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Dem Projekt liegt folgende Organisation zu Grunde:
Die Studien haben zum Ziel, das Ökosystem Wald, am Beispiel des Leipziger Untersuchungsgebiets, in seinen Einzelgliedern, ihrem Zusammenspiel und ihrer Funktionsweise besser zu verstehen. Dies war bislang kaum möglich, da ein Großteil des Raums, den der Wald einnimmt nicht oder nur zum Teil erreichbar waren.
Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt bei der Erforschung der Biodiversität des Kronenraums. Der Begriff Biodiversität beschreibt die Summe aller Organismen (Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien), ihre Anzahl und Verteilung in Raum und Zeit. Da man bislang so gut wie keinen Zugang zu den Baumkronen hatte, ist ihre organismische Vielfalt auch in einem so gut erforschten Land wie Deutschland nahezu unbekannt.
Im Rahmen des LAK-Projekts werden Insekten und Spinnentiere sowie Pilze, Flechten und Moose des Kronenraums, ihre räumliche Verteilung und die Saisonalität ihres Auftretens untersucht.
Organismische Interaktionen (Tier-Pflanze, Pflanze-Pilz) verbinden sozusagen die Einzelglieder der Biodiversität, die Organismen, zu einer Funktion. Eine klassische Tier-Pflanze-Interaktion ist die Bestäubung, bei der beide beteiligten Organismen einen Vorteil erlangen. Die Pflanze wird bestäubt, das Tier (zumeist Insekt) erhält als "Belohnung" meist Nektar oder Pollen. Bei der sog. Herbivorie, dem Fressen von Insekten an pflanzlichem Material ist der Nutzen einseitig.
Die Photosynthese (Energiegewinnung) wie auch andere physiologische Prozesse sind grundlegende Mechanismen der Pflanzen. Da diese am Anfang der Nahrungskette stehen und somit von elementarer Wichtigkeit für alle nachfolgenden Glieder (z.B. den Menschen) sind, ist das Verständnis der pflanzenpysiologischen Prozesse unerlässlich. Da die Blätter ausgewachsener Bäume sich im oberen Kronenraum befinden, d.h. kaum zugänglich sind, ist über die physiologischen Prozesse dort oben sehr wenig bekannt. Hier kann der Kran Abhilfe schaffen. So interessiert z.B. auch die unterschiedliche Photosyntheseaktivität wie auch die Blattanatomie und -morphologie entlang der gesamte Höhe der Bäume.
Auch im Rahmen der aktuellen globalen Klimasituation kommt dem Verständnis der Physiologie v.a. auch der Bäume eine enorme Bedeutung zu. So weiß man beispielsweise, dass Bäume während des Wachstums CO2 speichern, ob reife Wälder hingegen grundsätzlich als CO2-Speicher angesehen werden können, ist unklar.
Waldstrukturen, speziell die der Baumkronen, sowie die Genetik von Waldbäumen ist für die Forstwissenschaft von großem Interesse. Anhand der Struktur der Baumkronen und ihrer Position zu anderen Bäumen kann z.B. die innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz der Baumindividuen um die Ressource Licht festgestellt werden. Da es genetische Unterschiede nicht nur zwischen verschieden Arten, sondern auch zwischen Individuen der gleichen Art gibt, wird außerdem versucht diese im Zusammenhang mit der beobachteten Konkurrenz zu identifizieren. Eine Hypothese geht sogar davon aus, dass es genetische Unterschiede in Zweigen von ein und der selben Baumkrone gibt. Stimmt dies, ist zu erwarten, das ein einziger Baum genetisch deutlich unterschiedliche Nachkommen hervorbringt.
Die Grundlage zur Vernetzung der Teilprojekte bildet die Untersuchung der im Wald herrschenden Umweltfaktoren vom Boden bis über das Kronendach. Hierbei interessieren v.a. Faktoren des Bestandsklimas wie die Strahlungs-, Temperatur- und Luftfeuche-Verteilung im Waldbestand, aber auch die physikalischen und chemischen Merkmale des Bodens (Bodenkörnung und -durchlässigkeit, pH-Wert, etc.) sowie der Bodenwasserhaushalt.
Darüber hinaus bilden die geplanten detaillierten Untersuchungen des Bestandsklimas und der Kronenstruktur zusammen mit den physiologischen Messungen eine wichtige Grundlage für eine verbesserte Klimamodellierung. Letztere könnten sogar zur Verbesserung globaler Klimaprognosen beitragen.
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