig die Bewirtschaftung des Leipziger Stadtwaldes.

Außerdem wurden von ihr im Territorium der Stadt Leipzig ca. 80 ha Wald neu aufgeforstet und etwa 60 ha Wald durch Kauf erworben. Im Jahre 1998 erfolgte die Rückübertragung rekultivierter Tagebauflächen im ehemaligen Bereich des Waldgebietes "Lauer".

Die Stadt Leipzig ist kontinuierlich bemüht, ihren Waldbesitz durch Kauf und Aufforstungen zu erweitern.

In den Umweltqualitätszielen der Stadt Leipzig wurde festgelegt, dass der Waldanteil auf dem Territorium der Stadt Leipzig von 8% auf 10% zu erhöhen ist.

Die Aufforstung von 80 ha Wald ist besonders erwähnenswert, weil die natürlichen Voraussetzungen zur Anlage von Wald in dem dicht bebauten Gebiet von Leipzig sehr begrenzt sind und die Stadt Leipzig bisher keine Fördermittel erhielt, also alles aus dem eigenen Haushalt finanzieren mußte.


Forstgeschichte des Leipziger Auenwaldes

Der Leipziger Auenwald ist ein sehr naturnahes ökosystem, jedoch ist seine Entstehung und Entwicklung eng mit dem menschlichen Einwirken auf die Natur verbunden. Durch Rodungen im Oberlauf der Flüsse Elster und Pleiße wurden seit 6000 Jahren Böden erodiert und mit den Hochwassern in die Leipziger Tieflandsbucht transportiert. Das erodierte Material wurde in den abklingenden überschwemmungsphasen, außerhalb der Flußbetten, im Gebiet der Leipziger Flußauen wieder abgelagert.

Durch diese regelmäßige Sedimentation erfolgte die Bildung der Auenlehmschicht. Besonders intensiv geschah dies seit dem 10. Jahrhundert, nachdem deutsche Kolonisatoren Rodungen in sehr großen Ausmaßen im Oberlauf der Weißen Elster und der Pleiße vorgenommen hatten. Dieser entstandene fruchtbare Auenlehm war zum einen durch seinen hohen Nährstoffgehalt Voraussetzung dafür, daß die Nährkraftstufe des Bodens für Edellaubhölzer ausreichte. Zum anderen erhöhte sich durch die Ablagerungen nach und nach das Niveau der Flußauen, so daß die Standorte immer trockener wurden. Es konnten sich Baumarten ansiedeln, die nur kurzzeitige überschwemmungen vertrugen.

Außerdem erfolgten seit dem 10. Jahrhundert umfangreiche Flußregulierungsmaßnahmen, die ebenfalls dafür sorgten, dass die Flußaue trockener wurde. Durch die jährliche Sedimentation von Auenlehm konnte sich kein Ah-Horizont und keine Humusschicht herausbilden. Die Auenlehmschicht hat im Durchschnitt eine Stärke zwischen zwei und drei Metern, seltener ist eine Stärke von 0,5 oder vier Metern. Die Bodenreaktion ist fast neutral (pH-Wert 6 bis 7).

Noch im Mittelalter war der verbreitetste Waldbiotop der Flußaue im Leipziger Raum die Weichholzaue. Das geht vor allem aus alten Schadensmeldungen des Mittelalters hervor, in denen immer wieder größere Mengen von Aspen und Weiden angegeben wurden. Durch die änderung der Standortbedingungen entwickelte sich die Waldvegetation mehr und mehr zur Hartholzaue (Querco-Ulmetum).

Es wurde für lichte Bestände gesorgt, die im Unterholz vor allem die Baumarten gedeihen ließen, die ein hohes Stockausschlagsvermögen hatten.

Ursprünglich erfolgte die Bewirtschaftung der Flußauenwälder vorwiegend in der Mittelwaldbewirtschaftung. Das heißt, in den Wäldern wurde ein sehr lockerer, weitverstreuter Bestand an Großbäumen, hauptsächlich Eichen, belassen, die sogenannten Laßreitel. Unter dem Schirm dieser Laßreitel bildete sich - hauptsächlich aus Stockausschlägen und Wurzelbrut - das Unterholz. Dieses Unterholz wurde aller 15-20 Jahre zur Brennholzgewinnung geräumt. Die Laßreitel waren vor allem zur Gewinnung von Bauholz vorgesehen und zur Erzielung von Eichelmast. Die Baumart Eiche wurde im Oberstand gefördert.