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Zufallsbeobachtungen

Dem aufmerksamen Beobachter fallen immer wieder "Kleinigkeiten" auf, die sich, v.a. in den bislang wenig untersuchten Baumkronen, nicht selten als kleine biologische Sensationen erweisen. Ein paar dieser Beobachtungen sein hier genannt:

Bereits 2000 konnten in ausgschnittenen Astgabeln der großen Bäume an der Krantrasse einige höhere Pflanzen wie Gräßer und Kräuter als sogenannte Epiphyten (= Aufsitzerpflanzen) beobachtet werden.

Dies ist ungewöhnlich, da Epiphyten klassischerweise in den feuchten Tropen, aber nicht in Deutschland vorkommen. Die Ausnahme bilden sog. akzidentelle (zufällige) Epiphyten, die bei hohen Flutereignissen (genau wie Plastiktüten etc.) in Weidenbüschen und -bäumen angspült werden. Im Fall der Leipziger Epihyten handelt es sich ebenfalls um akzidentelle Ereignisse, denn Die Pflanzen wurden sehr wahrscheinlich durch die Forstarbeiter eingetragen, als diese die Krantrasse freischnitten und wahrscheinlich die Pflanzensamen an ihren Schuhen haftend unabsichtlich in die Astgabeln brachten.

Im gleichen Jahr wurden Eichhörnchen beobachtet, wie sie an den gelb leuchtenden Blüten des Spitz-Ahorns Nektar leckten und somit unwillentlich als potentielle Bestäuber anderer Ahornblüten dienen könnten.

Ähnliches wurde für Blaumeisen festgestellt, die, zwecks Nahrungssuche, bereits im Vorfrühling zur Blütezeit der Eschen sehr rege in den Eschenblüten nach Kleintieren picken und sich dabei mit Eschenpollen einstäuben. Auch sie könnten als Bestäuber für ein Baumart fungieren, die eigentlich windbestäubt ist.

Überraschend war auch der Zufallsfund zweier Gehäuseschneckenarten (Arianta arbustorum und Cepea sp.) die in den Baumkronen ihrem Nahrungserwerb, dem Abraspeln von Pilzen, Algen u.a. pflanzlichem Material von Zweigen, nachgehen.

Das bisherige "Highlight" der Zufallsfunde war der erstmalige physische Nachweis des Laubfroschs in den Baumkronen des Auwalds. Zwar wurden die Tiere an anderen Stellen bereits akkustisch, mit Hilfe von Richtmikrofonen in Baumkronen lokalisiert, Sichtnachweise oder gefangene Tiere sind aber für Deutschland neu. >Foto einfügen<. Die Tiere scheinen überaus ortstreu zu sein. Ein Frosch konnte beispielsweise über zwei Monate immer wieder an ein und der selben Stelle auf einem Blatt sitzend in ca. 23m Höhe in der Krone eines Berg-Ahorn beobachtet werden.

Die meisten dieser Beobachtungen belegen die simple Tatsache, dass den Forschern vieles entgeht, da v.a. die äußeren Baumkronen schlicht nicht zugänglich sind. Einige dieser Zufallsbeobachtungen werden in intersivere Forschungsarbeiten münden.